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Bedingungsloses Grundeinkommen jetzt?

 Eine Frau hält eine Geldbörse mit zahlreichen Banknoten und Bankkarten in der Hand.

Bedingungsloses Grundeinkommen jetzt?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird seit längerem diskutiert. In der Corona-Krise gibt es nun Forderungen, es für besonders betroffene Menschen befristet einzuführen. Könnte das helfen oder ist das unrealistisch? Diskutieren Sie mit im WDR 5-Tagesgespräch.

Die Politik hat milliardenschwere Hilfspakete auf den Weg gebracht, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern. Aber trotzdem haben jetzt viele Menschen Existenzängste. Reicht das Kurzarbeitergeld bei kleinen Einkommen? Was passiert, wenn Haupt- oder Nebenjob wegfallen? Viele Kleinstbetriebe, Kulturschaffende oder Freiberufler fürchten zudem, dass die geplanten Kredite ihnen nicht helfen werden, die Einnahmeausfälle wieder aufzuholen. Ganz viele haben Angst, ihre laufenden Kosten nicht mehr begleichen zu können.

Deshalb haben beispielsweise der Deutsche Musikrat und der Schriftstellerverband PEN  ein befristetes bedingungsloses Grundeinkommen für freiberufliche Kreativschaffende oder für Solo-Selbstständige im Kulturbetrieb gefordert. Und die Online-Petition einer selbstständigen Berliner Modedesignerin, die wegen der Corona-Krise ein befristetes bedingungsloses Grundeinkommen von 800 bis 1.200 Euro pro Person für sechs Monate fordert, haben inzwischen fast 400.000 Menschen unterschrieben. 

Das Thema bewegt viele Menschen. Kritiker*innen eines unbefristeten bedingungslosen Grundeinkommens stellen dagegen die Frage nach der Finanzierbarkeit. Oder ob der Staat dann noch in der Lage wäre, denen zu helfen, die mehr Unterstützung brauchen. Und ob es überhaupt gerecht wäre, wenn alle – auch Wohlhabende und Besserverdienende – ein Grundeinkommen erhielten. Und wie würde sich so ein bedingungsloses Grundeinkommen mit dem Leistungsprinzip vertragen, nach dem unsere Gesellschaft funktioniert?

Was halten Sie von einem bedingungslosen Grundeinkommen? Könnte das in der Corona-Krise helfen? Sollte so etwas zeitlich begrenzt und nur für bestimmte Menschen oder Berufsgruppen ausprobiert werden? Wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, das grundsätzlich zu testen? Wäre das gerecht? Wie ließe sich so etwas überhaupt finanzieren?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Birger P. Priddat, Prof. für Ökonomie und Philosophie, Uni Witten-Herdecke

Redaktion: Ulrich Horstmann und Moritz Folk

Bedingungsloses Grundeinkommen jetzt?

WDR 5 Tagesgespräch 25.03.2020 44:38 Min. Verfügbar bis 25.03.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

181 Kommentare

  • 181 Katharina Schröder 25.03.2020, 13:59 Uhr

    Die fortschreitende - und leider kaum kritisch hinterfragte - Digitalisierung wird u.a. eine extreme Veränderung der Arbeitswelt zur Folge haben. Immer mehr Menschen werden zukünftig nicht mehr gebraucht und sind von Arbeitslosigkeit bedroht, während einige Großkonzerne und Superreiche stetig größere Gewinne machen. Gerade in einer Krise wie jetzt zeigt sich, dass unser kapitalistisches und auf stetiges Wachstum ausgerichtetes Wirtschaftsystem eine Sackgasse ist. Die sozialen Verwerfungen global und hierzulande treten immer deutlicher hervor. Geld ist ja im Überfluss vorhanden, nur ist es äußerst und zunehmend ungleich verteilt. Wie wäre es, jetzt endlich das heiße Eisen einer "Reichensteuer" anzupacken. Dringend erforderlich wäre zudem ein Umbau der Wirtschaft hin zu einer Ressourcen schonenden und gemeinwohlorientierten Wirtschaft - verbunden mit einem ressourcengestützten Grundeinkommen.

  • 180 Albert Dreistein 25.03.2020, 13:59 Uhr

    Warum knirscht es überall im Getriebe von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ?: Weil all dem der BGE-Grundbaustein fehlt. So wie auch alle anderen Dinge auf dieser Welt und im Universum nicht ohne ihre Grundbausteine funktionieren würden geschweige denn existent wären. So gäbe es kein Universum und keine Erde, wenn es keine Atome geben würde. Und es gäbe kein Internet, keine Digitalisierung und keine Industrierevolution 4.0, wenn es die beiden binären Zahlen 0 und 1 nicht für all das gäbe. Und Flora & Fauna dieser Erde gründen ebenso auf einem Grundbaustein namens DNA/DNS. Daher geht die Argumenttion der BGE-Verweigerer fehl, "daß man so eine komplexe Welt nicht mit so etwas Simplen wie dem BGE allround problemlösen könnte". Doch kann man !

  • 179 Facel 25.03.2020, 13:58 Uhr

    Nachdem wir erkennen mussten, dass die regellose Globalisierung gescheitert ist, wird man langfristig nicht um Nachdenken zum BGE umhin kommen. Es muss allerdings ein GRUNDeinkommen bleiben, damit genügend Anreize verbleiben, das Wirtschaften aufrecht zu erhalten.

