Gibt es noch eine Lösung im Hambacher Forst?

Mitarbeiter von RWE räumen ein Camp von Umweltaktivisten im Hambacher Forst.

Gibt es noch eine Lösung im Hambacher Forst?

Die Situation ist seit langem verfahren. Braunkohle- und Rodungsgegner auf der einen Seite, der Energiekonzern RWE auf der anderen Seite, dazwischen die Polizei. Ist der Konflikt überhaupt noch lösbar? Diskutieren Sie im WDR 5 Tagesgespräch!

Seit Jahren sind es immer wieder ähnliche Bilder: Polizei-Hundertschaften rücken in den Hambacher Forst ein, damit Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE Bäume roden oder zumindest eine Rodung vorbereiten können für den Braunkohleabbau. In Baumhäusern leben seit Jahren junge Aktivistinnen und Aktivisten und kämpfen für den Erhalt des Walds. In dem nahegelegenen Zeltlager sammeln sich zeitweise Aktivisten aus ganz Europa, die sich für den Klimaschutz engagieren. Immer wieder droht die Situation in und um den Hambacher Forst zu eskalieren. Auch bei den jüngsten Einsätzen kam es wieder zu Zusammenstößen. Nach Angaben der Polizei wurden die Beamten unter anderem mit Pyrotechnik beschossen. Die Polizei spricht längst von einem "gefährlichen Ort", an dem sie damit auch andere Befugnisse hat. Umgekehrt werfen die Umweltaktivisten der Polizei auch immer wieder übertriebene Gewaltanwendung vor.

Im eigentlichen Konflikt will keine Seite nachgeben. Die Rodungsgegner wollen keinen einzigen Baum mehr fallen sehen, RWE beharrt auf dem Recht, die Rodung durchzuführen und argumentiert unter anderem mit der Sicherheit der Stromversorgung und zehntausend Arbeitsplätzen. Der Hambacher Forst ist längst zu einem Symbol geworden, in dem es um mehr als die Bäume geht.

Wer muss in diesem Konflikt auf wen zugehen oder nachgeben? Gibt es andere politische und staatliche Akteure, die in der Verantwortung sind wie die Landesregierung oder die Bundepolitik, die sich einmischen müssten? Gibt es in dieser Situation überhaupt noch eine Lösung, die für beide Seiten tragbar wäre?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Thomas Wenkert, WDR-Journalist, Studio Aachen

Redaktion: Jessica Eisermann und Regina Tanne

Gibt es noch eine Lösung im Hambacher Forst?

WDR 5 Tagesgespräch | 06.09.2018 | 46:23 Min.

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Kommentare zum Thema

131 Kommentare

  • 139 Die Grenzen der Zumutbarkeit ... 06.09.2018, 13:59 Uhr

    ... werden vom Einkommen bestimmt und nur wo nichts mehr zu holen ist, hat der Kaiser seine Fürsorgepflicht verloren. Denn erst wenn alle Gewinne privatisiert worden sind, darf die Allgemeinheit für den Abraum zahlen. Man kann von deutschen Abgeordneten aus der Landesregierung und dem Bund mit dem Gewissen, das in politischer Eintracht von einer parteipolitischen Hand durch die andere gereinigt wurde, nun wirklich nicht verlangen, dass sie sich zum Reden mit den für diese hergebrachte deutsche Gewaltenverschränkung vollkommen unreifen Öko-Freaks ins Unterholz des Hambacher Forsts schlagen, zumal die politische Führungselite außer ihrem reinen Gewissen nur die Staats- und Polizeigewalt und sonst keine weiteren Argumente aufzuweisen hat, wenn man einmal von ihrer durch Gewohnheitsrecht legitimierten persönlichen Vorteilsnahme und von den Boni und dem Reibach der RWE-Leistungselite absieht.

  • 138 Frank Jasperneite 06.09.2018, 13:57 Uhr

    Die Fragestellung ist naiv u. lenkt mit falscher Frontenbildung (hier RWE-Lobby, da Umweltbesorgte und Aktivisten, dazu eine untätige Landesregierung, die aber Polizei dazwischen schickt) u. 1000 Nebenaspekten (Wald als Symbol, Arbeitsplätze, Rekultivierung, Versorgungssicherheit) von den Kerninteressen und stillen Koalitionen ab. Hierüber eine aufgeregte Diskussion, um Unmut zu kanalisieren, mit Ratlosigkeit als Ergebnis u. Zersplitterung der Meinungen. Hauptsache, wir haben mal drüber geredet als Alibi für Meinungsvielfalt u. Demokratie, aber alles wird weiter gegen den Bürgerwillen durchgezogen. Nicht öffentlich erklärtes Ziel von Politik u. Wirtschaft ist, dieser möglichst lange einen Vorteil durch billigen Strom zu verschaffen. Umweltschutz ist nie ein Thema, sondern nur en vogue, solange es nichts kostet oder wirtschaftliche Vorteile generiert. Der enorme Preisvorteil aus der Braunkohle landet allein bei der Wirtschaft u. nicht entsprechend dem Energiemix bei allen Verbrauchern.

