"Grüne Woche" - Ist unsere Landwirtschaft gesund?

Demo mit Traktoren anlässlich der Grünen Woche in Berlin 2019

"Grüne Woche" - Ist unsere Landwirtschaft gesund?

Landwirtschaft ernährt Menschen, sagen die einen. Landwirtschaft belastet die Natur zu stark, sagen die anderen. Wie gesund ist unsere Landwirtschaft? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die weltgrößte Agrar- und Ernährungsmesse "Grüne Woche" findet vom 18. bis zum 27. Januar 2018 in Berlin statt und ist eine Traditionsveranstaltung: etwa 400.000 Besucher informieren sich hier über neue Lebensmitteltrends und den Stand der Ernährungsindustrie. Manche wollen nur probieren, andere wollen sich mit der Produktion von Lebensmitteln auseinander setzen. Zur Tradition gehört inzwischen auch eine große Demonstration. Unter dem Motto "Wir haben es satt" protestierten am Samstag (19.01) 35.000 Menschen für einen umwelt- und tierfreundliche Agrarpolitik. Die Demonstration richtete sich auch gegen die Politik. Die Bundesregierung beschleunige den Klimawandel und das Höfesterben, kritisierte das Veranstalterbündnis.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner warf den Demonstranten Pauschalkritik und Polarisierung vor. Dabei seien wir auf die Landwirte angewiesen. Es sei eine Herausforderung, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. "Wir werden sie nicht satt machen mit einem Teilausstieg aus der landwirtschaftlichen Produktion", erklärte die CDU-Politikerin. "Wir machen euch satt", war auch das Motto einer Demonstration, die bereits am Freitag (18.01.) vor dem Brandenburger Tor stattfand. Dort forderten rund 150 Landwirte Unterstützung für die moderne Landwirtschaft und Dialog statt Protest.

Wie stehen Sie zur Landwirtschaft? Wie viel Technologie sollte Ihrer Meinung nach zum Einsatz kommen? Glauben Sie, dass sich die Welt mit bäuerlichen Betrieben ernähren lässt, oder brauchen wir die Agrarindustrie? Und wo bleiben dann die Landwirte? Muss wirklich alles Bio sein? Wo kaufen Sie landwirtschaftliche Produkte ein und worauf achten Sie dabei? Welchen Preis sind Sie wirklich bereit, für Lebensmittel zu zahlen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft
Redaktion: Julia Lührs und Lioba Werrelmann

"Grüne Woche" - Ist unsere Landwirtschaft gesund?

WDR 5 Tagesgespräch 21.01.2019 45:05 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

91 Kommentare

  • 91 E. Sonnen 21.01.2019, 13:59 Uhr

    Heute wird alles zur Ware, was sich vermarkten lassen kann. Mit bis zu 2 kg Reklameblättern in nur einer Ausgabe einer Tageszeitung ist ein Andersherum gar nicht möglich. In den Briefkästen verschwinden jährlich tausende Reklameblätter, oft in reinster Hochqualitätshochform. Dabei fällt auf, dass vor allen die Apotheken-Blättchen von Jahr zu Jahr ihren Glanz noch exakter verhonen. Für jedes WeWechen wird eine weiter Zeitschrift aufgelegt. Denkt man dann an die vielen Bäume, die gefällt werden, weil sie meist sogar angeblich vom Pilz angeknabbert oder vom Wind zerzaust worden sind, kriegt man Kopfweh vom feinsten. Vom Export lebt das Land, vor allem vom Fleisch. Und das Land lebt vom Import - der Gülle. Da kann doch nur das Kapital dahinterstecken, mehr und mehr und mehr wird gefordert, auch und besonders vom Finanzminister.

  • 90 G. Heim 21.01.2019, 13:58 Uhr

    Ich find's lustig, aber leider auch wahr. Manchmal wird einem einiges klarer, wenn man sich vorstellt, man müsste unsere Welt einem Außerirdischen erklären. Mensch: "Weil wir als Spezies überleben wollen, bringen wir uns in Kriegen um, vergiften unser Wasser, den Boden und unsere Lebensmittel, holzen unsere "grünen Lungen" ab, entsorgen unsere Müllgebirge in die Meere und stopfen uns mit allerlei Giften voll. Und weil wir soviel Respekt vor dem Leben haben, lassen wir Millionen von uns (ver)hungern, quälen Tiere und machen auch sonst noch viele lustige Sachen." Alien: "Wie doof ist das denn?" Mensch: "Wieso doof? Das ist doch alles ganz normal!" Alien: " Ach, bei euch ist doof also normal?" Mensch: "Jawoll!" Alien: "Interessant. Düfte ich vielleicht dein Gehirn zwecks Forschungszwecken in dünne Scheiben schneiden?" Mensch: "Komm ich dann ins Fernsehen?" Alien: "Aber klar doch …" Mensch: "Ich komm ins Fernsehen! Ich komm ins Fernsehen!!"

