Prost? Sucht am Arbeitsplatz – wie damit umgehen?

Ein Mann nimmt eine Gin-Flasche aus einem Schrank mit Ordnern.

Prost? Sucht am Arbeitsplatz – wie damit umgehen?

Deutschland bleibt ein "Hochkonsumland in Bezug auf Alkohol", stellt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen fest. Getrunken wird auch auf der Arbeit. Wie darauf reagieren? Wegsehen, ansprechen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Nach den jüngsten Berechnungen für 2017 tranken die Bundesbürger pro Kopf rund 131 Liter Alkoholika, teilte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen am Mittwoch (17.4.) in Berlin mit. Zwar ist das ein leichter Rückgang, aber bleibt immer noch hoch problematisch. 131 Liter entsprechen rund einer Badewanne voller alkoholischer Getränke. Und getrunken wird immer und überall. Auch auf der Arbeit.

Menschen, die süchtig sind oder einen sehr hohen Alkoholkonsum pflegen, sind in der Arbeitswelt aber ein Problem. Sie sind doppelt so häufig krank, häufig unkonzentriert oder kommen zu spät. Nicht zuletzt geschehen mindestens 20 Prozent aller Arbeitsunfälle unter Alkoholeinfluss, sagt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Doch was tun, wenn man merkt, dass der Kollege trinkt und auch die Chefin nicht mehr ganz nüchtern scheint? Soll man dann eingreifen, und wenn ja, wie? Haben Sie schon mal einen Kollegen auf eine mögliche Sucht angesprochen? Und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Und was, wenn man selber merkt, dass man zu sehr über die Stränge schlägt, kann man sich dann vertrauensvoll an Vorgesetzte oder Kollegen wenden, oder muss man um seine Arbeitsstelle fürchten?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Yvonne Michel, betriebliche Suchtprävention, Caritas Aachen

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic und Julia Lührs

Prost? Sucht am Arbeitsplatz - wie damit umgehen?

WDR 5 Tagesgespräch 18.04.2019 45:18 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

58 Kommentare

  • 58 Ulf Lindermann 18.04.2019, 13:59 Uhr

    Wer schon heute ein privates BGE z.B. aus Erbschaft, Börsengewinnen oder Lotterie hat, ist weit weniger dem Alkohol verfallen, weil das BGE ihm bessere Lebensalternativen bietet als der Alkohol, mit dem heute Millionen Menschen in Deutschland sich ihr trostloses wie armseliges "Rien ne va plus"-Leben in der verfassungswidrigen und menschenwürde-verletzenden AGENDA 2010 schön saufen.

  • 57 G. Heim 18.04.2019, 13:59 Uhr

    Ich wünsche allen Kommentatoren und allen Mitgliedern der Redaktion schöne Ostertage! Und speziell @Ulrike: Prost, Gemeinde! Der Pfarrer säuft auch! Jetzt muss ich aber los. Ich glaub, ich muss noch Eierlikör kaufen ...

  • 56 Management by Alkohol 18.04.2019, 13:59 Uhr

    Die Sinne der Mitarbeiter und Bürger durch Alkohol benebeln, weil darin angeblich wie im Wein auch Wahrheit ist, aber wenn der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie die Rechnung präsentiert, dann werden die Antialkoholiker zum Frustabbau des Freibiers für alle als spielverderbende Feinde der Lebensfreude durchs Dorf gejagt.

  • 55 Dirk 18.04.2019, 13:57 Uhr

    Sämtliche Drogen sind gefährlich und führen leichter in die Abhängigkeit, als viele denken. Gerade Alkohol wird immer noch verharmlost, und der gesellschaftliche Druck, doch „ein Gläschen“ (mit)zutrinken, führt allzu oft in die Sucht, die schon viele Millionen Familien zerstörte! In Seinem Wort, der Bibel, warnt Gott u.a. in Jesaja 22,5: „Wehe denen, die Helden sind im Weintrinken und tapfer im Mischen von berauschendem Getränk.“, in Jes.28,7: „Aber auch diese taumeln vom Wein und schwanken vom Rauschtrank: Priester und Prophet sind vom Rauschtrank berauscht, vom Wein benebelt, sie taumeln vom Rauschtrank; sie sehen nicht mehr klar, urteilen unsicher.“, im Buch d. Sprüche 20,1: „Der Wein macht zum Spötter, das starke Getränk macht wild, und keiner, der sich damit berauscht, wird weise.“, und v.a. Christen in 1.Kor.3,16f.: „Wisst ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid…? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.“

