Wie lernt man am besten Schreiben?

Zettel mit Kinderschrift

Wie lernt man am besten Schreiben?

Grundschüler lernen Rechtschreibung wohl am besten nach der klassischen sogenannten Fibelmethode. Das wollen Bonner Forscher herausgefunden haben. Wie sind Ihre Erfahrungen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Drückt der Schuh oder drükt der Schu? In vielen Grundschulen wird Schreiben nach Gehör gelehrt. Die Schüler dürfen Fehler machen. Korrekturen sind unerwünscht, weil das die Kinder demotiviere. Diese Methode nennt sich "Lesen durch Schreiben". Sie ist jedoch in den vergangenen Jahren in die Kritik geraten, weil die Schüler viele Fehler gemacht haben. Auch die sogenannte "Rechtschreibwerkstatt", bei der Kinder selbständig und ohne zeitliche Vorgaben die Rechtschreibung erlernen sollen, hat sich als Fehlgriff erwiesen. "Werkstatt"-Schüler machten am Ende der vierten Klasse im Schnitt mehr als doppelt so viele Rechtschreibfehler wie Fibelkinder, die Buchstaben und Wörter schrittweise lernen.

Die jetzt veröffentlichten Studienergebnisse haben die Rechtschreibleistungen von mehr als 3.000 Kindern in Nordrhein-Westfalen untersucht. Danach lernen Grundschulkinder die Rechtschreibung am besten mithilfe eines bebilderten Handbuchs, in dem Buchstaben systematisch eingeführt werden - eben mit der Fibel. Der Deutsche Lehrerverband verlangt jetzt ein bundesweites Verbot der didaktischen Methode "Lesen durch Schreiben", um "weiteren Schaden von unseren Grundschulkindern abzuwenden", wie Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger es formulierte.

Welche Erfahrungen haben Sie oder Ihre Kinder mit den unterschiedlichen Rechtschreibmethoden gemacht? Sollten alle Grundschulen zurückkehren zur Fibelmethode oder haben die anderen Lernformen auch Vorteile? Wie sinnvoll ist es, Grundschulkindern die Fleißarbeit beim Erlernen der Orthografie zu ersparen? Sind Kreativität und freiwilliges Lernen wichtiger als korrekte Rechtschreibung? Oder hat die Bildungspolitik versagt und sich Reformabenteuer auf Kosten der Kinder geleistet?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbandes NRW

Redaktion: Heiko Hillebrand und Julia Lührs

Kommentare zum Thema

82 Kommentare

  • 82 Beasty 18.09.2018, 13:59 Uhr

    Mir hat das Lernen der Fraktur Schrift den Reset gebracht und in 3 Wochen konnte ich besser rechtschreiben

  • 81 A. Voelker 18.09.2018, 13:55 Uhr

    Das Bildungssystem ist zum Experimentierfeld von Politikern geworden.

  • 80 anonym 18.09.2018, 13:53 Uhr

    Bildung darf keine Frage des Geldbeutels sein. Aber hier genau liegt der Hase im Pfeffer: In Deutschland unter Merkel ist das so. Nur noch reiche Leute, die wollen (verständlicherweise), dass ihre Kinder eine glücklichere Zukunft haben, schicken sie auf teure Privatschulen. Denn an staatlichen Schulen ist im Unterricht Schicht im Schacht oder durch Drogen und Co. der Teufel los. Arme Eltern, wehrt euch und geht geschlossen auf die Straße. Denn Bildung gehört zur Menschenwürde und ist ein Grundrecht.

  • 79 Bildung für ALLE??? 18.09.2018, 13:52 Uhr

    Ich habe vor einigen Jahren mit der Enkeltochter während der Sommerferien einen "Grundwortschatz für die Grundschule" eingeübt. Sie kam in die 4. Klasse. Den Wörterplan hatte sie aus der Schule mitgebracht. Das Ziel war, die Wörter fehlerfrei schreiben zu können und das schaffte sie auch. Die jüngeren Enkelkinder haben nie solche Übungen leisten müssen. Ich könnte mir vorstellen, dass man motivierten gebildeten Eltern gerne auch heute noch solche Übungspläne zur Verfügung stellt. Wollen unsere Politiker überhaupt Bildung und Abitur für alle? Wir brauchen auch noch die "einfachen" Schulabgänger, die dann die Waren beim Discounter über das Band schieben.

