Fahrtest für Senioren Pflicht?

Seniorin am Steuer

Fahrtest für Senioren Pflicht?

Unfallforscher fordern für Autofahrer über 75 Jahre eine verpflichtende Feedbackfahrt - so soll getestet werden, wie sicher Ältere hinter dem Lenkrad sind. Eine gute Idee? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Schulterblick, Beschleunigen, durch enge Straßen navigieren: Was für Führerscheinneulinge noch eine Herausforderung ist, wird mit der Erfahrung einfacher. Trotzdem gibt es einen Punkt, an dem viele Ältere schlechter sehen und hören, langsamer reagieren oder nicht mehr über die Schulter schauen können, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforscher der Versicherer. "Über 75-Jährige sind an drei Viertel der schweren Unfälle, an denen sie beteiligt sind, schuld".

Gerade einmal 3300 ältere Autofahrer haben im vergangenen Jahr einen freiwilligen Führerscheincheck der Autoclubs ADAC und ACE gemacht. Für die ältere Generation ist der PKW oft eine Garantie, sich frei bewegen zu können. Der Abschied vom Führerschein fällt vielen schwer. 83.000 Senioren haben im vergangenen Jahr einen "Sicher Mobil"-Kurs besucht. Hier lernen die Teilnehmer, wie man ohne PKW auskommt und auf den Bus umsteigt. Gleichzeitig sind immer wieder junge Autofahrer im Visier, weil sie zu schnell fahren oder durch Handys am Steuer die Unfallstatistik nach oben treiben. Die Unfallforscher der Versicherer fordern auch regelmäßige Sehtests für junge Autofahrer. In anderen Ländern ist das bereits Usus: In Italien, Finnland oder Kanada müssen Fahrer alle paar Jahre einen Gesundheitstest machen.

Sind Sie für oder gegen einen verpflichtenden Test für ältere Fahrer? Ist sicheres Autofahren eine Frage des Geburtsdatums? Sprechen Sie in der Familie über das Thema Autofahren und Alter? Würden Sie Ihren Führerschein jemals abgeben? Oder haben Sie vielleicht selbst schon überlegt, auf Bus und Bahn umzusteigen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 20.00 Uhr.

Gast: Michael Haeser, Verkehrspsychologe

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Fahrtest für Senioren Pflicht?

WDR 5 Tagesgespräch | 05.04.2018 | 45:28 Min.

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Stand: 04.04.2018, 14:31

Kommentare zum Thema

125 Kommentare

  • 131 Sandra 05.04.2018, 19:18 Uhr

    Ich schließe mich "Magnus" an, ich habe das auch des öfteren mitbekommen und habe die gleichen Bedenken. Was auch besonders auffällig bei der älteren Generation ist, das diese bei Hindernissen auf ihrer Seite auf die Gegenfahrbahn ausscheren und der Meinung sind, das Sie Vorfahrt haben.

  • 129 Norbert Hagen 05.04.2018, 19:04 Uhr

    Es reicht! Mein Führerschein der Klasse B wurde unbefristet ausgestellt und solange ich mich an das Gesetz halte, lasse ich mir den auch nicht wegnehmen! Wie weit sind wir gesunken, dass man glaubt, durch Verordnungen und Befristungen mehr Sicherheit zu gewinnen? Das ist ein Irrtum, es ist erwiesen, dass die Fahranfänger von 18 - 25 Jahren eine größere Gefahr sind als die Senioren. Eine Befristung des Führerscheins ist daher für mich inakzeptabel und wird, wenn es so kommen sollte, von mir boykottiert und ignoriert. Es ist schon eine Frechheit, dass die LKW-Fahrer alle 5 Jahre zur Untersuchung müssen und dazu gezwungen werden, die Untersuchungen aus eigener Tasche zu bezahlen. Hat es die Unfallzahlen reduziert? Nein! Der Beruf wurde durch Verordnungen dermaßen unattraktiv gemacht, sodass kaum noch Fahrer gefunden werden. Aber Hauptsache immer nach dem Staat schreien und mehr Einschränkungen fordern. Mobilität ist ein Grundrecht, und das kann niemandem weggenommen werden.

  • 128 Heepen 05.04.2018, 19:02 Uhr

    Das hört sich doch wieder so an als wenn ein neuer verbindlicher Test lanciert werden soll der dann den Fahrschulen etc. die alten Menschen gezwungener Maßen in die Arme treibt.Über die Aktivitäten des ADAC in der Vergangenheit bezgl. Reifentests etc. muß man ja wohl kein Wort mehr verlieren.Die Fahrtüchtigkeit hat sicherlich weniger mit dem tatsächlichem Alter als mit dem körperlichem und geistigem Zustand zu tun der ja sehr unterschiedlich sein kann und ist.Auch ist der öffentliche Nahverkehr gerade im ländlichem Raum völlig unzureichend in vielen Ecken Deutschlands und gerade für alte Menschen keine Alternative und meines Erachtens viel zu teuer.

