Jugend auf der Straße – politischer als gedacht?

"Fridays-for-Future"-Demonstration (15.03.2019)

Jugend auf der Straße – politischer als gedacht?

Seit Wochen protestieren sie auf "Fridays for Future"- Demos, dazu kommen jetzt europaweite Proteste gegen die EU-Urheberrechtsreform. Sind junge Menschen politischer als gedacht? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Kein Bock auf Politik? Seit Jahren wird darüber geklagt, dass sich junge Menschen nicht für Politik interessieren, sich nicht in politischen Parteien engagieren. Und tatsächlich sind sie auch in politischen Parteien unterrepräsentiert, aber sind sie deshalb auch unpolitisch?

Schüler und Schülerinnen engagieren sich seit Wochen jeden Freitag bei den "Friday for Future"-Demonstrationen für eine bessere Klimapolitik. In NRW nahmen allein am letzten Freitag 5000 an Protestmärschen für mehr Klimaschutz teil. Sie werfen der Politik und den älteren Generationen vor: Ihr verspielt unsere Zukunft und fordern zum sofortigen Handeln auf.

Ein anderes Beispiel: Am Wochenende gab es europaweit Proteste gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform. Mehrere zehntausend Menschen demonstrierten allein in Deutschland gegen die Pläne der EU und auch hier protestierten vor allem jüngere Menschen. Sie fürchten, dass die geplante Reform -  die eigentlich die Rechte von Künstlern auf Online-Plattformen schützen will -  zu einer Einschränkung der Freiheit im Internet führen kann.

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung zeigt, dass Jugendliche bei gesellschaftlichen Zukunftsfragen mehr mitbestimmen wollen. "Die Jugendlichen vermissen in der Politik klare Vorstellungen darüber, wie unsere Gesellschaft in 20, 30 Jahren aussehen soll," heißt es dort. Und schon eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes aus dem Jahr 2012 zeigt, dass damals zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen den Eindruck hatten, dass es die Bundesregierung zu wenig interessiere, was junge Menschen denken.

Wie erleben Sie das selbst oder in Ihrem Umfeld? Wie stark interessieren sich junge Menschen für Politik? Wie wichtig ist es, dass gerade junge Menschen versuchen, die gesellschaftliche Zukunft aktiv selbst mit zu gestalten? Wie lässt sich das fördern? Sollte, wie manche seit langem fordern, das Wahlalter herabgesetzt werden? Und wie wichtig ist das für die Generationengerechtigkeit?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.


Gast: Martina Gille, Soziologin und Leiterin des Kompetenzteams Jugend am Deutschen Jugendinstitut

Redaktion: Beate Wolff und Julia Lührs

Jugend auf der Straße - politischer als gedacht?

WDR 5 Tagesgespräch 25.03.2019 42:47 Min. Verfügbar bis 24.03.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

151 Kommentare

  • 151 Anonym 25.03.2019, 13:59 Uhr

    Sicherlich sind viele der jugendlichen Demonstranten wirklich engagiert. Trotzdem wäre es beeindruckender, wenn die schüler nicht während des Unterrichts, sondern in ihrer freizeit demonstrieren würden. Und beeindruckt wäre ich persönlich auch, wenn die Jugend auch mal für oder gegen ein Thema demonstrieren würde, welches nicht gerade so "gehypt" wird.

  • 150 Mittelalter 25.03.2019, 13:59 Uhr

    Kann sich noch jemand an den "Kinder-Kreuzug" erinnern?

  • 148 Karl Theodor 25.03.2019, 13:59 Uhr

    In den Schulen geht die rot-grüne Klimaerziehung schon los. Gut, dass ich diese Indoktrination nicht mehr am eigenen Leib erleben muß. Aber meinen Sohn bewahre ich davor.

  • 147 Sascha Rabenschlag 25.03.2019, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 145 Maulwurf G. 25.03.2019, 13:58 Uhr

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  • 143 Sascha Rabenschlag 25.03.2019, 13:54 Uhr

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  • 142 Rege Diskussion 25.03.2019, 13:53 Uhr

    Heute wird im Forum so heftig diskutiert wie lange nicht mehr! Es zeigt, wie sehr das Thema „Fridays for Future“ von den Medien gepusht wird. Hier geht es nicht darum, ob und wie sehr die Jugend auf die Straße geht oder wie gut wir das finden. Das ist eine knallharte Medien-Kampagne, lasst euch nicht veralbern! Und der wdr, wie die meisten Medien „mit Haltung“ mischen kräftig dabei mit. Die Kids sind für diese Medienprofis nur in zweiter Linie interessant, da Mittel zum Zweck! – Mal gespannt, ob dieser Kommentar online geht oder dem Netten Etikett widerspricht…

  • 141 Sascha Rabenschlag 25.03.2019, 13:52 Uhr

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  • 140 Dirk 25.03.2019, 13:52 Uhr

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  • 138 Sascha Rabenschlag 25.03.2019, 13:49 Uhr

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  • 137 Jörg Hanke 25.03.2019, 13:49 Uhr

    blau machen finde ich grundsätzlich ok - haben wir früher auch :-) Was mich aller dings umtreibt, ist der Umstand, daß diejenigen, die massiv Strom in Rechenzentren und der Telekommunikation verbrauchen und absolut unpolitisch per facebook ihre "nachrichten" bekommen, nun auch noch gegen uploadfilter ( die ja natürlich auch nur für die gigantischen Provider wie google/facebook und co gelten und nicht das internet an sich unbrauchbar machen) demonstrieren - also völlig egoistisch ohne Sicht über den Tellerrand und ohne auch nur im entferntesten die Kapitalistischen Strukturen in Frage stellen. Das ist doch sehr widersprüchlich .... wir können nur hoffen, daß die Diskussion auch dazu führt, den eigenen "Internet"-konsum in Frage zu stellen und dabei über den ein oder anderen Widerspruch zu stolpern.