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Sexismus 2020: Geht's noch?

Junge Frauen protestiert mit einem Schild mit der Aufschrift "Fight Sexism" gegen Sexi

Sexismus 2020: Geht's noch?

Anzügliche Witze, sexistische Anspielungen, unterschwellige Vorurteile: Gleich mehrfach sorgten zuletzt einflussreiche Männer mit öffentlichen Äußerungen für Empörung. Ist das Ignoranz, Trotz oder Kalkül? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Nach einer sexistischen Beleidigung in seinem Magazin "Tichys Einblick" hat der Publizist Roland Tichy angekündigt, den Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung aufzugeben. Zuvor hatte Staatsministerin Dorothee Bär, CSU, ihre Mitgliedschaft gekündigt, um sich mit der Berliner SPD-Politikerin Sawsan Chebli zu solidarisieren. Diese war das Ziel der Beleidigung. Der Rücktritt von Tichy löse "natürlich nicht das Riesenproblem, das wir mit Sexismus haben", twitterte Chebli. Dass Sexismus nach wie vor ein großes alltägliches Problem ist, zeigen auch Studien. Nach einer Untersuchung Ende 2019 beobachten 68 Prozent der Frauen Sexismus in ihrem Umfeld.

In den vergangenen Tagen haben bereits mehrere einflussreiche Männer für Empörung gesorgt. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner konnte sich in einer Rede auf die scheidende FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg eine sexistische Anspielung nicht verkneifen. Der Comedian Serdar Somuncu äußerte sich in einem Radio-Podcast rassistisch und frauenverachtend und versuchte dies im Nachhinein als Provokation zu rechtfertigen. Der CDU-Politiker und mögliche Kanzlerkandidat Friedrich Merz verneinte in einem Interview, Vorbehalte gegen einen schwulen Kanzler zu haben, um im nächsten Satz, ohne Anlass eine Grenze zu Pädophilie zu ziehen.

Auch im Alltag sind sexistische Anspielungen und frauenabwertende Äußerungen immer noch gang und gäbe. Kleine, anscheinend harmlose Bemerkungen. Als Entschuldigung heißt es dann oft: Das war doch gar nicht so gemeint! – aber warum wird es dann so gesagt? 

Wie weit verbreitet ist Sexismus in unserer Gesellschaft? Begegnen auch Sie ihm? Wie reagieren Sie auf Sexismus und verletzende Vorurteile in Ihrem Umfeld? Halten Sie die Empörung über solche Äußerungen für angemessen oder für überzogen? Bedeutet die Kritik der vergangenen Wochen, wir kommen voran im alltäglichen Kampf gegen Diskriminierung? Oder schießt sie über das Ziel hinaus?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Susan Arndt, Kulturwissenschaftlerin Universität Bayreuth, Autorin

Redaktion: Ulrich Horstmann und Gundi Große

Sexismus 2020: Geht's noch?

WDR 5 Tagesgespräch 25.09.2020 45:13 Min. Verfügbar bis 25.09.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

222 Kommentare

  • 222 Frauen 25.09.2020, 13:59 Uhr

    sind oft die wirklich radikalen auch sexistisch. Trotzdem liebe ich Sie!

  • 221 Ignaz-Denket um ! 25.09.2020, 13:59 Uhr

    Ich habe mit meinen sexistischen Sprüchen noch nie Probleme gehabt, es hat sich noch nie eine Frau oder ein Mädel beleidigt gefühlt, weil ich es mit Humor und ehrlichen Gefühl gemacht habe, es gehört für mich zum Vorspiel dazu, den Sexulität ist die schönste Betätigung des Lebens, Nirgends findet so viel Alchemie statt, wie in der Sexualität. Zum Bsp., findet in der Frau eine Verjüngung und Verschönerung statt, wenn eine Frau glücklich gemacht wird, wenn Liebe dabei ist. Wenn eine Frau prüde und verklemmt ist, ist es schwieriger, da muss der für sie gemachte Mann sein, sonst ist jede Äusserung sexistisch. Jede sexistische Beleidung ist dumm, egal ob von der Frau oder einem Mann.