  • 127 Der Golfer 05.04.2018, 18:47 Uhr

    Bin selbst Senior und bin für diese Tests. Aber bitte dann auch Politerteste auf Glaubwürdigkeit und Realitätswahrnehmung. Bin gespannt bei welcher Personengruppe die Durchfallquote höher liegt. Vermutlich fahren wesentlich mehr ältere Personen weiterhin mit den Fahrzeugen, aber wer regiert uns in Zukunft.

  • 126 Ubertino da Casale 05.04.2018, 18:31 Uhr

    Wenn Tests, dann verbindlich für alle Altersgruppen, wobei man darüber diskutieren kann, welche Zeitabstände Sinn machen. Sinnvoll wäre in meinen Augen ein Praxistest mit Prüfer im eigenen Auto. So ein Test sollte von zugelassenen Fahrschulen durchgeführt werden, nach einer für alle verbindlichen Vorgabe.

  • 125 Nowatzky, Hans J. 05.04.2018, 17:47 Uhr

    Hallo, ich bin 76 Jahre alt und bin sehr einverstanden mit einem Test alle 2 Jahre, damit das Versagensrisiko geringer wird. Was allerdings unbedingt mehr Beachtung finden müsste wären Tests nach Party- und Diskoveranstaltungen auf Alkohol und Rauschmittel müssten im Interesse der Gefärdungen anderer Verkehrsteilnehmer kontinuierlicher statt finden. Die derzeitige Autolobby und die Politik sollten mehr in die Pflicht zur Umsetzung genommen werden um nicht, wie bislang Angst, vor dem Unwillen des Wählers vor gesetzlichen Regelungen auf "Wählerschelte" zu starren.

  • 124 @ Magnus 05.04.2018, 17:31 Uhr

    Ich bin auch gehbehindert, man braucht nicht unbedingt die Füsse zum Bremsen, man kann sich Hilfsmittel einbauen lassen, ich kann Gas und Bremse mit den Händen bedienen

  • 123 Magnus 05.04.2018, 17:02 Uhr

    Also, ich bin selbst nicht mehr der Jüngste! Aber wenn ich mir so manchen älteren Menschen der mit Mühe aus seinem Wagen steigt, danach die Gehilfe oder Krücken von der Rücksitzbank nimmt und dann mit Mühe einen Fuß vor den anderen setzt frage ich mich, wie solche Leute im Notfall schnell reagierend auf die Bremse treten. Da wird mir bange.

  • 122 autofahrerin 05.04.2018, 16:54 Uhr

    Im übrigen finde ich es von den Versicherungen kriminell ältere Autofahrer mehr zur Kasse zu bitte, warum nicht die jungen Raser, deren Unfälle kosten sicher mehr Geld. Wer schon wenig Rente hat sich aber ein Auto leisten muss weil er sonst weder zum Einkaufen noch zum Arzt oder Krankenhaus kommt der muss nicht noch über Gebühr zur Kasse gebeten werden.

  • 121 autofahrerin 05.04.2018, 16:52 Uhr

    Warum sollen Senioren zum Fahrtest?? Viele Senioren fahren über Jahre schon unfallfrei, ich übrigens auch. Es sollen doch erst mal die Raser und Drängler zum Eignungstest, warum werden nicht die Jungspunde die nächtliche Rennen fahren getestet. Wenn ich mir die jungen Herrschaften in unserer Straße so ansehe, alle aufgemotzte Autos und fahren in der 30er Zone sicherlich 30 km pro Reifen, die gehören auf Teilnahme am Straßenverkehr getestet.

  • 120 Meinung 05.04.2018, 16:45 Uhr

    Die Untersuchung und Kontrolle wird nicht kommen, da die Gruppe eine zu große Wählerschaft ist. Man stelle sich vor, ein schlecht sehender Mensch auf einer Landstra. mit Tempo 60 anstand 100. Auf der Autobahn als Mittelspurschleicher unterwegs. Zugegebener Maßen sind dies nicht nur Rentner/in aber gefühlt sind das 80 % die den Verkehr behindern. Daher sollte sich jeder älterer Mensch selbst hinterfragen ob er noch körperlich in der Lage ist ein Auto im heutigen Verkehr zu kontrolirieren. Und dann auch selbst die Konsequenz zu ziehen. Alternative mobile Möglichkeiten sollte es immer geben. Man muss da nur mal über seinen Schatten springen.