Bus und Bahn - Steigen Sie jetzt ein?

bis auf einen Fahrgast menschenleerer 1.Klasse Personenwagen eines ICE s der DB Deutsche n Bahn in Frankfurt,

Bus und Bahn - Steigen Sie jetzt ein?

Katastrophale Zahlen: Ob Bus, Straßen- oder Fernbahn, die Passagiere meiden den öffentlichen Personen(nah)verkehr. Bundesweit wollen die Verkehrsbetriebe jetzt dagegen steuern. Kann das gelingen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind die großen Verlierer der Corona-Krise. Die Bahn fährt eine katastrophale Halbzeitbilanz ein und auch der Personennahverkehr befördert nur halb so viele Fahrgäste wie vor der Pandemie.

Mit der bundesweiten Werbekampagne, # BesserWeiter, die am Mittwoch (29.07.2020) in NRW startete, will die Bahnbranche zusammen mit dem Bund Kunden und Kundinnen zurückgewinnen.

Sicher sei das Benutzen von Bussen und Bahnen, lautet die Kernaussage. Gleichzeitig wird auch mit durchaus provokanten Motiven für das Tragen von Masken geworben. So zeigt ein Plakat einen Mann mit einer "Joker"-Maske, die an den Horrorclown aus dem gleichnamigen US-Film erinnert. "Vernünftig sein. Genau mein Ding", steht als Slogan daneben.

In der Bahn-Realität verhalten sich aber viele eher unvernünftig und scheren sich trotz Strafen nicht um die Maskenpflicht. Vor allem ältere Kunden*innen scheuen sich deshalb, wieder zuzusteigen.

Viele bevorzugen stattdessen das eigene Auto, oft auch mit schlechtem Gewissen. Die Verkehrswende, die für das Erreichen der Klimaziele unerlässlich ist, wird dadurch ausgebremst und ob der Radfahrerboom auch noch im Herbst bei Wind und Wetter anhält, ist mehr als fraglich.

Wollen Sie wieder einsteigen oder halten Sie sich noch von der Bahnsteigkante zurück? Nutzen Sie den Öffentlichen Personenverkehr? Welche Erfahrungen machen Sie da, fühlen Sie sich dort sicher? Was müsste passieren, um Sie als Kunden und Kundin zurückzugewinnen? Reicht eine Werbekampagne oder müssten nicht mehr Züge, Busse und Bahnen rollen? Oder sind Sie schon umgestiegen aufs Rad oder ins Auto? Und was soll aus der Verkehrswende werden?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Martin Gent, WDR Wissenschaft

Redaktion: Dirk Müller und Regina Tanne

Bus und Bahn - Steigen Sie jetzt ein?

WDR 5 Tagesgespräch 30.07.2020 45:18 Min. Verfügbar bis 30.07.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

99 Kommentare

  • 99 Albert Dreistein 30.07.2020, 13:58 Uhr

    Die Behauptung, daß Bus & Bahn angeblich "keine infektiösen Coronaviren-Hotspots wären", kann schnell widerlegt werden ganz ohne aufwendige Meßtechnik. Denn die Ausbreitung von Coronaviren-Aerosolen im ÖPNV kann man mit Zigarettenrauch simulieren und geruchlich daduch wahrnehmen. Setzt man also einen Raucher in den ÖPNV, so füllt dieser sich alsbald vollumfänglich mit Zigarettengeruch. Und bei dieser Gelegenheit entpuppen sich gleichzeitig auch 95 % der auf dem Markt erhältlichen Masken als untauglich. Denn wenn derlei Masken bis hin zum FFP2-Typ Zigarettengeruch ungefiltert deutlich wahrnehmbar hindurch strömen lassen, so lassen derlei Masken erst recht die wesentlich kleineren Coronaviren ungefiltert hindurch. Allenfalls bleiben ein paar Viren an der Maske hängen, die somit dann die Viren-Gefahr zeitlich noch verlängern, wenn man einen kontaminierten Raum längst verlassen hat.

  • 98 Anonym 30.07.2020, 13:56 Uhr

    Wir gehen das hohe Risiko in der Bahn oder im ÖPNV durch andere Fahrgäste mit dem Coronavirus infiziert zu werden, mute ich mir und der Familie nicht zu. Seitdem Bahnchef Herr Lutz noch erklärt, dass er eine Maskenpflicht in seinen Zügen zum Schutz der Fahrgäste ablehnt, stattdessen auf Freiwilligkeit und Vernunft bei seinen Fahrgästen vertraut. Von welchem Stern aus betrachtet Herr Lutz Die Welt? Die Freizeitdemokratie der Ballermänner hat wohl auch bereits im Führungspersonal der Wirtschaft und Politik Fuß gefasst. Darum fahren wir im eigenen Auto, aus eigener Verantwortung, Wie Naiv sind diese Leute? Frau Klöckner wirbt schon Jahre für Freiwilligkeit! Wie lande lassen sich die Bürger noch an der Nase durch den Ring ziehen?

