Live hören
Jetzt läuft: Lullaby for Luc von Louvat Bros.

Keine Kohle - Armutsrisiko Ruhrgebiet

Ein Mann trinkt eine Tasse Kaffee bei einem Obdachlosenfrühstück

Keine Kohle - Armutsrisiko Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet ist eine der ärmsten Regionen Deutschlands. Das zeigt der jüngste Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Was tun? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Als "Problemregion Nummer 1" hat der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, das Ruhrgebiet bezeichnet. Die Industrieregion mit rund 5,8 Millionen Einwohnern wird im Armutsbericht des Verbandes mit einer Armutsquote von 21,1 Prozent geführt. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent eines mittleren Haushaltseinkommens zur Verfügung hat.

Besonders der Raum Emscher-Lippe – etwa mit Bottrop, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Datteln oder Gladbeck – schneidet schlecht ab. 2018 waren dort 22 Prozent armutsgefährdet – aber immerhin deutlich weniger als im Vorjahr. Auch anderen Regionen geht es besser. Bekommen die Regionen die Armut langsam in den Griff?

Denn auch bundesweit sinkt die Armutsquote: auf 15,5 Prozent. Besonders gering ist sie im Süden, besonders schlecht ist die Situation in Bremen. Auch in den östlichen Bundesländern gibt es Regionen, die deutlich besser dastehen als die ärmsten Regionen von Nordrhein-Westfalen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert einen "Masterplan zur Armutsbeseitigung": mit einem Mindestlohn von 13 Euro pro Stunde, einer Kindergrundsicherung und der Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes von 424 auf 582 Euro. Das Problem sei hausgemacht, es fehle der politische Wille: "Wenn wir im fünftreichsten Land der Erde seit Jahren super Wirtschaftsdaten haben, aber sich an der Armut kaum etwas ändert, dann ist das ein politisches und kein volkswirtschaftliches Problem", sagte Schneider.

Was meinen Sie? Warum ist die Armut im Ruhrgebiet so hoch? Welche Maßnahmen gegen Armut fordern Sie? Kann sich unsere Gesellschaft eine große Kluft zwischen Armut und Reichtum leisten? Wie erleben Sie Armut im Ruhrgebiet? Erleben Sie auch Reichtum in der Region?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Dr. Klaus-Heiner Röhl, Senior Economist am Institut der Deutschen Wirtschaft

Redaktion: Dirk Müller und Jessica Eisermann

Keine Kohle – Armutsrisiko Ruhrgebiet

WDR 5 Tagesgespräch 13.12.2019 43:27 Min. Verfügbar bis 12.12.2020 WDR 5

Download

Kommentare zum Thema

166 Kommentare

  • 166 THINK BIG & FFF & BGE ! 13.12.2019, 13:59 Uhr

    Minirenten, Dumpinglöhne, Massenverarmung, steigende Obdachlosenzahlen trotz jede Menge Wohnungsleerstand auf dem Land, Landflucht, Städteüberlastung, immer mehr Arbeitsplatzverluste in der Industrierevolution 4.0, Lehrermangel, Pflegenotstand, Klimawandel usw. ........ all das kann man in einer Groko-kleinkarrierten Unpolitik alles wie bisher zusammenhanglos einzeln ab- und umarbeiten und verlagert, chronifiziert und vervielfacht damit immer mehr Probleme. Oder man wählt ganz einfach die Universallösung für all diese Groko-aufgestapelten Probleme: Das BGE für Alle. Mehr darüber und für eine gescheitere Politik des BIG THINK, die auch den nötigen Umwelt-, Natur-, Erdressourcen- und Klimaschutz mit einschließt, u.a. in den Gästebuch-Kommentaren Nr. 1, 3, 5, 13, 43, 47, 52, 74, 87, 108, 112, 140 und 151.

  • 165 Karl Theodor 13.12.2019, 13:59 Uhr

    Mir machen es sich viele zu leicht mit einer pauschalen Kritik am Kapitalismus, natürlich finde ich die Marktmacht von Google, Amazon etc. alles andere als wünschenswert. Ständige Renditeoptimierung ist zerstörerisch für Deutschland sei mal gesagt, dass wir sehr wenige gute Unternehmensführer haben.

  • 164 Alles von der Politik 13.12.2019, 13:59 Uhr

    so gewollt und zielsicher umgesetzt nicht vergessen wer dias Ruhrgebiet mit Menschen gefüllt hat? Diejenigen die davon profitiert haben leben entweder nicht mehr oder nicht in Deutschland....

  • 163 Mikea 13.12.2019, 13:58 Uhr

    Der Gast hat ja durchaus vorgeschlagen: Städte entschulden (entlasten) damit die Gewerbesteuern senken kann, Förderung der Ansiedlung von Gewerbebetrieben. So etwas könnte helfen, wenn es im Kohlenpott noch eine großstädtischen Infrastruktur gäbe. Trotzdem fehlt noch etwas. Geld verteilen allein kann es nicht sein.

