Handball im Schatten des Fußballs?

Martin Strobel (Deutschland) gegen KIM Dongmyung (Korea) beim Eröffnungsspiel der Handball-WM

Handball im Schatten des Fußballs?

Die Handball-Weltmeisterschaft ist in Berlin gestartet. Die öffentliche Begeisterung hält sich aber in Grenzen. Woran liegt es, dass an die Popularität von Fussball kaum ein Sport heranreicht? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Vom 10. bis zum 27. Januar richten Deutschland und Dänemark die Handball-Weltmeisterschaft 2019 aus. Zum ersten Mal wird das Turnier in zwei Ländern gleichzeitig ausgetragen. Nach den Weltmeistertiteln 1938, 1978 und dem Wintermärchen 2007 könnte die von Christian Prokop trainierte Nationalmannschaft diesmal ihren vierten WM-Titel gewinnen – und das im eigenen Land.

Beim Finale der Handball-Europameisterschaft 2016 sahen 13 Millionen Menschen am Fernseher zu, als die deutsche Mannschaft gegen Spanien den Titel gewann. Ein eher seltener Umstand, zum Vergleich: Das Finale der Fußball-WM 2018 sahen, trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft, über 21 Millionen Zuschauer. Fußball ist unbestritten der Publikumsliebling Nummer Eins. Andere Teamsportarten wie Handball, Eishockey oder Volleyball pflegen ein Schattendasein.

Dabei ist "Handball der wichtigste Sport der Welt", wenn es nach der Autorin und WDR-Moderatorin Sophie Passmann geht, "das wissen alle, die mal Handball gespielt haben". Handball sei "maximalbrutale Direktdemokratie" und deswegen der einzig wahre Sport. Aber dennoch: Rudelgucken, Fanmeilen, ganze Straßenzüge in Schwarz-Rot-Gold – nicht denkbar bei einer Weltmeisterschaft im Handball. Warum ist das so?

Wer sieht sich Handball im Fernsehen an? Verfolgen Sie die Handball-WM? Warum ist Fußball als Fernsehsport und Gemeinschaftserlebnis so dominant? Warum ist der Hype um Fußball so groß und das Interesse an anderen Teamsportarten vergleichsweise so gering? Könnte sich das mit der Handball-WM in Deutschland ändern?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Alexander Bommes, ARD-Sportjournalist und ehemaliger Handballprofi

Redaktion: Jessica Eisermann und Heiko Hillebrand

Handball im Schatten des Fußballs?

WDR 5 Tagesgespräch 11.01.2019 46:11 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

57 Kommentare

  • 57 Dirk 11.01.2019, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • 56 Ulrike 11.01.2019, 13:50 Uhr

    Handball hat mit den meisten Sportarten eines gemeinsam: Sie sind langweilig. Es sind Nischensparten, die einfach kein großen Publikum anziehen können. Überhaupt ist Hallensport unbeliebt. Das würde dem Fußball auch so gehen, sollte alles nur noch in der Halle stattfinden.

  • 55 anonym 11.01.2019, 13:28 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 54 anonym 11.01.2019, 13:19 Uhr

    Geld regiert die Welt, und beim Fußball werden Milliarden hin und her geschoben. Vielleicht ist es viel eher der schnöde Mammon, der die Menschen fasziniert und weniger der Sport an sich?

  • 53 JoLa 11.01.2019, 13:12 Uhr

    Das Handball eine laut Fr. Passmann "maximalbrutale Direktdemokratie"sein soll, ist mir total schleierhaft. Ich weiß nicht, was der Leistungssport überhaupt mit Demokratie zu tun hat. Handball ist eine toller Mannschaftssport und sollte neben anderen sog. Randsportarten wie Volleyball, Tischtennis u.a.viel häufiger in den Medien dargestellt werden. Die Dominanz von Fußball ist mittlerweile unerträglich geworden. Dazu kommen die im Vergleich zu anderen Leistungssportlern obszön hohen Gehälter und Ablösegelder, wie bei Neymar mit über 200 Millionen €. Das aktuelle System im Profifußball scheint mir eine einzige Geldwaschanlage für Mafiosi ,Oligarchen, Despoten und arabische Scheichs zu sein, die nicht mehr wissen, was sie mit ihrem oft kriminell aufgebauten Vermögen anfangen können. Profivereine haben Umsätze, die dem Bruttosozialprodukt von kleinen Entwicklungsländern entsprechen. Den ehrlichen Spaß am Fußball kann man heute nur noch in den Amateurvereinen haben. Medien haltet inne!

  • 52 Baka Cirno 11.01.2019, 13:12 Uhr

    Ein WAZ-Mann hatte mich mal angerufen, um mir die Zeitung als Abo anzubieten. Sein Überzeugungsargument war damals: "Wir haben auch viel über Fußball zu berichten". Eben. Deswegen möchte ich die Zeitung auch nicht mehr kaufen, da dort der Fußball immer mehr Raum einnahm! Die Medien haben dem Fußball zu viel Raum eingeräumt und die restlichen Sportarten nur noch als Randnotiz! Kein Wunder, dass Fußball durch mehr Berichterstattung auch mehr Aufmerksamkeit bekommt und der Rest verschwindet.