  • 137 1 Geisterfahrer? Etliche ... 06.09.2018, 13:57 Uhr

    2/2@ Gentz: Die Aktuelle Stunde brachte einen Bericht über die HTR-Kugelbrennelemente, die aus formal-juristischen Gründen nicht mehr in Ahaus gelagert sein dürfen. Man sah einen Strahlenschutz-Mitarbeiter, der neben einem Abschirmlagerbehälter eine Dosisleistungsmessung vornahm, erkennbar mit einer Teletectorsonde der Fa. Automess nebst AD6-Messgerät. Dazu hörte man das auch Laien bekannte Knattern eines Geigerzählers. 99% der Zuschauer haben sich da nichts bei gedacht. Aber: ein AD6 knattert übehaupt nicht! Es gibt ein penetrantes Signal, so zwischen Piepsen und Klingeln. Dadurch skeptisch geworden, hörte ich genau hin und siehe da: es knatterte auch immer mal wieder, wenn gar keine Messung im Film stattfand. Immer wenn ein Lagerbehälter, kerntechnische Anlagengebäude o.ä. im Bild waren, unterlegte der WDR den Bericht künstlich mit Geigerzähler-Knattern vom Band, um für Laien, die’s nicht merken können, unterschwellig eine Atmosphäre der Angst zu erzeugen. Das ist das Allerletzte!

  • 136 Karina 06.09.2018, 13:56 Uhr

    vielen Dank für die Sendung und die vielen sehr kompetenten und verantwortungsbewussten Anrufer- sieht man von allerersten Herrn ab, der allen Ernstes den lobenswerten Aktivisten den Strom abstellen wollte!! Ich habe jetzt doch wieder eine kleine Hoffnung : Falls sich genug Bürger auf die Seite der Kohlegegner stellen, bekommen die NRW-Politiker vielleicht doch ein schlechtes Gewissen und verfügen ein Moratorium bis zum Jahresende.

  • 135 1 Geisterfahrer? Etliche ... 06.09.2018, 13:56 Uhr

    1/2 @ Gentz, heute, 12:29 Uhr : „ Die begriffliche Bagatellisierung von Gewalt gegen Personen und Sachen im Hambacher Restforst setzt der WDR "konsequent fort. … Erstaunlich, welche Maßstäbe der WDR bei Geschehnisse in Chemnitz und dann in Hambach anlegt.“ *** In dem Fall ist das Ganze zumindest noch offen und unehrlich. Der WDR kann auch anders. In einem Fall dachte ich unweigerlich an die unterschwellige, seit langem verbotene Art der Werbung in den 80ern, wo man 2 von 30 Bildern pro Sek. im Film durch eine Cola-Flasche ersetzte, die man nicht bewusst sah sondern die nur über das Unterbewusstsein wirkte.

  • 134 Puh, das war knapp! 06.09.2018, 13:54 Uhr

    --- habe die Sendung abgestellt, als Ihr Gast die tolle Meldung über den Sender schickte! Zum Strom sparen! -------------------------------Aber habe ich etwas auf den Ohren, wenn ich in meiner Stadt noch nichts vom Probe-Alarm gehörte habe ... --------------------------------NRW ist nicht Trump-Land!--------------------------- Und das Klima hört nicht auf Politiker-Lügen, sondern hat seine eigenen Gesetze!

  • 133 Manfred Hermann 06.09.2018, 13:50 Uhr

    RWE AG ist ist ein börsennotierter Energieversorgungskonzern. Wenn die Aktionäre ihr Geld abziehen, bricht dieser Konzern zusammen. Wenn ich mein Geld in Aktien bei RWE anlege, dann unterstütze ich auch die Politik von RWE. Dann können die Politiker, die dort Aktien haben, auch nicht anders handeln. Alle börsennotiere Konzerne bestehen aus Aktionären. Dieses System verträgt sich nicht mit dem Gemeinwohl einer Gesellschaft. Die Politik bewegt sich erst, wenn Menschen auf die Straße gehen. So war es früher, so ist es heute. Solange wir eine „Geldschöpfung durch Schulden“ haben, wird sich in dieser Welt nichts ändern. Geldschöpfung durch Schulden zerstört Leben und Umwelt und erzeugt immer wieder Streit und Kriege in der Welt. Eine „Geldschöpfung durch das Leben“ ist für Leben und Umwelt und fördert Leben und Umwelt zum Guten. Politik geht anders! Ein Weg zu Wohlstand und Frieden in Harmonie mit der Natur: Gemeinwohl-Ökonomie, Bedingungsloses-Grundeinkommen.

