Warum ist Erinnerung wichtig?

Teelichter formen einen Davidstern

Warum ist Erinnerung wichtig?

Am 9. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen. Es kam zu Ausschreitungen, einige hunderte Juden wurden ermordet. Warum ist die Erinnerung daran wichtig? Diskutieren Sie mit im WDR Tagesgespräch.

Kommentare (71)

Keine Stadt, kein Dorf war ausgenommen. Überall in Deutschland kam es in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938  zu organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen des nationalsozialistischen Regimes, an dem sich auch viele Bürger beteiligten. Synagogen gingen in Flammen auf, Juden wurden beschimpft, verfolgt, in den Tod getrieben. Diese Novemberpogrome markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden, seit 1933, zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete. Mit mehr als 6 Millionen ermordeten jüdischen Menschen.

Nach dem Krieg taten sich die Deutschen zunächst schwer mit der Erinnerung an die Gräueltaten in den Zeiten des Nationalsozialismus. Erst in den 1970er Jahren setzte in der BRD eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust ein. Und auch an all die anderen Opfer wurde sich jetzt erinnert: die gemordeten Zwangsarbeiter, Homosexuellen, Sinti und Roma, Behinderte und Andersdenkende. Nie wieder, hieß es dann.

Erinnerung soll dazu beitragen in Zukunft solche Gewaltverbrechen zu verhindern. "Der heutige Gedenktag", so Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, "mahnt uns, die Würde jedes einzelnen Menschen zu verteidigen und gemeinsam für die Menschenrechte aller einzustehen." Und das ist notwendig. Erst vor zwei Tagen ( 7.11.2018) zeigte eine Studie der Universität Leipzig auf, dass wieder eine wachsende Zahl von Deutschen ausländerfeindliche und rassistische Ansichten teilen, und auch der Antisemitismus stagniert auf hohem Niveau.

Nützt da Erinnerung? Was kann sie bewirken? Wie sollte Sie gestaltet sein? Für wie wichtig halten Sie sie? Wie erinnern Sie sich?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

Redaktion: Beate Wolff und Heiko Hillebrand

Warum ist Erinnerung wichtig?

WDR 5 Tagesgespräch | 09.11.2018 | 47:09 Min.

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Kommentare zum Thema

71 Kommentare

  • 71 Gerd SR 71-A// E r i n n e r u n g ist wichtig, doch . . . 09.11.2018, 13:58 Uhr

    ... es fragt sich nur zu welchem ZWECK und daher auch "wie", wenn es nicht nur erneut die Aufzählung schier unendlich massenhafter Verbrechen, Massenermordungen und Leichenberge sein soll, die nicht selten und nicht ganz unberechtigt gegen die noch größeren Leichenberge/-Produzenten unter Stalin und Mao, oft und gern vergessen auch gegenüber den völkermörderischen Eroberern des Islam, wie Tamelan, "aufgewogen" werden: So, w a s ist denn tatsächlich das Einzigartige am nazi-deutschen Megamassenmord, wenn man mal von seiner (nur teilweisen!) Industrialisierung absieht ?! Was beantwortete denn die Klage der ehemlg. Bu.-Präsidententochter/ Schülerin Rau, "Wir werden so mit dieser Sache bedrängt, als sollten wir uns s c h u l d i g fühlen!" -- Bevor die schon thematisch verfehlte SENDUNG auch hier zuende ist, kurz nochmal mein Hinweis auf andere meiner Kommentare hier und die dringende Lektüre von Prof. Heinsohns "WARUM AUSCHWITZ ? Der Plan Hitlers & die Ratlsosigkeit der Nachwelt" !

  • 70 Ulrike 09.11.2018, 13:58 Uhr

    Trauern wir also gemeinsam, dass ein Idiot namens Hitler Deutschland in den Abgrund gerissen hat, für Krieg, Not, Elend und Massenmord sorgte und Deutschlands Grenzen nicht mehr die sind, die es 1938 noch waren. Zynisch könnte ich schreiben, wir hätten heute einen tollen Binnenmarkt, wenn Hitler nicht so blöd gewesen wäre. War er aber, leben wir damit und erinnern uns immer daran, bevor der nächste Krieg ausbricht und Deutschland danach nur noch aus Bayern besteht. Gebietsverluste können wir uns nicht mehr leisten! :-))

  • 69 Maik G. 09.11.2018, 13:50 Uhr

    Als wäre das alles nicht genug, setzte sich Hartz4-Architekt Steinmeier damals auch für das umstrittene Leistungsschutzrecht ein. Steinmeier gilt zudem als sozialdemokratischer Wegbereiter für die Genehmigung bewaffneter Kampfdrohnen. Frank-Walter Steinmeier wird ein guter Bundespräsident sein - das jedenfalls glaubt eine große Mehrheit der Deutschen. Murat Kurnaz, 34, kann die Freude über das künftige Staatsoberhaupt nicht teilen.

    Antworten (1)
    • Gerd SR/ Das ist des Themas völlig unangemessen ! 09.11.2018, 13:59 Uhr

      - verstehen Sie das nicht ?!

  • 68 Karl Theodor 09.11.2018, 13:49 Uhr

    Vorweg: ich finde die Menschheitsverbrechen der Nazis grauenhaft, verachtenswert, und ihrer sollte auch gedacht werden damit sich sowas nie nie wieder ereignet. Nur die ritualisierte Form dieser Erinnerungskultur stößt mich ab. Dieser öffentlich zur Schau gestellte Eifer verbunden mit einem Geschäftsmodel, viele Karrieren sind auf dieser Erinnerungskultur aufgebaut worden. Man denke nur an die ganzen Filme von Guido Knopp, Hitlers Helfer, Hitlers Frauen etc...