  • 162 Traudel Wimmer 13.12.2019, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 161 Udo FLintenberg 13.12.2019, 13:57 Uhr

    Wenn man Hut trägt, dann kann man drunter seine Armut ganz gut verstecken. Wenn das immer noch nicht hilft, dann Sonnenbrille druff und man ist der neue Özi-Udo, der erste Mensch auf der ganzen Welt, wo noch kein Geld arm machte.

  • 160 otto 13.12.2019, 13:55 Uhr

    Auch zu diesem Thema kamen wieder sehr viele Kommentare, die zwar nichts zur inhaltlichen Diskussion beitrugen sondern lediglich bestimmte Personengruppen für Alles und Jedes verantwortlich machen. Dabei übersehen diese Kommentator*innen gerne, das die Probleme hausgemacht sind und ganz andere Ursachen haben.

  • 159 Birgitt Kruse 13.12.2019, 13:55 Uhr

    Jean Ziegler hat sinngemäß gesagt, jedes Kind auf der Welt, das verhungert, wird "ermordet"!! Das weltweite Börsen- und Zockersystem spült ständig den Superreichen unermeßlichen Reichtum zu. Das bedeutet aber auch, dass wenige Menschen und Konzerne die Macht haben, ganze Staaten zu steuern. Die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte bedeutet nun aber, dass wir genau das ändern müssen! Nun kommt hinzu, dass gerade diese Reichen maßgeblich die ökologische Vielfachkatastrophe zu verantworten haben. Wenn wir die Lebensgrundlagen retten wollen, müssen wir allein aus diesem Grund an die Macht und an den Reichtum der Wenigen heran!

  • 158 brygyt 13.12.2019, 13:54 Uhr

    Wir brauchen dringend neue Konzepte für ein Leben in Würde. Teilhabe an Gesundheit und Wohlbefinden, statt immer mehr Industriegüter zu produzieren und dadurch weiter die Natur zu zerstören mit all den Folgen für das Klima und Wohlbefinden. Armut wird aus Unwissenheit und geistiger Einfältigkeit geboren und ist eher den Superreichen und Verantwortlichen in der Politik zuzuordnen.

  • 157 1.400 EUR BGE für Alle 13.12.2019, 13:54 Uhr

    Um die Massenverarmung zu beenden, ist auch ein Umdenken beim Thema Arbeit erforderlich heraus aus der längst widerlegten und bräunelnden Ideologie "Arbeit macht frei & Jedem das Seine", die heute wieder den Nährboden für Intoleranz, Hass und Rechtsextremismus bildet. Stattdessen sollte Arbeit als etwas Biologisches für den Menschen begriffen werden. Und das zeigt auch, daß es keine "Arbeitslosen" und "Faulenzer" gibt, denn jeder Mensch verrichtet bereits eine körperinnere Arbeit vom Herz-Kreislauf bis zur Atmung. Und extern verrichtete Arbeit verrichten daher Menschen nicht wegen Anderer und nicht wegen Geldes (vgl. Ehrenamtler), sondern wegen ihrer eigenen Gesunderhaltung. Da aber nicht jeder Mensch das selbe Arbeitspensum gesundheitlich verträgt oder gar keine Arbeit für seine Gesunderhaltung braucht, ist die AGENDA 2010 somit eher zum Schaden als zum Nutzen der Gesellschaft.

  • 156 Dirk 13.12.2019, 13:53 Uhr

    Die hohe Anzahl an Geringverdienern durch Ausweitung des Niedriglohnsektors u. der geringfügigen Beschäftigungen (sowie d. Privatisierungen staatlicher Wohnungsgesellschaften) u. die Armutszuwanderung sind Folge politischer (Fehl)entscheidungen d. rot-grünen Bundesregierung! In Bremen als “ärmstem“ Bundesland ist d. Armutszuwanderung verglichen mit d. Einwohnerzahl am stärksten. Aus heutigem NRZ-Artikel „Was Armut bedeutet“: „Von der Flüchtlingskrise u. der Armutszuwanderung aus Südosteuropa ist d. Ruhrgebiet als Ballungsraum stärker betroffen als viele andere Regionen. Ins Revier zogen zahlreiche Menschen, die auf die Sozialsysteme vor Ort angewiesen sind. Das schlägt sich in d. Sozialstatistik nieder. …“ Katrin Göring-Eckhardt, 9.10.2013, zum Thema Flüchtlingspolitik: „Es geht…darum, sind wir ein Land, was f. Migrantinnen u. Migranten offen ist, was Leute anzieht. …weil wir auch Menschen hier brauchen, die in unseren Sozialsystemen zu Hause sind u. sich auch zu Hause fühlen können.”