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Küken-Töten: Welchen Preis wollen wir zahlen?

Wenige Tage alte Küken stehen in einem Hähnchenmastbetrieb

Küken-Töten: Welchen Preis wollen wir zahlen?

Millionen männliche Küken werden jedes Jahr getötet. Nun entscheidet das Bundesverwaltungsgericht, ob das mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Welchen moralischen Preis hat unsere Landwirtschaft? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Bisher werden die männlichen Küken von Legehuhnrassen nach dem Schlüpfen in der Regel getötet. Der Grund ist, dass sie keine Eier legen, und sie eignen sich auch nicht als Masthähnchen. Tierschützer fordern schon lange ein Umdenken.

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, das Töten der männlichen Küken beenden zu wollen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der CDU hat dies für 2020 in Aussicht gestellt. Dann soll es ein Verfahren geben, mit dem sich schon im Ei das Geschlecht bestimmen lässt. Eier mit männlichen Küken würden dann erst gar nicht ausgebrütet.

Vor dem Bundesverwaltungsgericht geht es aktuell um ein Verfahren aus Nordrhein-Westfalen. 2013 wollte das damals von den Grünen geführte Landwirtschaftsministerium das Töten männlicher Küken verbieten, dagegen klagten Unternehmen aus den Kreisen Paderborn und Gütersloh und bekamen 2016 vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster Recht.

Nun verhandelt das Bundesverwaltungsgericht im Revisionsverfahren erneut, ob das Töten von Küken aus wirtschaftlichen Gründen mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Darin heißt es, dass niemand einem Tier "ohne vernünftigen Grund" Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Darf man allein aus wirtschaftlichem Interesse männliche Küken töten, nur weil sie nicht genauso gut zu verwerten sind wie weibliche Küken?

Hat die Massentierhaltung und -industrie nicht auch eine ethische Verpflichtung, Tiere nicht unnötig leiden zu lassen? Welche Verantwortung tragen Verbraucher für das Leid von Tieren, wenn sie nicht bereit sind, höhere Preise für Eier und Fleisch zu zahlen? Wären Sie persönlich bereit für eine tierfreundliche Landwirtschaft zum Teil deutlich höhere Preise zu akzeptieren?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.


Gast: Detlef Reepen, Journalist und WDR-Wissenschaftsredakteur

Redaktion: Jessica Eisermann und Felix Ohmes

Küken-Töten: Welchen Preis wollen wir zahlen?

WDR 5 Tagesgespräch 16.05.2019 45:19 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

103 Kommentare

  • 103 Maskuliner 16.05.2019, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 102 Cawardly 16.05.2019, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 101 Dirk 16.05.2019, 13:58 Uhr

    „Wären Sie persönlich bereit, für eine tierfreundliche Landwirtschaft z. T. deutlich höhere Preise zu akzeptieren?“ Wer die Musik bestellt, soll sie auch bezahlen! Ein angemessener und damit erhöhter Preis für Fleisch, Milch u. Eier sollte selbstverständlich sein! Weil in diesem Fall die Fleischkonsument(inne)en den Wa(h)renwert selbst bezahlen und mittels des eigenen Geldbeutels auch die Folgekosten wie z. B. die kostenintensive Trinkwasseraufbereitung zur Filterung der durch die Massentierhaltung ins Grundwasser gelangenden Antibiotika-, Hormon- und Güllerückstände zumindest teilweise mittragen würden, müssten nicht wir alle – wie leider (vor 2 Jahren?) gesetzlich beschlossen – für unser lebensnotwendiges Trinkwasser unnötigerweise einen unnötigerweise höheren Preis bezahlen! Außerdem werden nun riesige Landwirtschaftsflächen allein zur (Massen)tierfutterproduktion genutzt, die dadurch dem Anbau gesünderer (Bio-)Nahrungsmittel für den menschlichen Verzehr nicht zur Verfügung stehen.

  • 100 Danke 16.05.2019, 13:56 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 99 grenzenlos gut 16.05.2019, 13:55 Uhr

    Küken sollten in Zukunft weder geschreddert noch vergast werden, weil sonst beim wdr irgendwas in die falsche Richtung geht.

  • 98 Ein Tier 16.05.2019, 13:51 Uhr

    ist ein Lebenwesen mit Gefühlen und Schmerzempfinden. Wie wir Menschen. Also gehört es ebenso nicht gequält und/oder getötet. Was gibt es da zu diskutieren?

  • 97 brygyt 16.05.2019, 13:51 Uhr

    Das Problem liegt im System. Die Schere zwischen Arm und Reich scheint mittlerweile unüberwindlich und doch liegt es klar auf der Hand es braucht eine Änderung. Alles hängt mit allem zusammen. Nicht jeder kann sich hochwertige Nahrung leisten. Bioprodukte sind ein Vielfaches teurer. Die Agrarwirtschaft ist in der Sackgasse. Dort wo noch schnell gut verdient wird solange wird es so weitergehen. Rumänien das jetzt in der EU ist, zeigt deutlich diese Auswüchse. Rumänien wird von den westlichen Supermärkten überschwemmt. Die bieten billige Produkte an und die Menschen kaufen es, weil selber anbauen sich nicht mehr lohnt. Die Kleinbäuerliche Kultur geht langsam zu Grunde. Die billigen Produkte in den Supermärkten haben natürlich nicht die Qualität die Menschen gesund hält, aber das wird erst viel später bemerkt.

  • 96 Jauwl 16.05.2019, 13:51 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er in eine falsche Richtung geht.

  • 95 Olsen 16.05.2019, 13:49 Uhr

    Was macht solch eine Diskussion für einen Sinn? Klar wenn der Bürger handeln würde, macht er aber nicht. Sieht doch schon an den Kommentaren hier und auch an den immer gleichen Wahlergebnissen!

    Antworten (1)
    • Anonym 16.05.2019, 13:58 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 94 Anonym 16.05.2019, 13:47 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 93 Brendow 16.05.2019, 13:47 Uhr

    Es ist doch erstaunlich wie vielschichtig ein Thema sein kann. Vor ab erst mal: Ich bin gegen das Töten jedwetes Leben. Aber es ist schon verrückt, wenn man die Wochenendzeitungen aufschlägt dann wird man nur so überschwemmt mit Prospekten zum Thema Grillen etc. Wir müssen mal in Deutschland umdenken. 1. Muss ich jeden Tag Fleisch auf dem Tisch haben? 2. Muss ich ständig bei schönem Wetter den Grill anschmeisen? 3. Warum müssen wir Deutschen alle Weld mit Billigfleisch beliefern? Wenn wir in den drei Themen den Fleisch- und Eierkonsum deutlich reduzieren dann tuen sich auch neue Blickrichtungen in den Themen 1. Kükenschrettern 2. Grundwasserverschmutzung 3. Fachkräftemangel etc. auf Des weiteren wäre zu wünschen, wenn sich genauso aufgeregt würde bei Abtreibungen von Kindern im Mutterleib. Das ist auch Leben.