  • 67 Maik G. 09.11.2018, 13:47 Uhr

    Steinmeier und seine Rede vor dem Bundestag zum 9. November 1938:Frank-Walter Steinmeier ist aus Perspektive von Grund- und Menschenrechten eine Katastrophe als Bundespräsident.m Jahr 2002 soll Steinmeier die Auslieferung des in Deutschland geborenen Türken Murat Kurnaz aus Guantánamo nach Deutschland hintertrieben haben. Der CIA-Untersuchungsaussschuss des Europaparlamentes stellte in seinem Abschlussbericht fest, dass die deutsche Bundesregierung 2002 ein Angebot der Vereinigten Staaten, Kurnaz freizulassen, ausgeschlagen habe. Dies sei geschehen, obwohl die Geheimdienste beider Staaten von seiner Unschuld überzeugt waren. Verantwortlich dafür soll Frank-Walter Steinmeier gewesen sein, der eine Verantwortung allerdings abstreitet. So verblieb Kurnaz ohne Anklage bis 2006 im Spezialgefängnis auf Kuba.

  • 66 Bereits beim SUV bräunelt es gewaltig 09.11.2018, 13:42 Uhr

    Fachfremd

  • 65 Maik G. 09.11.2018, 13:38 Uhr

    Steinmeier? NOT MY PRESIDENT! Sehr geehrter Herr Bundespräsident, Sie, der sie so gerne über Demokratie schwülstige Reden halten:Das Volk muss den Präsidenten wählen – nur das ist demokratisch.

    Antworten (1)
    • Rainer Nolte 09.11.2018, 13:47 Uhr

      Steinmeier sichert sich gegen die Demokratie auch mit seinen Hetzreden gegen das Bedingungslose Grundeinkommen ab. Auch dadurch bleibt in Deutschland nicht mehr viel von Grundgesetz und Verfassung übrig und spielt stattdessen dem braunen Sumpf zu. Denn ein Armutsrentner oder Obdachloser kann das alles in der Pfeife rauchen, solange es das Menschenrecht Nr. 1 auf ein BGE nicht gibt.

  • 64 mutabor 09.11.2018, 13:36 Uhr

    Zumindest kann man an den amerikanischen Ureinwohnern sehen, was Massenimigration anrichten kann. In Deutschland war es damals nur ein einziger.

    Antworten (1)
    • karl theodor 09.11.2018, 13:57 Uhr

      Um dass zu sehen, dafür braucht man Verstand. Wer vermag schon den konformistischen Floskeln der Buntheit, der Vielfalt, der Toleranz widerstehen.

  • 63 Maik G. 09.11.2018, 13:30 Uhr

    Sorry, aber ich kenne kein anders Land auf diesem Globus, das sich ähnlicher Weise mit seiner Geschichte bis zum heutigen Tage auseinandersetzt wie die Deutschen.

    Antworten (3)
    • Ulrike 09.11.2018, 13:37 Uhr

      Wieder ein Grund, stolz auf uns zu sein!

    • Stimmt 09.11.2018, 13:49 Uhr

      wir haben auch allen Grund das zu machen.

    • Renate Meile 09.11.2018, 13:52 Uhr

      Da schließe ich mich der Ulrike an. Schönes Wochenende

  • 62 Gerd SR/ Schluss machen mit Desinformation zum Weimarer... 09.11.2018, 13:28 Uhr

    . . . Ende, der Unschuld der SPD, Links-Sozialisten u. der FALSCHDEFINITION von Antisemitimus und der ideologischen "antikapitalistischen" Verdrehung des Grundes des HOLOCAUSTs! - Hier nur ein, aber wesentlicher Aspekt dazu: Mit dem KULTUR-Begriff wird inflationär herumgeaast & erneut Unzivilisiertes, wie traditionell in Schutz genommen > Bevor RASSE modern wurde im Zusammenhang mit der als Feind stilisierten GEGENRASSE Juden, wurde schon seit ca. 1880 KULTUR als das Deutsch-Höherwertige gegen den WESTEN, gegen den "Materialismus" und schließlich gegen die Juden und die laut Atatürk einzige ZIVILISATION hochgespielt,welche angebl. ihrerseits "oberflächlich, materialistisch und jüdisch" sei. - - Dieser fundamentale Zusammenhang wird typischerweise von den LINKEN, den Besserdeutschen, dem WDR & auch den meisten "Rechten" n i c h t bearbeitet, bis auf eine ganz kl. Minderheit, von der auch ich lernen durfte.-K u l t u r hat eben auch jeder Mafiosi, Neonazi, Stalinist, Menschenfresser!

  • 61 Das liebste Haustier ist der Sündenbock 09.11.2018, 13:25 Uhr

    Wenn denn laut Studiogast die Erinnerung doch so vielfältig ist: der 9. November 1923 wird dann gern verschwiegen. Ist er doch ein schönes Beispiel, wie man mit geschickter Propaganda (heute: Medienarbeit) und reichlich Pathos aus einem dilettantisch mißglücktem Putschversuch in München eine Siegesgeschichte stricken kann. Immerhin hielt sich der "Marsch zur Feldherrnhalle" bis 1945 fast tausend Jahre...