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Lügde Urteil: Was bleibt?

Aktenordner liegen auf dem Tisch eines Anwalts, Detmold, 27.06.2019

Lügde Urteil: Was bleibt?

Das Urteil im Fall Lügde ist gesprochen: Die zwei Angeklagten müssen für 13 und 12 Jahre in Haft, danach kommen sie in Sicherungsverwahrung. Wie blicken Sie auf das Urteil? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Ende Juni begann in Detmold der Prozess. In der Verhandlung ging es um die hundertfache sexuelle Gewalt auf einem Campingplatz in Lügde. Die zwei Hauptangeklagten legten über ihre Anwälte überraschend schnell Geständnisse ab, ansonsten schwiegen die mutmaßlichen Täter. Nun ist nach nur wenigen Wochen Verhandlung das Urteil gefallen: Die beiden Männer müssen wegen schweren sexuellen Missbrauchs 13 beziehungsweise 12 Jahre in Haft, mit anschließender Sicherungsverwahrung. Der Prozess gegen einen Dritten ist bereits im Juli zu Ende gegangen: Der Mann hat eine zweijährige Bewährungsstrafe bekommen, er hatte bei den Taten zugeschaut.

Während der Ermittlungen im Fall Lügde gab es gravierende Mängel: Beweise verschwanden, das Jugendamt war im Visier, Vorwürfe gegen die Polizei wurden laut. NRW-Innenminister Herbert Reul sprach von "Polizeiversagen" und "Debakel". Viele Experten sind sich einig: Dieser Fall hätte genau so überall in Deutschland passieren können. Hat die Gesellschaft weggeschaut? Politiker sprechen sich nun für einen digitalen Jugendschutz im Internet aus, Kinderpornografie soll vehement bekämpft werden.

Was halten Sie von dem Urteil? Ist der Fall Lügde für Sie ausreichend aufgearbeitet worden? Was können Richter angesichts solcher mutmaßlichen Taten leisten? Welche Hilfen sollten die Opfer Ihrer Meinung nach erhalten? Wem hilft der Prozess aus Ihrer Sicht? Glauben Sie, dass der Fall für ein gesellschaftliches Aufwachen gesorgt hat? Was muss geschehen, um ähnliche Taten künftig zu vermeiden?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Dr. Christian Lüdke, Kriminalpsychologe, Traumaforscher, Psychotherapeut

Redaktion: Verena Cappell, Julia Lührs und Valentina Dobrosavljevic

Lügde Urteil: Was bleibt?

WDR 5 Tagesgespräch 05.09.2019 45:17 Min. Verfügbar bis 04.09.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

89 Kommentare

  • 89 Dirk 05.09.2019, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 88 Albert Dreistein 05.09.2019, 13:59 Uhr

    Gut, daß dieses Gästebuch sich nicht nur in Populismus und abgrundtiefen Menschenhaß ergötzt, sondern einige Kommentare das nachholen (wie die von Nr. 6, 13, 15, 20, 42, 49, 60 und 78), woran es dem offenkundigen Lüdge-Fehlurteil ermangelt: Die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit. Denn auch Angeklagte haben ein Recht auf einen fairen Strafprozeß ohne befangene selbstherrlich strafmaß-wütende und sich so dem Populismus andienende Richter, auch wenn das so machem Rechtspopulisten nicht passen mag. Ich danke daher allen wahren Demokraten in diesem Lande, daß sie sich trotz all des in diesem Lande leider immer noch vorherrschenden Populismus für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Denn anders als all diese Populisten und das Lüfge-Gericht meinen, geht es schließlich darum, Straftäter nach Verbüßung ihrer Strafe wieder in die Gesellschaft resozialisiert zu integrieren.

  • 87 Peter Mertens 05.09.2019, 13:57 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er beleidigend ist. (die Redaktion)

  • 86 Beasty 05.09.2019, 13:56 Uhr

    Sexueller Kindesmissbrauch – Da ist die Empörung groß, was auch verständlich ist. Im Gefängnis sind sie dann auch in der „Hierarchie“ an letzter Stelle. Für mich steht aber an Letzter Stelle nicht der Täter sondern das politische Organisationsversagen, was solche Taten nicht nur verhinderte sondern auch noch begünstigte und versuchte die Taten zu vertuschen. Hier stehen die EX SPD- und Grün*innen Regierung in voller Verantwortung. Vergewaltigungen gibt es auch in manchen Familien, die Schweigen müssen, um ihren „Ernährer“ und „Beschützer“ nicht zu verlieren. Schutzbedürftig sind aber auch die anderen hilflosen Personen, die in öffentlichen ,oft auch karitativen Einrichtungen wie kath. , ev. (Kinder und Altenheimen, Sportstätten, Karnevalsvereinen usw. ) denen die gleiche Aufmerksamkeit bei sexuellen oder sadistischen Handlungen entgegengebracht werden müsste.

