Corona-Regeln: Vernunft gegen Freiheit?

Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Beschränkungen halten sich dicht gedrängt auf der Straße des 17. Juni auf.

Corona-Regeln: Vernunft gegen Freiheit?

Am Wochenende sind tausende Menschen zusammengekommen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Bewusst wurde auf Abstandsregeln und die Maske verzichtet. Wie denken Sie darüber? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Nach der Großdemo gegen die Corona-Maßnahmen am Wochenende stellt sich wieder die Frage: Wie weit darf die Freiheit einzelner eingeschränkt werden, um die Gesellschaft zu schützen? Demonstrationen, Versammlungen und Kundgebungen sind wichtige Grundpfeiler für die demokratische Gesellschaft. Unter normalen Umständen, würde dies auch nicht angezweifelt, aber dieses Jahr ist alles andere als normal. Wir befinden uns immer noch inmitten einer globalen Pandemie. Während die Lage in anderen Ländern nach wie vor katastrophal ist, diskutieren wir über Urlaub, Partymachen und Großveranstaltungen.

Gleichzeitig zieht es viele junge Leute an sonnigen Wochenenden wie diesem nach draußen. Nach Monaten der strengen Kontaktbeschränkungen wollen sie endlich wieder ausgehen, sich nicht dauerhaft in ihrem Freizeitverhalten einschränken. Doch mit steigendem Alkoholpegel sinkt der Respekt für die geltenden Corona-Regeln.

Einige Städte denken daher über ein Alkoholverbot an Partymeilen nach. In Hamburg ist an diesem Wochenende an einigen Orten der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol verboten, eine ähnliche Regelung gilt in Bremen.

Zudem sind an einigen Orten beliebte öffentliche Plätze seit Wochen gesperrt. In Köln hat sich der Krisenstab der Stadt nach Beratungen gegen ein Alkoholverbot an Feier-Hotspots entschieden.

Laut ZDF-Politbarometer befürwortet eine Mehrheit der Deutschen mit Blick auf die Randalen in Stuttgart und Frankfurt ein Alkoholverbot auf deutschen Plätzen.

Wie erleben Sie diese Situation? Wie streng sollten unsere Corona-Regeln sein? Sehen Sie Möglichkeiten, die Lage ohne Verbote zu verbessern? Und sehnen Sie sich selbst auch wieder nach mehr Freiheiten?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Dieter Frey (Sozialpsychologe, LMU München)

Redaktion: Dirk Müller und Moritz Folk

Corona-Regeln: Vernunft gegen Freiheit?

WDR 5 Tagesgespräch 03.08.2020 49:10 Min. Verfügbar bis 03.08.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

211 Kommentare

  • 211 mumba 03.08.2020, 13:59 Uhr

    Ich teile nicht die Meinungen und Aussagen der Demonstranten. Allerdings läßt sich an dieser Demo und der politisch-medialen Nachbehandlung einiges über diesen Staat und seine Protagonisten lernen: Vor kurzem sind die Fußbller,M aus Bielefeld und Verl aufgestiegen: Es gab Massenaufläufe, Auto-Corsi , in denen -damals verboten - Fremde in einem Auto fuhren und einen Vereinspräsidenten, der im WDR-Lokalfernsehen zugab, auch ohne Maske Spieler umarmt zu haben. Das verständnisvoll-zustimmende Nicken der Moderatorin trieb mir die Galle hoch. Im Anschluß weder Schlagzeilen über "Fußball-Covidioten", kritische Berichterstattung im Rundfunk oder der Presse; der BM aus BI konnte sich ohne kritische Nachfragen mit einem Verweis auf das Ordnungsamt sowie der Aussage, er wäre ja nach dem Spiel nach Hause gefahren, aus der Affäre ziehen. Man muß die Demonstranten nicht mögen oder ihre Ansichten teilen, aber Beschimpfungen und Beleidigungen tragen gewiß nicht zur Verbesserung des gesell. Klimas bei

  • 210 George Clayton 03.08.2020, 13:59 Uhr

    Es gibt keine Möglichkeit, die Lage ohne Verbote zu bessern, da ein Teil der Bevölkerung für Vernunftargumente nicht zugänglich ist. Wie will man Anhänger von Verschwörungstheorien dazu bringen, seinen Verstand zu gebrauchen, wenn er jedes vernünftige Argument, dass seiner eigenen Meinung nicht entspricht, als Lüge oder Teil einer perfiden Verschwörung ansieht?

