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Klimawandel: Wo liegt die Verantwortung der Bauern?

Ein Traktor, aufgenommen beim Ausfahren von Guelle nach der Ernte auf einem Feld

Klimawandel: Wo liegt die Verantwortung der Bauern?

Der Klimawandel setzt den Landwirten zu. Gleichzeitig trägt die industrialisierte Landwirtschaft erheblich zur Erderwärmung bei. Diese Problematik ist Thema beim Deutschen Bauerntag 2019 in Leipzig. Wie denken Sie darüber? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Umweltschützer werfen Bauern vor, mit ihrer Massentierhaltung zu viel Methan zu produzieren. Das schädige massiv das Klima. Außerdem verwendeten sie zu viel Gülle als Dünger. Dadurch werde Lachgas freigesetzt - ein besonders langlebiges Klimagas. Laut Greenpeace ist es 300mal so klimaschädlich wie CO2.

Die Bauern halten dagegen: Wenn die Kuh rülpst, gelangt nun mal Methan in die Atmosphäre, und aus Gülle steigt klimaschädliches Lachgas auf. Das ließe sich nicht verhindern, deshalb habe es die Landwirtschaft besonders schwer, klimaschädliche Emissionen zu verringern. Aber der Deutsche Bauernverband hat eine Klimastrategie entwickelt. Beim Düngen solle möglichst nur so viel gedüngt werden wie tatsächlich nötig fürs Pflanzen-Wachstum.

Dafür brauche die Landwirtschaft allerdings Fortschritte bei der Digitalisierung, um Traktoren entsprechend auszustatten. Großes Potential liege auch im Ausbau der Bioenergie. Ziel der Klimastrategie sei es, die Emissionen an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

Dies könne aber nur gemeinsam mit Politik und Gesellschaft umgesetzt werden, meint der Deutsche Bauernverband. Es helfe nichts, wenn die Bundesregierung zum Beispiel verlange, weniger zu düngen und die Pflanzen dann unterversorgt seien und die Erträge sinken, so Bauernpräsident Joachim Rukwied.

Wie beurteilen Sie die Rolle der Bauern beim Klimaschutz? Welche Verantwortung trägt die Landwirtschaft für Natur und Mensch? Tun die Bauern zu wenig oder sind die Regelungen der Regierung zu lasch? Welche Verantwortung trifft uns Verbraucher?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.


Gast: Dr. Horst Gömann, Klimaexperte Landwirtschaftskammer NRW

Redaktion: Heiko Hillebrand und Jessica Eisermann

Klimawandel: Wo liegt die Verantwortung der Bauern?

WDR 5 Tagesgespräch 26.06.2019 45:01 Min. Verfügbar bis 25.06.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

134 Kommentare

  • 134 Dirk 26.06.2019, 13:59 Uhr

    Erklärung: Obwohl Braunkohle der klimaschädlichste und energieineffizienteste aller industriell genutzten Energieträger ist, duldeten „Die Grünen“ zugunsten ihres Machterhalts in der NRW-Koalition deren übersubventientierte und weitergehende Förderung, statt den notwendigen Strukturwandel konsequent zu vollziehen und den Ausbau erneuerbarer Energien und damit zukunftsfähige Arbeitsplätze zu fördern! Damit behindern auch „Die Grünen“ unabhängige lokale Energiegenossenschaften, womit sie sich als „Natur- und Umweltschutzpartei“ unglaubwürdig machten und Wahlbetrug an denen begingen, die sie genau deswegen wählten! Auch der ehem. Bundesumweltminister Jürgen Trittin deckte in seiner Amtszeit Autoabgasmanipulationen auf Kosten des Klimas und der Gesundheit! Somit sind die angestrebten Klimaziele auch mit den „Grünen“ sind unerreichbar!

  • 133 Carinhall-Karin 26.06.2019, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 132 Dirk 26.06.2019, 13:58 Uhr

    Es geht nicht um Abschaffung d. Viehwirtschaft, sondern der Massentierhaltung mit ihren gesundheitsschädlichen Auswirkungen auf Mensch (Gülle, Antibiotika u. Hormone auch im Trinkwasser, das politisch gewollt leider statt nach d. Verursacherprinzip auf Kosten d. Trinkwasserverbraucher teuer wiederaufbereitet werden muss) u. Tier sollte verboten werden! Aber die EU hindert m. ihren Subventionen f. Billigfleischexporte in sog. Entwicklungsländer nicht nur d. dortige Entwicklung eigenständiger u. rentabler Viehwirtschaftsbetriebe, sondern fördert d. Massentierhaltung in Europa mit allen negativen Auswirkungen f. Mensch, Tiere, Umwelt u. Klima. Die beste Lösung ist die familiäre, kleinbäuerliche Landwirtschaft, wofür sich z.B. auch die AfD ausgesprochen hatte, wofür sie bezeichnenderweise auch von d. sog. „Grünen“ wieder einmal diffamiert wurden, die längst bewiesen hat, ihr Etikett „Klima- und Umweltschutzpartei“ zu Unrecht zu tragen und es v.a. zum Gewinn vieler Wählerstimmen zu nutzen!

