Braucht unsere Gesellschaft die Kirchen?

Eine leere Kirche von innen

Braucht unsere Gesellschaft die Kirchen?

Bis 2060 werden die beiden großen Kirchen in Deutschland die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren. Das hat eine aktuelle Studie ergeben. Was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Wie werden sich Kirchenmitgliederzahlen und damit auch das Kirchensteueraufkommen langfristig entwickeln? Das wollten die evangelischen Landeskirchen und die katholischen Bistümer wissen – und haben eine entsprechende Untersuchung bei der Universität Freiburg in Auftrag gegeben. Dabei kam nun heraus: Bis zum Jahr 2060 könnten sich die Mitgliederzahlen halbieren.

Gründe dafür sind neben der demografischen Entwicklung vor allem Austritte und weniger Taufen. Für Kardinal Reinhard Marx "ein Aufruf zur Mission", für den EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strom ebenfalls eine Chance, nach vorne zu schauen. "Ich möchte, dass wir als Kirche so einladend und gewinnend sind, dass die Menschen gern bei uns mitmachen wollen", erklärte er gegenüber dem Spiegel.

Missbrauchsfälle und Finanzskandale haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass immer mehr Menschen den Kirchen den Rücken zugewandt haben. Auf der anderen Seite wird immer häufiger betont, wie wichtig gerade der christliche Glauben für unser Land und unsere Gemeinschaft ist.

Für viele sind Kirchen, aber auch Synagogen und Moscheen Orte der Begegnung, der Gemeinsamkeit, der gegenseitigen Unterstützung. Würde auch Ihnen ohne Kirchen etwas fehlen? Oder können Sie auf die Kirche verzichten? Ist Glauben für Sie Privatsache, die keine Institution braucht? Benötigen wir die Kirche als moralische und ethische Instanz? Was könnten die Kirchen tun, um diesen Trend zu stoppen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Gert Pickel, Religionssoziologe an der Universität Leipzig

Redaktion: Felix Ohmes und Heiko Hillebrand

Braucht unsere Gesellschaft die Kirchen?

WDR 5 Tagesgespräch 03.05.2019 43:21 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

143 Kommentare

  • 143 Anna Elisa 03.05.2019, 13:59 Uhr

    Der Mensch muss wohl zu irgendeiner Zeit in der Evolution aus er Einheit mit Gott (oder Universum) herausgefallen sein (der Sündenfall). Alle anderen Geschöpfe sind eins mit Gott, sie sehen es nicht als Sünde an, ihre triebhaften Bedürfnisse zu leben. Nur Mensch ist sich seiner Fehler und Unvollkommenheiten (Diebstahl, Mord, Ehebruch usw.) bewusst und versucht sie zu vermeiden. Dieses Bewusstsein ist für mich der Beginn von Religion. Und ich glaube, dass man als religiöser Mensch auch den betenden und gläubigen Menschen neben sich braucht. Glaube an Gott ohne Kirche wird eines Tages verblassen und vielleicht ganz verschwinden. Der Mensch braucht wohl eine höhere Dimension, der man angehört. Für viele ist es der Fußball, die Clique, die Netzwerke im Internet. Es gibt viele Ersatzreligionen - aber letztendlich kann keine die Frage nach Gott beantworten.

  • 142 Gerd SR-71 A 03.05.2019, 13:59 Uhr

    Auch dies war ein echter BRANDI. Durften doch anfangs noch Anrufer sage, sagen das problem der v.a. Ev.Kirche darin besteht, sich kaum noch um das Evangelium und seine Verkündung zu kümmern, statt dessen um die "Sozial"-POLITIK, macht Fr. Brandi daraus "Stiimmt es, das der WOHLSTAND der Kirch soviele Probleme macht "?!?!ß

  • 141 Anonym 03.05.2019, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 140 Wenn 03.05.2019, 13:57 Uhr

    ich bete oder meditiere, tue ich das in der Stille. Für mich allein. Dafür brauche ich keine Absolution, von welcher Kirche auch immer.

  • 139 Die Erkenntnis des Tages 03.05.2019, 13:56 Uhr

    Es gibt keinen Gott, aber Satan existiert.

