Wie soll Europa auf Trump antworten?

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit US-Präsident Donald Trump auf dem G7-Gipfel in La Malbaie

Wie soll Europa auf Trump antworten?

Der US-Präsident hat einen Eklat ausgelöst: Per Twitter zog er die G7-Abschlusserklärung überraschend zurück. Wie sollte Europa auf diesen politischen "Tabubruch“ reagieren? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

"Ernüchternd und auch ein Stück weit deprimierend" – Bundeskanzlerin Angela Merkel ist enttäuscht und bewertet die Abkehr von Trump als einschneidenden Schritt. Mit ein paar Zeilen wischte Donald Trump am Sonntag (10.06.2018) alle Vereinbarungen des G7-Gipfels vom Tisch. Nach einem anfänglichen Ja gab es ein Nein zu der gemeinsamen Erklärung. Seine Kritik an den westlichen Verbündeten und der Welt kam per Tweet aus dem Flugzeug. Und jetzt? Was tun, wenn sich das Verhältnis zu den USA weiter verschlechtert? "Dann müssen wir uns wieder überlegen, was wir tun", sagte Merkel im ARD-Interview bei Anne Will. Im Handelsstreit mit den USA wolle man sich jedenfalls nicht über den Tisch ziehen lassen.

Nach außen scheint Europa zur Zeit zersplittert und schwach: Brexit, Rechtsruck und der Umgang mit Flüchtlingen sind große Streitpunkte zwischen den EU-Partnern. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem kritische Stimmen gerade den Schulterschluss fordern. Den Vorwurf, in der EU-Reformdebatte ängstlich zu sein, wies die Bundeskanzlerin am Abend zurück – sie plädierte erneut für ein starkes und geschlossenes Europa. Aber was heißt das?

Stehen wir am Beginn einer neuen Weltordnung? Sollten die europäischen Länder Ihrer Meinung nach ein Zeichen gegen Trumps Politik setzen? Was muss Europa machen, um gegenüber dem "großen Bruder" geschlossen aufzutreten? Könnte Trumps Verhalten sogar ein Startschuss sein für ein tieferes europäisches Zusammengehen? Sollte Merkel aus Ihrer Sicht die alte starke Achse Berlin-Paris wiederbeleben?

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Studiogast: Ralph Sina, USA- und Europaexperte im ARD-Studio Brüssel

Redaktion: Heiko Hillebrand und Gerald Beyrodt

Wie soll Europa auf Trump antworten?

WDR 5 Tagesgespräch | 11.06.2018 | 45:52 Min.

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Kommentare zum Thema

84 Kommentare

  • Anton 11.06.2018, 13:59 Uhr

    Cool bleiben, Mensch! Die Aufregung zu den Vorfällen des G7 in Kanada ist nicht nachvollziehbar. Denn durch Herrn Trump sind nicht Demokratie und Menschenrechte einem Schlag versetzt worden, sondern eher der Neoliberalismus. Diese Ideologie, die vehement durch Macron, Trudeau, Merkel und May verteidigt wird, verlor ihre „Heilkraft“ und wird nicht mehr als die leitende Ideologie der NATO- und EU-Länder akzeptiert. Die Anhänger dieser Ideologie vor allem Macron, Trudeau, Merkel und May ärgern sich über Herrn Trump. Besser wäre, dass über diese Ideologie nachgedacht und schrittweise überwunden wird.

  • Gerhard Franzen 11.06.2018, 13:58 Uhr

    Donald Trump sollte aus diesem Handelszölle-Kindergarten aussteigen, das BGE aus der US-Notenpresse finanziert in den USA einführen und dann damit alles Benötigte aus dem Ausland einkaufen. Staaten wie China und Deutschland wachstumeln sich dadurch selber vollends kaputt und somit hat Trump ein Problem weniger auf dieser Welt und kann danach eine gesunde US-Binnenwirtschaft aufbauen.

  • DeSoto 11.06.2018, 13:57 Uhr

    Wir sind keine „Achsenmächte“ mehr, also hört mit dem Achsengefasel auf, bedeutet es doch nur den Alleingang einer Minderheit um andere Bedeutungslosere zu bevormunden. So wird Europa nie Bedeutung erlangen. Die bekommt man nur mit kraftvollem, vereinten Auftreten, möglichst nur durch eine einzige bevollmächtigte Person. Bei so vielen Leuten aus Europa ist Trump schon mental überfordert und trotzblockiert dann umgehend. Wenn man sich besonders mal um angemessenes Hoffieren Canadas bemühte und es nicht immer als Hofzwerg der USA behandelt, wäre viel gewonnen. Man sollte an verbesserte Verhältnisse zu den BRICS-Staaten intensiv arbeiten, um den USA ihre Extrawürste auch angemessen teuer werden zu lassen. Ich glaube nicht, dass Frau Merkel zu Gemeinsamkeiten fähig ist, wenn sie Zugeständnisse erfordern.

  • A. MüllerH 11.06.2018, 13:54 Uhr

    Wie bitte? Schert sich Donald Trump aus der Familie der NATO-Staaten aus und geht seinen eigenen Weg? Möchte er sogar Russland wieder in die G7-Famile reinholen? Was ist mit Donald Trump los? Hatte nicht NATO die Third World War Plans bereits in der Schublade und wartete nicht auf den Oberkommandant Donald Trump? Wie sollen die die Rest G7-er ohne den Oberkommandant Donald Trump das Startsignal des Third World War geben? Fragen über Fragen, die die NATO- und EU-Welt zwar in Atem hält, während der Rest der Welt eher ruhig aufatmen kann. Man könnte sogar sagen: Haben wir es vorläufig überstanden und wird auch unsere Welt wird am Morgen und auch am Übermorgen geben. Denn der Oberkommandant Donald Trump hat regelrecht desertiert. Die Truppen in Richtung Osten sind herrenlos geworden. Man ruft: Kommando zurück. Lassen aber die Rest-G7-er es locker und finden sich damit ab?