  • 209 Jean-Claude 03.08.2020, 13:59 Uhr

    Wenn Rechte, Linke, Religiöse und Sonstige (m/w/d) gemeinsam(!) für bzw. gegen eine Sache auf die Straße gehen, zeigt das eigentlich nur, dass die vielgescholtene "Demokratie" irgendwie doch ganz gut zu funktionieren scheint. Dem Staatswesen scheint das m.E. eher nicht zu gefallen.

  • 208 @Mitmarschierer in Berlin 03.08.2020, 13:59 Uhr

    Hoffentlich haben Sie sich nicht angesteckt. Bei Ihrem verantwortungslosen Verhalten bestände sonst akute Infektionsgefahr für Ihr Umfeld

  • 207 Wer wird Millionär? 03.08.2020, 13:59 Uhr

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  • 206 Martin R. 03.08.2020, 13:59 Uhr

    Der Meinungsaustausch war wieder nett heute. Bis morgen.

  • 205 Simone I. 03.08.2020, 13:58 Uhr

    Danke an den WDR, dass er Hörerin Fischer u. Hörer Vorberg u. Post sendeten. Eigene Formulierungen aber waren verbesserungswürdig: "kam zusammen, was nicht zusammengehört". Also lieber Spaltung der Gesellschaft in Lager? - 'Wir sind das Volk' sei historisch belegt? Schlimm wär`s! Auch darf man die StVO und die Wehrpflicht, die sich aus Ordnungserfordernis bzw. Aufgaben des Gemeinwesens herleiten, nicht mit juristisch fragwürdigen spontanen Notstandsgesetzen vergleichen und als 'Regeln' verharmlosen. Öffentliche Demonstranten sind keine Egoisten, sondern opfern aus Gemeinsinn private Zeit und Geld. Wir können gar nicht genug von diesen mutigen Mitbürgern haben.

  • 204 MarcoM 03.08.2020, 13:58 Uhr

    2/2: "... Wenn auf einer mutmaßlich unseriösen Grundlage so schnell und so einfach ein Ausnahmezustand kreiert werden kann, dann nährt das bei vielen Bürgern Ängste, auch für weitere Entwicklungen in der Zukunft. Und diese Sorgen gehen weit über aktuelle Alltagseinschränkungen hinaus, und sie haben wenig mit einem asozialen Hedonismus zu tun. Im Gegenteil: Wenn man den Spruch „Wehret den Anfängen“ ernst nimmt, so muss man den Impuls vieler Bürger nachvollziehen, einer möglicherweise heraufziehenden und jeweils mit „übergeordneten Gütern“ begründeten Überwachungs-Gesellschaft entgegentreten zu wollen. Diese Ängste mag man je nach Standpunkt als übertrieben empfinden. Aber abtun, wie man es in den vergangenen Wochen erlebt hat, sollte man sie nicht."

  • 203 Dr.osten 03.08.2020, 13:58 Uhr

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  • 202 MarcoM 03.08.2020, 13:58 Uhr

    PPS: 1/2: "Zur weit verbreiteten Praxis, das Unbehagen über die Corona-Politik als hedonistischen Egoismus abzutun, sei hier noch angemerkt: [...]. Auf der anderen Seite geht es aber sehr vielen Bürgern nicht zu allererst um die akuten Einschränkungen wie die Maskenpflicht. Die würden viele Menschen wohl durchaus akzeptieren, wenn sie nicht das Gefühl hätten, dass die Begründung für die aktuellen Einschränkungen auf unseriösen Daten beruht und dass seriöse Fragen danach bereits als Ketzerei verdammt werden. Darum pochen zahlreiche Skeptiker auch genau darauf: Nämlich festzustellen, ob die Zahlen- und Daten-Grundlage für die bis vor einigen Monaten undenkbaren politischen Schritte so fehlerhaft und unseriös ist, wie es den Eindruck macht. [...] ..."

  • 201 Hans-Norbert Bähr 03.08.2020, 13:57 Uhr

    Die Gästelisten in den Restaurants machen nur Sinn, wenn auch der Perso vorgezeigt wird. Warum nicht? Ich bin dafür. Und die Polizei darf gerne diese Listen zur Verbrecherjagd benutzen. Allzu lange wurde auf die Bösen zu viel Rücksicht genommen zu Lasten der Guten!