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Bundeswehr nach Libyen?

13.11.2018, Mali, Gao: Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Stützpunktes im Norden Malis.

Bundeswehr nach Libyen?

Die Berliner Libyen-Konferenz hat die Hoffnung auf einen Waffenstillstand genährt. Wie soll sich Deutschland künftig für das Bürgerkriegsland engagieren? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagessgespräch!

Nach dem Libyen-Gipfel in Berlin haben in Brüssel die EU-Außenminister beraten, wie die Beschlüsse zur Befriedung des Bürgerkriegslandes umgesetzt werden können. Möglich ist vieles: die Entsendung bewaffneter EU-Soldaten, eine zivile Beobachtermission oder ein neuer Anlauf zur Überwachung des UN-Waffenembargos von See aus.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt schloss einen Bundeswehreinsatz in Libyen aus. Angesichts der handfesten kriegerischen Auseinandersetzungen dort könne er sich nicht vorstellen, "dass wir uns mit Soldaten in eine solche Lage hineinbegeben sollten, um den Konflikt militärisch zu beenden".

Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert ein stärkeres EU-Engagement für Frieden in dem Bürgerkriegsland, eine "aktive diplomatische Rolle". Perspektivisch könne sie sich dabei auch die "Absicherung des Friedensprozesses durch die internationale Gemeinschaft" vorstellen, sagte Baerbock - also ein militärischer Einsatz im Rahmen von EU oder UN.

Zunächst denkt die EU darüber nach, die Marinemission Sophia im Mittelmeer wieder aufleben zu lassen, die 2019 eingestellt worden war.

Sehen Sie Deutschland nach dem erfolgreichen Libyen-Gipfel in der Pflicht? Wie weit soll sich Deutschland an einer Friedensmission für Libyen beteiligen? Welche Rolle soll die EU spielen? Und wie kann Deutschland helfen, das Land politisch und wirtschaftlich wieder aufzubauen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Michael Brzoska, ehemaliger Leiter des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg

Redaktion: Dirk Müller und Regina Tanne

Bundeswehr nach Libyen?

WDR 5 Tagesgespräch 21.01.2020 45:22 Min. Verfügbar bis 20.01.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

105 Kommentare

  • 105 Dirk 21.01.2020, 13:59 Uhr

    Keine Kriegs- oder ähnliche, vorbereitende Bundeswehreinsätze! Aber sogar die einst friedensbewegten sog. „Grünen“ befürworten diese, wie man an Annalena Baerbocks Äußerung erkennt! Unterstützten die Grünen doch spätestens seit Beginn der Rot-Grünen Bundesregierung Kriegseinsätze! Ich entsinne mich des entsprechenden flammenden Aufrufs Joschka Fischers auf einem Grünen-Parteitag zum fatalen Bundeswehreinsatz im Kosovo-Krieg! Mit der im Zuge des Jugoslawienkonfliktes erfolgten Ansiedlung von Mio. Jugoslawen unterschiedlicher Volksangehörigkeit in Mittel- und Nordeuropa, aber v.a. in Deutschland, verfolgten die ursprünglich aus der Friedensbewegung hervorgegangenen „Grünen“ (selbst)bewusst ihr Ziel der multikulturellen Gesellschaft! Diesem Ziel diente wie im Kommentar Nr. 93 aufgezeigt auch der infolge des „Arabischen Frühlings“ (unter Führung u.a. der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton) durchgeführte, Chaos und dauerhafte Flüchtlingsströme auslösende NATO-Einsatz in Lybien!

  • 104 Elitäres Leben im Geiste 21.01.2020, 13:58 Uhr

    Wenn sich ein Exportland aus den Konflikten in der EU-Nachbarschaft strikt heraushalten will, um einerseits als Trittbrettfahrer Kosten zu sparen, indem der militärische Teil der Konfliktlösung anderen überlassen wird, und um andererseits seine Gewinne zu maximieren, indem möglichst viele der beteiligten Konfliktparteien mit Waffen versorgt werden, dann ist diese Form der Verteidigungspolitik sicher eine sinnvolle Ergänzung zu der in Deutschland bevorzugten Basarwirtschaft. Aber eine Sicherheitspolitik, die nur auf die Optimierung der Rendite seiner Elite schielt, war bisher stets der Sargnagel für alle wirtschaftlich starken Mächte. So sorgte bereits das Römische Reich für sein eigenes analoges Ende oder, wenn man so will, für sein Ewiges Leben in der virtuellen Vergeistigung, indem es seine Sicherheit und Verteidigung an die germanischen Stämme in der Peripherie delegierte und seine Sozialpolitik an die "ehrenwerte Gesellschaft", um seine Zentralverwaltung in den Vatikan zu verlegen.

  • 103 Karl Theodor 21.01.2020, 13:57 Uhr

    Wenn man von unserer Seite auf die Importe von Erdöl aus Arabien verzichtet will, weil man hier das Märchen von der dekarbonisierten Wirtschaft erzählen will, enteignet man u.a. Libyen weil ihre Ölquellen wertlos sind. Aber soweit wird es nicht kommen.

