Organspende: Dafür oder dagegen?

Ein Styropor-Behälter zum Transport von Organen wird an einem OP-Saal vorbeigetragen.

Organspende: Dafür oder dagegen?

Der Bundestag entscheidet über eine Neuregelung der Organspende. Soll die Zustimmungs- oder Widerspruchslösung gelten? Was ist Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Ist künftig jeder Organspender, der dem nicht widerspricht – oder weiterhin nur derjenige, der dem zuvor ausdrücklich zugestimmt hat? Über diese Grundsatzfrage müssen die Abgeordneten in Berlin am Donnerstag entscheiden. Ob sie mehrheitlich für die sogenannte Widerspruchslösung oder für das Festhalten an der jetzigen Regelung stimmen werden, ist bislang völlig offen.

In einer Sache sind sich beide Gruppen allerdings einig: Die Zahl der Organspenden in Deutschland soll steigen. Die aber ist erneut gesunken – wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) kurz vor der Abstimmung bekannt gab. 

Befürworter der Widerspruchsregelung sind überzeugt: Allein mit Aufklärung und Information lassen sich die Spenderzahlen nicht erhöhen. Und aufgrund fehlender Spenderorgane verlören jedes Jahr in Deutschland mehrere tausend Patienten ihr Leben.

Kritiker hingegen sehen in der Widerspruchsregelung einen zu großen Eingriff in die Freiheit der Bürger – und verweisen auf das Selbstbestimmungs- und Medizinrecht. Zudem sorge sie für Misstrauen und weitere Ängste gegenüber dem Organspendesystem.

Wie würden Sie entscheiden? Befürworten Sie die Widerspruchsregelung? Oder sollte man Ihrer Meinung nach auch künftig nur dann zum Organspender werden, wenn man dem vorher ausdrücklich zugestimmt hat? Sind Sie bereit, Organe zu spenden? Oder möchten Sie das lieber nicht tun?            

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Erika Feyerabend, Geschäftsführerin von BioSkop e.V. – Forum zur Beobachtung der Biowissenschaften und ihrer Technologien

Redaktion: Dirk Müller und Lioba Werrelmann

Organspende: Dafür oder dagegen?

WDR 5 Tagesgespräch 15.01.2020 47:48 Min. Verfügbar bis 14.01.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

107 Kommentare

  • 107 Dirk 15.01.2020, 13:59 Uhr

    Die AfD lehnt in ihrem eingebrachten, jedoch – wie leider üblich – ignorierten Antrag die Widerspruchslösung ab. Nach ihrem Antrag soll die Bundesregierung zur Stärkung des Vertrauens in das Organspendesystem die Aufsicht über die Vermittlung von Organen einer „unabhängigen öffentlich-rechtlichen Institution" ohne Beteiligte im Organspendeverfahren übertragen. In jedem Fall sollte die Entscheidung, seine (gesunden) Organe nach dem Tod anderen zugute kommen zu lassen, jedem selbst überlassen bleiben! Der Medizinethiker Giovanni Maio führt im „WDR5-Morgenecho“ vom 1.4.2019 gute Argumente gegen die Widerspruchsregelung an, (wie im Kommentar Nr.17 erwähnt) u. a., dass dadurch Schindluder mit den dann leichter verfügbaren Organen getrieben werden könnte und – im Krankenhaus oder andernorts – aus Profitgier ein(e) Patient(in) unnötig versterben und der internationale Organhandel gerade für zahlungskräftige “Kundschaft“ davon auf unmoralische und (bislang) illegale Weise profitieren könne!

  • 106 THINK BIG & BGE ! 15.01.2020, 13:59 Uhr

    Solange es in Deutschland keine ganzheitliche Medizin gibt, in der auch Naturheilkunde und Homöopathie mit Bestandteil sind, wird die unzulängliche und risikoreiche Schulmedizin auch weiterhin viele Patienten in unnötige OP´s und Organspenden-Transplantationen hineintreiben. Eine gesunde Medizin, wie sie außerhalb Deutschlands längst in vielen Ländern dieser Welt kostengünstig und erfolgreich praktiziert wird, sähe so aus, daß rund 70 % der Erkrankungen mit Naturheilkunde, 25 % der Erkrankungen mit Homöopathie und lediglich 5 % der Erkrankungen mit der Schulmedizin und deren Pharmachemie-Hämmern geheilt werden könnten. In so einer gesunden, ganzheitlich fortschrittlichen Medizin des 21. Jhd. gäbe es somit auch keine multiresistenten Keime sowie keinen Organspenden- und Pflegenotstand.

  • 105 Anonym 15.01.2020, 13:59 Uhr

    Herr Spahn ein praktizierender Arzt in der Regierung, aber warum nicht in einer Klinik oder Praxis? Bürokratie hilft den Patienten da nicht!

  • 104 BGE for Future 15.01.2020, 13:58 Uhr

    Gemäß Spahn kann man derartigen Verfassungswidrigkeiten also nur durch die Widerspruchsinanspruchnahme entgehen ? Eine seltsame Regierung von CDU & SPD ist das fernab von Grundgesetz und Rechtsstaat.

