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Quo vadis, katholische Kirche?

Papst Franziskus sitzt auf einem Stuhl und spricht in ein Mikrofon.

Quo vadis, katholische Kirche?

Die große Reform bleibt aus, der Papst hält am Zölibat fest. Auch in Ausnahmefällen dürfen keine verheirateten Männer als Priester geweiht werden. Wie viel Reform hat die katholische Kirche nötig? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch.

"Querida Amazonia" ("Geliebtes Amazonien") heißt das lang erwartete Lehrschreiben zur Amazonas-Synode, das Papst Franziskus nun veröffentlicht hat. Doch die Kirchenrevolution bleibt aus. Zwar vermeidet Papst Franziskus eine klare Aussage zur Lockerung des Zölibats. Doch den Vorschlag, in der Amazonas-Region verheiratete Männer zum Priesterdienst zuzulassen, greift er nicht auf. Auch bei einem anderen Thema der Synode setzt Papst Franziskus auf den Status Quo. Das bedeutet: Der Weg zum Diakonat bleibt Frauen weiter verwehrt.

Das Schreiben sorgt bei den Befürwortern von Kirchenreformen für Ernüchterung. Der Moraltheologe Daniel Bogner spricht von einer "Riesenenttäuschung". Der reformorientierte Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sieht in dem Schreiben jedoch keine grundlegende Entscheidung zum Zölibat. "Ich habe nicht den Eindruck, dass der Papst das Thema vom Tisch nimmt", sagte er. In konservativen Kreisen stieß das Schreiben auf große Zustimmung.

In Deutschland streiten Konservative und Modernisierer seit Jahren über die Zukunft der katholischen Kirche. Auch vor dem Hintergrund von Missbrauchs- und Vertrauensskandalen steckt die katholische Kirche in der Krise. Immer mehr Menschen treten aus.

Welche Reformen braucht die Kirche? Oder sind Reformen der falsche Weg? Was denken Sie über das neue Schreiben des Papstes? Was bedeutet die Entscheidung für die katholische Kirche in Deutschland? Wie könnte es die katholische Kirche aus der Krise schaffen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr!

Gast: Theo Dierkes, Leiter WDR-Religionsredaktion

Redaktion: Dirk Müller und Heiko Hillebrand

Quo Vadis katholische Kirche?

WDR 5 Tagesgespräch 13.02.2020 45:18 Min. Verfügbar bis 12.02.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

110 Kommentare

  • 110 Dirk 13.02.2020, 13:59 Uhr

    Das Zölibat ist völlig unbiblisch u. somit kein christliches Gebot! Nach 1.Tim.3:2-5.12 (Vgl. auch 1.Tim.4:3) sollen nämlich auch Bischöfe u. Diakone verheiratet sein! Jesus war unverheiratet, weil nl. Seine Gemeinde „die Braut Jesu“ darstellt; vgl. Eph.5:25; Offb.19:7; 21:2. Jesus sagte (Matth.15:9): „Vergeblich verehren sie mich; was sie lehren, sind Satzungen v. Menschen.“ So hat d. Kath. Kirche im 4. Jhd. die ewig gültigen Zehn Gebote Gottes (wie in Dan 7:25 vorhergesagt, aber nach u.a. Lk.16:16-17 ungültigerweise) geändert; vergleichen Sie die biblischen Zehn Gebote mit denen d. Kath. u. Evang. Kathechismus! So hat sie u.a. den nach dem 4.Gebot allgemeingültigen Sabbat durch die unbiblische Sonntagsheiligung ersetzt, um zwecks Machtausbau zur Staatsreligion auch unbekehrte Heiden, die der Sonne einen Tag weihten, in d. Gemeinde zu integrieren. So ist d. Kath. Kirche nach 1.Tim.3:15 längst nicht mehr „die Kirche d. lebendigen Gottes […], Säule u. Fundament der Wahrheit.“

  • 109 Herbert Knebel 13.02.2020, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 108 Quelle der Erleuchtung 13.02.2020, 13:59 Uhr

    Seit Papst Franziskus sollte nun fast jeder wissen, dass das Oberhaupt des Katholizismus nicht unfehlbar ist, sondern dass Er nur das Amt der Unfehlbarkeit ausübt. Außerdem bestimmt der katholische Papst auch nicht über die weitere geistige Grundlage des Katholizismus, sondern die wird vom elitären römisch-katholischen Senat bzw. von den Höflingen der furiosen Kurie im Einvernehmen mit ihrer erwarteten Rentabilität dieser Grundlage festgelegt. Ein Papst, der sich gegen diese Kurie stellt, kann dadurch natürlich sein irdisches Leiden deutlich verkürzen, indem er sich viel schneller als heilig Gesprochener für die Erlösung der restlichen Welt instrumentalisieren lassen kann. Der letzte deutsche Papst hat daher noch vor seiner Heiligsprechung vorsichtshalber gekündigt, weil sein Glauben an das Ewige Leben offenbar noch mit einem letzten Rest des Zweifels behaftet zu sein scheint. Denn auch der Heilige Schein ist trotz seiner durchaus erwünschten Eintrübungen noch immer eine Lichtquelle!

