Live hören
Jetzt läuft: Work to do (Instrumental) von Lee Fields & The Expressions

Was bedeutet Ihnen das Grundgesetz?

Das Grundgesetz liegt auf einer Deutschlandfahne.

Was bedeutet Ihnen das Grundgesetz?

Vor 70 Jahren, am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz erlassen. Es regelt die Grundrechte und wie der Staat organisiert ist. Welche persönliche Bedeutung hat das Grundgesetz für Sie? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Zunächst nur als Provisorium gedacht, ist das Grundgesetz seit 1949 die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. "Die Würde des Menschen ist unantastbar." – Artikel 1 des Grundgesetzes ist ein Beispiel für die viel gelobte Klarheit und Zeitlosigkeit des Verfassungstextes. Das Grundgesetz hat im Laufe seiner 70 Jahre etwa 60 Veränderungen erfahren. Zum Beispiel wurde im Jahr 2002 in Artikel 20a der Tierschutz aufgenommen. Aber es gibt Bereiche des Grundgesetzes, die nicht zu verändern sind, wie die verbrieften Grundrechte Gleichberechtigung, Religionsfreiheit oder die Meinungs- und Informationsfreiheit.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte anlässlich des Jubiläums, dass das Grundgesetz ein "Ruhepol der Gesellschaft" sein solle. Und er lobte eine neue Begeisterung für die Verfassung: "Auch in den vergangenen Jahrzehnten ist das Grundgesetz als 'Glücksfall' gefeiert worden, aber so oft wie heute wurden die Grundrechte selten zitiert, und auch der Ton war nie so kämpferisch."

Der Journalist und Medienberater Oliver Wurm wurde zunächst belächelt, als er zusammen mit dem Designer Andreas Volleritsch 2018 das Grundgesetz als Magazin herausbrachte – und das auch noch in einer Startauflage von 100.000 Exemplaren. Aber das Grundgesetz vom Kiosk entwickelte sich zum Verkaufsschlager. Inzwischen wurden laut Herausgeber weitere 150.000 Exemplare gedruckt.

Dass die Regelungen des Grundgesetzes die Menschen erreichen und beschäftigen, lässt sich auch daran ablesen, dass sich heute auch Humor und das Grundgesetz vereinbaren lassen. Anlässlich des aktuellen Grundgesetz-Jubiläums hat der Satiriker Jan Böhmermann im NEO MAGAZIN ROYALE das Grundgesetzmaskottchen "Grundi" vorgestellt. Grundi ist menschengroß und sieht ein wenig aus wie Bernd das Brot oder Spongebob und durchlebt in Viodeoclips Abenteuer im Einsatz für die Grundrechte.

Welche persönliche Bedeutung hat das Grundgesetz für Sie? Haben Sie sich schon mal aktiv auf eins der Grundrechte berufen? Hat sich Ihre Einstellung gegenüber dem Grundgesetz über die Zeit verändert? Was bedeutet Ihnen der Begriff Verfassungspatriotismus? Sind Sie vielleicht sogar stolz auf das Grundgesetz? Wirkt das Grundgesetz auf Sie modern oder eher traditionell? Was macht für Sie die Schönheit der Sprache des Grundgesetzes aus?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Oliver Wurm, freier Journalist und Medienberater, Herausgeber "Das Grundgesetz als Magazin"

Redaktion: Jessica Eisermann und Felix Ohmes

Was bedeutet Ihnen das Grundgesetz?

WDR 5 Tagesgespräch 23.05.2019 44:48 Min. Verfügbar bis 22.05.2020 WDR 5

Download

Kommentare zum Thema

125 Kommentare

  • 125 Dirk 23.05.2019, 13:59 Uhr

    Nach Prof. Arnd Uhle, Richter d. VfG Sachsen, ist die u.a. v. d. SPD-Familienministerin geforderte Aufnahme d. „Kinderrechte“ ins GG eine Einschränkung d. Elternrechte zugunsten d. Staates! „Die Mehrzahl der…diskutierten Vorschläge zeichnen d. Tendenz aus, d. bisherige Verhältnis zw. Elternverantwortung u. staatlichem Wächteramt zu verändern…zu Lasten d. Elternrechts u. zugunsten d. staatl. Einflussnahme. … Neu positivierte Kinderrechte haben d. Potential, unter Berufung auf ihren Schutz, Entscheidungsbefugnisse, die bisher d. Eltern vorbehalten sind, künftig auf d. Staat zu verlagern." Damit würde sich d. Verhältnis v. Elternrecht u. staatl. Wächteramt umkehren. Auswirkungen könnte d. Einführung einer Kindergartenpflicht, d. Impfpflicht u. weitere Einschränkungen d. Mitbestimmungsrechts d. Eltern b. d. schulischen Sexualerziehung sein. Angesichts jüngster Entwicklungen besteht d. Risiko, dass d. staatl. Bestimmungsrecht d. Elternrecht (noch weiter) zurückdrängen würde.(FAZ,30.8.2018)