  • 97 ÖPNV 30.07.2020, 13:46 Uhr

    ist zu allgemein. Das muss man differenzieren. Ich habe gute und weniger gute Erfahrungen mit dem ÖPNV gemacht. Gute meist in Urlaubsregionen in Deutschland (Föhr, Amrum und so) schlechte im Ruhrgebiet und Großstätten.... Die Bahn in Deutschland ist teilweise eine Katastrophe und ist viel zu teuer und unpünklich. Man nehme z.B. Belgien da fährt man für ein paar Euro von der Deutschen Grenze zur Küste und zurück. In Deutschland würde das ein paar Hundert Euro kosten.... na klingelt es. ÖPNV rechnet sich nicht in D. woran das liegt, keine Ahnung. Politikproblem Nr. 1. Millionen wahrscheinlich.

  • 96 ÖPNV 30.07.2020, 13:42 Uhr

    ist auch keine Lösung. Genau wie E-Autos nur im Urbanen Nahbereich Sinn bringen ist auch der ÖPNV nur im Nahbereich mit hoher Taktrate eine echte Alternative. Die Bahn ggf. auch für Fernverbindungen, die ist aber viel zu teuer. Mein Diesel fährt mit knapp 4,6 Litern 100km auf Strecke und befördert 4 Personen dabei. Mein Diesel ist Umweltfreundlicher (bis auf den Beschiss von den Herstellern) als alle anderen Mobile zumindest wenn man nicht rast und mit Tempomat und 120km/h über die Autobahn fährt. Der Kleinwagen mit hochdrehendem Benziner braucht fast 2/3 mehr. Die Bahn ist dazu viermal so teuer wie der Diesel. Also was sollen diese Fragen, Deutschland spinnt leider.... Muss wohl so etwas wie ein Virus haben. Anders ist das Rumgeschwätz nicht zu erklären. Das Mittelfristig der Verstand wieder zurückkehrt glaube ich leider auch nicht. Man kann sich gerne here Ziele wie CO2 frei und so weiter aber dazu hilft Dummgeschwätz wenig. Wo sind die Alternativen die wirklich Alternativen sind?

  • 95 New BGE-Greta 30.07.2020, 13:41 Uhr

    Jeder kennt das auch von den Urlaubsreisen her: Bevor man mit dem ÖPNV sein Urlaubsziel erreicht hat mit all den vielen Zwischenstopps und Hin und Hergewuchte des Reisegepäcks beim Umsteigen, hat man mit dem Auto längst das Reiseziel erreicht in einem Bruchteil an Zeitaufwand. Und am Urlaubsort hat man sinnvollerweise gleich alles mit an Bord zur Grundversorung und muß nicht zur Besorgung all dieser Artikel mit dem ÖPNV verkehrsaufwendig hin und her irren in der Urlaubsregion. Das Auto sinnvoll und vernünftig verwendet erweist sich somit als das tatsächlich klimafreundlichere Verkehrsmittel, und nicht etwa Bus & Bahn als unzeitgemäße Fossile aus dem vorigen Jahrhundert.

    Antworten (1)
    • Martin Weidner 30.07.2020, 13:53 Uhr

      Ich finde Bahnfahrten in den Urlaub entspannter, der zeitunterschid ist nicht so groß, wenn man nicht rast und Pausen macht. Und die Umweltverträglichkeit des PKW is reines Wunschdenken.

  • 94 Mynona 30.07.2020, 13:33 Uhr

    Eilmeldung: In Deutschland wurde ein ICE gesichtet, der pünktlich, sauber, in der richtigen Wagenreihung und mit einem Bistrowagen versehen von Düsseldorf Richtung Hamburg den Bahnhof verließ. Wäre auf halber Strecke nicht das auf die Schienen herabkrachende Blatt gewesen, hätte dies eine historische Fahrt werden können! (Tja, der ÖPNV in Deutschland ist schon sehr störanfällig ...)

