Live hören
Jetzt läuft: Moon glide von Praful

Schafft die Grundrente Gerechtigkeit?

Hände einer älteren Person halten Geldscheine

Schafft die Grundrente Gerechtigkeit?

Die Grundrente wird kommen – das hat der Bundestag nach jahrelangem Streit nun beschlossen. Sie soll Renten mit kleinen Bezügen aufbessern. Eine gerechte Sache? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

"Wer sein Leben lang gearbeitet hat, ist auch im Alter abgesichert" – dieses Kernversprechen des Sozialstaates soll die Grundrente laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erneuern. Sie sei ein Signal für Respekt und mehr Leistungsgerechtigkeit.

Kritiker*innen hingegen sagen: Die Grundrente habe kein vernünftiges Finanzierungskonzept und werde nur wenig gegen Altersarmut ausrichten. Außerdem sei sie ungerecht: Wer etwa 32 Jahre in Vollzeit gearbeitet hat, bekommt sie nicht. Wer 33 Jahre einen Halbtagsjob gemacht hat schon. Denn Voraussetzung sind mindestens 33 Beitragsjahre in der Rentenversicherung.

Starten soll die Grundrente zum 1. Januar 2021. Ab dann sollen die Renten von rund 1,3 Millionen Menschen um bis zu 400 Euro aufgestockt werden. Wie hoch die Grundrente ausfällt, ist abhängig vom Bedarf: Übersteigen die monatlichen Gesamteinkünfte einen Freibetrag von 1.250 Euro, wird der Rentenaufschlag damit verrechnet.

Der Datenabgleich für die Einkommensprüfung zwischen der Rentenversicherung und den Finanzbehörden soll automatisch erfolgen. Einen Antrag auf Grundrente muss daher niemand stellen.

Was ist Ihre Meinung zur Grundrente? Schafft sie Gerechtigkeit? Ist sie ein gutes Mittel, geringe Renten aufzubessern? Oder profitieren gar nicht diejenigen von der Grundrente, die sie eigentlich brauchen würden? Sind Sie vielleicht selbst betroffen? Wie blicken Sie auf die Finanzierung der Grundrente?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Holger Balodis, Autor und Rentenexperte

Redaktion: Ulrich Horstmann und Jessica Eisermann

Schafft die Grundrente Gerechtigkeit?

WDR 5 Tagesgespräch 03.07.2020 46:01 Min. Verfügbar bis 03.07.2021 WDR 5

Download

Kommentare zum Thema

97 Kommentare

  • 97 Anonym 03.07.2020, 13:59 Uhr

    Eine Grundrente würde nur dann mehr Gerechtigkeit als bisher schaffen, wenn jede geleistete Arbeit berücksichtigt wird und nicht nur Halbtags- oder Scheinarbeit ab 33 Jahren Dauer. Denn bei den früher durch Kriege und heute durch Diskriminierung, Sozialabbau oder Hartz IV verursachten Brüchen in der Karriereplanung kommt kaum noch jemand auf 33 Arbeitsjahre. Aber um die übliche Torpedierung bzw. die Verhinderung der Grundrente durch ihre Fundamental-Kritiker zu verhindern, sollte diese Rente erst einmal gezahlt und unter Berücksichtigung der zunehmenden Erfahrungen hinsichtlich der Härtefälle und des Missbrauchs ständig weiter optimiert werden.

  • 96 Albert Dreistein 03.07.2020, 13:58 Uhr

    So wie die gesamte Welt auf Binarität von Tag & Nacht, mobiler Fauna & unmobiler Flora, Sonne & Regen usw. usw. bis hin zu den binären Zahlen 1 und 0 des Internets gründet und nur deshalb ein grüner, lebendiger Planet ist, so braucht auch das Geld und all seine Währungen in der Welt eine Binarität, um all die vielen Schieflagen in de Welt vom Armenhaus Deutschland bis zum Syrienkrieg beenden zu können. Und diese Geld-Binarität ermöglicht das BGE für Alle. Denn Binarität besteht nun mal aus Gegenpolen, so wie vergleichsweise die Sonne in der Nacht völlig weg ist und wie vergleichsweise bei der binären Zahl 0 in der Digitalelektronik gar kein Strom fließt. Und dieser nötige binäre Gegenpol zum leistungsgebundenen Geld ist das Geldgeschenk BGE für Alle. Die staatlich verklausulierte Grundrente hingegen erfüllt nicht diesen nötigen binären Geld-Gegenpol.

  • 95 BGE geht anders 03.07.2020, 13:58 Uhr

    Wir haben derzeit Juli 2020. Wenn es die Rentenversicherung nicht mal bis zum 1.1.2021 schafft, diese Grundrente zu realisieren wegen der damit verbundenen hochnotpeinlichen Groko-Heiligen Einkommens- und Vermögensinquisition, sondern dafür bis Juli 2021 benötigt, dann wird damit auch klar, daß dieses neue Groko-Bürokratiemonstrum Millionen arm Gearbeitete in Wohnungszwangsräumung, Obdachlosigkeit und Existenzvernichtung treiben wird. Denn ähnlich wie bereits heute schon in Hartz4 und GruSi Alltag, braucht das Amt schon bei der geringsten Änderung der persönlichen finanziellen Verhältnisse viele Monate bis schon mittlerweile Jahre für die Leistungsneuberechnung, während bis dahin immer öfter die Sozialleistung ganz eingestellt wird und somit der Wohnungsverlust droht. Und chronisch überlastete Sozialgerichte schaffen da auch keine Abhilfe.

