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Die Zukunft der Bibliothek – mehr als Bücher?

Eine Frau sitzt mit einem Jungen vor einem Bücherregal und liest ihm etwas vor.

Die Zukunft der Bibliothek – mehr als Bücher?

Früher haben in Bibliotheken Bücher auf ihre Leser gewartet. Doch angesichts des digitalen Wandels verändern Bibliotheken ihren Charakter. Wie sieht Ihre Bücherei der Zukunft aus? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Bibliothek entwickelt sich immer mehr zu einem kulturellen Marktplatz. Oder, wie es der US-Soziologe Ray Oldenburg formulierte: Die Bibliothek als "Dritter Ort". Nicht zuhause, nicht Arbeitsort oder Schule. Wo Menschen jeden Alters hinkommen zum Lesen, Lernen, Chillen, Spielen oder Surfen. Wo Bücher in den Regalen Platz machen für Steckdosen, Sessel, Bastelecken und Begegnungen.

Die NRW-Landesregierung will das fördern und die Stadtbüchereien zum "dritten Ort" machen mit einem entsprechenden Förderprogramm. Derzeit werden die besten Ideen gesucht. In Rheydt etwa können die Bürger ihre Bibliothek sonntags nutzen. In Unna sind Bibliothek, Volkshochschule, Medienkunstraum, ein Theater und ein Café gebündelt. In Köln bietet die Stadtbibliothek neben Büchern Lernzirkel, in denen sich Nutzer über E-Learning austauschen oder einen Werkraum, in dem Bibliotheksbesucher ausprobieren können, wie ein 3-D-Drucker funktioniert. Innovativ-kreative Ansätze locken in Köln jedes Jahr 2,3 Millionen Menschen in die Bibliothek. Vor nicht einmal 10 Jahren waren es nur eine halbe Million.

Wie erleben Sie die Bibliotheken heute? Wie sollte eine Bibliothek als "dritter Ort" neben dem Zuhause und der Arbeit funktionieren? Wie nutzen Sie Bibliotheken? Vermissen Sie vielleicht die alten Lesesäle oder sehen Sie die Medienvielfalt als Vorteil?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Barbara Lison, Direktorin der Stadtbibliothek Bremen

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic und Jessica Eisermann

Die Zukunft der Bibliothek - mehr als Bücher?

WDR 5 Tagesgespräch 23.04.2019 44:40 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

54 Kommentare

  • 54 Heute 23.04.2019, 13:57 Uhr

    starre ich jeden aus der Zeit gefallenen Menschen an wie ein Fabelwesen, der tatsächlich noch ein Buch liest. Und nicht auf seinem Handy daddelt. Wie weit sind wir nicht gekommen sondern verkommen!

  • 53 Facel 23.04.2019, 13:55 Uhr

    Wenn gerade am heutigen Tag die Medien die mangelhafte Lesefähigkeit von 4.Klässlern beklagen, dann ist Chillen ja da Dringenste Problem in öffentlichen Büchereien. Nehmt den Leuten die Bücher weg oder bringt Ablenkungsmedien dort in den Vordergrund und hofft, auf mehr Lesekompetenz. Träumt weiter ... mit den "MODERNEN" öffentlichen Büchereien ...

  • 52 Wir 23.04.2019, 13:53 Uhr

    leben mittlerweile in einer gierigen Raffzahn-Gesellschaft, die auch die letzten Orte des Rückzugs, der Meditation und des Denkens zu einem Rummelplatz gemacht hat. Überfüllt mit Leuten, die hyperaktiv, überdreht und hoffnungslos verwöhnt sind. Und in ihrer oberflächlichen Art die Stille nicht mehr ertragen. Bedenklich!

  • 51 Eine Buchhändlerin 23.04.2019, 13:47 Uhr

    schüttete sich kürzlich bei mir als Kundin ihr Herz aus: Sie würde bald, wenn die Entwicklung so weiterginge, demnächst statt Büchern im Laden belegte Brötchen, Eis oder Kuchen verkaufen. Ihre Enttäuschung, vielleicht sogar Wut konnte ich nur zu gut verstehen. Die Spaß-Gesellschaft, die immer und überall auf nichts mehr verzichten will und ihre Kinder ungesund verwöhnt, ist wirklich nicht mehr schön!

