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Was tun gegen Fundamentalismus an Schulen?

Eine Schülerin meldet sich im Unterricht.

Was tun gegen Fundamentalismus an Schulen?

Der Deutsche Lehrerverband warnt vor einem "Klima der Einschüchterung" an einzelnen Schulen. Ist die Meinungsfreiheit in der Schule gefährdet? Werden Lehrkräfte zunehmend beeinflusst? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Der Mord an einem Geschichtslehrer hat in Frankreich eine breite Debatte über Islamismus an Schulen ausgelöst. Zwar sei das Ausmaß des Problems in Deutschland weitaus kleiner, doch auch hier bestehe an einzelnen Schulen die Gefahr, dass ein "Klima der Einschüchterung" entstehe, sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

In der Passauer Neuen Presse sprach Meidinger von Lehrenden, die aufgefordert würden, Themen wie den Nahostkonflikt oder Israel nicht länger im Unterricht zu behandeln. Die Einflussnahme gehe dabei nicht immer nur von den Schülern, sondern auch von Eltern aus. Auch die AfD-Meldeportale seien ein Versuch, Lehrkräfte einzuschüchtern und an den Pranger zu stellen.

Die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün positionierte sich ebenfalls zum Thema und sprach sich für die Verteidigung der Meinungsfreiheit an deutschen Schulen aus. Wenn die Meinungsvielfalt im Unterricht gefährdet sei, weil einzelne Schüler Druck auf Lehrkräfte ausüben, müsse dieses Problem offen angesprochen werden, damit Scheren im Kopf erst gar nicht entstehen.

Sind Sie Lehrer oder Lehrerin und können aus Ihrem Umfeld von Einschüchterungsversuchen berichten? Wie erleben Schülerinnen und Schüler die Situation? Gibt es Versuche, den Unterricht aus politischen oder religiösen Beweggründen zu beeinflussen? Existiert dieses Problem an vielen deutschen Schulen oder handelt es sich um wenige Einzelfälle?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Lale Akgün, SPD-Politikerin, ehemalige Bundestagsabgeordnete

Redaktion: Ulrich Horstmann und Jessica Eisermann

Was tun gegen Fundamentalismus an Schulen?

WDR 5 Tagesgespräch 21.10.2020 44:58 Min. Verfügbar bis 21.10.2021 WDR 5


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Kommentare zum Thema

197 Kommentare

  • 197 Leistung muss sich lohnen 21.10.2020, 13:59 Uhr

    Wenn an Schulen der sich ständig weiter ausbreitende Fundamentalismus zurückgefahren werden soll, dann müssten dort anstelle eines streng getrennten Religionsunterrichts in einem für alle Schüler*innen geltenden Pflichtfach, in dem sie auf Rechtsstaat und Menschenrecht vorbereitet werden, alle existierenden religiösen und ideologischen Glaubensgrundlagen hinsichtlich ihrer Schwachpunkte des Missbrauchs durch betrügerische Gewaltverbrecher gegenübergestellt werden. Und der Gewinner, also die Glaubensgrundlagen sowohl mit der niedrigsten als auch mit der höchsten Tötungsrate sollten dann jedes Jahr entweder mit dem Prädikat "Gerechterster unter den Gerechten" oder als "Bösartigster unter den Bösartigen" ausgezeichnet werden, weil in einer Leistungsgesellschaft auch die Nachkommen der Leistungselite nur mit positiven und negativen Leistungsanreizen motiviert werden können, nämlich mit dem, was hinten dabei herauskommt.

  • 196 Karl-Theodor 21.10.2020, 13:58 Uhr

    Der Sozialstaat kann ja heute noch vieles kitten. Ich frage mich was passiert wenn er nicht mehr zahlen kann, kann er dann noch zur Ruhigstellung, zur Befriedung der Friedensreligion beitragen.

  • 195 Netter m. Etiquette 21.10.2020, 13:58 Uhr

    Heute ohne Zensur ? Kurz&knapp: Als mit 65 J. aus dem Höheren Schuldienst verrentet, könnte ich viele Anekdötchen bezüglich der "Neubürger versus Alteingesessenen" vortragen. Hier nur eine - bereits vor ca. 15 Jahren fing das Debakel an, z.B.: ein Lehrerkollege unterrichtete seine Fächer Geschichte und Philosophi an einer weiterführenden Schule in NRW, drei türkisch-muslimische und ein aus Palestina zugewanderter Schüler, erhoben lautstark Einspruch gegen die, im Curriculum verankerte Unterrichtsthematik des Philosphi Leistungskurs (!).Sie wollten NICHTS über Sokrates - Aristoteles - Homers Odysse und andere ZITAT:"SCHEISSGRIECHEN" lernen.Der Leherer sei ein: ZITAT:"ISLAMFEIND" und ein "RASSIST" und dartüber hinaus ZITAT:"AUSLÄNDERFEIND" . Der Studienrat sollte d. Leistungskurs ein anderes Thema - mehr Mohammedkonform - als Unterrichtsvorschlag "vorlegen". Das war - wie bereits angemerkelt = vor ca. 15 Jahren..Ob der Oberstufenlehrer sich dem Diktat gebeugt hatte ? Tja,...mutmasslich

  • 194 D. Steinberger 21.10.2020, 13:58 Uhr

    Ich erinnere mich noch, als Seehofer im November 2018 einen "deutschen Islam" forderte. Diese Forderung verschwand binnen eines Monats durch die deutsche Unterzeichnung des UN-Migrationspaktes, der insbesondere in Artikel 31a sowie Artikel 33d -ausdrücklich- derartige Einschränkungen der Religionsausübung verbietet. Die einstige Forderung Seehofers nach dem "deutschen Islam", wurde im September 2020 (und wieder durch Seehofer) durch die Gründung des "Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit - UEM" mit 12 Personen ersetzt. Wie will man künftig also hierzulande fundamentalistische Tendenzen (nicht nur im Klassenraum) erfolgreich verhindern, ohne gleich als "muslimfeindlich" hingestellt zu werden?