  • 51 anonym 11.01.2019, 13:10 Uhr

    Was ist bloß aus dem Tagesgespräch geworden? Von Seiten der Moderation und der eingeladenen Gäste fehlen mir Sachkenntnis und Ernsthaftigkeit. Es wird nur noch unüberlegt dahergeplappert, gekichert und geflirtet. Und die Profis selbst werden erst gar nicht eingeladen. Leute, die nun wirklich etwas von der Sache verstehen. Wie wäre es z.B. mit Heiner Brandt oder Stefan Kretschmar gewesen? Nein - das TG heute hat mir gar nicht gefallen, und ich vermisse ernsthaft seriöse Moderatoren wie z.B. Sabine Brandi schmerzlich.

    Antworten (1)
    • K.V. 11.01.2019, 13:19 Uhr

      Wie ich einem anderen Foristen schon genatwortet hatte: Verstehe Ihre Kritik nicht - Handball-Fans ist der Studiogast durchaus bekannt. Und er versteht eine ganze Menge vom Handball. ----Und Frau Brandi moderiert doch auch sehr häufig. Gönnen Sie ihr doch auch mal freie Tage (ich schätze Frau Brandi ebenfalls sehr)

  • 50 Renate Meile 11.01.2019, 13:09 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 49 Marcel S. 11.01.2019, 13:04 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 48 Marcel S. 11.01.2019, 13:02 Uhr

    Wenn man mal den Profibereich verlässt und in den Amateurbereich geht, gibt es durchaus eine positive Entwicklung. Da ist eine große Begeisterung entstanden und spiegelt sich auch in den medien wieder - beispielsweise in einer Facebookgruppe "Amateurhandball" mit über 50.000 Mitgliedern, die sich täglich über lustige Anekdoten aus den unteren Ligen austauschen. Oder in den Handballhölle Bezirksliga: Siebte Liga, erste Sahne - einem Buch über die Liebe zum Amateurhandball. Diese Medien bedienen die breite Masse und haben sich besonders in den vergangenen Monaten immer größerer Beliebtheit erfreut. Hoffentlich bekommt der Handball durch die Heim-WM einen weiteren Schub!

    Antworten (1)
    • Maja 11.01.2019, 13:12 Uhr

      Das Buch hab ich zu Weihnachten bekommen, ist der Hammer!! Und da gibts ein zweites von, bin gespannt. Hab das Spiel gestern klassisch im TV geschaut, obwohl ich sonst meistens Streams nutze. Find es als selbst spielende Handballerin schade, dass Fußball so viel mehr Beachtung findet. Aber es hat sich ja schon viel getan zum Positiven finde ich.

  • 47 Gefragt - Gejagt 11.01.2019, 12:57 Uhr

    Ach der Bommes ist heute Gast der Sendung. Na hauptsache er fängt nicht an zu singen... aber ohne feindliche Jäger muss er auch keine akustischen Waffen einsetzen ;)

  • 46 anonym 11.01.2019, 12:57 Uhr

    Die Medien bestimmen heute Alles, so auch den Sport. Und machen eine Sportart zur Mode - oder eben auch nicht. Zum Leid nicht nur des Handballs.

  • 45 Tenker 11.01.2019, 12:56 Uhr

    Hallo. Mir kommt gerade ein Gedanke, Sport hin Sport her Event hin Event her. Kann es sein, dass der Mensch Stille nicht mehr aushält, bei aller Vielfalt der Medien, sucht der Mensch immer wieder neue Höhepunkte, findet aber keine Ruhe mehr. Dabei ist die Ruhe das was dem Menschen am meisten Kraft gibt und aufbaut, weil die Aktivität in einem Stadion oder bei irgendeinem Event hält solange wie man aktiv dabei ist und danach flaut es sehr schnell ab wie ein heißer Kaffee. Die als Impuls mal über seine Freuden, große, kleine nachzudenken. Oh happy day.

  • 44 Maik G. 11.01.2019, 12:51 Uhr

    Herr Bommes Rot /Weiss. Kennen Sie den Handball-Bundstrainer Werner Vick ?

  • 43 Maik G. 11.01.2019, 12:48 Uhr

    Seine Augen strahlten mit den Lichtern am festlich geschmückten Weihnachtsbaum um die Wette. Als Wieland Schmidt vor genau 30 Jahren an einem kalten Dezemberabend zum ersten Mal nach Hameln kam, war das für ihn „wie ein Traum, eine unglaubliche Geschichte“, wie er später immer wieder betonte. Die Verpflichtung des ehemaligen Weltklasse-Torhüters und DDR-Nationalspielers durch den damals in der 2. Handball-Bundesliga spielenden VfL Hameln war 1989 wenige Wochen nach dem Fall der Mauer eine sportliche Sensation. Der aufsehenerregende Coup, im Alleingang inszeniert vom VfL-Ligamanager Dieter Teraske, schlug in der Handballszene ein wie eine Bombe und sorgte bundesweit für dicke Schlagzeilen.

