Trisomie 21 – Test auf Rezept?

Junge mit Down-Syndrom bemalt ein Haus aus Pappe mit Farbe.

Trisomie 21 – Test auf Rezept?

Der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen entscheidet darüber, ob vorgeburtliche Bluttests auf das Down-Syndrom Kassenleistung werden sollen. Was ist Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Der Test zeigt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, ob das noch ungeborene Kind eine bestimmte Form der Trisomie, etwa das Down-Syndrom, haben wird. Nur wenige Tropfen Blut der Schwangeren reichen dafür aus. Bislang müssen werdende Mütter den zwischen etwa 200 und 300 Euro teuren Test privat bezahlen.

Das könnte sich ändern: Der Gemeinsame Bundesausschusses von Ärzten, Kliniken und Kassen entscheidet darüber, ob der Gen-Test künftig von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden soll.

Befürworter sagen: Bei dem Test gebe es kaum ein Risiko für Fehlgeburten – im Gegensatz zu anderen Verfahren wie der Fruchtwasseruntersuchung, die bereits von der Kasse bezahlt würden. Außerdem würden derzeit diejenigen benachteiligt, die die Kosten für den Test nicht selbst aufbringen könnten.

Kritiker hingegen haben ethische Bedenken. Sie befürchten, der Test könne durch die Kostenübernahme zum Standard – und in der Folge kaum noch Kinder mit einer Trisomie geboren werden.

Sollten Bluttests auf Trisomie künftig von der Krankenkasse bezahlt werden? Welche Vorteile hätte das? Oder hätten Sie Bedenken, wenn der Test für alle kostenfrei wäre? Was sollten Eltern vor der Geburt über ihr Kind wissen? Haben Sie selbst Erfahrungen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Claudia Wiesemann, Medizinethikerin Uni Göttingen, stellv. Vorsitzende des Deutschen Ethikrats

Redaktion: Verena Cappell und Heiko Hillebrand

Trisomie 21 – Test auf Rezept?

WDR 5 Tagesgespräch 19.09.2019 46:48 Min. Verfügbar bis 18.09.2020 WDR 5

Download

Kommentare zum Thema

79 Kommentare

  • 79 Norbert Unbeast 19.09.2019, 13:59 Uhr

    Und wieder mal zeigt sich, daß die Groko-Politik sich in die falsche Richtung hin bewegt auf ihrem Irrweg, mit der Pränatalen Diagnostik Probleme lösen statt nur verlagern zu wollen. Wie und weshalb Politik zum Wohle aller Bürger besser laufen könnte, zeigen hier im Gästebuch u.a. die zu diesem Tagesgesprächs-Thema weiterführenden Kommentare Nr. 4, 8, 18, 59, 63, 71 und 72b auf.

  • 78 Dirk 19.09.2019, 13:59 Uhr

    „Der Test zeigt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, ob…“ Das heißt, dass aufgrund dieses Bluttests mit geringer Wahrscheinlichkeit auch gesunde bzw. nicht erbgutgeschädigte Kinder – unbeabsichtigt – getötet werden. Selbst wenn sie tatsächlich Trisomie hätten, haben sie kein Recht auf Leben? Und wenn dieses schon gegen diesen Bluttest spricht, dürfte die riskantere, weil wie schon viel zu oft geschehen, das Kind schwer schädigen könnende Fruchtwasseranalyse erst recht keine Kassenleistung mehr sein! Nein, Bluttests zur Untersuchung des ungeborenen Kindes sollten keine Kassenleistung sein, weil sie Eltern zur – falschen – Entscheidung bringen könnten, ihr ungeborenes Kind zu töten, nur weil es evtl. Trisomie haben könnte! Und diese Diskussion sollte unbedingt auf die jährlich mehr als 100.000 gesetzlich erlaubten und steuerlich finanzierten, auch ohne Bluttest erfolgte Ermordung v. a. gesunder ungeborener Kinder – sowie um die Beibehaltung des Werbeverbots dafür – ausgeweitet werden!