  • 50 Früher 23.04.2019, 13:41 Uhr

    schmökerte man in Buchhandlungen "nur" in Büchern oder kaufte sie. Wie der Name des Ladens ausdrückte. Heute sind diese ehemaligen Orte der Stille und des Wissens zum Kramladen verkommen. Teddys, Schlüsselanhänger, Tassen, Taschen, Räucherstäbchen oder Backförmchen, Aller Tand ist zu haben. Nicht zu vergessen die Kaffee-Plausch-Ecke und die Spiel-Ecke für coole Kids. Bücher sind zur Nebensache verkommen, wie Relikte aus einer vergessenen Welt. Dasselbe Schicksal ereilt jetzt wohl auch die Bibliotheken. Gräßlich!

    Antworten (1)
    • Facel 23.04.2019, 13:58 Uhr

      Genau: ""... Nicht zu vergessen die Kaffee-Plausch-Ecke und die Spiel-Ecke für coole Kids.""" ---- Die auch dann noch Radau machen in Räumen, wo früher jeder wusste, dass dort Ruhe herrschen sollte

  • 49 Beasty 23.04.2019, 13:40 Uhr

    Hörbücher statt ein normales Buch. E-Learning statt sich durch Buch-Seiten zu quälen. E-Books mit direkter Internetanbindung und Themenweiterleitung fördert das Sterben der Papierbücher. Dem gegenüber steht die traditionelle Bibliothek, die mit den neuen Ansprüchen überfordert ist und sich aus reiner Existenzangst an Gebiete heranwagt die ein ganz anderes Konzept erfordern . Als Beispiel meine ich die Konkurrenz von Maker und Repair Kaffee ` s wo die Improvisation und die Wissensvermittlung auch ohne Bücher funktioniert und damit eher auf die jungen Leute zugeschnitten ist. Als ich an der Uni alte Fachbücher kostenlos loswerden wollte, standen diese über 1 Jahr im Regal und wurden anschließend d.d. Asta dem Altpapier übergeben. Normales Lesen scheint Out zu sein.

  • 48 Breslein 23.04.2019, 13:40 Uhr

    Eine Bibliothek sollte immer jene Bücher vor Ort haben, die von Besucher gelesen werden Wenn die Leser mehrheitlich arabische oder chinesische Literatur wünschen ist diese auch anzuschaffen. Angebot und Nachfrage. Wen mehr deutsche Literatur gewünscht wird, müssen halt wieder mehr Deutsche Bibliotheken besuchen. Ist doch ganz einfach.

    Antworten (1)
    • Anonym 23.04.2019, 13:58 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • 47 Sri Lanka Christchurch 23.04.2019, 13:34 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 46 Das Überangebot 23.04.2019, 13:32 Uhr

    ist das, was unsere Gesellschaft kaputt macht. Ob Kindergeburtstag oder Ostereiersuchen im Zoo, Thai-Massage auf einem Touristen-Schiff oder jetzt auch Halligalli in einer Bibliothek. Eine seriöse Bibliothek hatte früher still zu sein, weil sie ein Ort des Denkens und Lesens und Lernens war. Genau wie eine Buchhandlung, die mittlerweile auch zu einer Cafeteria verkommen ist. Und alles nur, um eine verwöhnte Kundschaft mit ihren noch verwöhnteren "Kids" zu bespaßen. Einfach nur dekadent, krank und widerlich!!

  • 45 Doppel wg VerbProb 23.04.2019, 13:29 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 44 Refugium der Stille ... 23.04.2019, 13:24 Uhr

    ... bitte um Besuch der Stadtbücherei Münster mit ihrer Galerie für Veranstaltungen plus Internetzone plus Mobile-Störer alles im Eingangsbereich ... aber einen Preis für den Architekten ... _____________"als Räume der Menschen"? _____________ Das macht meines Erachtens nur Sinn, wenn räumlich die beiden 'Räume' wirklich getrennt sind!________ Ich bin auch der Meinung, dass Bücherei neu gedacht werden muss! Als sozialer Raum - mit Sozialarbeiter mit geriatrischen Erfahrung.