  • 124 Ferdinand H. 23.05.2019, 13:58 Uhr

    Zum Thema „Rasse“ im Grundgesetz! Wir haben in der Schule gelernt, dass das Grundgesetz auf der Grundlage der Vorgaben von westlichen Siegermächten entstanden ist. Die drei Siegermächte USA, UK und Frankreich hatten damals noch den Begriff „Rasse“ in ihren Gesetzen. Somit ist es auch im Grundgesetz aufgetaucht. Es ist zwar bekannt, dass in der Zeit der Nazibarbarei Menschen in „Rassen“ aufgeteilt waren und die Eingeborenen in Deutschland dummerweise als „arische Rasse“ apostrophiert wurden. Allerdings sollte der neue Staat: BRD die Nazibarbarei hinter sich lassen und die Eingeborenen nicht mehr als „Rasse“ bezeichnet werden. Nun ist im Grundges. der Begriff „Rasse“ weiter drin und nicht nur dort. Da inzwischen jeder weiß, dass der Begriff “Rasse“ für Tiere (Hund, Katze etc.) gilt, muss es schleunigst vom Grundgesetz ausgetilgt werden. Solange das nicht passiert ist, berufen alle Rassisten und Faschisten in Deutschland darauf und rechtfertigen sie ihre verbrecherischen Ideologien.

  • 123 Volker Ahrens 23.05.2019, 13:58 Uhr

    Meinen großen Dank hier an all die BGE-Aktivisten, die es trotz der leider immer noch in Deutschland herrschenden bräunelnden Dummheit, Intoleranz und Menschenverachtung nicht aufgegeben haben, für Grundgesetz und Grundeinkommen zu kämpfen. Wenn wir gemeinsam was schaffen werden, dann das ! Und wie es ausschaut, folgt dem GG-Geburtstag bald der 1. Geburtstag des BGE´s.

  • 122 Dirk 23.05.2019, 13:58 Uhr

    Alle etablierten Bundestagsparteien dulden – nach Vorgabe der 68er-Gesellschaftsrevolutionäre – die nicht nur gegen Art.1 Abs.1 verstoßenden, jährlich >100.000 (dazu steuerfinanzierten) Morde an ungeborenen Kindern als „Selbstbestimmung“; um die seit ihrer Legalisierung sinkende Geburtenrate mit einer mehr o. weniger ungehinderten Zuwanderung fremder Völker auszugleichen; und sie betreiben auch entgegen Art.6 Abs.1 die Zerstörung v. „Ehe u. Familie“, indem sie die v. den Müttern u. Vätern des GG als selbstverständlich vorausgesetzte Ehe als einer ausschließlich freiwilligen Verbindung zwischen 1 Mann & 1 Frau auflösen u. zu einer „Ehe f. alle“ verwursten! Und weil sich die AfD als einzige Bundestagspartei entschieden gegen all dieses ausspricht, wird sie auch von allen vom 68er-Zeitgeist beeinflussten u. so nach 'links' verrückten anderen Parteien, Mainstream-Medien u. anderen Gesellschaftskreisen als „rechts(extrem)“ u.a. gebrandmarkt u. widersinnigerweise als „unwählbar dargestellt!

  • 121 Moderation 23.05.2019, 13:56 Uhr

    scheint heute leicht verdientes Geld: Oberflächliches Geplapper von Floskeln unterbrochen. Um bloß politisch korrekt zu bleiben. Und ja nicht anzuecken. Schon gar nicht beim Thema GG, obwohl dadurch eine einmalige Chance zu Mut und Biss gegeben gewesen wäre. Schade!

  • 120 Dirk 23.05.2019, 13:55 Uhr

    Wurde bereits die von der Partei „DIE PARTEI“ geforderte Abschaffung des Art.13 erwähnt, der die „Unverletzlichkeit der Wohnung“ garantiert? Diese wird allerdings nicht wie sog. „rechte“ demokratische Parteien als „unwählbar“ hingestellt!