  • 77 Dirk 19.09.2019, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 76 Dirk 19.09.2019, 13:52 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • 75 Gerd Anold 19.09.2019, 13:52 Uhr

    Solche fehleranfälligen Tests haben schon manche Abtreibung ausgelöst und danach stellte sich heraus, daß der Embryo gar keine Trisomie 21 hatte. Wie lange schaut eigentlich die Justiz noch weg vor diesem Treiben in der selbstherrlich auch in solchen Dingen wütenden und menschenleben-auslöschenden Medizin ?

  • 74 Birgit 19.09.2019, 13:43 Uhr

    Das Leben ist und wird nie planbar sein, Gott sei dank bei diesem Optimierungs- wahn ! Das wird viele enttäuschen die in dem Irrglauben sind es mit allen Mitteln zu versuchen. Es gibt so viele Eltern die ein gesundes Kind haben und auch nicht in der Lage sind sich darüber zu freuen und es fröhlich und gesund aufwachsen zu lassen. Da wird dann gerade der Job optimiert , das Haus gebaut , der Status erhöht. Wer schützt uns als Gesellschaft mit Tests vor diesen unfähigen Eltern? Vorallem ihre Kinder !? Wir haben 2 Kinder. Das Erste wurde durch einen Ärztefehler während der Geburt geschädigt . Das 2. Kind, Sohn wurde mit 17 Jahren von einem rasenden Autofahrer getötet. Wir haben dennoch unser Leben geschafft und Vielem einen Wert gegeben das wir vorher nicht für Möglich gehalten haben. Es gibt soviel Schönes , leider wird das durch menschlichen Un-Sinn,im wahrsten Sinne des Wortes, zerstört. Nicht alles glauben was die Medien uns vermitteln, selber mit Verstand,Herz und auch Mut leben

  • 73 Traudel Wimmer 19.09.2019, 13:34 Uhr

    Der Oberhammer dieser fatalen Pränatalen Diagnostik sind all die entsetzten, panischen und entscheidungsgestreßten Eltern, die derlei Tests verursachen. Muß das wirklich sein, daß man für so ein krank machendes Unheil noch Geld verschwendet ?

    Antworten (3)
    • Harald Möller 19.09.2019, 13:46 Uhr

      Warum ist ein solcher Test ein "krank machendes Unheil" ?

    • Gesunde Krankheitspflege 19.09.2019, 13:55 Uhr

      Die Kosten der Pflege sind natürlich deutlich geringer und der wirtschaftliche Nutzen bei Selbstzahlung Pränataler Diagnostik für das Gesundheitswesens größer, weil man Patienten zur Kostensenkung auch durch handfeste Fesseln oder durch Psychopharmaka sehr günstig fixieren kann.

    • Traudel Wimmer 19.09.2019, 13:55 Uhr

      Weil er viel zu unsicher ist, um über eine Abtreibung entscheiden zu können. Und selbst wenn dieser Test 99 % sicher wäre statt nur fifty fifty, würde das bedeuten, daß von 100 Kindern auch ein gesundes Kind mit abgetrieben würde. Und deshalb bedeuten solche Tests nur Unheil.

  • 72 Martin R. 19.09.2019, 13:25 Uhr

    Solange die Entscheidung letztlich immer bei den Eltern bzw. Mutter bleibt, ist alles o.k. Bedenklich wird es, wenn der Staat solche Untersuchungen anordnet und die Entscheidung der Mutter aufzwingt.

    Antworten (3)
    • Harald Möller 19.09.2019, 13:43 Uhr

      Warum sollte "der Staat" das tun?

    • BGE geht anders 19.09.2019, 13:44 Uhr

      Da schreiben Sie wieder mal graue Theorie, die mit der Realität in Deutschland nichts zu tun hat. Natürlich zwingt heute schon der Staat die davon betroffenen Eltern indirekt zur Abtreibung, wenn sie selber den Pflegefall finanziell nicht stämmen können. Denn wer in Deutschland auf Sozialamt, Jobcenter und Pflegekasse angewiesen ist, für den ist schon Montag morgen Feierabend. Und anstatt daß sich da Eltern um ihr behindertes Kind kümmern könnten, werden sie stattdessen in diesem ganzen überverbürokratisierten Sozialleistungssumpf vollständig nervlich und existentiell aufgerieben, der in seinem Bürokratie-Molloch all die Gelder auffrißt, die eigentlich die pflegenden Eltern benötigen würden. Und da hilft auch kein chronisch überlasteter Sozialfachanwalt und auch kein viele Jahre verfahrensverschleppendes, ebenso chronisch überlastetes Sozialgericht weiter.

