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Hat Handwerk noch goldenen Boden?

Ein angehender Zimmermann an der Werkbank

Hat Handwerk noch goldenen Boden?

Einhornjockey, Eisverkoster oder lieber was mit Zukunft? Viel zu wenige Jugendliche entscheiden sich für eine Lehre, das Handwerk versucht mit Imagekampagnen gegenzusteuern. Reicht das? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Auftragsbücher vieler Handwerker sind prall gefüllt und können kaum abgearbeitet werden, auch weil die Arbeitskräfte fehlen. Der Fachkräftemangel droht nicht nur, er zeichnet sich schon ab und wird sich noch verschärfen, denn der Nachwuchs zeigt dem Handwerk die kalte Schulter.

Der Trend zum Studium, die sinkenden Zahlen von Schulabgängern und die demografischen Veränderungen werden für das Handwerk immer mehr zum Problem. Dabei hat das Handwerk durchaus was zu bieten: Lehrlinge im Bauhauptgewerbe – also zum Beispiel angehende Maurer oder Zimmerer – gehören mittlerweile zu den bestverdienenden Auszubildenden: Knapp 1.500 Euro brutto bekommen sie im dritten Lehrjahr pro Monat. Andere Berufe wie der der Friseurin sind nicht so gut bezahlt, dafür aber krisenfest, und mit einem Meisterinnenbrief ist auch der Weg in die Selbstständigkeit geebnet. Alles gute Argumente, die dennoch nicht die gewünschte Wirkung zeigen.

Heute (11.02.) startet der Zentralverband des Deutschen Handwerks eine neue Imagekampagne, die zeigen soll, wie modern das Handwerk ist – und wie lohnend. "Freundschaftsanfragen!? Bei uns gibt's Traumjobanfragen per WhatsApp!", heißt es da zum Beispiel. Aber ob das reicht?

Hat Handwerk noch goldenen Boden? Wie lassen sich wieder mehr junge Menschen für das Handwerk begeistern? Was müsste sich in den Betrieben verbessern? Sind die Anforderungen zu hoch oder ist die Arbeit zu hart? Finden Sie, dass das Handwerk attraktiv ist?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.


Gast: Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf

Redaktion: Beate Wolff und Gundi Große

Hat Handwerk noch goldenen Boden?

WDR 5 Tagesgespräch 11.02.2019 46:01 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

82 Kommentare

  • 82 Gerhard Franzen 11.02.2019, 13:59 Uhr

    Mittelständiges Handwerk rechnet sich heute nicht mehr. Warum also einen tod-geweihten Patienten noch künstlich am Leben erhalten ? Längst erledigen Handwerksgroßkonzerne weltweit Handwerksarbeiten zum Schnäppchenpreis und mit umfangreichen Service-Angeboten. Und selbst diese Konzerne werden bald durch Handwerksroboter ersetzt werden. Wer daher heute noch in Deutschland ein Handwerk erlernt, der steht dann nach 3 Jahren Ausbildung arbeitslos auf der Straße, weil seinen Job längst ein Roboter preiswert und schnell erledigt. Zeit daher für´s Bedingungslose Grundeinkommen.

  • 81 Holger Badstübner 11.02.2019, 13:53 Uhr

    Mittelständiges Handwerk hat in Zukunft nur noch eine Chance gemeinsam mit dem BGE. So wird es zwar keine commerziellen Handwerksfirmen mehr geben, aber um so mehr ehrenamtliche, gemeinnützige und freizeit-gestaltende Handwerker-Kooperationen, wie sie sich schon heute in Repair-Cafes, gemeinnützigen Werkstätten, Tauschringen, Gib & Nimm-Netzwerken, Senioren-Werkstätten und Handwerkertauschbörsen auf geldlos-Basis oder gegen geringes Entgelt abzeichnen. Durch derlei Initiativen werden auch die heutigen Müllberge stark reduziert. Somit wird auch klar, daß das BGE zum nötigen Schutz von Umwelt, Erdressourcen und Klima führt. Eine Tatsache, der die heutigen commerziell orientierten Handwerksbetriebe kaum bis gar keine Rechnung tragen auf ihrer täglichen Jagd nach Geld.

  • 80 Handwerk bedeutet : werken von Hand 11.02.2019, 13:52 Uhr

    Im Wort Handwerk verbirgt sich das Wort Hand : Hände brauchen wir immer , für alles mögliche . Hände führen das aus , was im Kopf erdacht wurde . Zum Thema : Es muss mal eine politisch - bildungsmäßige Kampagne zum Thema Handwerk bundesweit laufen , das sind wir uns wert und schuldig . Ich habe im letzten Jahr Renovierungen an Wohnungen durchführen lassen : Alle Achtung ! Die Handwerker verstanden ihr Fach ( Installation , Maler , Elektriker ) , waren gewissenhaft , höflich und bekamen von mit infolge dessen auch ein gutes Trinkgeld ; es wurde in der kurzen Zeit fast freundschaftlich .