  • 132 Ignaz-Denket um! 06.09.2018, 13:47 Uhr

    Am Hambacher Forst kann man erkennen wie die Politiker/innen mit dem deutschen Volk umgeht. Schon seit ewigen Zeiten gilt der Baum als Symbol für das Wesen des Menschen. Sowie sich die Politik um die Bäume des Hambacher Forst kümmert, so kümmern sie sich um die Menschen, der Mensch ist für die Politik nichts wert, nur der Kommerz ohne Herz. Wie wir den Wald zerstören, zerstören wir uns Menschen, es gibt fast nur mehr entwurzelte und verdorrte Menschen, die Welt wird zur Wüste. Den meisten Menschen fehlt die Achtung und Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Lebens und damit vor jedem lebenden Wesen. Eine Lösung für alles Übel gelingt nur, wenn wir wieder den Zugang für die Quelle finden, wo die Seele vom Quellwasser ihr Leben bekommt. Wie es in der Welt immer mehr zerstörte Waldlandschaften gibt, so gibt es immer mehr zerstörte Seelenlandschaften bei den Menschen. Jeder Mensch soll in seinem Leben einen Baum pflanzen, das heißt für mich, er soll selbst wie ein Baum werden, darin erkennt man

    Antworten (1)
    • Nebel 06.09.2018, 13:59 Uhr

      Der Ignaz denkt wieder um, und verbreitet Esoterik-Nebel

  • 131 DeSoto 06.09.2018, 13:45 Uhr

    Hambacher Forst ist ein Anachronismus, der zum Himmel stinkt. Weil Politiker nicht den Mut + Rückgrat haben, wie bei der Atomkraft zu entscheiden, schreddert man Natur-Denkmale, wird ein Riesenloch gebuddelt, das später wieder teuer renaturiert werden muss + nur noch in alle Ewigkeit als Wasserfläche genutzt werden kann - für die schmutzigste Art Energie zu erzeugen, wofür Andere teuerste Klimaschutztechnik einsetzen müssen, um diesen Drecksanteil in der Schadstoffgesamtbilanz wieder wett zu machen. Wegen Rechtstitel, die auf Biegen und Brechen durchgesetzt werden. Zu den heiligen Arbeitsplätzen: man solle den Arbeitern Lohn dafür zahlen, dass sie ihre schändliche Arbeit nicht machen + zu Hause bleiben. Sollten wirklich die Lichter ausgehen, kann man besser australische Steinkohle übergangsweise verfeuern, die wird derzeit ohnehin in Wilhelmshafen angelandet. Man fragt sich, ob Politiker ein Bösartigkeits- oder Trotz-Gen haben oder ist es wieder eine juristische Perversion?

  • 130 Holger 06.09.2018, 13:45 Uhr

    laut weltklima-rat trägt die BRD lediglich 2% zum weltweiten treibhausgas-ausstoß bei. (pessimissten sagen, es seien 3%). unsere ideoligisch verbohrten umwelt-aktivisten blenden das vollständig aus, tun so als ob über deutschland ein käsegloche wäre und fordern nat. die sofortige 100%-ige abschaltung der hiesigen kohlekraftwerke, um das ganze weltklima zu retten. ein witz! gleichzeitig gehen in china jeden monat 40 neue kohlekraftwerke ans netz! das ist blindwütiger aktionismus der lächerlichsten art ohne jegliche rücksicht auf die gesellschaftlichen verwerfungen, die ein sofortiger ausstieg aus der kohleverstromung mit sich bringen würde dass ohne grundlast-kraftwerke nachts (photovoltaik) und bei flaute (windkraft) billiger atomstrom aus dem ausland zugekauft werden müsste, verschweigen die alternativen bilderstürmer. ach was - sie wissen nicht einmal darum! mir tut nur der wald im hambacher forst leid und die menschen, die dort wohnen!

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    • DeSoto 06.09.2018, 13:57 Uhr

      Erst einmal geht es um Braunkohle, nicht Steinkohle. Zweitens verpfuscht die Braunkohle unsere Schadstoff-Bilanz dermaßen, dass das in andern Sektoren wie Verkehr, Industrie oder Hausbau wieder teuer wettgemacht werden müsste. Unabhängig auf wie groß an Gesamtanteil Deutschlands an der Weltverschmutzung man sich einigt oder geeinigt hat.

  • 129 einer aus der Mitte der Gesellschaft 06.09.2018, 13:37 Uhr

    Die Lüge vom menschengemachten Klimawandel ist eine Verdummung der Menschen. Es ist ein Geschäftsmodell der Grünen und ihnen nahestehenden Institutionen.

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    • DeSoto 06.09.2018, 13:49 Uhr

      Fehlt Ihnen die Fantasie oder Vorstellungskraft, was die Menschheit täglich so alles anstellt?