Deutsche Einheit: Wann fällt die Mauer in den Köpfen?

Fall der Berliner Mauer: In der Nacht des 9.November 1989 sind Menschen auf die Mauer am Brandenburger Tor geklettert. Berlin, Deutschland, Europa

Deutsche Einheit: Wann fällt die Mauer in den Köpfen?

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall zeigen sich noch Unterschiede in der Politik, der Wirtschaft und in den Gefühlslagen. Immer noch trennt Ost und West eine Mauer in den Köpfen. Wie kann sie fallen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch.

Die da drüben! Jammernd und undankbar sind sie, oder von der anderen Richtung aus betrachtet, arrogant und anmaßend. Auch zum dreißigsten Jahrestag der deutschen Einheit werden häufig die Unterschiede betont, wird das hervorgehoben, was trennt, was noch nicht überall gleich ist: Lebensverhältnisse, Arbeitsbedingungen, Chancen auf eine Zukunft.

Dabei gehören Unterschiede zu unserem föderalen Land, und auch in den alten Bundesländern ist längst nicht alles überall gleich. Abgehängte Regionen, Städte mit maroder Infrastruktur, Menschen, die sich von der Politik übergangen fühlen, gibt es überall. Und auch gefühlsmäßig tolerieren wir gemeinhin Unterschiede. Friesen und Bayern sind unterschiedliche Völkchen, genauso wie Sachsen und Thüringer. Geht es allerdings um Ost und West, scheint unsere Toleranz nicht ganz so groß zu sein. Da urteilen wir gerne schnell und hart. Nur warum?

Wissen wir zu wenig voneinander? Interessieren wir uns zu wenig für den jeweils anderen Teil Deutschlands und die Menschen dort? Was steht in den Geschichtsbüchern über Ost und West und wurde hier die Geschichte, wie üblich, von den vermeintlichen "Siegern" geschrieben? Fehlt es an Begegnungen auf Augenhöhe und ist es vielleicht nicht sogar gut, dass es Unterschiede gibt, die ja auch als Bereicherung wahrgenommen werden könnten?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Frank Goldammer, Autor

Redaktion: Dirk Müller und Julia Lührs

Deutsche Einheit: Wann fällt die Mauer in den Köpfen?

WDR 5 Tagesgespräch 03.10.2019 50:41 Min. Verfügbar bis 02.10.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

59 Kommentare

  • 59 WUK,Kulturkritiker 03.10.2019, 13:59 Uhr

    "Zusdammenhalt"? Kein Thema, heute.

  • 58 Der Beobachter 03.10.2019, 13:59 Uhr

    Bezeichnend,daß es heute nur ca.5o Kommentare gibt. Bei Aufreger-Themen sind es ca.125 - und mehr! Freizeit am Feiertag - so sind wir Deutsche.

  • 57 Dirk 03.10.2019, 13:59 Uhr

    Die west- und ostdeutsche Bevölkerung wird durch die Merkelsche Flüchtlingspolitik und die Geldumverteilung, die bereits mit der v. a. durch die „Treuhand“ vorgenommene Zerschlagung einiger noch mehr oder weniger konkurrenzfähiger ehemaliger DDR-Betriebe (und des Selbstwertgefühls ihrer Beschäftigten) einen skandalösen Höhe-(bzw. Tief)punkt hatte, gespalten; und der 68er-Zeitgeist (vertreten v.a. durch seinen politische Arm, den sog. "Grünen") fördert Minderheiten und bricht dafür die Werte, Traditionen und Normen der deutschen Mehrheit und beschäftigt damit die Konservativen, zu retten, was zu retten ist: Religion, Kultur, Traditionen, Werte und Normen. Beabsichtigtes Ergebnis: Spaltung der Gesellschaft!

  • 56 Werner Enke,ernüchtert. 03.10.2019, 13:57 Uhr

    Wir sind KEIN Volk! Dafür waren "wir" oder IHR immer schon zu bindungsarm,auch zu Nachbarn. Bezeichnend dazu auch die Bekennnende "nachbarphobe"(O-Ton) Reporterin(!) heute morgen in "Neugier genügt".

  • 55 resi 03.10.2019, 13:57 Uhr

    Der Gast versäumte nicht zu erwähnen, dass er die AfD-Erfolge im Osten "erschreckend" finde, und sinnierte, dass deren Wähler ihr "Wahlverhalten entschuldigen oder ... begründen" sollten. Fazit: Bye bye, Demokratie, her mit der SED!

  • 54 Renate Meile 03.10.2019, 13:56 Uhr

    Welch ein Geschenk der erste Anrufer mit seinen ganz persönlichen West-Ost und Ost-West Geschichten war. Er zeigte deutlich wie eine Einheit hätte gelingen können. Eigentlich hätte man sich fast den ganzen Rest der Sendung dann schenken können. Aber die Ost-West Thematik muss ja zwingend aufrecht erhalten werden, zumindest von Medien und Politikern.

  • 53 Anonym 03.10.2019, 13:56 Uhr

    Welche Entschuldigung? Höcke hat sich niemals für seine unerträgliche Äußerung entschuldigt und hat nach Ihrem Zitat höchstens eingeräumt, falsch formuliert zu haben.

  • 52 Dirk 03.10.2019, 13:55 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 51 Dirk 03.10.2019, 13:51 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 50 Martin Müller-Mertens 03.10.2019, 13:50 Uhr

    Ein Ende der Hetze gegen den Osten ist dennoch nicht abzusehen- ganz im Gegenteil. Gunter Weißgerber war 1989 Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei der DDR und saß 19 Jahre lang im Bundestag. Die Stimmung des Establishments brachte er im August auf den Punkt: ,,Selbst wenn die AfD sagt, der Himmel sei heute blau, dann bekommen die einen drüber. Weil: Wenn die das sagen, dann kann der gar nicht blau sein. Das ist eine Form der Dummheit, mit dieser AfD umzugehen."

  • 49 Martin Müller-Mertens 03.10.2019, 13:45 Uhr

    Welche folgen die verbale Hatz gegen den Osten hat, ist kaum abzuschätzen. Vieles spricht jedoch dafür, dass die Bürger zwischen Ostsee und Erzgebirge auf derartige Attacken auch künftig nicht mit eilfertiger Unterwerfung reagieren, sondern mit trotzigem Stolz.