Live hören
Jetzt läuft: Before Paris von Tom Misch

Ist der Einzelhandel noch zu retten?

Leere Einkaufsstraße in Brühl

Ist der Einzelhandel noch zu retten?

Vorweihnachtszeit. Für den Einzelhandel die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Die City ist voll, aber viele Geschäfte stehen leer. Kaufhausketten kämpfen ums Überleben. Wie halten Sie es mit dem Einkaufen? Innenstadt oder Internet? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Konjunktur in Deutschland schwächelt. Dass es bislang keine echte Rezession wurde, liegt auch an der anhaltend guten Kauflaune der Deutschen. Aber die Einzelhändler profitieren immer weniger von der Konsumfreude. Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein und lassen sich die Waren bequem nach Hause liefern.

Vor allem die kleinen Läden leiden. Schon im Frühjahr rechneten sie mit einem spürbaren Umsatzrückgang, meldete der Einzelhandelsverband im April. Und früher machten diese kleinen Geschäfte den besonderen Charme der Innenstädte aus.

Dagegen wächst der Umsatz beim Internetgeschäft beständig. Die Deutschen kaufen gern und viel im Netz. Tendenz stark steigend. Für das laufende Jahr wurde dort mit einem Umsatzplus von zehn Prozent gerechnet.

Wo geben Sie ihr Geld aus? In der City schauen, im Netz kaufen? Wer ist schuld daran, dass immer mehr Innenstädte veröden oder immer austauschbarer aussehen, weil Ketten und Billigläden das Angebot dominieren? Welche Möglichkeit hätten Städte und Stadtplaner, dem etwas entgegenzusetzen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Redaktion: Gundi Große und Dirk Müller

Studiogast: Dr. Markus Preißner, Wissenschaftlicher Leiter, Institut für Handelsforschung IFH Köln

Ist der Einzelhandel noch zu retten?

WDR 5 Tagesgespräch 18.11.2019 45:08 Min. Verfügbar bis 17.11.2020 WDR 5

Download

Kommentare zum Thema

101 Kommentare

  • 101 Rettung durch Festpreise? 18.11.2019, 13:59 Uhr

    Um den heiligen Schein der neoliberalen Freiheit der Stadtluft zu wahren, braucht die städtische Leistungselite neben einer bequemen sozialen und weltanschaulichen Auslese auch wieder die Preisbindung für die Güter zur Befriedigung der gemeinen und nur für Habenichtse lebenswichtigen Grundbedürfnisse. Denn wer nichts verdient, soll auch nicht wohnen. So könnte der Einlass an den Haupteingängen der Stadt auf das zivilisierte und gebildete Publikum mit erfolgreich bestandener Bonitätsprüfung beschränkt und nur unmündige Niedriglöhner durch den Lieferanteneingang eingelassen werden, die sich nicht durch unangemessene Lohnforderungen gegen die Interessen der irdischen Stellvertreter Mammons versündigen. Schließlich benötigt die Leistungselite für einen sorgenfreien Lebenswandel im Sinne der hergebrachten Grundsätze der guten Sitte und der Leitkultur auch genügend günstiges Hartz-IV-Dienstpersonal, damit es sich zukünftig noch mehr lohnt, einen besonders kultivierten Geschmack zu haben.

  • 100 Bernd Karstens 18.11.2019, 13:58 Uhr

    Was da in den aussterbenden Innenstädten Deutschlands und all ihrer sich leerenden und fortan nicht mehr vermietbaren Ladenlokale für jedermann sichtbar wird, ist nichts anderes als die logische Folge der AGENDA 2010-Dumpinglöhnerei und der dahinter stehenden Groko Arbeits- und Wachstumswahnpolitik. Und der notgedrungene Ausweich ins Internet-Shopping für die Konsumenten kann natürlich so auch nicht immer weiter expandieren. Damit, mit dem goldenen Mittelweg zwischen Einzelhandel & Internetshopping und wie auch dahingehend eine bessere Politik für die Bürger gemacht werden könnte, befassen sich u.a. die Gästebuch-Kommentare Nr. 12, 23, 27, 32, 41, 53, 60, 87, 90 und 95.