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    • Mynona 30.07.2020, 13:59 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 93 THINK BIG & FFF & BGE ! 30.07.2020, 13:33 Uhr

    Wer sich im Lobgesang auf den keineswegs klimafreundlichen Corona-Hotspot-ÖPNV kurzsichtig darüber beklagt, daß Autos in den Städten viel Parkraum benötigen, dem sei im Sinne des THINK BIG gesagt, daß dieser Parkraum dem Bauordnungsgesetz nach sogar und nicht nur jeder Wohnung zusteht und leider viel zu oft beim Wohnungsneubauen nicht beachtet wird. Sondern dieser Parkraum schützt die Großstädte auch vor weiterer baulicher Verdichtung, die ihrerseits wiederum ein Katalysator und Brandbeschleuniger der Corona-Pandemie ist. Der ÖPNV hingegen würde so eine fatale städtebauliche Verdichtung und somit Pandemieförderung sogar noch weiter forcieren.

  • 92 Mynona 30.07.2020, 13:30 Uhr

    Lachen die Verantwortlichen bei der Bahn jetzt eigentlich? Schließlich könnten Sie jetzt zumindest versuchen, einen (großen?) Teil der katastrophalen Bilanzzahlen nun Corona in die Schuhe schieben. Dass das Bahndesaster durch Corona lediglich beschleunigt wurde, scheint nicht so ganz in den Köpfen zu sein.

    Antworten (1)
    • Renate Meile 30.07.2020, 13:56 Uhr

      Richtig, genau das wird passieren: Corona ist an allem schuld. Wäre ja noch schöner, wenn die Leute von der Bahn und die dazugehörigen Politiker mal für irgendetwas verantwortlich wären. Fürchte es wird sich exakt Null ändern.

  • 91 Ignaz-Denket um ! 30.07.2020, 13:27 Uhr

    Ich habe jetzt lange nachgedacht, über die Möglichkeit mit dem Bus und der Bahn zu fahren, es ist nicht möglich. Ich fahre zwei mal um 5 Uhr morgens zu einem 15 Km entfernten Trödelmarkt, denn erreiche ich in 15 Minuten. Mit Bus und Bahn bei dreimaligen umsteigen bin ich weit über 2 Stunden unterwegs, wenn ich beim Trödelmarkt ankomme, packen die meisten schon wieder ein. So geht es mir auch auf anderen Strecken, als flotter Fussgänger wäre ich oft schneller am Ziel. Zwei Busstationen gehe ich eh schon selbstverständlicher zu Fuß, ich erspare mir dabei das Fitnesscenter. Mit diesen umständlichen Verkehrsverbindungen der Bus und Bahn kann es Verkehrswende geben

    Antworten (2)
    • Ignaz-Denket um ! 30.07.2020, 13:31 Uhr

      Korrektur: Es kann selbstverständlich keine Verkehrswende geben,

    • Ignaz-Denket um ! 30.07.2020, 13:37 Uhr

      Noch eine Korrektur: Ich fahre zweimal wöchentlich zu einem Trödelmarkt.

  • 90 Mynona 30.07.2020, 13:25 Uhr

    Solange wir einen Andy Scheuer in verantwortlicher Position haben, wird das mit der Bahn, bzw. mit einer sinnvollen und notwendigen Verkehrswende wohl nichts werden. Seine Aussage vor einiger Zeit "Dies wird das Jahrzehnt der Schiene" verblüffte kurzfristig alle. Lange wurde gerätselt, wie das passieren konnte, bis durchsickerte, dass Herr Scheuer just an diesem Tag vergessen hatte, morgens mit Super Plus zu gurgeln ...

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    • Christoph 30.07.2020, 13:33 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 89 BGE for Future 30.07.2020, 13:22 Uhr

    Der ÖPNV hat keine Zukunft und daher kann man sich Diskussionen über den ÖPNV ersparen und sollte sich besser mal mit zukunftsweisender Mobilität befassen. Denn der ÖPNV ist gar nicht so umwelt- und klimafreundlich, wie immer noch von der Politik vorgegaukelt. Auch deshalb nicht, weil er das Verkehrsaufkommen eher erhöht, statt senkt. Man denke nur mal an die geringe Lastenbeförderbarkeit, sodaß deshalb alle Fahrgäste einen mehrfachen Verkehrsaufwand haben, als wenn sie mit dem eigenen Auto mit einer Fahrt große Sammellasten befördern können. Das Problem ist also nicht das Auto, was wegen seiner tatsächlichen Klimafreundlichkeit sogar der Staat Bedürftigen subventionieren sollte. Sondern das Problem ist der heutige unvernünftige Umgang mit dem Auto. Und so sehe ich immer wieder auch an Supermärkten, wie da SUV-Fahrer "nur mal eben schnell" einen Artikel einkaufen und nach Hause fahren.