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Mehr Intellektuelle in öffentlichen Diskursen?

Der Philosoph Jürgen Habermas im Jahr 2013

Mehr Intellektuelle in öffentlichen Diskursen?

Jürgen Habermas wird heute 90 Jahre. Der Sozialphilosoph gilt als produktiver, engagierter Intellektueller, der zu gesellschaftlichen Kontroversen Stellung bezieht. Richtig so und brauchen wir mehr davon? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Seine Stimme habe bis heute großes Gewicht, schrieb Kulturstaatsministerin Monika Grütters in einem Glückwunschschreiben an den Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas. Er habe die großen gesellschaftspolitischen Debatten der Nachkriegsjahrzehnte maßgeblich mitbestimmt. Während der Studentenrevolte in den 1968-er-Jahren zum Beispiel. Dort wurde Habermas mit seinen Forderungen nach Reformen im Bildungswesen zum geistigen Anreger der revoltierenden Generation.

Heute stellen sich in Gesellschaft und Politik andere Fragen: der Zusammenhalt der Gesellschaft, ihre vermeintliche Verrohung. Die globalen Herausforderungen, der Klimawandel, die künstliche Intelligenz. Können auch hier Intellektuelle Impulse geben? Sind sie gar aufgerufen, sich einzumischen, weil sie einen anderen Blick auf die Fragen unserer Zeit haben? Und sind wir auch bereit, ihnen zuzuhören?

Nicht alle schätzen Intellektuelle, bisweilen werden sie verächtlich gemacht, manch einer wirft ihnen vor, nicht wirklich im Leben zu stehen, zu abgehoben zu sein, nicht zu wissen, was die Menschen wirklich bewege.

Wie sehen Sie das? Fehlen Ihnen intellektuelle Stimmen in den gesellschaftlichen Debatten? Zu welchen Themen würden Sie sie gerne hören? Was würden Sie sich davon versprechen? Oder halten Sie eher wenig davon? Sollten Intellektuelle sich lieber zurückhalten? 

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.


Gast: Hanno Rauterberg, Stellvertretener Resortleiter Feuilleton, Die Zeit

Redaktion: Gundi Große und Heiko Hillebrand

Mehr Intellektuelle in öffentlichen Diskursen?

WDR 5 Tagesgespräch 18.06.2019 45:53 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

126 Kommentare

  • 126 Zurück in die Zukunft 18.06.2019, 13:59 Uhr

    Wenn die Bierseligkeit des deutschen Rechtspopulismus durch die vollkommen losgelöst von der Lebenswirklichkeit der Mehrheit der Bürger mit der für deutsche Intellektuelle typischen arroganten Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit ersetzt wird, dann findet dieses Land natürlich noch schneller zurück in die Zukunft des intellektuellen Führerprinzips durch eine klerikal sowie eugenisch privilegierte Bildungselite, wo der Apfel nicht weit vom Stamm fällt und die Kinder aus dem Prekariat noch sicherer in prekären Verhältnissen quasi unter die Quarantäne sozialer Apartheid gestellt werden können.

  • 125 Geht doch 18.06.2019, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 124 Auch dieses TG 18.06.2019, 13:56 Uhr

    über Habermas war viel zu oberflächlich und wirkte lieblos heruntergekurbelt. Schade, denn man hat eine echte Chance vertan, die Geistlosigkeit unserer Zeit einmal ernsthaft unter die Lupe zu nehmen.

  • 123 Mikea 18.06.2019, 13:56 Uhr

    Wer ist ein Intellektueller? Der, der es von sich glaubt, zu sein, oder der, von dem andere es behaupten? Der, der ein ganzes Paket von Bildungsabschlüssen und Ehrungen gesammelt hat, oder der, der im stillen Kämmerlein unbekannt und unerkannt vor sich hindenkt? Wäre Diogenes ein Intellektueller gewesen? Warum hatte er dann keine gesicherte Existenz und kein geregeltes Einkommen? Ist Herr Precht zB. ein Intellektueller? Herr Habermas scheint es ja zu sein. Oder?

  • 122 Karl Theodor 18.06.2019, 13:54 Uhr

    Intellektuelle sind für mich Priester, die auf Kosten des einfachen Volkes leben. Sie arbeiten meistens beim Staat, weil kaum ein Mensch ihre Produkte, Leistungen mit seinem eigenem Geld bezahlen würde.

  • 121 Der Anrufer 18.06.2019, 13:54 Uhr

    , der einen Hauptabschluss hatte und monierte, dass heute eigentlich nur noch Akademiker eine Zukunftsperspektive hätten und Gehör finden, hatte recht. Aber er wurde von Herrn Koch schnell abgewürgt. Das war ungerecht und hat mich geärgert.

  • 120 DeSoto 18.06.2019, 13:54 Uhr

    Natürlich braucht man Intellektuelle, und zwar auf allen Ebenen. Aber es braucht 3 Voraussetzungen, damit sie überhaupt akzeptiert werden: keiner Ideologie verpflichtet zu sein, keiner Geldquelle mit Meinung verpflichtet zu sein und keinen Dünkel zu haben. Da man seltener Personen findet, die alle notwendigen Kriterien erfüllen und der Normalo ein gutes Gespür hat, ob jemand "sauber" ist, so hatte das Wort Intellektueller seit seinem Aufkommen Ende des 19. Jhd. in Frankreich oft einen schlechten Beigeschmack.

  • 119 wdr5watch 18.06.2019, 13:54 Uhr

    Wdr5 wollte wohl vor der Diskussion noch ein Negativbeispiel geben, als Herr Koch eine Lehrerin mit einer eher ungewöhnlichen Berufsbiografie gestatte sich mit Anmaßung und Anekdoten ohne jede nachprüfbare Grundlage über Lehrer als „das Problem“ zu äußern. Intellektuelle Substanz sieht anders aus!

  • 118 Nun... 18.06.2019, 13:54 Uhr

    ...ich müsste aus psychologische Sicht etwas mehr in die Tiefe gehen, als es der Rahmen hier erlaubt - jedoch sollten sich vielleicht mehr Menschen mit den unterschiedlichen Persönlichkeitstypen und ihren Eigenschaften beschäftigen. Einige davon haben ganz erstaunliche Fähigkeiten, die sie dazu befähigen im Zusammenhang mehr zu erfassen als andere das können. Ich kann das nur empfehlen, denn es eröffnet einem ganz andere Perspektiven generell auf Menschen und ihre Fähigkeiten/Talente zu blicken. Ich mag diese Art von Schubladendenken auch nicht, die ich nicht nur hier im Forum immer wieder bemerke. Manchmal ist es einfach notwendig neue und andere Wege zu beschreiten. Und, ohne Frei- und Querdenker und unbequeme Menschen die neue Wege nicht nur im Denken gehen hätten wir vieles gar nicht kennen gelernt und manche Einsicht nicht gewonnen. Das gilt auch für Politik. Also, warum nicht dies Leute in politische Entscheidungen einbinden, damit nicht immer nur die Wirtschaft im Fokus steht?

  • 117 Hauptschüler 18.06.2019, 13:52 Uhr

    Der #Intellektuelle denkt #nicht auf die Schnelle. Wer dummquatscht, kriegt ne Schelle.

  • 116 AGENDA 2010 18.06.2019, 13:52 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)