  • 99 1.400 EUR BGE für Alle 18.11.2019, 13:55 Uhr

    Ins internet-Shopping getriebene Geldnot unter der AGENDA 2010 hat nichts mit "Bequemlichkeit" zu tun.

  • 98 Ein 18.11.2019, 13:50 Uhr

    gelungenes Geschäftsstadtkonzept besteht für mich immer aus einer gesunden Mischung individueller Läden, die überwiegend Fachartikel und ein abwechslungsreiches Sortiment bieten. Was der eine nicht hat, hat ein anderer. Bonn z. B. hatte mal eine sehr schöne Geschäftslandschaft in der Innenstadt. Das ist aber alles kaputt gemacht worden. Preise für Läden, die sich keiner mehr leisten kann oder wo man kaputt dran geht. Die Stadt wurde wie vieles andere auch kaputt saniert. Höher, Schneller, Weiter macht sich da nicht bezahlt, sondern geht nach hinten los - für alle! Auch das Menschengewimmel ist kaum noch erträglich. Bei allem bleibt die Qualität auch meistens voll auf der Strecke. Das geht bei den ganzen Wegwerfklamotten und Billigprodukten los und hört ganz anderswo auf. Alles hat - wenn überhaupt - allenfalls noch einen Mittelwert. Für mich völlig unerklärlich und traurig zugleich. Schuld hat das ganze pervertierte System, aus dem es auszubrechen gilt, sonst wird das nie was.

  • 97 Breslein hat Recht 18.11.2019, 13:49 Uhr

    Die Kommentare Nr44 und 34 von Breslein zeigen einen Weg zur Rettung des Einzelhandels auf. Gebühren für Beratung und Eintritt ins Kaufhaus sollten erhoben werden. Beides wird dann beim Kauf vor Ort verrechnet. Doch für diesen radikalen Ansatz fehlt den Einzelhandel der Mut. Die Angst vor Verlust nur eines Kunden treibt jedoch immer mehr Menschen ins Internet.

    Antworten (1)
    • Mikea 18.11.2019, 13:56 Uhr

      Kaufhäuser leben auch davon, daß sie sich Ihre Kunden mit Hilfe ihrer Waren einfangen!

  • 96 1.400 EUR BGE für Alle 18.11.2019, 13:39 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 95 FFF & BGE ! 18.11.2019, 13:34 Uhr

    Wenn schon der deutschen Wirtschaft Tunnelblick, Kleinkarriertheit, Unkreativität, Intoleranz und Egozentrik im Wege stehen, ein bundesweites, flächendeckendes Freies Paketshop-System aufzubauen, in das jedes Versandunternehmen zentral seine Pakete einliefern könnte und da jeder Paketempfänger fußläufig seine Pakete bei freier Zeit- und Wegeeinteilung abholen könnte, und bei dem Einzelhandel und Internetshops bestens miteinander kooperieren und davon profitieren könnten, dann sollte wenigstens die Politik sich dafür einsetzen und hinsichtlich Umwelt- und Klimaschutz dieses Symbiosesystem sogar zur gesetzlichen Auflage machen, um das ganze heutige selbst-, city- und klima-ruinöse Massenpaketfahrtenkuriertum zu beenden.

    Antworten (1)
    • Anonym 18.11.2019, 13:39 Uhr

      Das war wohl der längste Satz des Tages! Ich muss ihn noch einmal lesen, um den Sinn zu verstehen ...