  • 103 KlartextJetzt 15.01.2020, 13:57 Uhr

    Bei der Zahl vermeintlich benötigter Organe ist sicher noch zu berücksichtigen, wie viele Patient*innen in deutschen Krankenhäusern ("Bertelsmann-Studie") erst durch Krankenhauskeime und grob fahrlässige oder - im Hinblick auf Kostenvorgaben - gezielte Fehlbehandlungen geschädigt werden (wahrscheinlich Zehntausende). Meine Mutter war genau durch ein derartiges Fehlverhalten seitens der Ärzte eines Malteser-Krankenhauses im vergangenen Mai zu Tode gekommen. Ungenügende Eingangsdiagnostik (selbst eine einfache Nierensonographie war schon zu "teuer"), wochenlange Vernachlässigung und schließlich Anstieg der "Retentionsparameter", zuvor war sie im gleichen Haus mit "Clostridien" infiziert worden. Sollte die Widerspruchsregelung kommen - mein Widerspruch erfolgt dann postwendend, und zwar per Einschreiben mit Rückschein. Die Fehler eines "kaputten" Systems sollten nicht durch die Patient*innen selbst ausgeglichen werden. Spahn will nur vom tatsächlichen Skandal ablenken!

  • 102 THINK BIG & BGE ! 15.01.2020, 13:55 Uhr

    Bereits das zunehmende Problem multiresistenter Keime macht eine drastische Reduzierung von Organtransplantationen und sonstiger OP´s erforderlich.

    Antworten (1)
    • Mikea 15.01.2020, 13:59 Uhr

      Das erklären Sie mal einem Patienten, der dringend auf eine Niere wartet oder gar auf eine Leber oder ein Herz!

  • 101 Anonym 15.01.2020, 13:53 Uhr

    Der ärztl. und Pflegenotstand in D-Land ist bereits seit Langem bekannt, ist immer wieder Thema in Medien und hat in der Bevölkerung große Besorgnis hervorgerufen. Die politisch geschaffene Struktur, ist schuld an diesem Dilemma! Jetzt wollen die hierfür verantwortlichen mit der Entscheidung zur Widerspruchs- oder Zustimmungslösung, die Spenderquote erhöhen. Ihnen jetzt vertrauen? Nein! Ein Hörer und Arzt, meldete sich, warb so für die Organspende: Im Ausland sieht man das lockerer! Eine sehr gute Entscheidungshilfe! Mit welcher ärztlichen und pflegerischen Nachsorge können die Organspender und Transplantierte bei diesem Ärztemangel, vor allem in ländlichen Gegenden, überhaupt rechnen? Es wäre besser, die Patienten im Voraus flächendeckend besser zu versorgen, den Organbedarf so für viele Patienten unnötig zu machen. Anhand vieler politisch beschlossener Projekte in der Vergangenheit, ist Misstrauen sehr angesagt! Alte Leute müssen sterben, junge Leute können sterben!

  • 100 New BGE-Greta 15.01.2020, 13:52 Uhr

    Die Menschheit überlebte Jahrtausende nicht etwa mit den Irrungen und Wirrungen der Schulmedizin und mit keiner Klinik und Apotheke, sondern mit dem empirisch gewachsenen Wissen der Naturheilkunde. Hingegen brachte die Schulmedizin es zustande, die Menschheit bereits in wenigen Jahrzehnten existetiell zu gefährden von Contergan bis multiresistente Keime.

    Antworten (1)
    • Mikea 15.01.2020, 13:57 Uhr

      "Die Menschheit überlebte Jahrtausende nicht etwa mit den Irrungen und Wirrungen der Schulmedizin..." ---Das mag zwar stimmen, aber einem jeden Einzelnen geht es nicht um die Menschheit sondern um sich selbst als Individuum. Da helfen nicht bei allen Erkrankungen Naturheilmittel, auch wenn diese mitunter erstaunliche Wirkungen haben.

  • 99 Olsen 15.01.2020, 13:48 Uhr

    Ich habe mir meinen Widerspruch tätowieren lassen! 😁

  • 98 New BGE-Greta 15.01.2020, 13:43 Uhr

    Warum gibt es im Gegensatz zu anderen Ländern überhaupt einen Organsspenden- und Pflegenotstand in Deutschland ?: Weil es ähnlich den Groko-Politikern auch den Ärzten am nötigen THINK BIG fehlt. Und so kann aus einem nicht behandelten und von den Krankenkassen nicht behandlungskosten-übernommenen grippalen Infekt bald eine schwerwiegende Erkrankung mit hohen Behandlungskosten samt Organtransplantation erwachsen. Und die dann damit hervorgerufenen Patienten-Beeinträchtigungen führen nicht selten zum Pflegefall. Und auch um solche leicht absehbaren fatalen kostentreibenden Entwicklungen zu vermeiden,gehören Naturheilkunde und Homöopathie in jede Arztpraxis und Klinik mit hinein samt Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

    Antworten (1)
    • Harald Möller 15.01.2020, 13:58 Uhr

      Haben denn die Ärzte in anderen Länder den ominösen "nötigen Think Big"? Ich denke, im Gegenteil, viele Länder haben einen wesentlich schlechteren medizinischen Standard als wir. Es gibt natürlich, wie in allen Bereichen des Lebens, auch bei uns Verbesserungsmöglichkeiten. Aber der medizinische Standard in Deutschland ist schon recht hoch.

  • 97 THINK BIG & BGE ! 15.01.2020, 13:33 Uhr

    Die Spahn´sche Widerspruchslösung öffnet dem Organhandelsmißbrauch und der Forcierung vermeidbarer OP´s Tür und Tor. Und selbst wer schriftlich eine Organspende ablehnt, wird dann im Bedarfsfall von den Ärzten nicht beachtet, indem die Ärzte dann dieses Widerspruchsdokument nicht finden wollen oder vernichten. Organspenden-Verweigerer helfen somit auch den Patienten, sodaß bei Organspendennotstand die Ärzte eher mal gezwungen sind, OP-freie Therapien anzuwenden.