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Verurteilen ohne Vorurteil – Wie gelingt das?

Menschen stellen Kerzen auf vor der Kirche in Nizza. Hier starben durch einen Messerangriff drei Menschen.

Verurteilen ohne Vorurteil – Wie gelingt das?

Mit der Messerattacke in Nizza ist Frankreich erneut Ziel eines Terroranschlags geworden. Viele sehen darin einen Angriff auf die offene Gesellschaft. Wie wirkt der Anschlag auf das Zusammenleben der Muslime und Nicht-Muslime? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Frankreich kommt nicht zur Ruhe: Bei einer Messerattacke in einer Kirche in Nizza wurden am Donnerstag (29.10.2020) mehrere Menschen getötet. Zuvor hatte es bereits Ende September einen Messerangriff in der Nähe der früheren Büros von "Charlie Hebdo" in Paris gegeben.

Auslöser war offenbar, dass die französische Satirezeitschrift in den vergangenen Monaten die Mohammed-Karikaturen erneut veröffentlicht hatte. Mitte Oktober tötete dann ein 18-Jähriger den Lehrer Samuel Paty, der im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. Er wollte das Thema Meinungsfreiheit behandeln.

Die Staats- und Regierungschefs der EU stellten sich nun geschlossen an die Seite Frankreichs. "Wir verurteilen diese Attacken, die einen Angriff auf unsere gemeinsamen Werte darstellen, aufs Schärfste", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zugleich rufe man führende Politiker auf der ganzen Welt dazu auf, auf Dialog und Verständnis zwischen Gemeinschaften und  Religionen hinzuarbeiten und nicht auf Spaltung.

"Es ist ein unfassbarer Angriff auf die Demokratie und die Meinungsfreiheit in Europa", sagte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz. "Wir müssen entschlossen gemeinsam in ganz Europa und darüber hinaus gegen Islamismus und politischen Islam vorgehen, um solche Angriffe zu verhindern".

Wie blicken Sie auf die Ereignisse in Frankreich? Spaltet der Anschlag Muslime und Nicht-Muslime? Was muss passieren, damit der Islam nicht für solche Taten verantwortlich gemacht wird? Sehen Sie darin einen Angriff auf die Meinungsfreiheit? Was müsste jetzt geschehen? Wie sollte Europa reagieren? Was können Politik und Gesellschaft tun, um solche Taten zu verhindern?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Stefan Weidner, Islamwissenschaftler

Redaktion: Willi Schlichting und Heiko Hillebrand

Verurteilen ohne Vorurteil – Wie gelingt das?

WDR 5 Tagesgespräch 30.10.2020 45:50 Min. Verfügbar bis 30.10.2021 WDR 5


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Kommentare zum Thema

255 Kommentare

  • 255 MarcoM 30.10.2020, 13:59 Uhr

    "Verurteilen ohne Vorurteil – Wie gelingt das?" ~~~ Mal wieder typisch WDR 5. Unser linksgrüner Feindfunk macht sich nur mal wieder Sorgen darum, dass das durch einer gewollten Masseneinwanderung forcierte Gesellschaftsexperiment in Misskredit kommt. Aber der Täter von Nizza und der Mörder des französischen Lehrers waren nicht nur einfache Moslems. Nach einem Bericht der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera soll es sich bei dem Attentäter von Nizza um einen 21-jährigen Tunesier handeln, der am 20. September als illegaler „Flüchtling“, als „Seenot“-Geretteter nach Lampedusa eingeschleppt, von dort am 9. Oktober nach Bari gebracht, von den Behörden als „illegal ins Staatsgebiet Einreisender“ registriert und als nicht Asylberechtigter klassifiziert wurde mit der Auflage, Italien binnen sieben Tagen zu verlassen. Wie der Mörder dann nach Nizza entkam, warum er bis zur nötigen Rückführung nicht in der Erstaufnahmestelle festgehalten wurde, sei noch unklar.

  • 254 Anonym 30.10.2020, 13:59 Uhr

    Wohin das führt, wenn die die Rechtswirklichkeit von religiös motiviertem Kalkül einer vom Hexenhammer geprägten Inquisition beherrscht wird, konnten die Menschen durch den europäischen Hexenwahn und den Dreißigjährigen Krieg bereits lernen, soweit sie diese Spektakel erlebten. Jetzt werden sie neben den Rechtsextremisten auch mit den IS-Heimkehrern konfrontiert und müssen sich erneut dieser mörderischen Herausforderung stellen.

  • 253 Andrew 30.10.2020, 13:59 Uhr

    Wer dem Koran o.ä. folgen will, sollte unbedingt die Ringparabel -"Nathan der Weise"- lesen. Dann klappt's (vielleicht) auch mit der Toleranz.