  • 193 Vera 21.10.2020, 13:58 Uhr

    Meine Meinung ist, man soll nicht etwas zusammenfügen, was nicht zusammen gehört. Dass das stimmen kann, sieht man immer wieder. Ich habe nichts gegen Ausländer. Ich selbst bin auch nicht in D. geboren. Aber D. ist meine zweite Heimat geworden u. ich liebe dieses wunderschöne Land. Hört man so etwas von Muslimen? Gar nicht. Man hört nur Schimpfen, Klagen, wie schlimm es in D. ist, dass man sich hier nicht sicher fühlt. Ich denke, dass es stimmt, wie man in den Wald ruft, so kommt das Echo zurück. Die Politiker u. Muslime bezeichnen nur die Deutschen als Rassisten..., aber umgekehrt, was von den Muslimen kommt, wird nicht offen diskutiert. So kann man nie zusammen kommen. Was in den Schulen abgeht, ist sehr schlimm. Warum werden nur Muslime nach Deutschland geholt, obwohl man weiss, dass es viele Probleme mit sich bringt. Ohne Integrationswille oder sogar als Kriminelle, da muss man doch auch diese Leute wieder abschieben. Aber der Staat ist feige und ungerecht nur zu den Deutschen.

  • 192 Rassan Bin Farrudal 21.10.2020, 13:57 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 191 Winterwind 21.10.2020, 13:57 Uhr

    Was gegen Fundamentalismus an Schulen tun? Das kommt natürlich ganz auf die art des Fundamentalismus an. Was man den Bürgern und Schülern irgendwie noch mit dem Label bunt und divers schmackhaft machen kann gilt selstverständlich nicht als Fundamentalismus. Obensowenig die Lehren von Gretologie. Es bleibt also nur der immerwährende Kampf gegen rääääächts, also ab SPD Wuppertal in etwa, wo ja auch schon mal die AntiFa auf Hausbesuch war. Und gegen einen derartigen Fundamentalismus in seinen anfängen helfen nur anschauliche Vor Ort Besuche. z.B. im Kriegsmuseum in Overloon/ NL, wo u.a. mal Fotos ausgestellt waren, auf denen man Geräte sah, mit denen man selbst noch in der Stahlindustrie gearbeitet hatte, die hier aber zum Leichentransport im KZ genutzt wurden. Nähe und Betroffenheit durch Anknüpfpunkte an den eigenen Alltag zu schaffen scheint ein Mittel gegen Fundamentalismus zu sein. Hilft natürlich nicht mehr bei den Gehirngewaschenen, die sich der Realität völlig verweigern.

  • 190 Rechtspopulist 21.10.2020, 13:55 Uhr

    Die Tat hat nichts mit dem Islam zu tun denn sie war "islamistisch", sagt man. Der große Islam Experte Erdogan sagt dazu: es gibt keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus es gibt nur " den Islam" alles andere ist westliche Propaganda und sogar Beleidigung des Islam.

  • 189 Al Rushdi Malaquese 21.10.2020, 13:55 Uhr

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  • 188 Karl-Theodor 21.10.2020, 13:55 Uhr

    @Breslein, Sie können doch wohl nicht ernsthaft bestreiten, dass sich unser öffentlicher Raum immer weiter orientalisiert und islamisiert, zur Kommunalwahl am 14. Sept. trat schon eine Muslimpartei an. Das sind doch nur die Anfänge...

  • 187 Anna Elisa 21.10.2020, 13:54 Uhr

    Einen Menschen den Kopf abschlagen, dazu gehört schon mehr als Menschenverachtung und Zorn. Wann habe ich von einer so schrecklichen Tat zuletzt gehört? Das ist Krieg ohne Mitleid und widerspricht jeder Menschenwürde. Und dann machen wir uns zu Tätern, weil wir die Schuld bei uns suchen. In unserer Naivität glauben wir, wenn wir den Islam anerkennen, wird der Islam auch uns anerkennen. Für fanatische gesetzestreue Muslime (und wie viele gibt es davon?) sind wir nur Ungläubige, verachtenswürdige Kreaturen, die man laut Mohammed auslöschen darf ohne Konsequenzen. Barmherzigkeit, Vergebung, Liebe, Mitleid - das sind Attribute des Christentums und der daraus folgenden Gesetzgebung. Ich habe mir die Mohammed Karikaturen im Internet angeschaut und nichts Böses gesehen. Jesus hat vor Menschen gewarnt, die Gott, Gott rufen und dann Böses tun. Unsere Gesetzgebung muss knallhart + eisern durchfassen. Barmherzigkeit, Mitleid wird noch als Schwäche + Hilflosigkeit ausgelegt und man lacht uns aus.

    Antworten (1)
    • Klaus 21.10.2020, 13:55 Uhr

      Sehr guter Kommentar