  • 119 Youtube-CDU 23.05.2019, 13:52 Uhr

    BK-Merkel spricht immer wieder der Marktkonformen Demokratie Deutschland, das ist nicht mit dem GG vereinbar! Für Marktkonforme Demokratie sagte man ehrlicherweise Lobbydemokratie, dass wäre treffender, wenn man beobachtet wie Lobbyisten im Kanzleramt und Regierungsstellen ein und ausgehen und Gesetze schreiben. Die Beratungsfirmen überprüfen dann die Kosten, die sie den Bürgern anlasten. Eine höchste Missachtung des GG. Das ist Marktkonform, wie in der ehemaligen DDR.

  • 118 Anna Elisa 23.05.2019, 13:49 Uhr

    Das Grundgesetz ist eine große Errungenschaft, besonders oft hört man den Satz, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Auch der von Elisabeth Selbert erkämpfte Satz: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt," wird uns heute in seiner Bedeutung erst richtig bewusst. Es sind viele Menschen in unser Land gekommen, die unser Grundgesetz in Bezug auf das Asylrecht kennen, aber sich mit Gleichberechtigung schwertun. Sie stehen noch auf dem Bewusstseinsstand, den DE vor 70 Jahren hatte. Damals musste der Ehemann bei einigen Entscheidungen um Erlaubnis gefragt werden und auch Homosexuelle wurden gerichtlich verfolgt. Den Geflüchteten aus muslimischen Ländern müssen wir Zeit lassen, unser Grundgesetz kennen und befolgen zu lernen, aber konsequent unsere Gesetze einfordern. Ein Anrufer sprach auch davon, das Grundgesetz müsste europa- bzw. weltweit Anwendung finden. Für Europa ist es fast zu spät, Polen und Ungarn hebeln ihren Rechtsstaat aus und rechte Politiker werden überall gewählt

    Antworten (1)
    • Mikea 23.05.2019, 13:59 Uhr

      Die Akzeptanz einer Mehrfachehe, die auch Dirk in seinem Kommentar bemögelte halte ich für bedenklich. Nicht, weil der offensichtlich geübte Lebensstil in Deutschland sich schon längst in dieser Richtung unterschwellig geändert hätte, sondern grundsätzlich. Deutsche würde wegen bigamie gesetzlich verfolgt und bekämen für ihre Familien keine Untrstützung durch Behörde. Sicher ist nicht die Mehrfachehe gemeint, wenn es heißt, "die Ehe genießt besonderen Schutz..."

  • 117 Rainer Nolte 23.05.2019, 13:49 Uhr

    Offenbar liegt es am Kleingeist und dem fehlenden THINK BIG, daß der Zusammenhang zwischen Grundgesetz und Grundeinkommen von den Regierungsparteien noch nicht erkannt und realisiert wurde. Bildungsferne sollte daher zu aller erst einmal bei der Regierungspolitik behoben werden. Dann braucht auch niemand mehr für einen 10 EUR-Bildungsgutschein über 270 EUR Amtsverfahrenskosten dem Steuerzahler verursachen.

  • 116 Breslein 23.05.2019, 13:49 Uhr

    §1 des Grundgesetzes der Bananen Republik Deutschland : Die Würde des Menschen ist Einkommensabhängig. Mehr gibt es zum Grundgesetz nicht anzumerken. Ein Stück Papier, für die Dummen.

    Antworten (2)
    • Mikea 23.05.2019, 13:55 Uhr

      Ich kann Ihren Vorschlag für eine Grundgesetzänderung nicht nachvollziehen. Ohne Grundgesetz könnte sich niemand auf die in ihm garantierten Rechte, unter anderem dem der freien Meinungsäußerung, von der hier alle Diskussionsteilnehmer profitieren, ausüben!

    • Siegfried Guder 23.05.2019, 13:58 Uhr

      Nur solange es kein BGE gibt !

  • 115 Die Würde 23.05.2019, 13:48 Uhr

    des Menschen ist unantastbar. Ein genialer, ein wunderbarer, ein unverzichtbarer Satz. Ohne Zweifel. Aber was ist mit dem Satz, dass Männer und Frauen fortan vor dem Gesetz gleichberechtigt sind? Der wurde in der Sendung gar nicht erwähnt. Das lässt tief blicken - auf unseren Zeitgeist und die Denke des WDR 5. Ich hoffe, ich irre mich.