  • 42 Breslein 11.01.2019, 12:47 Uhr

    Fussball hat bald seinen Zenit erreicht. Bundesliga Fussball wird immer schlechter und somit langweilig zum ansehen. Die Sportschau mit kurzen Zusammenschnitten ist gerade noch erträglich doch ein ganzes Spiel über 90Minuten nutze ich nur noch als Einschlafhilfe. Das absehbare Ende des Fussballs müssen Sportarten wie Dart, Handball, Eishockey oder Kegeln nutzen, um sich die freiwerdenden Sendezeiten im TV zu greifen .

    Antworten (1)
    • MarcoM 11.01.2019, 13:05 Uhr

      Also die meisten Spiele des BvBs in der laufenden Saison boten mindestens in der zweiten Hälfte schnellen, temporeichen Angriffsfußball mit einer Menge schöner Tore. Was die DFB-Elf in Russland versaut hat, machen die Schwarz-Gelben für mich, der ursprünglich aus der Ecke Dortmund kommt, wieder wett. (Hoffentlich bleibt das auch so, wenn es nächsten Freitag mit der Rückrunde losgeht.)

  • 41 Chrissi 11.01.2019, 12:47 Uhr

    Nichts wird mehr gesponsert als Fußball, vom Geldverdienen der Fußballer und der Clubs möchte ich nicht sprechen. . Im Fernsehen wird oftmals fast den ganzen Tag Sport übertragen. Schispringen, Biathlon, Fußball, usw- Dann geht es noch abends weiter, wenn gerade irgendwelche Leagues ausgespielt werden. Es gibt auch Gebührenzahler, die möchten auch noch das normale Fernsehprogramm schauen. Warum kann ARD und ZDF nicht ein gemeinsames spezielles Programm einrichten, auf dem von 0 bis 24 Uhr alle Sportevents übertragen und gesehen werden können. Handball ist ein toller Sport, schnell, viel fairer als Fußball und nicht von Rowdies begleitet. Ich habe noch nie gehört, dass Hundertschaften der Polizei Handballspiele begleiten müssen. Dies geschieht aber jedes Wochenende bei Fußball und kostet den Steuerzahler Millionen. Von den Überstunden der Polizei weiß man, dass sie hauptsächlich durch die Sicherung der Fußballspiele hervorgerufen werden.

  • 40 anonym 11.01.2019, 12:46 Uhr

    Wen interessieren denn heute noch sportliche Leistungen? Es interessieren doch nur noch das (möglichst sehr bewegte) Liebenleben der Kandidaten, deren Outfit, Unterwäsche (!),Tatoos oder Frisur. Man denke z.B. an David Beckham. Vielleicht sind die Handballer da immer noch viel zu "normal"?

  • 39 Brigitte Schulz 11.01.2019, 12:45 Uhr

    Die vielen Sportübertragungen im Fernsehen – und das meistens zur Hauptsendezeit - sind einfach nur noch nervig. Programme (wie Nachrichten) werden verschoben oder fallen ganz aus. Wann denken ARD und ZDF endlich mal über einen eigenen Sportkanal nach? Da können alle Sportereignisse von morgens bis abends übertragen werden. So wären doch alle Sportbegeisterten und alle Nicht-Sportbegeisterten zufrieden.

  • 38 Baka Cirno 11.01.2019, 12:45 Uhr

    Das Fußball so im Fokus der Zuschauer ist, liegt an den Medien! Wenn ihr die Kohle der Beitragszahler so Rücksichtslos für die Übertragungsrechte auf den Kopf haut, damit ja jeder die Möglichkeit hat, die Fußballpiele zu sehen und ihr dann keine Kohle mehr für die ganzen Randsportarten habt, wundert es mich nicht, dass über Handball nicht mehr groß berichtet wird und erst recht nicht übertragen wird. Erst bei einer WM mal über eine Sportart zu berichten, die man sonst auch nicht sieht, wer soll sich schon dafür interessieren, ausser die informierten Hardcore-Fans? Ich wünsche mir eine Rückstellung des Fußballs in den ÖR-Medien. Lasst die Spiele von den Privaten übertragen, wer kucken will, kauft sich dann eine Zuschaumöglichkeit. Als ÖR-Medien solltet ihr über die Sportarten mit Öffentlichkeitsauftrag ausgewogen berichten. Wenn Fußball teuer eingekauft werden muss, sollte er nicht mehr so im Vordergrund stehen! Dann würde der Fußball auch weiter zurückstecken müssen!

  • 37 Hein Blöd 11.01.2019, 12:44 Uhr

    Sport interessiert mich überhaupt nicht, von daher ist mir auch völlig egal, wer da vielleicht in wessen Schatten stehen könnte. Tatsächlich wird um Fußball viel zu viel Theater veranstaltet und nach meiner Auffassung hat das mit Sport alles nur noch sehr wenig zu tun. Macht, Kohle, Ruhm, das ist da vorrangig. Fakt ist, dass ich etwas dagegen habe, wenn um eine Sache - egal was - so ein Hype entsteht und die Leute anfangen (vor Begeisterung) hirnlos zu werden. Generell lehne ich alles ab, was übertrieben wird. Das tut unserer Gesellschaft allgemein nicht gut.