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Wie kann man unsere Kinder schützen?

Die ausgetreckte, abwehrende Hand eines Kindes, im Hintergrund seind gesenkter Kopf

Wie kann man unsere Kinder schützen?

Drei Männer werden verdächtigt, ihnen anvertraute Kinder im Kreis Lippe missbraucht zu haben. Experten fordern auch die Überprüfung von Behörden. Müssen wir alle sensibler werden? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Es ist eine Tat, die kaum zu fassen ist: Ein Dauercamper und zwei weitere Verdächtige sollen mindestens 23 Kinder sexuell missbraucht haben – über Jahre hinweg blieb das in Lügde unentdeckt. Die Männer haben ihre Angriffe im Wohnwagen mit Fotos und Videos festgehalten, um sie im Internet zu verbreiten, so der Vorwurf. Rund 13.000 Dateien hat die Polizei gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es noch weitere Opfer geben könnte. Die mutmaßlichen Verbrecher sind aktuell in Untersuchungshaft; die Staatsanwaltschaft überprüft auch, ob die Jugendämter Fehler gemacht haben könnten.

Wer hat nicht richtig hingeschaut – jeder Einzelne, die Behörden? Das fragt der Beauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, und spricht von einem monströsen Missbrauchsfall. Es müsse jetzt genau geprüft werden, warum dem Hauptverdächtigen zuvor überhaupt die Pflegschaft eines Kindes anvertraut worden ist. Rörig sieht die Landesregierung, insbesondere NRW-Familienminister Joachim Stamp, in der Pflicht. Das sagte er am Morgen (31.01.2019) im WDR-5-Interview. "Gab es persönliche oder strukturelle Gründe für das mögliche Versagen von Behörden?" Die Antworten sind wichtig, um aus dem schlimmen Fall positive Konsequenzen für die Zukunft zu schließen, so der Experte. Es sei grundsätzlich schwer, sexuellen Kindesmissbrauch zu erkennen. Oft fehlen Spuren, fast immer sind die Taten von langer Hand geplant.

Was muss passieren, um unsere Kinder besser vor solchen Taten zu schützen? Welche Erfahrungen haben Sie mit Jugendämtern gemacht? Wen sehen Sie in der Pflicht, um sexuellen Kindesmissbrauch gar nicht erst möglich werden zu lassen? Haben gesellschaftliche und behördliche Strukturen Ihrer Meinung nach versagt?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Johannes-Wilhelm Rörig, unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Redaktion: Beate Wolff und Regina Tanne

Wie kann man unsere Kinder schützen?

WDR 5 Tagesgespräch 31.01.2019 45:33 Min. Verfügbar bis 31.01.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

84 Kommentare

  • 84 Pjotr56 31.01.2019, 13:58 Uhr

    "Solange die von der schwäbischen Hausfrau gepredigte schwarze Null regiert und klamme Kommunen demzufolge Jugendhilfe nicht lt. SGB VIII nach "Geeignetheit und Notwendigkeit" sondern unter Kosteneinsparungsgesichtspunkten praktizieren, bleibt alles beim Alten", sagt ein Insider.

  • 83 Friedrich Dahl 31.01.2019, 13:58 Uhr

    Hinter der sich ausbreitenden vermarktungsorientierten Pädophilie steckt oftmals finanzielle Not. Auch dagegen und deshalb ist es Zeit für´s Bedingungslose Grundeinkommen.

  • 82 DeSoto 31.01.2019, 13:54 Uhr

    Wir alle müssen nicht wachsamer werde, wenn wir keinen Blockwart-Staat haben wollen. Denn wer als Mitarbeiter in einem Jugendamt einem alleinstehenden Dauercamper die Vormundschaft über ein kleines Mädchen andreht, dem ist nicht mehr zu helfen und der ist sofort aus dem Beamtenstatus zu entfernen. Möglicher Weise sind die falschen Leute per Bewerbungs-Ideologien in den Jugendämtern, vielleicht sollte man eher Leute mit kriminalistischer Ausbildung oder Gespür einstellen als sozial-ideologisch verpeilte "Sozialarbeiter". Die Gesellschaft stinkt vom Kopfe her, dort sind die ersten Verbesserungen gefordert.

    Antworten (1)
    • Nicht-Mainstream 31.01.2019, 13:59 Uhr

      Könnte sein, dass Sie da auf der richtigen Spu sind (vom Personalmangel mal abgesehen)...