  • 252 Dirk 30.10.2020, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 251 Orakel 30.10.2020, 13:58 Uhr

    Die Freiheit von Satire, Humor, Parodie sind grundlegende Merkmal einer freien Gesellschaft. Wo diese auch schon mal über die Grenzen oder unter die Gürtellinie gehen, dort finden sich dann vielleicht Fälle für das Gericht. In KEINEM Fall können es Gründe für bestialische Terrorakte oder Morde sein. Allerdings ist diese Grundfreiheit auch bei uns manchmal seeeehr begrenzt, z.B. durch Sperrungen durch die Redaktion. Also: Meinungsfreiheit? Ja!!! Aber bitte nicht im Gästebuch ...

  • 250 mimimimimimmi-Traudel 30.10.2020, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 249 Simone I. 30.10.2020, 13:58 Uhr

    Laut erstem Anrufer soll man nicht durch Religionsbeleidigung provozieren. Sollte das in Richtung Verständnis für Ermordung Andersgläubiger gehen? In islamischen Ländern ist schließlich die wirtschaftliche Unterdrückung und blutige Verfolgung von Christen und anderen Religionen und die Todesstrafe für Konversion an der Tagesordnung, auszuführen durch das Familienoberhaupt. Der radikale Islam beruft sich wörtlich auf die späten Fassungen des Koran, welche als die maßgeblichen gelten. Unsere Medien schweigen. Im Gegenteil, sie diskriminieren uns bereits sprachlich als "Nichtmuslime". - Religionsverspottung ist unkultiviert, aber die politische Karikatur nimmt wichtige Aufklärungsarbeit wahr und muss darum überzeichnen. - Viel Unwissen heute über die Kirche. - Deutungshoheiet ohne Fachkompetenz wirft man aber den Regierenden hinterher.

  • 248 Feuertrunkener Hangover 30.10.2020, 13:58 Uhr

    Vorurteile waren und sind nicht nur das prägende Markenzeichen der Populisten, sondern traditionell und gewaltsam besonders der religiösen und ideologischen Fundamentalisten. Der Islam ist unter diesen Kandidaten natürlich durch die Prägung seiner heiligen Texte und der Verbindung von politischem Kalkül mit fundamentalistischem Totalitarismus im und durch das Kalifat sehr stark behindert, wenn es um die freiheitliche Demokratie geht, die zwar gern missbraucht, aber im Grundsatz nicht als übergeordnetes Rechtsprinzip akzeptiert wird. In Deutschland kennen wir diesen Missbrauch der Demokratie und die gewaltsame Unterdrückung und Diskriminierung von Menschen mit abweichender Weltanschauung sehr gut von unseren rechten und linken Extremisten: Feind ist, wer anders denkt! Wenn die Idee eines offenen und freiheitlichen Europa weiter bestehen will, dann muss jede Religion und Ideologie mit ihren verfassungsfeindlichen Inhalten legal auch durch die satirische Karikatur kritisierbar bleiben.

  • 247 Anna Elisa 30.10.2020, 13:58 Uhr

    Papst Benedikt hat es damals ganz klar aus einer alten Schrift zitiert: *Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden, wie dies, das er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.* Vielleicht wollte Benedikt uns warnen. Er ist sehr viel dafür kritisiert worden und man hat große diplomatische Anstrengungen und Verbiegungen machen müssen, um die islamische Welt zu beruhigen. Ein solcher Islam, der ahnungslose Menschen grausam umbringt, ist *tiefstes Mittelalter* wie auch ein Anrufer titulierte.

  • 246 Tim 30.10.2020, 13:57 Uhr

    Erstaunlicherweise redet Söder gerade davon, dass man jedes Menschenleben vor Corona schützen muss, weshalb die Maßnahmen notwendig seien. Nicht erst dann, wenn es die eigenen Familien und Freunde trifft. Wäre es nicht schön, wenn Söder genau so, haargenau so über die muslimische Gefahr, der unsere Politiker uns aussetzen, denken würden? Nicht erst, wenn es sie selber trifft. Wie soll man Söder & Co. glauben, dass sie die Corona-Lock downs nur aus Sorge um unser Wohl durchsetzen, wenn sie uns im selben Atemzug der muslimischen Gefahr gnadenlos aussetzen? Das gilt auch für Frankreich. Reaktionen auf muslimische Verbrechen, deren statistische Häufigkeit prozentual weit über den Anteil der Bevölkerung hinausgeht, werden überdies als Rassismus gewertet und die ohnmächtige Wut mancher Autochthonen auf die Ignoranz der Gesellschaft zu dieser Entwicklung als Nazi-Gesinnung. Als Vorurteile auf Ereignisse, die evidenter nicht sein können.

    Antworten (1)
    • Simone I. 30.10.2020, 13:59 Uhr

      Guter Gedanke!

  • 245 Anonym 30.10.2020, 13:56 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)