  • 102 R. Bergmann 21.01.2020, 13:57 Uhr

    Deutschland ist schon längst in die weltweit größten Kriegs(*)- und Krisenherde -unwiderruflich!- involviert, sei es durch direkte Beteiligung, "nur" durch Waffenlieferungen, sog. "Ausbildungsmaßnahmen" oder Friedensmissionen. Z. B. IS, Boko Haram, Al-Qaida, Iran, Irak, Afghanistan, Syrien, Mali usw.. Während sich, einerseits, Rüstungsindustrie, Aktionäre und Politlobbyisten ihre profitgierigen Griffel reiben, wird, auf der anderen Seite, eine humanitäre Katastrophe nach der anderen "produziert" und billigend in Kauf genommen. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Welt ist komplett aus den Angeln geraten - jeden Tag ein wenig mehr! In seiner letztjährigen Neujahrsrede hat Uno-Generalsekretär Guterres für die Erde erstmals "ALARMSTUFE ROT!" ausgerufen. Scheinbar nicht deutlich genug! (*)PS: Lt. Genfer Konventionen spricht man nicht mehr von Krieg, sondern von "bewaffneten Konflikten". Klingt weniger blutig und lässt wohl manche Entscheidung leichter von der Hand gehen.

  • 101 Marin R. 21.01.2020, 13:57 Uhr

    Bundeswehr nach Libyen? Nö.

  • 100 Anna Elisa 21.01.2020, 13:56 Uhr

    Sollen deutsche Soldaten wieder auf Menschen schießen und sie umbringen? Ich sage nein, niemals. Die zweite Anruferin hat noch ganz emotional vom 2. Weltkrieg gesprochen, der sie zu Waisen machte und ins Waisenhaus brachte, wo sie Schreckliches erlebte. Und auch der Vater ihres Mannes starb und ließ vier Kinder zurück. Ich habe ihre Emotionen gut verstanden, auch, dass sie sich vehement gegen Krieg aussprach. Bei den jungen Leuten sehe ich schon eher eine Kriegsbereitschaft. 50 bis 80 Mill. Menschen sollen im 2. Weltkrieg umgekommen sein. Wievie Leid steckt hinter jeder nüchternen Zahl.

  • 99 GerdSR/@C.Plantiko FALSCH 21.01.2020, 13:55 Uhr

    - 1- Zuerst fordern Sie, daß sich nur andere aus der NATO bzw. Westen die Hände schmutzig bzw. blutig machen, - die Deutschländner dürften aber als islamaraber-freundliche Gönner und Kulturachtende, wie seit Kaiser W. II auftreten, keinesfalls soll RUSSIA zahlen. Wenn etwas schiefgeht, hat dann automatisch erneut der Westen-minus-D s c h u l d und man kann weiter in Ruhe profitabel mit Iran, Russia, ErdoWahn + Xy techtelmechteln . . . - 2.- Ihr GENERAL-URTEIL lügt in typisch rechts- bis linksextremer und putinistisch bis islam-politischer Art -- Hauptsache gemeinsam gegen den Westen & ISRAEL- dermaßen, als sei nicht dass massenmörderische CHAOS vor der westlichen Intervention von "Revolutionsführer" und in Europa Extremisten-Unterstützer Gaddhafi und seine jüngeren Islam-Rivalen angezettelt worden. - Das Grund-MUSTER der sich wiederhl. islam. Aufstände in der Despotie wird online bei Fr. Engels+Arab.Frühling aufgezeigt; die Mechanik der oriental. Despotie erklärt K.A.Wittfogel .

  • 98 Karl Theodor 21.01.2020, 13:54 Uhr

    Mittlerweise dienen ja auch Frauen in den kämpfenden Teilen bei der Bundeswehr, mich würde mal interessieren wie diese sich in den Gefechten mit den Libyern bewähren würden.

  • 97 MarcoM 21.01.2020, 13:52 Uhr

    @Klaus Denzer: Zum Kommentar 64. Siehe haben dort die von mir eingeforderte erläuterungen bekommen.

  • 96 Martin R. 21.01.2020, 13:38 Uhr

    Da Deutschland ja eh aus den fossilen Brennstoffen aussteigen will, muss es sich auch nicht in den Konflikt militärisch einmischen, um Anspruch auf Erdölkontingente zu erheben. Von Europa sollte das Signal ausgehen, dass alle Schiffbrüchigen wieder dort an Land gebracht werden, wo sie hergekommen sind, damit sich Reisende gar nicht erst in diese Gefahr begeben.

    Antworten (1)
    • Harald Möller 21.01.2020, 13:46 Uhr

      In einen sicheren Hafen sollen die "Schiffbrüchigen" gebracht werden; allerdings nach der ursprünglichen Auslegung dieses Begriffes. Sicher vor den Unbilden des Meeres; sie also sicher und trockenen Fusses an Land können.

  • 95 karl sühl 21.01.2020, 13:35 Uhr

    worum geht es in diesem krieg? die beteiligten wollen ihren imperialismus ausleben und libyen ausplündern. der bevölkerung werden brosamen hingeworfen und das wars dann. damit das ganze nicht auffällt, hängt man sich den mantel des gutmenschen um. die mehrheit ist ja auch blöd genug und merkt es erst, wenn es zu spät ist. wenn in libyen kein öl zu holen wäre würde es keine sau interessieren, was da passiert. jetzt ist die gelegenheit aber günstig. eine zentrale regierung gibt es nicht, nur eine handvoll stammeshäuptlinge, mit denen man glaubt leichtes spiel zu haben. unsere soldaten sollen dann mal wieder als kanonenfutter herhalten. von den volksvera.... hat sich bisher keiner bereit erklärt den rock der ehre anzuziehen und sich als einer der ersten dort zu beteiligen. unsere truppe hat dort nichts verloren. die erfahrungen aus dem II. krieg reichen uns vollkommen.

    Antworten (1)
    • Martin R. 21.01.2020, 13:43 Uhr

      Waffenproduzierende Staaten fördern in und kaufen von Libyen Öl. Für dieses Geld kaufen die Libyer dann wieder Waffen, um sich gegenseitig zu bekriegen. Für die Waffenexporteure eine win-win Situation, für Libyen eine loose-loose.