  • 81 denke 31.01.2019, 13:46 Uhr

    Mit der Bezeichnung Mißbrauch wird einmal wieder mit allen Rohren geschossen und das zeigt deutlich auf, wie ein Wort "Mißbrauch" mißbraucht werden kann. Es dauert nun sicher nicht mehr lange, bis der Vater aus der Familie verbannt wird. Er ist ja ein potenioneller Mißbraucher, wenn er sein Kind auf den Schoß nimmt oder es in den Schlaf schaukelt. Oder wenn er auf dem Spielplatz mit seinen und anderen Kindern seine Zeit verbringt; alles höchstverdächtig, An mir ist ein Mann verlorengegangen wird gesagt; unter diesen Umständen suche ich ihn ganz bestimmt nicht mehr. Ich bleibe lieber Frau und Mutter.

  • 80 G. Heim 31.01.2019, 13:43 Uhr

    Ein Zitat von Volker Pispers: "Zwei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung für den Verkauf für einhundert Gramm Haschisch. Das ist die selbe Strafe, die sie kriegen, wenn sie in Leverkusen als Grundschullehrer zweiundsechzig Kinder sexuell missbrauchen. Wie man das auf einhundert Gramm umrechnet, weiß ich jetzt auch nicht." Das sagt viel aus über den gesellschaftlichen Stellenwert missbrauchter Kinder.

  • 79 anonym 31.01.2019, 13:40 Uhr

    Meine Eltern haben mir als Kind geraten, nie mit einem/einer Fremden mitzugehen und möglichst nie mit einer fremden Person alleine zu sein. Und nie auf tolle Versprechungen hereinzufallen, die Kinder lieben, wie z.B. Tierbabys zeigen oder Geschenke kaufen. Vielleicht hat mich das gerettet, wer weiß.

  • 78 Außer Spesen nichts gewesen 31.01.2019, 13:29 Uhr

    Es ist zwar lobenswert, wenn einzelne Fälle des Kindesmissbrauchs heute überhaupt öffentlich angesprochen werden, weil hier die standardisierte und konditionierte Handhabung dieser Misere die Verdrängung und das nachhaltige Wegsehen ist, aber es ist natürlich eine reine Illusion, in einer Gesellschaft die wirksame Abhilfe des Kindesmissbrauchs zu erwarten, in der die soziale Stigmatisierung nicht nur von Kindern zur tragenden Substanz des "gesunden Volksempfindens" gehört (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm), von den Rechtgläubigen sogar als göttlicher Willen geheiligt (der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied) oder von den Wiederentdeckern der Männlichkeit als Sippenhaft und als völkisches Heilmittel gegen das Gutmenschentum verehrt wird. Daher sind hierzulande ähnlich wie beim Pflegenotstand außer Lippenbekenntnisse und medienwirksamer Sammelbekundungen von Bestürzung keine weiteren Maßnahmen zu erwarten.

    Antworten (1)
    • Nicht-Mainstream 31.01.2019, 13:49 Uhr

      Welche Maßnahmen wären denn angebracht aus Ihrer Sicht? - Kastrieren? (Der da heimsucht der Männer Missetat und alles wegschneidet bis ons zweite und dritte Glied)...

  • 77 anonym 31.01.2019, 13:29 Uhr

    Man kann die Gedanken der Menschen nicht lesen, wie soll man da Missbrauch verhindern? Man kann die Kinder höchstens auffordern vorsichtig zu sein und nicht jedem "netten Onkel" oder jeder "netten Tante" blind zu vertrauen. Auch ein Kinder-Notruf-Handy ist heute wohl leider wichtiger denn je.

  • 76 Gute Moderation 31.01.2019, 13:25 Uhr

    Frau Brandi führte souveränjournalistisch durch die Sendung, und ließ kein Geschwafel zu. Das macht sie jetzt, nachdem sie ihre lange Zeit gepflegte muslimatischen, migrantischen und frauenpopulistischen privaten Lieblingsthemen abgelegt hat. Da toleriert man auch ihre teilweise salbungsvolle pastorale Art.

  • 75 Breslein 31.01.2019, 13:23 Uhr

    Geschehnisse die einem sprachlos machen, geben der Menschlichkeit eine Sprache. Deswegen bin ich heute stumm, mein Mitgefühl und tiefstes Bedauern an alle Opfer.

  • 74 Claus PLantiko 31.01.2019, 13:23 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)