    • Martin R. 19.09.2019, 13:56 Uhr

      Mein Kommentar blickte in Richtung 3. Reich, wovon in einigen Kommentaren auch schon etwas anklang.

  • 71 Ulf Lindermann 19.09.2019, 13:19 Uhr

    Selbst wer einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der steigenden Zahl von Trisomie 21-Fällen und dem heutigen Mensch, Umwelt, Natur und Klima krank machenden Wachstumssystem bestreitet, der gelangt schließlich alterntiv zur evolutionären Bedeutung von Trisomie 21. Und das bedeutet, daß nicht nur Natur und Klima der Menschheit ein Ende setzen in Sachen Wachstumswahn, sondern ebenso durch die Zunahme von Trisomie 21 dem Wachstumswahn ein Ende gesetzt wird und diesem kranken System dadurch zunehmend der Arbeitskräfte-Nachwuchs ausgeht. Auch deshalb ist es Zeit zum Systemwechsel ins BGE-Zeitalter, wenn die Menschheit auf diesem Planeten noch eine Zukunft haben will.

    Antworten (2)
    • Bedingungsloses Unglück 19.09.2019, 13:41 Uhr

      Das wird aber teuer, weil dann auch jene einen bedingungslosen Anschruch auf ein geisichertes Einkommen haben, die noch kein Down-Syndrom haben. Wer soll das bezahlen und noch wichtiger, wer soll dafür zum Mindestlohn oder sogar darunter arbeiten, um die Finanzierung des BGE und gleichzeitig die Rendite der Elite zu sichern?

    • Harald Möller 19.09.2019, 13:42 Uhr

      Wer sagt denn überhaupt, dass es eine steigende Zahl von Trisomie 21-Fällen gibt? Früher waren diese Menschen für die breite Öffentlichkeit unsichtbar, da sie zu Hause eingesperrt wurden. Heute sind sie mehr in der Öffentlichkeit sichtbar, so dass dieser subjektive Eindruck entstehen mag.

  • 70 gisela dreyer 19.09.2019, 13:17 Uhr

    zwei Überlegungen haben mir gefehlt : Ich selbst wurde mit 44 Jahren schwanger und habe eine gesunde Tochter. 1. Wenn wir das Ungeborene fragen könnten. Welche Antwort würde es geben? Ich glaube, kein Kind würde bereit sein, behindert leben zu müssen. In dieser Verantwortung stehe ich als Eltern dieses noch nicht geborenen Wesen auch und besonders unter dem Blick auf unsere 'optimierende' Gesellschaft. . Leider wird die Befruchtung esoterisch überhöht - es ist noch kein Mensch. 2. Unser Vorfahrerinnen waren - wenn sie oft 10 Kinder hatten - sehr oft mit über 40 Jahren schwanger. Die Bezeichnung 'Risiko' Schwangerschaft ist daher übertreiben. mfg Gisela Dreyer, Bonn

    Antworten (2)
    • @ Frau Dreyer: 19.09.2019, 13:23 Uhr

      SEHR gesunde und menschliche Einstellung! Meine Mutter hatte 5 Kinder und ihr wäre nie in den Sinn gekommen darüber nachzudenken. Sie hätte die Situation im Falle des Falles akzeptiert und auch gemeistert - da bin ich mir 100%ig sicher!

    • Martin Weidner 19.09.2019, 13:33 Uhr

      Ich unterstelle, dass der Lebenswille grundsätzlich zum Leben gehört. Man kann ja Menschen mit Behinderungen fragen, ob sie leben wollen.

  • 69 Martin Weidner 19.09.2019, 13:16 Uhr

    Gerade bei wdr5 : Es kann in Zukunft bei Hunderten Gendefekten eine vorgeburtliche Diagnostik stattfinden. Letztlich hat jeder Mensch Gendefekte. Wo ist die Grenze? Wer entscheidet über leben und Tod?