  • 94 KlartextJetzt 18.11.2019, 13:33 Uhr

    In den Innenstädten existiert der klassische Einzelhändler seit den 90er Jahren doch längst nicht mehr, das ist die immergleiche Mär zur Weihnachtszeit. Zu verdanken haben wir dies den in diesen Jahren von den "Parteien der Mitte" großzügig genehmigten Shopping-Centern, zu dieser Zeit gab es noch keinen Online-Handel. Zu konstatieren ist zuallererst die hierdurch verursachte großflächige Zerstörung historischer Bausubstanz. Zu finden sind hier heute ausschließlich aggressive Kraken wie Tchibo, NewYorker, Hallhuber, Mister & Lady, H & M, Tally Weijl, Voswinkel, Camel active, Görtz usw. Dazwischen billiger LED-Weihnachtskitsch und 70 cm hohe Laternenkerzen, Glühwein für 3,- pro Becher. Einzig positiv sind neue Start-Ups jüngerer "Idealisten" in den Randlagen, z. B. Kaffeeröstereien oder "Kreativshops". Ansonsten beziehe ich sämtliche Ware aus dem Netz, dann kann ich mir auch die sog. (zumeist provisionsbasierte) Beratung ersparen. Und lange Schlangen an den drei Kassen von Galeria.

  • 93 Postfiliale 18.11.2019, 13:31 Uhr

    Das Problem sind die Retouren. Ich betreibe eine kleine Postfiliale in der Provinz und habe nur vormittags geöffnetr. Ca. ein Drittel aller Päckchen und Pakete, die ich wöchentlich entgegennehme, sind Retouren. Da gibt es Stammkunden, die sich alle möglichen Kleidungsstücke bestellen - die dann einige Tage tragen (gerne am Wochenende) und dann die Teile wieder zurückschicken. Ein Großteil wird dann von amazon u.a. weggeworfen. Retouren sollten nicht mehr kostenlos sein - das würde sicher helfen. Ganz extrem ist hier vor Ort eine 4-köpfige Familie (die Kinder um die 18/20 Jahre alt) - die sehe ich gelegentlich auf meinen Gassirunden mit meinem Hund. hat einer von denen neue Schuhe an, weiß ich bereits, dass die am Montag bei mir auftauchen mit einem Zalando-Retoure-Paket. Leider muss ich immer freundlich bleiben....

    Antworten (2)
    • Mikea 18.11.2019, 13:57 Uhr

      Es gibt nichts, was nicht auch mißbraucht werden könnte!

    • KlartextJetzt 18.11.2019, 13:58 Uhr

      Wo findet man denn "Einzelhandelsgeschäfte" in der "Provinz"? Als Betreiber einer "kleinen" Postfiliale sollte man vielleicht froh sein, daß eine vitale "Retourenfrequenz" besteht, Briefmarken dürften als "Geschäftsmodell" zunehmend in den Hintergrund treten. Und Schreibutensilien kauft man bei Dirk für einen Appel und ein Ei.

  • 92 Ist Deutschland 18.11.2019, 13:30 Uhr

    noch zu retten? Da die Politik seit 30 Jahren nur dem schnöden Mammon hinterherrennt musste es irgendwann die Händler treffen. Natürlich die kleinen zu erst. In der 3 Welt leben Leute davon Orangen auszupressen und das Getränk zu verkaufen.... Wenn sich eine Gesellschaft entwickelt fallen eben einfache Sachen weg.... Und wenn Geld nur noch 25% des Wertes (alles andere sind Zwangsabgaben) hat dann reicht es eben nicht mehr. Das heißt ich muss das 4 bis 6 fache verdienen um ein Auskommen zu haben. Das lässt sich nicht mehr realisieren. Also ist der Laden zu und das Geld kommt vom Amt.

  • 91 G. Heim 18.11.2019, 13:29 Uhr

    Letztlich bleibt es jedem selber überlassen, ob er/sie/divers sich vom allgegenwärtigen Konsumterror in Geiselhaft nehmen lässt und dann wahlweise an vollen Innenstädten und "mageren" Einzelhandelssortimenten (keine gepökelten Nachtigallenaugen zu kriegen!) oder am ach so zeitsparenden, stundenlangen Internetgewühle mit anschließendem Retourenmarathon kaputtgeht - oder eben nicht. Weniger ist (immer noch) mehr.