Umweltmaßnahmen aus der Spur?

Autos stauen sich neben der neu eingerichteten Umweltspur in der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Umweltmaßnahmen aus der Spur?

In Düsseldorf sollen drei Umweltspuren Autofahrer dazu bewegen, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Köln will mit einer Pförtnerampel Pendler abschrecken. Ist das der richtige Weg? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Nur Busse, Taxen, Radfahrer und Fahrzeuge mit mindestens drei Personen – niemand sonst darf auf den drei Umweltspuren in Düsseldorf fahren. So will die Stadt Diesel-Fahrverbote vermeiden und einen Anreiz für Autofahrer schaffen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.

Insbesondere die jüngste Umweltspur vom Süden der Stadt in Richtung Zentrum stößt dabei auf Kritik: Laut NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sorgte diese am ersten Tag nach den Herbstferien für Staus bis auf die Autobahn A46. Es sei nicht in Ordnung, Pendler wie Störenfriede zu behandeln. Befürworter hingegen sagen: Um mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bewegen, müsse man auch das Autofahren unattraktiver machen.

Das sehen andere Städte offenbar ähnlich: In Essen soll es bald ebenfalls eine Umweltspur geben. Und in Köln sorgt derzeit eine Pförtnerampel auf der Aachener Straße für Ärger und lange Staus: Mit verlängerten Rot-Phasen soll sie Pendler dazu bringen, auf das Auto zu verzichten.

Was sagen Sie zu den Maßnahmen? Haben Sie vielleicht selbst Erfahrungen damit? Können Sie den Ärger der Pendler verstehen? Oder halten Sie sie es für richtig, das Autofahren unattraktiv zu machen? Gibt es schon genügend Alternativen? Haben Sie selbst Ideen, wie sich die Verkehrsprobleme in unseren Städten lösen ließen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr!

Gast: Prof. Andreas Knie, Leiter der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Redaktion: Dirk Müller und Gundi Große

Umweltmaßnahmen aus der Spur?

WDR 5 Tagesgespräch 30.10.2019 46:05 Min. Verfügbar bis 29.10.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

147 Kommentare

  • 147 Anna Elisa 30.10.2019, 13:59 Uhr

    Es werden vergangene Zeiten gelobt, als es weniger Autos gab. Fakt ist, dass heute bei Normalos beide arbeiten, Mann und Frau. Jeder oft mit anderen Anfangs- und Endzeiten und an gegensätzlichen Betriebsstätten. Die meisten Familien haben deshalb mindestens zwei Autos und bei größeren Kindern noch mehr und das ist für diese Familien auch lebensnotwendig und kein Luxus. Damit muss das Geld in unserem Land erarbeitet werden. Ich kannte einen Familienvater, der jeden Tag nach Köln fuhr (150 km), weil er als älterer Mann (über 50) hier in der Nähe keine Stelle bekam.

  • 146 Ulf Lindermann 30.10.2019, 13:58 Uhr

    An allen Fronten hat die Wachstumspolitk der Groko-Regierung ihre Obergrenzen bis hin zum "Rien ne va plus"-Level erreicht, so auch bei Umwelt, Klima und Verkehr. Und da führt auch kein Wachstum an ÖPNV und Umweltfahrspuren logo weiter. Mehr zu diesem Thema und wie man das Problem des mittlerweile tagtäglichen Dauerverkehrsstaus und der damit verbundenen gesundheitsschädlichen, lebens- und wohnqualitätsmindernden Luftverpestung in den Städten nicht nur oberflächlich, sondern nachhaltig und ursächlich löst, damit befassen sich hier im Gästebuch u.a. die Kommentare Nr. 6, 12, 18, 21, 23, 38, 40, 42, 49, 66, 80, 93, 107, 119, 127, 135, 138 und 141.

  • 145 Simone 30.10.2019, 13:57 Uhr

    Wir sollen die Autos ja auch nicht für die Straßen kaufen, sondern damit sie in der Garage vor sich hinrosten. Sonst kaufen wir ja keine neuen. Die E-Fahrzeuge mit der stromintensiven Aufladung und dem Luxuskonsum an seltenen Erden zu Lasten armer Länder schlagen mehrere Fliegen mit einer Klappe. Und wenn ich mich ins Auto setze, um vier weitere Personen abzuholen, muss ich das der Behörde bei jedem Halt nachweisen. Der im künstlichen Stau hustende Fahrradfahrer wird die Umwelt auch nicht mehr lange mit seinem CO2-Atem vergiften. Und so ist allen ...Regierenden gedient.