  • 54 Das Übliche 18.04.2019, 13:56 Uhr

    Was Frau Diplom Sozial Pädagogin Michel zu den Gründen sagt ist das, was man üblicherweise so sagt. Süchte sind Ausprägungen von Wohlfühlmangel, wie etwa lang anhaltende psychische Überbelastung. eine Form von Überbelatungsdepression. Auch bei Menschen die vermeintlich nur da rein rutschen sind sicherlich Wohlfühl- und Vertrauensdefizite feststellbar. Es muss die Biographie des Menschen, und die gesamte aktuelle Situation des Menschen gesehen werden. Warum sucht jemand Ersatzfreude und Ersatzwohlfühlen bei Alkohol? Warum hat er keine anderen Freuden? Welche Belastungen, auch unbewusste, hat er? Ich bin ein Anhänger von neuem Lernen. Nur etwas wegmachen zu wollen funktioniert nicht. Wichtig sind eine neue persönliche Stärke, eine neues Wohlfühlen und neue Interessen die das machen. _Nach meinen Erfahrungen sind Sozialarbeiter mit psychologischen Themen überfordert. Sie geben Angelerntes wieder. Außer sie haben einen guten bildungsmäßigen Hintergrund, nicht nur Fachausbildung.

  • 53 Thomas Neumann 18.04.2019, 13:54 Uhr

    Statt der heutigen unsinnigen Drogenpolitik als Ursache des millionenfachen Alkoholmißbrauchs sollte besser mal allen Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, die von ihnen jeweils individuell benötigte Droge zu finden. Später in Zukunft kann sowas bestimmt anhand des Blutbildes für jeden Menschen individuell im Labor ermittelt werden. Das kann z.B. für den Einen Cannabis sein und für einen Anderen Coca usw.. Wenn also für jeden Bürger individuell dessen optimaler Drogenbedarf ermittelt wird, dann kommt er künftig damit ohne Dosissteigerung und ohne Suchtentwicklung aus und kommt vom Alkoholmißbauch weg. Man kann das also mit dem Insulin vergleichen: Verwendet ein Diabetiker kein Insulin, so ballert er sich hilfsweise mit Alkohol zu, um den Blutzuckerspiegel, die neuropathischen Schmerzen, Herzbeschwerden und die Durchblutungsstörungen senken zu können.

  • 52 Ungefragte Ratschläge 18.04.2019, 13:49 Uhr

    sind Schläge. Nur wenn Jemand aktiv auf mich zukäme und Hilfe bräuchte, wäre ich da. Leute, die hinter dem Rücken zum Chef rennen, sollte man ohnehin meiden. Weil sie bestimmt nicht sozial sind. Sehr untertrieben formuliert.

    Antworten (1)
    • Ulrike 18.04.2019, 13:57 Uhr

      Es kommt auf den Job an. Auf dem Bau mag ein Bier und eine Fahne toleriert werden, in einer Sitzung im Büro mit Kunden nicht! Das darf nicht vorkommen. Wer das bestreitet, muss seine Firma schon sehr hassen.

  • 51 Thomas Neumann 18.04.2019, 13:44 Uhr

    Der millionenfache Alkohol-Mißbrauch ist auch und vor allem die Folge der restriktiven Drogenpolitik in Deutschland, geprägt voller Vorurteile und Inkompetenz. Beispiel: Obwohl ich viele Jahre gut mit dem Tranquillizer Oxazepam mein Leben auf die Reihe bekam und nie das Bedürfnis einer Dosis-Erhöhung verspürte, verwehrt mir nun die Medizin in ihrem neuerlichen Tramquillizer-Hexenverfolgungswahn Oxazepam und will mich stattdessen mit einem steigenden Berg von anderen, aber ungeeigneten, nebenwirkungsreichen Medikamenten vollstopfen, unter denen es mir immer schlechter geht und ich daher lieber heute zu Alkohol greife, auch wenn der mir nicht so gut tut wie Oxazepam. Es gibt offenbar ähnlich dem Insulin auch Drogen wie Oxazepam, die man essentiell benötigt, wenn die körpereigenen Drogen wie Endorphin usw. zu wenig vom Körper produziert werden.

