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Krise Iran – was tun?

Iranische Dempnstranten halten eine Trumpfigur hoch mit einem Schild: I was wrong

Krise Iran – was tun?

Der Iran will teilweise aus dem Atomabkommen aussteigen. Nach militärischem Säbelrasseln reagieren die USA nun mit erneuten Sanktionen. Wie lässt sich eine Eskalation des Konflikts verhindern? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

US-Präsident Trump sieht im Iran einen Staat, von dem eine große Gefahr ausgeht – für den Frieden im Nahen Osten und der Welt. Vor genau einem Jahr sind die USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen – und haben die Wirtschaftssanktionen gegen das Land wieder eingeführt. Nun hat auch der Iran angekündigt, Teile davon aussetzen zu wollen.

Doch das Abkommen könnte möglicherweise noch gerettet werden. Der Iran hat den fünf weiteren Unterzeichnern des Atom-Abkommens eine Frist von 60 Tagen gesetzt. Präsident Ruhani fordert Deutschland, Frankreich, Russland, Großbritannien und China auf, sich an die gemachten Zusagen zu halten. Sollten die Sanktionen – insbesondere im Öl- und Banken-Sektor – bestehen bleiben, werde der Iran wieder in die Uran-Anreicherung einsteigen.

Die europäischen Staaten haben das Ultimatum des Iran heute vormittag (9.5.) abgelehnt. Sie würden prüfen, ob sich der Iran weiter an seine Verpflichtung halte, und bekannten sich ihrerseits zu den eigenen Verpflichtungen, darunter die Aufhebung von Sanktionen.

Gleichzeitig spitzt sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter zu: US-Außenminister Mike Pompeo war am Dienstag kurzfristig nach Bagdad geflogen, um mit Vertretern der irakischen Regierung über die wachsenden Spannungen mit dem Iran zu sprechen. Zuvor hatten die USA Langstreckenbomber sowie einen Flugzeugträger in die Region verlegt. Nun hat Präsident Trump neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt.  

Wie blicken Sie auf die Krisenregion? Welche Rollen spielen der Iran und die USA bei diesem Konflikt wirklich? Lässt sich die Situation wieder entschärfen? Was müsste Ihrer Meinung nach passieren, um das Atomabkommen noch zu retten? Wer müsste nun wie reagieren? Wie könnte ein Weg aus der Krise gelingen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.


Gast: Dr. Margret Johannsen, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH)

Redaktion: Heiko Hillebrand und Gundi Große

Krise Iran - was tun?

WDR 5 Tagesgespräch 09.05.2019 46:03 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

88 Kommentare

  • 88 MarcoM 09.05.2019, 13:58 Uhr

    „Die Bundesregierung muss alles daran setzen, zusammen mit der EU, Russland und China das internationale Atomabkommen mit Iran zu retten und einen neuen US-Feldzug im Mittleren Osten zu verhindern. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas müssen klarstellen, dass die US-Militärstützpunkte in Deutschland nicht für mögliche Angriffe genutzt werden dürfen. Der angekündigte Teilausstieg des Iran aus dem internationalen Atomabkommen ist eine Konsequenz der mangelhaften Unterstützung durch die europäischen Vertragspartner gegen die USA und deren willkürliche Sanktionen. Bundesregierung und EU dürfen Teheran mit der weiteren Umsetzung der Vereinbarung nicht alleinlassen.“ (Sevim Dagdelen, stellvertretende Vorsitzende und abrüstungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.) Wo Frau Dagdelen Recht hat, hat sie Recht.

  • 87 DeSoto 09.05.2019, 13:58 Uhr

    Das Gehabe von Trump ist ein Wachstumshormon für China als kommende Weltmacht. Wenn sich Staaten nicht mehr auf Verträge verlassen können, die Präsidenten unterschrieben haben (Obama), dann sind sie also nicht mehr vertragswürdig und man sollte sich schnell andere Vertragspartner aussuchen. Wenn Kim nur etwas an seinem Nordkorea liegt, sollte er sich schnellsten vollends unter den Schutz von Russland und China begeben und auf weitere US-Kontakte pfeifen. Dumm sind nur die Europäer dran, weil sie keinen verlässlichen Verbündeten mehr haben. Denn die Römer vor 2000 Jahren waren nicht dämlich mit ihrem "pacta servanda", haben darum die Wurzeln unseres Rechtssystem gelegt

  • 86 MarcoM 09.05.2019, 13:53 Uhr

    2/2: ... Faktisch ist das unter dem Druck der US-Strafdrohungen der Fall. Die Berliner Bemühungen, mit einem Finanzvehikel nach Art einer Tauschbörse den Iranhandel zu retten, fruchten nicht; Washington bringt inzwischen neue Drohungen gegen das Vehikel ('INSTEX') ins Spiel. Außenminister Heiko Maas fordert trotz der atomvertragswidrigen De-facto-Handelsblockade gegen Iran, Teheran müsse das Abkommen 'vollumfänglich' einhalten. Unterdessen verschärft US-Präsident Trump mit neuen Sanktionen den Druck noch mehr." ("Sanktionskrieg um Iran (III)", German Foreign Policy)

  • 85 MarcoM 09.05.2019, 13:52 Uhr

    1/2: "Die Zuspitzung des Konflikts um Iran bringt die Bemühungen der Bundesregierung um eine eigenständige, auch gegen US-Interessen durchgesetzte Weltmachtpolitik ins Straucheln [Anm. MM: Die Bundesregierung fühlt sich auch eindeutig der Globalistensekte gegenüber verpflichtet, nicht aber Trump]. Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, künftig Strafmaßnahmen gegen sämtliche Staaten zu ergreifen, die in Iran Erdöl kaufen, hat Teheran erste Reaktionen angekündigt; so behält es sich vor, Uran wieder anzureichern, sollten seine Nuklearvertragspartner weiterhin ihre Zusagen nicht einhalten und Iran einen freien Verkauf seiner Waren verweigern. ...