  • Anna Elisa 11.06.2018, 13:53 Uhr

    Trump hat längst erkannt, wie marode und uneins Europa ist. Wenn ich schon von der Idee höre, Whisky und Kakaobutter zu besteuern, wirklich der große Deal. Wer braucht das? Aber Google, Amazon und Starbucks besteuern, europaweit und dann die Steuern in einen Europafond einzahlen, das wäre schon wichtiger. Es wurde auch in verschiedenen Foren angeregt, die europäischen Außengrenzen zu schließen, doch das gilt ja als ausländerfeindlich. Aber der erste Schritt, um ein starkes, gemeinsames, einiges Europa zu schaffen, wäre eine starke, gemeinsame Außengrenze, die von allen EU-Mitgliedern anteilmäßig geschützt werden müsste. Was machen unsere Soldaten in Afghanistan? Warum sind sie nicht in Süditalien, Griechenland usw. und schützen die Außengrenzen. Ein starkes Signal an die Welt: Wir sind ein geeintes Europa. Warum ziehen sich denn viele EU-Länder auf ihre eigenen Territorien zurück und beschwören die nationale Sicherheit? Weil sie Angst haben vor einem grenzenlosen Europa?

  • Gerd Voss 11.06.2018, 13:46 Uhr

    Donald Trump weiß längst, daß Deutschland in weiten Teilen ein Entwicklungs- und Dritte Weltland ist, wo Millionen Menschen sogar für das Primitivste Schlange stehen müssen vor Tafeln, Kleiderkammern, Armenküchen und Obdachlosenheimen, und in den Metropolen Deutschlands Wirtschaftskraft von Millionen Migranten in deren Heimatländer umgeleitet wird. Damit er Deutschland zum 51. US-Staat erklären kann, braucht Trump also nur noch die Bundeswehr durch weitere Hochrüstungsforderungen komplett außer Gefecht zu setzen.

  • anonym 11.06.2018, 13:44 Uhr

    Die EU ist wie ein Domino-Spiel. Fällt ein EU-Land, fallen nach und nach alle anderen. Und das macht die Supermächte USA und Rußland um so mächtiger und uns Europäer um so abhängiger, vor allem wirtschaftlich. Wir können diese Abwärtsspirale nur beenden, indem wir das Projekt EU - leider - noch rechtzeitig abbrechen und als gescheitert erkären. Und dann klärt sich auch die Flüchtlingsfrage, weil jedes Land der Erde wieder für sich selbst stehen kann. Und ich bin davon überzeugt, dass somit auch der gefährliche, politische Rechtsruck in Europa endlich wieder ein Ende hat.

    • 1 Geisterfahrer? Etliche ... 11.06.2018, 13:59 Uhr

      Sorry, aber die allermeisten Russen SIND Europäer! Wieso hier der Frontenaufbau?

  • Anonym 11.06.2018, 13:44 Uhr

    Bislang fiel der Merkel-Regierung und den ÖR-Medien zu US-President Trump, der von den US-Bürgern als ihr President – nicht ohne Grund – demokratisch gewählt worden ist, nichts anderes ein, als diesen zu verunglimpfen und zu diskreditieren, anstatt sich sachlich, auch hart, auseinander zu setzen. Aber dazu sind Persönlichkeiten, in der „Merkel-Regierung“ offenbar nicht vorhanden bzw. mit der Lupe zu suchen. Merkel hat sie auf „Trump-Manier“ gefeuert hat. Anstatt eine Bundesregierung, regiert nun eine „Merkel-Regierung“, eine Regierung zusammengesetzt aus Verlierern, die wollen es nun richten? Es war einmal, Strauß und Schiller, CSU und SPD, das hat funktioniert! Kenner sehen die SPD schon an der 5% Hürde scheitern. „Sarrazin Deutschland schafft sich selbst ab“!!Hat wohl Recht?

  • Gerd Voss 11.06.2018, 13:38 Uhr

    Donald Trump hat deutsche Wurzeln. Und so wird er darauf zuarbeiten, daß Deutschland bald eine US-Kolonie sein wird. Und da Merkel mit ihrem SED-Bildungsstand auf Fukushima-Urknalle zur Weiterbildung angewiesen ist, wird Donald Trump sein Vorhaben auch gelingen.

  • Kak 11.06.2018, 13:33 Uhr

    @ anonym 13:00: Wirklich? Da muss man ein bisschen weiter gucken. Seine Wahlversprechen "wahr" gemacht hat Hitler schließlich auch, Kein Grund zum Hurra-Schreien.

  • Bernd Karstens 11.06.2018, 13:32 Uhr

    Simile similibus ! Ganz im Sinne der Homöopathie wendet Donald Trump nun genau die selbe Vernichtungsstrategie via Hochrüstungsausgaben-Erhöhungsforderung gegen Merkel-Deutschland an, die zuvor Merkel und Schäuble zur Vernichtung Griechenlands angewendet haben, indem sie dieses Land mit deutschen Rüstungsgütern überhäuft und in die Überschuldung getrieben haben. Und wenn Merkel darauf herein fällt, dann hat Donald Trump bald den deutschen Staatshaushalt unter seiner Kontrolle.