  • 89 T.Brandt 21.01.2019, 13:53 Uhr

    Bei der Demonstration ging es u.a. um eine Tier- und Bodengerechte landwirtschaftliche Nutzung. Es ging nicht darum, Fleischkonsum zu verdammen. Interessenten konnten sich an Infoständen ausführlich über Alternativen informieren. Wer einmal selbst Obst-/ Gemüse gezogen hat,weiß um Unwägbarkeiten. Wer einmal selbst Tiere zum Verzehr bzw deren Erzeugnisse gehalten, gepflegt usw hat, weiß, wie viel Arbeit und Mühe dahinter steckt. Den meisten von uns ist dies gar nicht bewusst. Als Empfehlung zu diesem Thema: Der Bauer und sein Prinz. Prinz Charles demonstriert anschaulich, wie es funktionieren kann.

  • 88 DeSoto 21.01.2019, 13:53 Uhr

    auf die WDR Frage: Technik in der Landwirtschaft? Für mich kein Problem wenn es nicht immer schwerere den Boden verdichtende Geräte sind, sondern endlich der künstlich-intelligente Unkrautzupf-Roboter wär und wir auf Natur-Total-Vernichtungsmittel wie Round Up etc. verzichten könnten. Aber alles macht keinen Sinn, wenn nicht endlich ein Abschmelzen der Subventionen bei zunehmender Größe der Betriebe sofort eingeführt wird. Denn derzeit subventionieren wir landwirtschaftliche Millionäre und die Kleinen und Mittleren bekommen zu wenig. Auch die Fördergelder für Fachfremde wie z.B. die Lufthansa, weil sie auf ihren Fernflügen Lebensmittel (das Essen für ihre Passagiere) nach außerhalb der EU exportiere, muss sofort aufhören.

  • 87 Anne V. 21.01.2019, 13:34 Uhr

    Wenn in Deutschland plötzlich 20 oder 30% weniger Fleisch gegessen würde, würde dann auch weniger produziert. Wohl kaum, es würde mehr exportiert, womit sich die Belastung für Boden (Gülle) u.a. nicht reduzieren würde.

    Antworten (1)
    • DeSoto 21.01.2019, 13:59 Uhr

      ... da es auch Exporthilfen gibt, würden wir wahrscheinlich noch mehr bezahlen müssen. --- Denn erst muss der Wille zur Strukturverbesserung greifen, notfalls auch gegen die Lobby der Großagrarier, bevor nachrangige Lösungen diskutiert werden sollten. Sie lenken nur von Hauptproblemen ab. Schlimmer noch, sie verringern den Druck zu Lösungsnotwendigkeiten.

  • 86 Joachim Möller 21.01.2019, 13:29 Uhr

    Ohne Bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert Bio-Landwirtschaft in großem Stil nicht. Damit auch Flauten und Mißernten überstanden werden können und nicht aller Nasen lang Konkurs angemeldet werden muß. Das BGE schützt somit auch Investitionen, Arbeit und Arbeitsplätze vor dem Untergang und verhindert einen Rückfall in die Agrar-Industrie und Monokultur.

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    • Martin Weidner 21.01.2019, 13:53 Uhr

      Dass BGE funktioniert nicht und ist mit Demokratie kaum vereinbar. Es gibt intelligente Landwirtschaft ohne Chemie und ohne Maschinen, die um ein Mehrfaches erfolgreicher ist als die intensive Landwirtschaft. Es gibt schon Beispiele dafür, wo das funktioniert - ganz ohne BGE.

  • 85 MarcoM 21.01.2019, 13:24 Uhr

    4/4: Um aber noch einmal auf den Export der industrialisierten Methoden zurückzukommen, wie er von den agrarindustriellen Unternehmen des Westens (in Kollaboration mit lokalen Eliten) betrieben wird, so geht dieser Export ja unweigerlich mit der Zerstörung kleinbäuerlicher Produktionsweisen einher. Dieses und der Export hoch subventionierter Agrarprodukte nach Afrika nimmt somit afrikanischen Kleinbauern die Einkommensmöglichkeit, und fördert damit die Migration von Afrika nach Europa. Was bis auf bestimmte Milieus (Schulterschluss linksliberaler Kosmopoliten mit Arbeitgeberinteressen und dem globalisierten Finanzkapital) nicht im Interesse der Europäer liegt.