  • 84 Ein Wunder 09.05.2019, 13:45 Uhr

    , dass unser Planet Erde überhaupt noch existiert. Wenn man bedenkt, dass schon ein Fehlalarm (so geschehen 1983) einen Atom-Krieg auslösen könnte. Wobei bereits eine einzige Rakete (!) ausreichen würde um mit ihrer Sprengkraft ein ganzes Land auf einen Schlag auszulöschen. Wir brauchen keine Atom-Abkommen mehr, wir brauchen endlich wieder Abrüstungsverhandlungen!!! Europa muss sich deshalb von den USA wirtschaftlich und militärisch unabhängig machen.

  • 83 MarcoM 09.05.2019, 13:44 Uhr

    "Welche Rollen spielen der Iran und die USA bei diesem Konflikt wirklich?" ~~~ Hier muss man wohl eher fragen welche Rolle Trump und die Leute hinter Trump spielen. Trump bedient hier eindeutig die Interessen Israels und unter den Leuten hinter Trump gibt es waschechte Hardcore-Zionisten (teils aus radikalchristlicher Motivation heraus: Die juden müssen erst alle in das gelobte Land zurückkehren, damit Ihnen der Messias - Jesus Christus - erneut erscheinen kann und sie so zum Christentum bekehrt werden). Die Globalistensekte - wahrlich auch kein Freund des Irans - strebte hingegen aus rein strategischen Gründen eine (temporäre) Entspannungpolitik gegenüber dem Iran an (Ergebnis war der sogenannte Atomdeal), die nun torpediert wird. Dabei birgt ein militärischer Konflikt der USA mit dem Iran das Potential sich zu einem Weltenbrand zu entwickeln.

  • 82 karl sühl 09.05.2019, 13:33 Uhr

    das thema zeigt einmal mehr, wie wenig die menschen am krieg interessiert sind. es müßten sich doch hunderte von leuten zu dem thema melden. sollte es im iran knallen, und die perser sich zur wehr setzen, dann wird das auch an der eu nicht spurlos vorübergehen. die usa sind erst mal weit weg, so an die 8000 km. doch die folgen betreffen uns direkt und zu einem solchen scharmützel brauchen wir auch den erdogan. deshalb läßt man sich den im moment auch austoben. hat so ein flugzeugträger schon kernwaffen an bord? das wärs doch für eine solche machtdemonstration.

  • 81 Nichts gelernt 09.05.2019, 13:31 Uhr

    Rafsanjani , Netanjahu , Trump unwürdig für ihre Ämter . Martin Luther King , John F. Kennedy u.a. Verantwortungsvolle mussten sterben . Mandela saß Jahrzehnte im Kerker - er war stärker als Waffen , wurde nicht gebrochen . Wir befinden uns mal wieder am Vorabend ............. wie 1939 an der Westernplatte bei Danzig ! Nichts gelernt ! Das Feuerwerk kann beginnen .

  • 80 informative Sendung 09.05.2019, 13:26 Uhr

    Die Gästin und die Morderatorin haben eine informative Sendung gestaltet. Gäste sind üblicherweise gewohnt zu reden und zu erklären. Die Antworten fallen deshalb oft lang aus. Wenn man statt erklären auf nur mitteilen ("das muss reichen") umschaltet, fallen die Antworten kürzer aus. Frau Brandi hatte heute ein Faibel für englische Begriffe.

  • 79 Welcome refugees 09.05.2019, 13:20 Uhr

    aus dem Iran, dank Trump. Denn auch "das schaffen wir" in Germoney. Spielend. Denn Deutschland ist ein Land in dem wir Alle gut und gerne leben. Ein Land, in dem gebratene Tauben durch die Luft fliegen, das Geld auf den Bäumen wächst und Wohnung und Arbeit quasi nachgeworfen werden.

  • 78 Helmut S. 09.05.2019, 13:19 Uhr

    Die Wahl des heutigen Studiogastes, Dr. Margret Johannsen, ist gelungen, denn sie zeichnete sich dadurch aus, objektiv und mit Sachkenntnis auf die Beiträge und Meinungen der Anrufer zu antworten. Dies ist leider im TG nicht immer der Fall, besonders wenn Politiker als Experten eingeladen werden.

    Antworten (1)
    • Gäste 09.05.2019, 13:35 Uhr

      Es sind Gäste für die Sendung. Das mit den Experten sagen Sie. ExpertenexpertInnen (JournalistInnen) haben ein Fibel, alle als Experten zu bezeichnen. Dann braucht man nicht die zutreffende Berufs- oder Funktionsbezeichnung finden. Außerdem klingt der Artikel, der Beitrag, gewichtiger.