  • 94 Hans-Norbert Bähr 03.07.2020, 13:48 Uhr

    Da ich vorhin danach gefragt wurde: die Stichwörter "Rente" und "Schweden" bei google liefern Informationen zur Teil-Invest-Rente, z.B. ein Artikel von Focus!

  • 93 1.400 EUR BGE für Alle 03.07.2020, 13:45 Uhr

    Wenn man als Bundesregierung eh nicht gewillt ist, wie in den Niederlanden eine hinreichende, menschenwürdige Grundrente in Deutschland zu realisieren, dann kann man´s auch gleich ganz lassen und die arm Gesteuerten und auf GruSi-Niveau Abgefrackten weiterhin in der GruSi drin lassen. Denn diese "Grundrente" bedeutet nun den doppelten Bürokratieaufwand für Rentenversicherung und Sozialamt. Aber offenbar kommt es der Groko genau darauf an, die arm Gearbeiteten zwischen diesen beiden Institutionen zu zermürben und zu zerreiben.

  • 92 Karl-Theodor 03.07.2020, 13:43 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • 91 Plausi Controlletti 03.07.2020, 13:42 Uhr

    Herr Schmitz-Forte hat eine gute Wahl mit dem Gesprächspartner getroffen, wenn er sie dann auch treffen darf. Endlich mal ein WirtschaftsWISSENSCHAFTLER und kein WirtschaftsIDEOLOGE. Die Grundrente schafft keine Gerechtigkeit sondern mindert geringfügig die Ungerechtigkeiten. Ein ungerechtes System kann man nicht gerecht machen, was die wiederholten Hinweise des Fachmanns auf die Rentensysteme unserer besser zivilisierten Nachbarn wie Österreich, Schweiz, Holland und Skandinavien zu Tage brachten, die sich bessere Systeme leisten können. Die Heiligsprechung des deutschen Rentensystems ist in seiner Scheinheiligkeit nicht zu ertragen

  • 90 BGE geht anders 03.07.2020, 13:40 Uhr

    Kann sich jeder selber aussuchen, ab SPD-Heil mit der "Grundrente" Millionen arm Gearbeitete verhöhnt, verspottet, veräppelt, austrickst oder verdummt.

  • 89 1.400 EUR BGE für Alle 03.07.2020, 13:38 Uhr

    Für umwelt- und klima-schädigende und somit zukunftslose Goßkonzerne sind Milliarden Euro-Staatssubventionen als Corona-Soforthilfe kein Problem. Aber für eine anständige, entbürokratisierte und grundgesetzkonforme Grundrente wie in den Niederlanden längst Realität ist in Deutschland kein Geld da ?

  • 88 Anna Elisa 03.07.2020, 13:34 Uhr

    Man wirft den Rentnern immer wieder kleine Brocken hin, damit sie nicht aufmüpfig werden und zahm bleiben: Rente mit 63, 2 x Mütterrente, jetzt die Grundrente. An das wirkliche Problem, nämlich die Pensionen, traut sich keiner ran. Man hat es früher damit begründet, dass Staatsbedienstete auch viel weniger verdienen, als Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft. Deshalb bekämen sie auch später eine bessere Rente. Diese Ungleichheiten im Verdienst gibt es ja schon lange nicht mehr, heute ist es eher umgekehrt. Ich verstehe nicht, womit die höheren Pensionen bei den Staatsbediensteten begründet sind. An dieses Problem traut man sich nicht ran, kein Politiker wird seine eigene Altersversorgung und die seiner Genossen im öffentlichen Dienst verkleinern. Man müsste vor dem Bundesverfassungsgericht (oder Europ. Gerichtshof) klagen, denn für gleiche Arbeits-Lebensleistung müsste es die gleichen Renten/Pensionen geben. Würde das wieder von Beamten entschieden??? Dann wird alles so bleiben.

    Antworten (1)
    • Maria E. 03.07.2020, 13:53 Uhr

      Da haben Sie in der Tat ein Problem angesprochen, das TABU ist. - Wie oft hat man schon hören müssen, dass die Renten in Zukunft (?) nicht mehr sicher seien und dass jüngere Menschen an eine zusätzliche Altersversorgung denken sollten. - Noch NIE war davon die Rede, dass die Pensionen nicht sicher seien und das, obwohl Beamte (soviel ich weiß) keine Beiträge für ihre künftigen Pensionen abführen. Was die Gehälter der Beamten anbetrifft, so habe ich mal gelesen, dass ein Beamter ohne besonderen Rang ca. 40% mehr verdient als ein einfacher Angesteller in der freien Wirtschaft. Ich finde, dass wir heutzutage einen FEUDALSTAAT haben wie noch nie zuvor: die sogenannten Volksvertreter kosten das Volk mehr als der Adel je gekostet hat (der war nicht so zahlreich). Unser Bundestag hat mehr Abgeordnete als jedes andere Land auf der Welt, mit Ausnahme von CHINA, das ca. 1.3 Milliarden Menschen hat. - Soviel zu unserem Rechtsstaat und zur sozialen Gerechtigkeit.

  • 87 Bernhard Gottschling 03.07.2020, 13:33 Uhr

    Super! Erst ändert man die Rentenformel so, dass die Beitragszahler kaum noch was rauskriegen, und anschließend kommt dann eine Mogelpackung mit dem Namen "Grundrente". Am Grundproblem ändert das zwar nichts, aber man kann sich als soziale Wohltäter profilieren. Die nächste Wahl kommt bestimmt, ein bisschen Imagepflege kann ja nie schaden.