  • 138 philipp 03.05.2019, 13:55 Uhr

    Die Frage nach dem gesellschaftlichen Nutzen der Kirche ist falsch gestellt. Gott hat keinen Zweck, sondern muss um seiner selbst willen verehrt werden, wie ja auch Schönheit, Güte usw. Selbstzweck sind. Gott ist nicht nur der Schöpfer der Natur, sondern auch der Strukturen der Gesellschaft. Deswegen muss auch der Staat ihm dienen und der Religion ihren Platz einräumen. Viele beschränken aber ihren Blick auf sich selbst und ihresgleichen und leugnen das Übernatürliche. Damit schaden sie sich am Ende selber - wie die Siedler in Nordamerika und Afrika, die die nach oben wachsenden Bäume als nutzlos rodeten und damit nur Wüsten geschaffen haben. Leider sind die Führer der "kath." Kirche heute vom würdigen Gottesdienst zu einem veräußerlichten Menschenkult übergegangen und machen sich dadurch als "schalgewordenes Salz" ( zit. Jesus) selbst überflüssig.

  • 136 Gerd SR-71 A 03.05.2019, 13:52 Uhr

    Mit der grandiosen MODERATION, dem hervorragend und ausdrücklich christglaubens-gegnerischen Gast-Experten & den dazu ausgesuchten ANRUFERN wurde mal wieder "gut" da HalaLi auf den christlichen Glauben eröffnet: -- > Auch wenn anfänglich mit 2 - 3 Anrufern so getan wurde, daß es anders/ fair werden könnte, so konnten ( - anti-/katholische Einwürfe wie auch hier im Gästebuch, um die bekannten antichristlichen Affekte abzurufen, kommen da nur recht ) leider auch mit Aussagen, warum einem nur/ganz individuell Glauben und Kirche wichtig sei, jede GRUNDLEGENEDE Aussage, wichtig auch für Atheisten oder bezügl. dem GRUNDGESETZ und der Erhaltung der verfassten Individual-FREIHEIT, nach dem jüdisch-christlichen Menschenbild -- wie ich sie dem Studio dargelegt habe - erfolgreich aus der ach so vielgestaltig eingeleiteten Sendung herausgedrängt werden. Ein typisches WDR-Produkt des Kulturkampfes.

  • 134 Agnostiker 03.05.2019, 13:47 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 133 Traudel Wimmer 03.05.2019, 13:45 Uhr

    Der Vatican hat die höchste Verbrecherquote auf engstem Raum weltweit.

    Antworten (2)
    • Gerd SR-71 A 03.05.2019, 13:54 Uhr

      Traudel Wimmer heute, 13:45 Uhr Der Vatican hat die höchste Verbrecherquote auf engstem Raum weltweit.

    • Gerd SR-71 A/@Redaktion! 03.05.2019, 13:57 Uhr

      >> Traudel Wimmer heute, 13:45 Uhr Der Vatican hat die höchste Verbrecherquote auf engstem Raum weltweit.< Soetwas ist brutalste Primitvsthetze; daß SIE im WDR sowas stehen lassen zeigt auch, wie es im WDR so tickt.

  • 132 Blondie´s Herrchen 03.05.2019, 13:42 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 131 Ich habe... 03.05.2019, 13:41 Uhr

    ...mich noch NIE davon beeindrucken oder gar beeinflussen lassen, was irgendein Mensch der Kirche mir erzählen wollte. Als ich 1978 aus der Kirche austrat, erhielt ich vom (evang.) Pfarrer meiner zuständigen Kirchengemeinde einen Brief, wie er armseliger gar nicht hätte sein können. Für mich ein deutliches Zeichen, dass meine Entscheidung richtig war. Damals veranlasste mich das dazu ein Gespräch mit ihm zu führen, das ihn nicht unberührt ließ. Ich war schon immer sehr an Spiritualität interessiert und hatte damals bereits Berührung mit dem Buddhismus gehabt, was mich nachhaltig wesentlich mehr beeinflusst hat, als alles, was ich bis dahin kannte. Diesen Schritt habe ich nie bereut, hat er mich doch Dinge gelehrt, von denen die Kirchenleute nicht mal eine Ahnung haben, wie mir sehr deutlich schon mehrfach bewiesen wurde.