  • 78 Wer sich selbst erkennt, ... 18.09.2018, 13:41 Uhr

    ... wird auch vom Verfassungsschutz als Gefährder erkannt und zum Schutz der Menschen, denen es heute so gut geht wie noch nie, ausgespäht und in der Sicherheit der Ankerzentren genauso verwahrt wie die verfassungsmäßigen Rechte und insbesondere das allgemeine Menschenrecht. Als Kind von bildungsfernen Eltern fand ich gerade durch das systematische Lernen der einzelnen Buchstaben meine Wertschätzung für mein deutsches Wesen und war damit reif für das Kompositum einer Bundesausbildungsförderungsmaßnahme, um damit die soziale Apartheid in Deutschland, die von der deutschen Leitkultur über den Mythos von den Leistungseliten hergebracht und nicht nur im Staatsdienst mit viel unkündbarem Fleiß gepflegt wird, zwar noch nicht zu überwinden, aber um diesen rechtspopulistischen Wahn immerhin überhaupt erst einmal als Barriere für die allgemeine Mündigkeit des Bürgers zu erkennen und den Verfassungsschutz als Beschützer einiger privilegierter Bürger vor der Verfassung.

  • 77 anonym 18.09.2018, 13:36 Uhr

    Bereits im 18. Jahrhundert, im Zeitalter der Aufklärung, war Deutschland weiter als heute. Denn unter Friedrich dem Großen wurde gerade die Bildung aller (!) Bürger vorangetrieben. Im Gegensatz zu heute, wo leider nur noch reichen Eliten die nötige Bildung zugänglich gemacht wird. Ich schäme mich für unsere elitäre "Kanzlerin", die die armen Bürger auch hier sträflich vernachlässigt. Bildung sollte immer und überall endlich gratis sein.

  • 76 anonym 18.09.2018, 13:27 Uhr

    Wissen ist Macht. Und der Mächtige verteidigt mit allen Mitteln seinen Thron. Deshalb schafft auch Frau Merkel durch das deutsche Schuldesaster ganz bewusst ein neues Deutschland der Ungebildeten. Die wehrlos sind und möglichst kostengünstig ausgebeutet werden können. Und die fehlenden Kinder bekommen ausländische Frauen, die von ihren Männern dumm gehalten werden. Damit auch sie eingeschüchtert werden können und abhängig bleiben.

  • 75 anonym 18.09.2018, 13:10 Uhr

    Heute ist es an deutschen Universitäten normal, wenn Studenten zueinander sagen: "Hey Alter, isch jetz Vorlesung" oder "Na, Alles fett?" oder "Fuck you, da fi.. ich doch meine Alte". Mehr muss man wohl zu dem Thema nicht mehr sagen. Deutschland ist doch schon längst "abgeka... ", laut Jugend-Jargon.

  • 74 Nicola Hülskamp 18.09.2018, 13:06 Uhr

    Ich bin sehr froh, dass die Studie endlich wissenschaftlich untermauert, was viele Eltern seit Jahren wissen: Lesen durch Schreiben lernen nur wenige, leistungsstarke Schüler. Ich habe drei Kinder, zwei davon inzwischen in der 6. und 7. Klasse. Durch die lange Phase des falschen Schreibens haben sich so viele Fehler ins fotografische Gedächtnis eingebrannt, dass sich dies auch mit vielen, vielen Diktaten und Korrekturversuchen über Lernblätter etc. nicht mehr richten lässt. Beide schreiben inzwischen einigermaßen richtig, so lange sie sich darauf konzentrieren. Wenn sie aber an den Inhalt der Texte denken und beispielsweise am Ende eines Deutschaufsatzes unter Zeitstress geraten, sind 30 Fehler pro Seite normal. Nach meiner Einschätzung geht dies so den meisten Schülern, fehlerfreies Schreiben ist nach der Methode wenigen Auserwählten vorbehalten. Ich plädiere dafür, dass die Grundschulen alle zum Fiebelsystem zurückkehren und keine weiteren Experimente mit unseren Kindern machen.

  • 73 anonym 18.09.2018, 12:58 Uhr

    Weltfremde Menschen wie Herr Silbernagel versauen die Zukunftschancen unserer Kinder, weil sie ihnen falsches Wissen vermitteln oder ganz verweigern. Ein absolutes Unding. Die Eltern sollten sich endlich wehren und auf die Straße gehen. Denn "Wir sind das Volk"!

  • 72 Ursula Guildea 18.09.2018, 12:58 Uhr

    Ich habe seit 1957 in der Grundschule nach der Ganzheitsmethode schreiben und lesen gelernt. Das war neu, und meine Eltern hatten keine Ahnung von der Methode (es gab nach meiner Erinnerung nur ganze Wörter). Ich habe das sehr gut gelernt und hatte auf der weiterführenden Schule später in Rechtschreibung und Interpunktion immer ein Sehr gut. Mir hat das nicht geschadet. Das Niveau der heutigen Rechtschreibung ist eher schlecht. Sogar in den Medien.

    Antworten (1)
    • Dirk Jürgensen 18.09.2018, 13:13 Uhr

      Das kann ich nur bestätigen. Ich weiß noch, wie stolz ich war, schon in den ersten Monaten meiner Schulzeit Worte und Texte in meiner Umgebung und bald die ersten Bücher lesen zu können. - Der Studiogast kennt die Ganzheitsmethode nicht!