Seenotrettung in Italien: Wie helfen?

Flüchtlinge in einem Schlauchboot in Seenot im Mittelmeer

Seenotrettung in Italien: Wie helfen?

Italien stellt die private Seenotrettung unter Strafe: wenn Helfer unerlaubt durch italienische Gewässer fahren, müssen sie zahlen. Eine Welle der Kritik überschwemmt das Land. Zu Recht? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Italien will private Hilfsorganisationen mit verschiedenen Strafmaßnahmen daran hindern, Migranten auf dem Mittelmeer zu helfen. Schiffe dürfen nicht mehr ohne offizielle Erlaubnis durch italienische Gewässer fahren. Tun sie es dennoch, müssen Kapitän, Betreiber und Besitzer bis zu 50.000 Euro zahlen – die Regierung hat jetzt ein entsprechendes Dekret beschlossen.

Die Idee geht auf Innenminister Matteo Salvini zurück, er möchte die Hilfe von Nichtregierungsorganisationen am liebsten komplett streichen. Zuletzt hatte er einem Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch verboten, in Italien anzulegen. Gegen dessen Kapitän wird jetzt wegen Beihilfe zu illegaler Einwanderung ermittelt.

Die Vereinten Nationen zeigen sich entsetzt über das verschärfte Vorgehen gegen Flüchtlings-Hilfsschiffe und sprechen von einem Verstoß gegen die Menschenrechte. Das ausländerfeindliche Klima gegen Migranten werde angeheizt, die Hilfsorganisationen kriminalisiert. Sea-Watch lässt sich währenddessen nicht abschrecken: "Unterlassende Hilfeleistung ist eine Straftat und für uns keine Option."

Was spricht aus Ihrer Sicht für oder gegen die private Seenotrettung? Sollten die Helfer unterstützt werden? Oder braucht es strengere Regeln? Warum greift Italien Ihrer Meinung nach zu diesen staatlichen Verboten? Fehlt es an europäischer Unterstützung?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.


Gast: Jörg Seisselberg, ARD-Korrespondent Rom

Redaktion: Beate Wolff und Gundi Große

Seenotrettung in Italien: Wie helfen?

WDR 5 Tagesgespräch 13.06.2019 44:55 Min. Verfügbar bis 12.06.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

136 Kommentare

  • 136 Anonym 13.06.2019, 13:59 Uhr

    Hilfe für Schleuser?

  • 135 Dirk 13.06.2019, 13:59 Uhr

    Nein, der “italienische Weg“ ist der Richtige, und zwar in dem Sinne, dass andere europäische Länder ebenso handeln sollten, um nicht noch mehr kulturell nicht zu uns passende Armutsflüchtlinge „zu uns“ zu lassen; und nicht in dem Sinn, dass Italien weiterhin als Einfallstor zum „gelobten Asylland“ geletn sollte, wie schon der vom BamF 2014 in Auftrag gegebene „Werbefilm für das gelobte Asylland Germany“ ab dem Sommer 2015 seine Wirkung zeigte und auch weiterhin mittels des politisch gewollten Familiennachzugs auch für nur geduldete Sozialflüchtlinge zeigt!

  • 134 Facel 13.06.2019, 13:58 Uhr

    Es handelt sich ja nicht um "Seenot" sondern um "Nötigung" zur Rettung, weil es im Kalkül der "Fluchthelfer zu teuer, zu unwirtschaftlich ist, mit geeignetem Gerät die Flucht zu machen. Der Funkverkehr wird auch nicht bedient, weil man nicht auffallen will, erst wenn es fast zu spät ist, werden Helfer herangebeten. Wegen der kurzen "Vorwarnzeiten" braucht man auch nur solch ein dichtes Netz an Seenotretter. Die Retter sind das eingepreiste Element des Fluchthilfe-Gewerbes. Jeder Staat oder Staatenbund, der seine Grenzen halbwegs ernst nimmt, muss diese Ausprägung der Fluchhilfe in Schranken verweisen.

  • 133 Jost Bender 13.06.2019, 13:57 Uhr

    Immer die selbe unsachlich-moralisierende Debatte, in der zunächst keine der notwendigen Differenzierungen Raum hatte - bis dann erst kurz vor Schluss dankenswerterweise die Herren Degen (u. Post) für etwas Versachlichung sorgten. Danke dafür. - Rettung: Immer! - Automatischer Transfer direkt aus den Libyschen Hoheitsgewässern in Europäische Asylunterkünfte: Nein. Herrn Mulinaris Idee von der Weltbürgerfreizügigkeit dagegen widerspricht nicht nur unserer Rechtslage, sondern wäre auch das Ende des sozialen Friedens in ganz Europa.

  • 132 P und S 13.06.2019, 13:56 Uhr

    Die Mär Fluchtursachen bekämpfen .Afrika ist reich an Bodenschätzen und Agrarland ,aber Afrika wird verkauft von ihren eigenen Politiker ! Und das ist Fakt .

