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03.03 - 04.00 Uhr WDR 5 spezial

Corona – Wie viel soziale Kontrolle ist gut?

Warnschild: "Abstand halten!"

Corona – Wie viel soziale Kontrolle ist gut?

Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren: Die meisten halten sich an die Regeln. Aber wie sollen wir uns bei Regelverstößen verhalten? Ansprechen oder gar maßregeln? Ignorieren? Diskutieren Sie mit im WDR5-Tagesgespräch!

95 Prozent der Menschen finden das Versammlungsverbot zur Corona-Prävention richtig. Das zeigt eine Umfrage im Deutschlandtrend. Die Einhaltung der Regeln wird vielerorts von Ordnungsämtern und Polizei kontrolliert. NRW hat eigens einen Katalog mit Bußgeldern und Strafen veröffentlicht, die bei Missachtung drohen. Niedersachsen etwa führt die Regeltreue seiner Bürgerinnen und Bürger am vergangenen Wochenende auf starke Polizeipräsenz und kalte Witterung zurück.

Viele erleben in diesen Tagen Situationen, in denen sie denken: Na? Ist das erlaubt? Ist das jetzt richtig? Muss das sein? Das kann die Gruppe von Jugendlichen sein, der fehlende Abstand im Supermarkt oder das intensive Anfassen von unverpacktem Gemüse oder Obst mit bloßen Händen auf dem Markt. Aber soll man etwas sagen? Und wenn ja, wie? Wann macht es sogar Sinn, die Polizei zu informieren?

Im Netz finden sich viele Posts und Fotos, mit denen Menschen andere an den Pranger stellen wollen, wegen tatsächlicher oder vermeintlicher Verstöße gegen die Kontaktsperre. Aber wer weiß schon immer so genau, ob der Mann mit dem vollen Einkaufswagen nicht für die ganze Familie oder Nachbarn Besorgungen erledigt? Oder ob die Dreiergruppe im Park nicht eine Wohngemeinschaft auf einem erlaubten Spaziergang an der frischen Luft ist?

Ein Beispiel aus Leipzig zeigt, zu welchen Auswüchsen die gegenseitige Kontrolle führen kann. Ein Mann soll sich als Polizist ausgegeben und eine Gruppe mit einer Reizgas-Waffe angegriffen haben. Der Grund: Sie hätten gegen die Kontaktsperre verstoßen. Die Polizei weist darauf hin, dass der Notruf 110 wirklich nur für Notfälle gedacht ist und nicht für Anzeigen von einfachen Regelverstößen.

Wie verhalten Sie sich bei Regelverstößen? Wann finden Sie es sinnvoll, andere auf mögliches Fehlverhalten hinzuweisen? Wo sehen Sie die Grenze zum Denunzieren? Müssen wir aufpassen, dass wir es nicht übertreiben mit dem gegenseitigen Beobachten und an den Pranger stellen? Wie viel soziale Kontrolle ist gut für unsere Gesellschaft und unseren Umgang miteinander?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Dieter Frey, Sozialpsychologe, Ludwig-Maximilian-Universität München

Redaktion: Ulrich Horstmann und Moritz Folk

Corona – Wie viel soziale Kontrolle ist gut?

WDR 5 Tagesgespräch 30.03.2020 45:26 Min. Verfügbar bis 30.03.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

92 Kommentare

  • 92 Albert Dreistein 30.03.2020, 13:59 Uhr

    Es wird noch eine Weile und Millionen Euros steuerfinanzierte Forschungsgelder benötigen, bis auch mein Forscherkollege Dr. C. Drosten und seine universitäre Wissenschaft erkennen muß, daß Mundschutz für Covid-19 Infizierte eine erhebliche Krankheitsverschlechterung und viele Todesfälle verursacht. Weil durch den Mundschutz die Patienten am freien Abhusten der Coronaviren gehindert werden und diese Viren direkt vom Mundschutz wieder einatmen. Und das hat zur Folge, daß dadurch auch zuvor noch gesunde Lungenbereiche mit dem Virus infiziert werden. Und auch für Gesunde macht Mundschutz keinen Sinn, weil das nur für eine fortbestehende Virenbelastung sorgt, selbst wenn man längst einen virenbelasteten Bereich verlassen hat. Denn am Mundschutz reichern sich zuerst diese Viren von außen an, bis sie dann in großer Zahl den Mundschutz durchbrechen und in die Atemwege eindringen.