  • 131 Nun... 26.06.2019, 13:57 Uhr

    der Klimawandel könnte hier auch Vorteile beinhalten. Was wäre, wenn wir plötzlich in der Lage sind gewisse Nahrungsmittel (Südfrüchte) in Zukunft selbst produzieren zu können und sie dann nicht mehr importieren zu müssen? Ich denke, dass wir langfristig damit leben müssen und uns anpassen sollten. Generell denke ich, dass unsere gesamte Agrarpolitik völlig umgestellt werden sollte und auch die EU irgendwann auf geänderte Bedingungen reagieren muss. Nichts ist so beständig, wie die Veränderung. Nur haben unsere Verantwortlichen viel zu lange verpennt entsprechend darauf zu reagieren und haben die Kuh in die falsche Richtung laufen lassen. Deshalb steht sie jetzt auf dem Eis - jedoch scheint sich keiner die Mühe machen zu wollen, sie dort wieder herunter zu holen. Aber bitte nicht auf Kosten der Bauern und Verbraucher!

  • 130 Zukunft-Finder 26.06.2019, 13:57 Uhr

    Ich habe dazu in der letzten Westart-Sendung im WDR-Fernsehen einen sehr interessanten Filmbeitrag gesehen. Dieser heißt: "Rettet den Boden" in dem der Florian Schwinn berichtet "Warum wir um das Leben unter unseren Füßen kämpfen müssen"

  • 129 Knobel-Gunnar 26.06.2019, 13:57 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 128 Birgitt Kruse 26.06.2019, 13:55 Uhr

    Eine Unverschämtheit zu behaupten, man müsse, weil ein großer Teil der Bevölkerung zu arm sei, sich gesunde Lebensmittel zu leisten (z.B. Bio-Lebensmittel zu konsumieren), weiter eine ökologisch und ökonomisch gescheiterte Chemie- und Industrie-Landwirtschaft mit Steuergeldern aufrechterhalten! Und noch unverschämter, dass man diesen Menschen dann eine qualitativ schlechtere (und ggf. ungesunde und belastete) Ernährung zumutet. Das ist menschenverachtend! Das Ganze wird dann auch noch mit dem "Argument" verkauft: Die vielen sozial benachteiligten Verbraucher wollten das doch so! Dieses reiche Land kann sich keine Verteilung der Güter erlauben, die für alle eine gesunde Nahrungsbasis sicherstellt???

  • 127 Traudel Wimmer 26.06.2019, 13:54 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 126 Knobel-Gunnar 26.06.2019, 13:53 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 125 Knobel-Gunnar 26.06.2019, 13:49 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er beleidigend ist. (die Redaktion)

  • 124 Jürgen Kruse 26.06.2019, 13:46 Uhr

    Unglaublich dieser Vertreter einer öffentlich-rechtlichen Kammer (auch der Allgemeinheit verpflichtet!) versteigt sich zu der bekannten und abgenutzten Lüge, die Menschen in Deutschland könnten mit Bio-Landbau nicht ernährt werden! Weltagrarbericht und kritische Wissenschaftler betonen immer wieder, dass gerade eine ökologische Wirtschaftsweise weltweit die Lebensgrundlagen sichern kann (Ernährungssicherung, Klima- und Artenschutz)! --- Die Landwirtschaftskammern müssen dringend reformiert werden. Die Hohheitsaufgaben (Kontrollen, Beschwerden etc...) müssen demokratisch überwacht in eine andere Behörde und die reine Lobbyarbeit für eine bestimmte politische Richtung der Bauern/Verbände hat in einer "Kammer" gar nichts zu suchen! Das hätte besser harausgearbeitet werden müssen.

    Antworten (2)
    • Beasty 26.06.2019, 13:52 Uhr

      Lieber Herr Kruse . Die Menschen in Deutschland können sicherlich rein Bio versorgt werden. Leider die anderen Milliarden Menschen nicht . Wenn Sie von Lüge sprechen, erwarte ich mehr Hintergrund Informationen

    • jürgen Kruse 26.06.2019, 13:58 Uhr

      an Beasty: Gerade auf die vielen Menschen in anderen Kontinenten trifft das so zu. Vielfach geschieht das ja auch schon, z.B. in Indien: Bio-Landwirtschaft in einem Bundesstaat!