  • 131 Nostradamus 13.06.2019, 13:53 Uhr

    Ich will ja nicht unmenschlich erscheinen - jedoch finde ich es nicht in Ordnung all diese Menschen auch noch hier aufzunehmen. Je mehr wir noch aufnehmen, aus welchen Gründen auch immer, desto mehr werden einen Anreiz finden ebenfalls zu kommen, egal ob mit oder ohne Erfolgsaussicht. Und deshalb bin ich sehr dafür die Grenzen für alle Nicht-EU-Bürger komplett dicht zu machen und hier die Wachsamkeit erheblich zu verstärken, um illegale Einwanderungen zu verhindern. Jeder der illegal einwandert muss binnen 48 Stunden wieder abgeschoben werden. Alles andere hat keinen Sinn. Die Verhältnisse sind bereits jetzt schon angespannt und schwierig genug hier im Land. Die Politiker haben das noch nicht wirklich erkannt. So etwas wie 2015 darf sich auf gar keinen Fall wiederholen denn das wird uns komplett den Hals brechen, der jetzt bereits mehr als angeknackst ist. Auch wird dieses Land nicht noch mehr Muslime verkraften.

  • 130 Martin R. 13.06.2019, 13:51 Uhr

    Die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer ist doch lediglich Symtom-Herumdokerterei. Langfristig kann nur Fluchtursachenbekämpfung eine Lösung sein, die auch mit den Interessen der einzelnen Völker Europas vereinbar ist. Es ist doch mittlerweile deutlich erkennbar, dass es von einer steigenden Anzahl Menschen nicht länger gewünscht wird, dass immer mehr Flüchtlinge nach Europa kommen. Die Wahlergebnisse, z.B. Dänemark, zeigen es doch!

  • 129 Es ist wie es ist 13.06.2019, 13:51 Uhr

    Anstelle von "Seenotrettung in Italien: Wie helfen?" hätte nach meiner Sicht der Dinge die Überschrift auch lauten können "Schleusen nach Italien: Wie helfen?". Die derzeitige Seenotrettung führt nur die mit unzureichenden Schlauchbooten durchgeführte Schleusung von Afrika nach Europa fort. Ich stehe voll hinter der italienischen Linie. Aufgefundene Migranten sollten unmittelbar an der nordafrikanischen Küste wieder abgesetzt werden. Dort sollten Asylanträge geprüft werden. Wenn das konsequent durchgeführt wird, spricht sich das schnell herum und hört die Flucht über das Mittelmeer schnell auf. Alle anderen Hilfs-Alternativen führen nur dazu, daß Millionen von Migranten Europa überschwemen würde.

  • 128 Ernie von Bert 13.06.2019, 13:47 Uhr

    Das Bedingungslose Grundeinkommen macht faul ? Schön wär´s und ein Grund mehr, es in Afrika einzuführen. Denn dann kommt aus lauter Faulheit kein Afrikaner mehr auf die Idee, nach Europa auszuwandern.

    Antworten (1)
    • Anonym 13.06.2019, 13:53 Uhr

      Das ist wenigstens einmal ein Grund, das BGE in Afrika einzuführen, natürlich bezahlt von Deutschland.

  • 127 Jost Bender 13.06.2019, 13:47 Uhr

    Jörg Seisselberg ‚druckste‘ eingangs auf die Frage nach dem Pull-Faktor übelst herum, dabei brachte er selbst - aus Versehen - später den eindeutigen Beleg für diesen Zusammenhang: Obwohl das Risiko für diese Schlauchbootpassagen aktuell 40% höher ist, als zur Hoch-Zeit der fünf oder sechs NGO-Schiffe direkt vor der Libyschen Küste, ist die Zahl der Opfer/ der Ertrunkenen in absoluten Zahlen tatsächlich stark zurückgegangen, weil die repr. Linie Italiens sich schnell ‚herumgesprochen‘ hat - und schlicht sehr viel weniger Menschen in Libyen in d. lebensgef. Schlauchboote steigen. Auch Seisselbergs Narrativ von den ‚alleingelassenen Italienern‘ ist angesichts der Jahre seit 2015 postfaktisch + absurd. Bei uns sind über Jahre mehr Asylbewerber von den Mittelmeeranrainerstaaten angek., als i.d.Z. übers Mittelmeer nach Italien gelangt sind. Wer - wie Italien - ü. Jahre konstant Zehntausende Menschen in Züge gen Norden setzt, kann nicht zusätzlich noch die Aufn. gr. Kontingente verlangen.

  • 126 Paul Harwey 13.06.2019, 13:45 Uhr

    Afrika braucht Bürger-Macht, Freiheit, Selbsthilfe und Selbstbestimmung von unten anstatt die Flüchtlingsströme auslösende Diktaturen-Macht von oben. Auch deshalb ist es Zeit, in Afrika das Bedingungslose Grundeinkommen einzuführen.

    Antworten (1)
    • Martin R. 13.06.2019, 13:56 Uhr

      Aus welcher Kasse wird es bezahlt? Und wer killt den Diktator und die korrupte Brut, damit sie sich nicht an der Kasse vergreift?