  • 220 Der Kunstbegriff Sex... 25.09.2020, 13:59 Uhr

    ... ismus ist von Beginn Mitte der 680er ein Angst nutzender, FEINDschaftlichkeit schaffender & KAMPF-Begriff -- ich war von Anfang an mit "dabei" bzw. Opfer von feminist-linksextremistischen Frauensekten - geschaffen von Feinden der Freiheit im Namen der Gegen-Diskriminierung. Undzwar um mit einem neuen angstmachend-aufwühlenden "Hebel", einem entsprechenden V e r-URTEILungs-Begriff anderen ihre Vorstellungen, Ängste und sektiererisch polit-ideologischen Ziele aufnötigen zu können. -- Mit dem Begriff "Anti-/Rassismus" verhält es sich, v.a. wie die Ö-R Meinungsmacher damit umgehen, ganz ähnlich aus einem linksextremistischen Diskurs: Nur mit dem Unterschied, daß "Sex" nicht erfunden wurde, wie die ("höher-" oder "minderwertige") "Rasse" ( bzw. biologisch nur dem äußeren Erscheinen nach.). - Überigens: Zuvor bedeutete "Rasse" in den 1800er Jahren noch "Abstammung" und "Geschlecht", bevor mit dem Rassismus "Rasse" entstellend und als bewertender Theorie ein KAMPF losgetretren wurde

  • 219 Eva Adam 25.09.2020, 13:59 Uhr

    Beim zwangsfinanzierten „Umweltsau“ Oma Lied, setzte das Staatssender WDR, NACHTRÄGLICH ein Satirelabel drauf und übte sich in Schuldumkehr. Die Empörten wurden ins rechte Eck gestellt, welches das Synonym für Nazi ist. Aktuell wird der Journalist Roland Tichy für einen SATIRISCHEN Beitrag seines Redakteurs medial gerufmordet, weil man die rechtskonservative politische Richtung als Ganzes ächten will. Die Dauerempörten sind zum fremschämen, denn sie schweigen wenn es politisch unerwünscht ist. Die weltbekannte Autorin J.K.Rowling wird aus der eigenen linken Ecke zutiefst (sic.) sexistisch verunglimpft! Die tausenden Frauenhasserkommentare werden selbst unter Klarnamen nicht geächtet, sondern verschwiegen, was eine politische Zustimmung ist. Die NACHDENKSEITEN, die kritische Webseite, demaskiert die Pseudo Dauerempörten in einem hervorragenden Artikel von Jens Berger:„Cancel Culture“ – Intoleranz im Namen der Toleranz" als „in der Praxis zu einer Art „Berufsverbot“ für Andersdenkende

  • 218 Facel 25.09.2020, 13:58 Uhr

    Wenn man es mit den sexuellen Befreiungsschlägen der End 60er Jahre vergleicht, so geraten wir so langsam wieder in ein Zeitalter der Prüderie, nur beim Karneval und dem Christoffer Street Day darf man "Konformitäts gezungen" die Sau/Eber rauslassen. Gesellschaftliche Mini-Gruppen haben das mühsam den Kirchen entwendete Hochamt der Moralapostel entwendet. Scharf ist auch das neue Berufsfeld des Ersatzbetroffenen, weil man immer annimmt, der/die wirklich Angesprochene könne sich nicht selbst verteidigen. Es soll aber auch in unserer aufgeregten Zeit das philosophische Handlungsmotiv Gültigkeit haben: wer mich beleidigen / belästigen kann, bestimme immer noch ICH! PS. hier nehme ich ausdrücklich Menschen aus, die in Abhängigskeitsverhältnissen feststecken. Die FDP-Frau sollte aber Frau genug sein in der Position sich selbst zu verteidigen. Im Übrigen hat selbst Herr Lindner das Recht auf einen schlechten Witz, er darf sogar mit einem grottenschlechten Witz sein Ansehen ankratzen.