  • 144 30.10.2019, 13:57 Uhr

    Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)

  • 143 frustrierter_Mitfahrer 30.10.2019, 13:49 Uhr

    Fahren Sie mal täglich mit der Bahn von der "Kleinstadt" Dortmund zur "Mini-Stadt" Hagen, zu Zielen, die nicht in der Nähe der jeweiligen Bahnhöfen liegen: Sie werden bekloppt und schwören nach kurzer Zeit wieder aufs Auto, trotz der täglichen Staus auf den jeweiligen Autobahnen. Warum sitzen die Leute im täglichen Stau noch in ihren Autos? Weil es immer noch rundum wesentlich besser ist, als mit den Öffentlichen zu fahren. Wegen des geringeren Komforts und des zunehmend assozialen Gehabes der Mitfahrenden in den Öffentlichen müssten die auch preislich wesentlich billiger sein. Sich preislich mit den Privatautos zu messen grenzt an Größenwahn. Und wenn viele öffentliche Verkehrsbetriebe meinen, ab 20:00 Uhr die Bürgersteige hochklappen zu müssen, dann haben sie die Zeichen der Zeit nicht verstanden.

  • 142 Anonym 30.10.2019, 13:47 Uhr

    Nur Busse Taxen, Radfahrer und Fahrzeuge mit mindestens drei Personen – niemand sonst darf auf den drei Umweltspuren in Düsseldorf fahren. So will die Stadt Diesel-Fahrverbote vermeiden und einen Anreiz für Autofahrer schaffen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Dürfen dann Autokorsos wenn sie mit vielen Menschen anlässlich einer Hochzeitsfeier besetzt sind auch die Umweltspur benutzen?

  • 141 THINK BIG & BGE ! 30.10.2019, 13:44 Uhr

    Wenn sich der Bürger schon mehr oder weniger freiwillig dem Wachstumssystem andient, dann hat er in Gegenzug auch einen Rechtsanspruch darauf, von diesem Wachstumssystem zu profitieren, statt wie real derzeit lauter Nachteile aus diesem Wachstumssystem serviert zu bekommen bis hin zur Autofahrer-Diskriminierung durch Umweltfahrspuren. Und wenn das Wachstumssystem diesen Rechtsanspruch seinen Bürgern nicht einlösen kann, dann muß es halt abgeschafft werden und durch ein BGE-gestütztes wachstumsfreies System ersetzt werden. Damit sind dann auch all die heutigen wachstumsverursachten Probleme hinfällig und gelöst.

  • 140 Gerd SR/ @Martin Weidener 30.10.2019, 13:42 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 139 Manfred 30.10.2019, 13:42 Uhr

    Vielleicht wäre es ja auch gut , wenn man ehe man den Autofahrer drangsaliert , die so genannte Alternative ,die man ÖFFENTLICHEN NAHVERKEHR nennt,oder sogar den Öffentlichen Fernverkehr so ausbaut,dass er eine wirklich akzeptable Möglichkeit für die Leute wäre ,die diesen Staat am laufen halten. Aber diesen Leute das Leben immer schwerer zu machen ist eine Frechheit und und wird hoffentlich vom Wähler bestraft werden.

    Antworten (2)
    • Andy 30.10.2019, 13:50 Uhr

      Plumpe Ausrede. Ihr fahrt auch da Auto, wo es prima mit den Öffis geht. 50% der angeblich so zwingenden Autofahrten sind unter 5 Km. Geht prima mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Ich lebe seit 55 Jahren ohne Auto.

    • DeSoto 30.10.2019, 13:57 Uhr

      Den Normalos das Leben schwer machen wurde doch schon abgestraft. Natürlich sind alle ganz wild darauf, Thüringen als Spezialfall zu erklären, aber das wird nicht so bleiben, wenn Parteien durch Schaden nicht klug werden. Nicht staatlich subventionierte Künstler und Sozialwissenschaftler halten die Gesellschaft am laufen, sondern die "Mehrwert" schaffende Bevölkerung und die sind eine nicht zu vernachlässigende Menge. Denen die öffentlichen Verkehrsmittel als Allheilmittel anzubieten in deren kdlägliche Zustand ist eine Frechheit

  • 138 pro BGE 30.10.2019, 13:38 Uhr

    Wäre der Umstieg auf den ÖPNV so einfach, wie von der Politik behauptet, dann hätten das viele Autofahrer schon längst getan. Aber z.B. als Pendler deshalb eine halbe Autofahrtstunde zum Arbeitsplatz auf 3 ÖPNV-Trödelstunden auszudehnen und das ganze dann noch mal zurück vom Arbeitsplatz nach hause, ist schlichtweg unzumutbar und nicht machbar. Mal ganz abgesehen davon, was sonst noch so alles der ÖPNV an "Überraschungen" zu bieten hat vom Totalausfall bis zum Überfall.

    Antworten (1)
    • Harald Möller 30.10.2019, 13:56 Uhr

      Das Thema "Überfall" ist ja zur Zeit wieder aktuell wie einige Vorfälle in Berliner Bahnhöfen zeigen.

  • 137 Martin R. 30.10.2019, 13:37 Uhr

    Wieviel Tage der Steigerungsrate von Luftschadstoffausstoß Chinas braucht es, um den gesammten Jahresschadstoffausstoß Deutschlands aufzuwiegen? Diese Verhältniszahl würde mich mal interessieren. Beasty, heute dabei?