  • 79 Nie wieder CDU 11.02.2019, 13:50 Uhr

    Dass wir heutzutage von vielen (nicht von ALLEN) Handwerkern so über den Tisch gezogen werden, zum großen Teil nur noch Pfusch abgeliefert wird und man sich als Privatmensch am Besten zum Do-It-Yourself-Profi entwickeln muss, um wirklich etwas gut instand gesetzt zu bekommen, ohne direkt das gesamt Konto leer räumen zu müssen, haben wir den Gesetzen und der Öffnung des Arbeitsmarktes der EU zu verdanken. Das war der größte Fehler überhaupt! Bevor das passierte, war alles wesentlich besser! Dazu kommt, dass sich die Berufsbilder der Handwerksberufe nicht flexibler gestalten und die Azubis mehr als billige Arbeitskräfte behandelt werden, aber oftmals nicht vernünftig ausgebildet werden. Der ganze Handwerksbereich ist verwässert, filzig und undurchsichtig. Hier ist der Gesetzgeber gefragt der das Ganze völlig neu aufstellen sollte. Auch sollte die EU hier anders agieren, um den Bereich zu schützen. Anders lässt sich das Handwerk nicht neu beleben.

  • 78 Schildbürgertum 11.02.2019, 13:48 Uhr

    Wir sind ein Schildbürgerstaat. Lassen junge Leute Schulabschlüsse machen (Hauptschule, Realschule, Mittlere Reife-Gymnasium), aus denen man Papierhütchen, -flieger oder Origami machen oder sie direkt in den Papierkorb werfen kann. Weil heute so gut wie immer ein Studium vorausgesetzt wird. Nicht nur bei Handwerkern. Das ist nicht nur eine Frechheit sondern auch eine üble Diskriminierung von Menschen.

  • 77 Volker Sehnert 11.02.2019, 13:41 Uhr

    Das Handwerk als Mittelstand ist längst auf breiter Front über dem Aussterben. Stattdessen bieten zunehmend europaweit agierende Handwerks-Großkonzerne Handwerksarbeiten immer preisgünstiger und service-umfangreicher an. Da kann kein Handwerksmittelständler mehr mithalten.

  • 76 Volker Löhrs 11.02.2019, 13:28 Uhr

    Die Industrierevolution 4.0 pfuscht auch den Handwerkern gehörig ins Handwerk und immer mehr Produkte werden so gefertigt, daß sie der Endverbraucher ohne Handwerker-Zwischenschaltung gleich selber installieren und verwenden kann. Das mittelständige Handwerk muß daher mit der Tatsache leben, daß es sich auf einem sterbenden Ast befindet. Hiergegen starrsinnig anzusteuern, ist vergleichsweise so, wie mit der AGENDA 2010 Groko-unbelehrbar und ewig gestrig gegen die BGE-Zukunft anzukämpfen.

  • 75 anonym 11.02.2019, 13:26 Uhr

    Ich hätte mir gewünscht, dass Herr Wiebicke mutiger und kratzbürstiger gegenüber dem naiv tuenden Herrn Ehlert gewesen wäre.

  • 74 hundemüde 11.02.2019, 13:22 Uhr

    Ich bin mittlerweile so müde. Solcher vermeintlichen Akademiker/innen, die nur neunmalklug aber naiv über Sachverhalte schwatzen, von denen sie keine Ahnung haben. Die immer nur reden, anstatt zu handeln. Und damit für zu hohe Gehälter nichts bewirken. Da sind die zupackenden Handwerker, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität stehen, eine wahre Wohltat.

  • 73 Paul Harwey 11.02.2019, 13:21 Uhr

    Auch das Handwerk trägt seinen "Schaden" davon, daß der Trend allgemein zur Befreiung des Menschen von Arbeit geht. Und anders als Steinmeier und Merkel behaupten, nehmen die Menschen gern diesen Trend an und finden diesen Trend keineswegs als "entwürdigend". Nur eine gesunde, rationale Antwort auf diesen Trend steht noch aus: Das Bedingungslose Grundeinkommen.

    Antworten (2)
    • Völliger Nonsense 11.02.2019, 13:25 Uhr

      was Sie das zusammenschreiben, es sei denn Sie meinen das sarkastisch...

    • Frank Rademacher 11.02.2019, 13:35 Uhr

      @ Völliger Nonsens: Nicht alle Menschen scheuen sich, mal über ihren Tellerrand in die Welt hinauszuschauen. Und glauben Sie nicht, daß die zunehmende Roboterisierung aller Berufsbranchen, so auch des Handwerks, nur auf die Ländern Asiens beschränkt bleibt. Somit befinden sich Steinmeier & Merkel tatsächlich auf dem Holzweg mit ihren ewig gestrigen Ansichten von einer (nicht mehr machbaren) Vollbeschäftigung für alle. Arbeitende Menschen werden daher in Zukunft in der Minderheit sein. Um so wichtiger wird daher das BGE für alle.

  • 72 Faxen völlig dicke! 11.02.2019, 13:20 Uhr

    Noch nie war im Handwerk so viel möglich wie heute und noch nie waren die Möglichkeiten als Kunde über den Tisch gezogen zu werden so günstig wie heute. Warum sonst gibt es soviel Pfusch am Bau und im Privatbereich? Der größte Fehler war hier EU-weit den Arbeitsmarkt zu erweitern und es jedem zu gestatten hierher zu kommen um billig seine Arbeitskraft anzubieten. O.K. - das mag den Wettbewerb gefördert haben - aber in Wirklichkeit hat es den Arbeitsmarkt im Handwerk völlig kaputt gemacht! Nicht nur aus diesem Grund bin ich ein strikter Globalisierungsgegner. Meines Erachtens muss die EU hier auf jeden Fall umdenken, es sollten aber auch generell alle handwerklichen Berufe neu aufgestellt werden. Wir arbeiten hier teilweise mir völlig veralteten und starren Berufsbildern, die in jeder Hinsicht flexibler sein sollten. Das würde die Attraktivität dieser Berufe mit Sicherheit enorm fördern!