  • 107 Anonym 13.02.2020, 13:57 Uhr

    Zum Glauben wird Niemand gezwungen. Jeder muss also selber entscheiden, ob er dem allgemeinen Trend, wie mehrheitliche Abstimmungen, die dem Zeitgeist entspringen, oder den Berichten, Meinungen und Verkündungen der Medien, die vor allem ihren Zeitgeist verbreiten, mehr Vertrauen entgegen bringen, als den Jahrtausend alten Überlieferungen mehr Glauben, Vertrauen und Hoffnung schenken. Wo uns der Meinungs-und Orientierungslosikeit machende Zeitgeist hingeführt hat, wird jeden Tag deutlicher. Gott sei Dank, hat Papst Franziskus den Zeitgeist Reformen nicht zugestimmt.

  • 106 Traudel Wimmer 13.02.2020, 13:56 Uhr

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  • 105 Eberhard Przyrembel 13.02.2020, 13:56 Uhr

    In diesem Tagesgespräch kam erst in einem der letzten Beiträge jemand zu dem Thema, das Herr Dierkes und Frau Backhaus behandelten sollten: Sexualität als Aufgabe für alle Theologen - nicht bloß Zölibat ja/ein. Die Vernachlässigung in der geistigen/geistlichen Durchdringung dieses Bereichs der Schöpfung Gottes wird im "Mißbrauch" dh der sexualisierten Gewalt in der Kirche offenbar und zeigt sich in der klerikalisierten Stellung der Frau in der Kirche: Magd, Dienerin. Kein Wunder, daß sich immer mehr Menschen von einer Kirche abwenden, in der die Hälfte der Schöpfung fehlt.

  • 104 KlartextJetzt 13.02.2020, 13:55 Uhr

    Ewig auf dem sog. Mißbrauchsskandal herumzureiten, führt auch nicht weiter. Ebenso ist das "Zölibat" nicht der einzige zu diskutierende Aspekt. Aus meiner Sicht wichtig ist die Glaubwürdigkeit auch in anderen Fragen: Mit Zustimmung des - finanziell immer noch veritabel ausgestatteten - Bistums Aachen sind zum Beispiel die Kirchengebäude in Keyenberg, Kuckum und Berverath widerstandslos an RWE Power verhökert worden, trotz eindeutiger Aussagen in "Laudato si" von Papst Franziskus. Gleiches gilt für das Erzbistum Köln im Falle von Manheim. Die "Amtskirche" redet sich diesbezüglich stets mit der "Seelsorge vor Ort" heraus. Die Kirche in Manheim ist in gewisser Weise wie eine letzte "Mahnung" an die Amtskirche, daß das Leben im "Jenseits" vor allem vom Verhalten im davor gelebten "Diesseits" abhängt. Welche tiefgreifenden Folgen für Umwelt und Menschen sich aus diesem Verhalten ergeben, kann man sich z. B. heute Abend im "WDR 5 Stadtgespräch" aus Keyenberg ("Garzweiler II") anhören!

  • 103 Armin Findeisen 13.02.2020, 13:53 Uhr

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  • 102 Elmar 13.02.2020, 13:51 Uhr

    "Immer mehr Menschen treten aus.". Ja, aber nicht nur wegen der Skandale. Ich kenne einige, die auch deshalb ausgetreten sind, weil es deren finanzielle Situation nicht mehr zulässt. Sie brauchen das Geld einfach dringender; für Miete und Grundbedarf. Es ist die einzige Steuerart, von der man sich durch Austritt befreien kann und dadurch mehr Nettolohn erhält.

  • 101 Herbert G. wie Grölemeier 13.02.2020, 13:51 Uhr

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  • 100 Karl Theodor 13.02.2020, 13:50 Uhr

    Die Kirche ist bei den Linken immer gelitten, wenn sie Teil ihrer „Zivilgesellschaft" ist, ansonsten gibt es Haue. Margot Käßmann , Bedford-Strohm haben das sehr gut verstanden.