  • 91 Besonnener Bürger 30.03.2020, 13:55 Uhr

    Ich sehe als Grund für die hohe Akzeptanz der Schutzmaßnahmen bei 95 % der Bevölkerung in der Tatsache, daß die wirklichen medizinischen Fachleute in den Medien sehr präsent waren und nachvollziehbare Begründungen erfolgten. Dieses in krassem Unterschied zu sonstigen politisch gewollten Dingen, die ideologisch motiviert teilweise in einem Glaubenskrieg ausgefochten werden.

  • 90 Albert Dreistein 30.03.2020, 13:50 Uhr

    Obwohl längst geeignete Virustatika vorhanden wären gegen Covid-19, ist es stattdessen das Hauptanliegen von Schulmedizin und Pharmakonzernen, aus dieser Pandemie den größtmöglichen Profit herauszuschlagen, angefangen von 85.000 teuren Intensivstationsbetten, Mundschutz-Marktpreismanipulationen bis hin zur Erlangung neuer Virustatika-Patente, bei denen dann eine Tablette 200 EUR und aufwärts kosten wird und somit die Allgemeinheit nicht besser gestellt ist als im heute miserabel aufgestellten maroden Gesundheitssystem. Denn nur Wenige werden sich dann diese teuren neuen Virustatika leisten können. Und an die heute vorhandenen billigen Virustatika, deren Patente abgelaufen und daher die Preise dafür in den Keller gegangen sind, kommen die wenigsten Patienten, weil diese Medikamente aus Profitgründen kein Arzt verschreibt und auch keine Krankenkassen dahingehend Druck machen.

    Antworten (1)
    • Orakel 30.03.2020, 13:59 Uhr

      Ich halte auch nix von der Pharmaindustrie im allgemeinen, aber Ihren Unterstellungen mag ich heute wirklich nicht glauben.

  • 89 Tina 30.03.2020, 13:44 Uhr

    Wir sind alle viel zu verwöhnt. Wir sollten froh sein, dass wir überhaupt was kriegen. Wer jetzt noch zweimal feucht wischt, ist ein sozialer Verschwender und sollte angezeigt werden.

    Antworten (2)
    • Urs 30.03.2020, 13:49 Uhr

      Es sind schon Leute verdroschen worden, weil sie zwei Pakete Klopapier gekauft haben. Der Blockwart meint, es reiche auch eins.

    • @ Tina: 30.03.2020, 13:54 Uhr

      WIE sind Sie denn drauf, bitte schön? Das beste Beispiel für schlimmer geht immer...

  • 88 Albert Dreistein 30.03.2020, 13:36 Uhr

    Was für mich bereits schon Anfang März feststand, und seither vom Robert-Koch-Institut beharrlich bestritten wurde, das hat nun mittlerweile auch mein Forscherkollege Dr. C. Drosten aus der universitären Wissenschaft bestätigt: Der Coronavirus ist hitzeresistent und thermophil, sodaß keine Abebbung dieser Pandemie im Sommer stattfinden wird, sondern diese Pandemie im Sommer ihren Höchststand an Infizierten und Todesopfern erreichen wird. Dies erklärt auch, weshalb südliche Länder und massenverkehrs- und industriebedingt aufgeheizte Regionen dieser Erde von Norditalien, New York, Spanien, Italien bis Wuhan schon jetzt vor der eigentlich noch bevorstehenden Sommer-Katastrophe am schwersten von dieser Pandemie betroffen sind.

    Antworten (2)
    • Martin Weidner 30.03.2020, 13:45 Uhr

      Das ist eine Fehlinformation. Das Virus wird durch wärmeres Wetter vermutlich nur wenig eingedämmt. Heiße Temperaturen (70 Grad Celsius) überlebt es nicht.

    • Urs 30.03.2020, 13:58 Uhr

      Corona ist gekommen, um zu bleiben. Ein hübscher Name übrigens.

  • 87 Anonym 30.03.2020, 13:33 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 86 Was ist schlimmer? 30.03.2020, 13:32 Uhr

    Corona oder Klimawandel?

    Antworten (4)
    • Urs 30.03.2020, 13:38 Uhr

      Corona ändert das Klima bereits, daher ist Corona eine Klimaschützerin, für die wir jeden Freitag auf die Straße gehen sollten. Natürlich nur mit zwei Meter Abstand!

    • Albert Dreistein 30.03.2020, 13:40 Uhr

      Corona ist ein Produkt des Klimawandels ! Somit bedingt eins das andere. Und man täte gut daran, den Klimawandel als Katalysator dieser Pandemie anzugehen. Aber das geschieht ja nun ganz von selbst mit lahm gelegten Flughäfen, Industriekonzernen, Massenverkehr usw. usw.