  • 217 Nikola 25.09.2020, 13:57 Uhr

    Jeder diskriminiert und wird diskriminiert. Der Schweinefleischesser und das austretende Pferd. Wer natürliche Konfrontationen zum Politikum erhebt, will die Oberhoheit über die Diskriminierungsagenda. Wie die Gästin: Munter diskriminiert sie die Natur: "Fortpflanzungs-Mythos"! Verleumdet Konversionstherapie als Zwangsbehandlung usw. - Nein, es geht um die Vermehrung der Geschlechter ins Unendliche und die Auflösung jeder Vernunft-Ordnung! - Ich brauche keine Geschlechter-Richter. Wenn ich nicht sexualisiert provoziere, werde ich auch nicht angemacht.

  • 216 Ach so schaut das aus 25.09.2020, 13:55 Uhr

    Anstatt daß die Frauen etwas gescheiter als die Kirche und mal im 21. Jhd. angekommen wären, wollen sie stattdessen selber Pfarrer, Bischof und Papst werden.

  • 215 DER Tetzlaff 25.09.2020, 13:48 Uhr

    Wenn Frauen nicht über Witze wie da von Lindner, Merz und Tichy lachen können, dann hängt das mit ihrem geringen Bildungsniveau zusammen. Gleiches trifft auch dann zu, wenn sich Frauen selber im Witze machen versuchen wie da bei Gähne "Ladies Night" regelmäßig der Fall.

  • 214 Christina 25.09.2020, 13:47 Uhr

    Als ich kürzlich mit je einer Einkaufstasche rechts und links das Einkaufszentrum verlassen wollte, schlug der Herr vor mir mir die Türe unmittelbar vor der Nase zu, sodass mir die Tür beinahe gegen den Kopf geflogen wäre. Aber nach heutiger Definition wäre es wahrscheinlich sexistisch gewesen, wenn er mir die Tür aufgehalten hätte... Sorry, mir fällt dazu nichts mehr ein.

  • 213 P und S 25.09.2020, 13:43 Uhr

    AU WEIA .Habe schon auf Festen Frauen erlebt ,die mir die Schamröte ins Gesicht blies ! Starke Frauen brauchen dieses Thema nicht !

    Antworten (1)
    • Simone I. 25.09.2020, 13:59 Uhr

      genau!

  • 212 Anna Elisa 25.09.2020, 13:40 Uhr

    Für Männer ist es selbstverständlich, dass sie mit Bierbauch, Übergewicht, Altersfalten usw. ganz natürlich in Film und Fernsehen auftreten. Das ist auch nicht zu ihrem Nachteil, sie sind halt so, ganz selbstbewusst. Frauen müssen schlank, sexy, faltenlos, hübsch, gut geformt und geschminkt sein, sonst haben sie kaum Chancen auf eine bestimmte Rolle in der Öffentlichkeit. Bei älteren Frauen im Fernsehen sieht man oft, dass sie von einem Arzt/Ärztin *beschnippelt* wurden und nicht zum Nachteil dieser Frauen. Es war interessant zu hören, wie schnell ein Mann in eine Sexismus-Falle geraten kann.

    Antworten (4)
    • Bodo von Plauze 25.09.2020, 13:50 Uhr

      "Für Männer ist es selbstverständlich, dass sie mit Bierbauch, Übergewicht, Altersfalten usw. ganz natürlich in Film und Fernsehen auftreten." ~~~ Das ist bierfeindlich! Man(n) kann auch Bier trinken ohne Bauch. Ich z.B. gönn mir jeden Tag ein Dutzend. Vermöbel aber auch jeden Tag ZWEI Dutzend Linksgrüne... das hält rank und schlank.

    • Karl Theodor 25.09.2020, 13:57 Uhr

      Jetzt tun Sie mal nicht so, ich glaube wenn Frauen unter sich sind, fallen auch schon mal ganz nette Tiraden in Richtung des Herrschaftsgeschlechtes..

    • nicht selbstverständlich 25.09.2020, 13:57 Uhr

      aber genauso normal wie eine "kräftige" Frau oder eine Miss Marple. Und klar wenn ich im Fokus als Mann stehe ist ein Bierbauch sicherlich genauso schädlich wie andere optische Schwächen. Alles und jeder hat seinen Platz in der Welt;-)

    • Christoph 25.09.2020, 13:59 Uhr

      oder Klaus Löwitsch breitbeinig bei einer Talkshow inmitten einer Frauengesellscheft dasaß...