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    • G. Heim 21.01.2019, 13:52 Uhr

      Auch hier: Zustimmung.

  • 84 MarcoM 21.01.2019, 13:22 Uhr

    3/4: ... Rund 60 Milliarden Euro fließen Jahr für Jahr in landwirtschaftliche Betriebe und in die Förderung des ländlichen Raums. Verbunden sind damit zahlreiche politische Ziele. [...] Doch die Realität der Fördermittelvergabe geht an diesen Zielen vorbei. So wird ein Großteil der Mittel in Form von Direktzahlungen schlicht nach dem Kriterium der Betriebsgröße vergeben. Die Folge ist, wie der jüngst veröffentlichte Agraratlas des BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung zeigt, dass etwa in Deutschland 69 Prozent der Fördermittel an nur 20 Prozent der Betriebe gehen. In Ländern wie Portugal oder Tschechien sind es sogar mehr als 80 Prozent. Die Verlierer dieser Vergabepraxis sind die kleinbäuerlichen Betriebe." ("Multis bestellen das Feld", junge Welt)

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    • G. Heim 21.01.2019, 13:27 Uhr

      Stimmt. Gefördert wird absolut in die falsche Richtung.

  • 83 MarcoM 21.01.2019, 13:21 Uhr

    2/4: Dort, wo das nicht reicht, muss dann eine industrielle Landwirtschaft die Lücken füllen. Ohne dabei aber in Konkurrenz zu den kleinbäuerlichen Betriebe zu treten. Es ist klar, dass sich dieses nie realisieren lässt, wenn man die Frage der Ernährung vollkommen ohne staatliches Eingreifen dem sogenannten Freien Markt überlässt. Aber das tut man ja auch heute schon nicht: So fördert z.B. "[d]ie Europäische Union [] Agrarkonzerne. Kleinbäuerliche Betriebe sind Verlierer der Vergabepraxis. Für nichts gibt die EU so viel Geld aus wie für die Agrarpolitik. ...

  • 82 MarcoM 21.01.2019, 13:21 Uhr

    1/4: Die Agrarindustrie sieht sich bekanntlich gerne in der Opferrolle. Und betont genau so gerne, ohne sie könne die Menschheit nicht ernährt werden. Daher müsse noch stärker auf Industrialisierung gesetzt und hiesige Methoden in den Drittweltländern exportiert werden. Aber die Frage, ob man die gesamte Welt nur mit Hilfe der Agrarindustrie ernähren kann, ist nicht identisch zu der Frage, ob man Deutschland nur mit Hilfe der Agrarindustrie ernähren kann. Letzteres würde ich mit einem klaren Nein beantworten. was die erste Frage betrifft, so denke ich, dass man in erster Linie die kleinbäuerlicher Produktionsweise fördern sollte, und der Einsatz von Technik nicht im Widerspruch zu einer solchen Produktionsweise steht. Der Einsatz von Technik sollte aber kleinbäuerliche Betriebe nicht Abhängig machen von den großen Konzernen, die diese Technik vertreiben. Und es sollten nur Techniken zum Einsatz kommen, die im Einklang mit Mensch, Umwelt und der angestrebten Produktionsweise stehen.

  • 81 Hein Blöd 21.01.2019, 13:20 Uhr

    Was die Agrarpolitik in diesem Land betrifft wird sich doch bereits seit Jahrzehnten bemüht stets in die falsche Richtung zu fördern. Die Großbauern werden belohnt, während die kleinen Landwirtschaften untergehen, weil sich Landwirtschaft nicht lohnt. Wir müssen auch in diesem Bereich grundlegend umdenken. Weg von der Masse, hin zu alten Sorten, mehr Biovielfalt und auch wieder hin zu älteren, aber guten Landwirtschaftsmodellen, die dem Verbraucher sowie den Landwirten gerecht wird. Ich sah neulich in einem Film eine Landschaft in Rumänien. Da war es so, wie hier zu meiner Kindheit. Eine unglaubliche Vielfalt an Insekten und natürlich belassene Äcker, die nachhaltig und Umweltfreundlich beackert werden und gute Erträge bringen, weil sie gesund sind. Mir kamen fast die Tränen. Was nutzt es uns, wenn wir zwar viel erwirtschaften, das aber Geschmacklos ist, weil alles Gute herausgezüchtet wurde nur um Erträge zu forcieren? Qualität sollte vor Quantität kommen.

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    • G. Heim 21.01.2019, 13:28 Uhr

      Stimme Ihnen zu! Qualität SOLLTE vor Quantität gehen. Die Realität sieht leider komplett anders aus.