  • 85 Sandra Großmann 05.09.2019, 13:54 Uhr

    Nur mal eine Frage inmitten all dieses heiß gelaufenen hitzköpfigen Straforgien-Gerassels, welches tief in so manche Höllenseele blicken läßt: Wo bleibt da eigentlich der christliche Leitgedanke von Jesu Vergebung aller Sünder und daß sich kein Richter zum Gott aufschwingen und somit nicht über andere Menschen Urteil sprechen darf ? Wäre da manchem nicht schon lange der Zugang zu Gott abhanden gekommen, hätte man längst allgemeinhin erkannt, daß all das Strafengedöhns erfahrungsgemäß nichts bewirkt und derlei Täter neben Jesu Vergebung vor allem medizinische Hilfe benötigen.

  • 84 Dirk 05.09.2019, 13:49 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 83 sexuelle Misbrauch Jungen 05.09.2019, 13:43 Uhr

    Der Studiogast gab als Antwort auf die frage nach pädophilen Frauen ein Verhältnis von 1 zu 9 an. Er hat nicht ausgeführt, ob er pädophile Straftaten oder sexuellen Missbrauch meint. Auch nicht, ob er sich auf die Anzeigenstatistik der Polizei, die Strafverfolgungsstatistik der Staatsanwaltschaft, oder wissenschaftliche Untersuchungen bezieht.

  • 82 Plausi Controletti 05.09.2019, 13:41 Uhr

    Die Angeklagten haben mit Sicherungsverwahrung ein "echtes lebenslänglich" bekommen, - gut so! Aber für echte Mörder können wir von "echtem lebenslänglich" meist träumen, für die gehts bei guter Führung meist unter 15 Jahren ab. Wir müssen allmählich vorsichtig sein, damit wir nicht Maßstäbe verlieren, denn schließlich haben die Beiden keinen umgebracht. Daher sollten wir uns für Möder allmählich wieder in Richtung echtem lebenslänglich bewegen, wie es der Deal Politiker - Bevölkerung damals war, als die Todesstrafe abgeschafft wurde, was auch gut so war und ist. Erstaunlich ist, wie verwahrlost die Kinder sein müssen, dass die Eltern nicht eingriffen, wenn sie sich dauernd am Campingplatz rumdrückten. Es muss jetzt überprüft werden, ob sie zu Recht das Sorgerecht haben. Der Sozialarbeiter, der dem Camper das Sorgerecht aufgedrängt hatte, muss Berufsverbot bekommen. Wir brauchen keinen Gesetzesboom, sonder mehr Aufmerksamkeit gegenüber Verwahrlosung und Sexualisierung, auch im TV.

    Antworten (1)
    • Renate Meile 05.09.2019, 13:44 Uhr

      Die Kinder wurden vom Jugendamt quasi zu lebenslänglich Campingplatz-Opfer verdammt. Das hatte wohl eher nix mit den Eltern und dem "rumdrücken" auf dem Campingplatz zu tun.

  • 81 Kompetente Frauen 05.09.2019, 13:35 Uhr

    Wo bleiben die immer postulierten starken und kompetenten Frauen, etwa die sozial Arbeiterinnen aus den involvierten Jugendämtern. Deren Rollen waren desaströs. Eine weibliche Welt ist weder besser noch anders. Nur bei gebildeten und kompetenten Menschen. An Redaktion: Von starken Frauen wir in Medien und hier im Forum gesprochen. Wen es um die "Überlegenheit der weiblichen Rasse" geht, ist das immer in Ordnung. Kritik an Frauen ist Majestätsbeleidigung.

    Antworten (1)
    • Renate Meile 05.09.2019, 13:47 Uhr

      Die starken und kompetenten Frauen in den Jugendämtern haben in der Regel mehrere hundert Fälle gleichzeitig zu betreuen, daran sollte dringend etwas geändert werden. Was nichts am Versagen des Jugendamtes in diesem Fall mildert. Ihre letzten beiden Sätze sind Quatsch im Quadrat.

  • 80 begeisterte Camperin 05.09.2019, 13:34 Uhr

    Wie ist es möglich, dass ein Kind, noch dazu ein Pflegekind, als neues Zuhause einen Campingwagen vom Amt zugewiesen bekommt? Neue Adresse bzw. Wohnsitz: Campingplatz !!! Wie ist es weiter möglich, dass der Pflegevater ein alleinstehender 53 jähriger Mann ist?

    Antworten (1)
    • Martin R. 05.09.2019, 13:48 Uhr

      Wahrscheinlich, weil ein alleinstehender Mann, der auf einem Campingplatz wohnt nicht zwangsläufig ein Kindesmissbraucher sein muss.

  • 79 Kompetente Frauen 05.09.2019, 13:25 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)