  • 178 Bedingungslose Aufgabe 25.03.2020, 13:58 Uhr

    Wenn das bedingungslose Grundeinkommen nur für Menschen befristet eingeführt wird, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind, dann ist dieses Einkommen im Grunde und im Sinne des Erfinders wohl nicht mehr so bedingungslos wie erhofft. Aber dafür bekommen Menschen dann gerade für ihre intelligente, kreative Darstellung von Betroffenheit und für ihre erfolgswirksame Umsetzung der gegenwärtigen Krise durch einen außergewöhnlich rentablen Wucher ihren verdienten zusätzlichen Bonus. Damit wird zumindest das bewährte Prinzip des deutschen Steuerrechts gewahrt, wonach sich Intelligenz weniger durch Bedingungslosigkeit fördern lässt als durch gesetzte und nicht selten auch wie Ostereier gut versteckte Bedingungen wie Zuckerbrot für die nachgewiesene opportunistische Intelligenz und Peitsche für die bedingungslose Kapitulation vor der gesellschaftlichen Komplexität und der durch vorbildliche Prägung gefestigten Gewohnheit, sich in der sozialen Hängematte bedingungslos hängen zu lassen.

  • 177 Karina 25.03.2020, 13:58 Uhr

    ich bin bedingungslos für das Grundeinkommen und bedaure, dass sich so viele Hörer (aus Neid?) dagegen aussprechen. Man könnte es einfach über das Finanzamt abwickeln : ALLEN wird monatlich z.B. 800 Euro zugezahlt, mit den übrigen Einkommen zusammen versteuert und as Ergebnis entweder ausbezahlt oder einbehalten. Sehr viel Bürokratie entfiele dann,und so würde ein Teil der Kosten erwirtschaftet.

  • 176 New BGE-Greta 25.03.2020, 13:57 Uhr

    In der Coronakrise liegt auch eine Chance: Das BGE für Alle !

  • 175 Bedingungslose Aufwertung 25.03.2020, 13:57 Uhr

    Das, was es jetzt endlich verdient hat, bedingungslos aufgewertet zu werden, ist das Gehaltsniveau der Pflegeberufe.

  • 174 BGE for Future 25.03.2020, 13:56 Uhr

    Umwelt- und Klimaschutz kann man nicht von Groko und AGENDA 2010 erwarten, sondern das lernt man aus der Natur selber und derem überall vorhandenen BGE aus Sonne & Regen. Und die Natur richtet sich nicht wie die Groko durch AGENDA 2010-Meinungsgleichschaltung zugrunde, sondern konnte durch Lebensalternativen und Vielfalt Jahrmillionen unbeschadet überleben. Würde man aber in der Natur aus einer Mücke einen Elefanten machen wollen so wie in der staatlichen AGENDA 2010-Meinungsdiktatur, so würde die Natur alsbald an einer zu Elefanten mutierenden Mückenplage zugrunde gehen. Das BGE macht es daher wie die Natur und läßt die Mücke eine Mücke sein, sodaß die Natur dann auch die Spezies der Elefanten als Umwelt- und Klimasünder verkraften und regenerieren kann.

  • 173 Alexander Wolkow 25.03.2020, 13:54 Uhr

    Die Wahrheit ist auch hier komplizierter, als die Versprechen von der „schönen neuen Grundeinkommens-Welt“ suggerieren.

  • 172 Alexander Wolkow 25.03.2020, 13:53 Uhr

    Denn im Mittelalter brauchten die Feudalherren einen Bevölkerungsanteil von 80% Bauern, um sich und ihre Entourage zu ernähren und diese Bauern durften (wenn auch oftmals elend) leben, weil sie gebraucht wurden. Was aber wird wohl in einem Neo-Feudalismus mit den “überflüssigen Massen” geschehen, wenn sie nicht einmal mehr zum Anbau von Gemüse notwendig sind? Man kann nicht früh genug anfangen, sich dagegen zu wehren! Und dieser Kampf kann nicht ernsthaft von Milliardären und multinationalen, gigantischen Konzernen geführt werden. Wer sich auf diese verlässt, wird verlassen sein und sich den politischen Schneid und letztlich auch seine Würde für 1.000 Euro Grundeinkommen abkaufen lassen.

  • 171 Alexander Wolkow 25.03.2020, 13:53 Uhr

    Aus dieser Perspektive bekommt die Diskussion um ein Grundeinkommen, wie sie heute besonders gerne von Konzernchefs und Milliardären geführt wird, einen brandgefährlichen Spin. Denn spielt man das Gedankenspiel zu Ende, was passieren wird, wenn die Nachfrage nach der Ware Arbeit beträchtlich abnimmt, dann werden die Massen in den vorkapitalistischen Zustand der Bedeutungslosigkeit zurückfallen.Im Kapitalismus erstritten sie politisches Mitspracherecht nur, weil sie gebraucht wurden – also wird auch dieses ihnen aberkannt und sie werden zu ohnmächtigen und beliebig austauschbaren Almosenempfängern. Wenn man es ganz bis zum Schluss denkt, werden die Massen noch nicht einmal in einem Feudalismus aufwachen, wenn die Dampfwalzen der Globalisierung und Digitalisierung über die Sozialsysteme, das Wahlrecht und letztlich auch den Garanten all dessen – den Nationalstaat! – hinweggefegt sind.