  • 50 Sog. Hinterträger 18.04.2019, 13:38 Uhr

    , die in Firmen leider gar nicht so selten und von Vorgesetzten leider oft auch gewollt sind, sind eine Pest. Weil sie durch ihre Verdächtigungen bzw. üblen Gerüchte über Kollegen gnadenlos das Todesurteil fällen. Schlau getarnt als vermeintlich christliche Nächstenliebe. So nach dem Motto "ich wollte doch nur helfen, weil ich so sozial denke".

    Antworten (2)
    • Ulrike 18.04.2019, 13:51 Uhr

      Hier geht es um Suchttrinker. Diese sind in keiner Firma tragbar. Da braucht es auch keine Zuträger, diese Leute riecht man drei Meter gegen den Wind. Würden Sie einen Heroinabhängigen in Ihrer Firma fixen lassen? Nein! Feuern und fertig. Ich kenne da kein Pardon!

    • Vodka geruchlos 18.04.2019, 13:58 Uhr

      Ulrike , deshalb trinken Alkoholiker Vodka, der riecht nicht. Er wird deshalb auch im Kostümfundus zu Reinigung benutzt.

  • 49 Politischer Katalysator 18.04.2019, 13:34 Uhr

    Das Thema Alkohol wird in solchen Gesellschaften niemals offen, ehrlich und umfassend behandelt, in denen Alkohol aufgrund der zuverlässigen Enthemmung als wirksames politisches Mittel sowohl von der Führungselite als auch von ihrer süchtigen oder von der Sucht anderer profitierenden Amigos zur Absicherung der Willkür und zur Ausgrenzung von abstinenten Querulanten sowie als Ersatz oder Ergänzung des religiösen oder ideologischen Fundamentalismus genutzt wird. Auch wenn die Wahl dieses Themas gut gemeint ist, wird gerade auch in Deutschland nicht mehr dabei herauskommen als durch die Aufdeckung des Betrugs mit Abschalteinrichtungen, d.h. außer möglicherweise etwas aufgewirbeltem Feinstaub und Ruß hinterlässt dieses Thema in der Selbstzufriedenheit der Anhänger des freien Umtrunks für trinkfeste Bürger noch nicht einmal ansatzweise so viel Wirkung wie ein kleines Glas Leichtbier.

  • 48 Das Problem... 18.04.2019, 13:32 Uhr

    ...könnte ganz einfach gelöst werden, indem man besonders den harten Alkohol sehr hoch besteuert und ihn damit sehr teuer macht. Wenn so ein Flachmann mal eben 30 € kostet und eine große Flasche entsprechen teurer ist, nimm das Problem von alleine ab. So lange Alkohol die tolerierte Volksdroge Nr. 1 bleibt, wird das Problem nicht abnehmen. Auch Volkswirtschaftlich ist der Schaden nicht als unbedeutend zu bezeichnen, denn Alkoholismus ist eine Erkrankung, die hohe Kosten verursacht und schon daher nicht mehr als harmlos zu bezeichnen ist - von den gesundheitlichen Folgen mal ganz abgesehen. Aber das scheint in diesem Land ja ebenso erwünscht zu sein, wie gewisse andere Dinge, gegen die man einfach nichts unternimmt - das hat ja hier Methode.

    Antworten (3)
    • G. Heim 18.04.2019, 13:42 Uhr

      Geld spielt bei dem Thema durchaus eine Rolle. Du bist ein versoffener "Penner" wenn es täglich der billigste Schnaps und der Wein im Tetrapack sind. Es zeugt aber von Kultur, Etikette und feiner Lebensart, wenn es das Gläschen Champagner am Morgen, der edle Rotwein zum guten Mahl und der exquisite Cognac/Whiskey am Abend ist.

    • Ulrike 18.04.2019, 13:48 Uhr

      Gehen Sie in ihren Keller, trinken Sie ungesunden Tee, und lassen Sie andere Menschen machen, was sie für richtig halten. Ich bin diese Oberlehrer echt leid.

    • Der... 18.04.2019, 13:50 Uhr

      ...kleine aber feine Unterschied liegt schon darin einfach mal Maß zu halten und sich nicht immer gleich völlig gehen zu lassen. Gegen ein gutes Glas Wein zum Essen ist gar nichts einzuwenden - es sollte nur nicht gleich die ganze Flasche sein, wie so oft. Ich persönlich habe damit gar kein Problem, sehe das jedoch immer wieder um mich herum.