    • Orakel 30.03.2020, 13:40 Uhr

      Man kann auch Läuse und Flöhe haben.

    • Martin Weidner 30.03.2020, 13:52 Uhr

      Warten Sie mal kurz (ca. 200 Jahre), dann kann man Ihre Frage befriedigend beantworten. Wenn der Klimawandel so die Biodiversität gefährdet dass es zB keine Bestäuber für Obst und Gemüse gibt, wenn die Sauerstoffproduktion der Meeresbewohner erheblich zurück geht usw. usw: Dann könnte Corona ein Staubkörnchen sein gegenüber dem, was auf unsere Nachkommen durch den Klimawandel zukommt. Interessant ist Ihre Frage in Bezug auf das Thema: Soll es Klima-Blockwarte geben? Da hoffe ich auf ein deutliches Nein von einem Großteil der Bevölkerung. Aber die Frage, ob unsere Gesellschaft komplett umgestellt werden muss, und zwar so schnell, dass es wirtschaftliche Dellen gibt: Ja, das ist dringend nötig und Corona zeigt uns, wie das geht.

  • 85 Der größte Lump 30.03.2020, 13:31 Uhr

    Abgesehen davon, ob nun mit diesem Tagesgespräch erreicht werden sollte oder sogar erreicht wurde, dass der Denunziant nicht mehr als größter Lump oder Schuft im ganzen Land gekürt wird, ist auch der beabsichtigte Termin am 20. April für eine Lockerung der Kontaktsperren ein eher fragwürdiges politisches Glaubensbekenntnis. Musste dieses Licht am Horizont denn unbedingt auf den Geburtstag des größten Lumpen aus Österreich gesetzt werden? Der 19. April wäre für dieses Erlösungsversprechen doch viel besser geeignet, weil an einem Sonntag wenigsten die in der Präambel des Grundgesetzes eingeführte Verantwortung vor Gott und den Menschen gewürdigt worden wäre.

    Antworten (1)
    • Martin Weidner 30.03.2020, 13:55 Uhr

      Es ist fraglich, ob der Termin zu halten ist. Es wäre ärmlich, bei dem Datum darauf Rücksicht zu nehmen, das wäre eine unnötige Ehrung des Lumpen.

  • 84 Albert Dreistein 30.03.2020, 13:28 Uhr

    Im Grunde ist es eine sinnlose Dünnbrettbohrer-Politik der Groko, Milliarden Euros Steuergelder gegen die Coronapandemie aufzubieten und das dann auch noch an den völlig falschen Stellen investiert, während die Katalysatoren dieser Pandemie, allem voran die AGENDA 2010, unbeachtet bleiben. Gesunder Menschenverstand und ausreichende Allgemeinbildung sagen heute schon, daß ein taugliches Coronavirus-Medikament nicht aus der schulmedizinischen Forschung zu erwarten ist und diese ganze Aktion nur wieder im Desaster von noch gefährlicheren multiresistenten Corona-Monstervirenkeimen enden wird. In einem vergleichbaren Desaster, wie die jüngste Ciprofloxacin-"Reserveantibiotika"-Generation, die mittlerweile schon wieder rege ärztlich mißbraucht und wie Smarties verordnet wird und von ihren schweren Nebenwirkungen her reihenweise Pflegefälle unter den damit behandelten Patienten verursacht.

  • 83 karl sühl 30.03.2020, 13:26 Uhr

    sämtliche denuntzianten haben plötzlich hochkonjunktur. pandemien hat es schon immer gegeben und die menschheit hat sämtliche überlebt, bis auf eine anzahl von individuen. in der zeit der hexenverfolgung hat man sich unliebsamer konkurenten entledigt und einiger miterben, welche die pest nicht dahingerafft hatte. wir haben nun auch gelegenheit über bevölkerungswachstum und sinnentleerte vielfliegerei nachzudenken. es findet bereits ausreichend soziale kontrolle statt, nur nicht bei den reichen. als die cumexverbrecher die steuergeldkassen leergeplündert haben, hat das die allgemeinheit auch nicht interessiert. herr maschmeier hat dafür seine sparkasse verantwortlich gemacht, als er mio € aus steuergeldern kassierte. ob er das geld bisher zurückgezahlt hat, ist nicht bekannt. vermutlich ist die tat bereits verjährt. und wo ist da die soziale kontrolle?

  • 82 Anonym 30.03.2020, 13:22 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)