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Klimawandel – die Stunde der AKW?

Das Atomkraftwerk Borssele in den Niederlanden

Klimawandel – die Stunde der AKW?

Wie die Klimaziele von Paris erreichen, den Klimawandel stoppen? Nur mit neuen Atomkraftwerken, lautet eine Antwort, die immer öfter zu hören ist. Sehen Sie das auch so oder fürchten Sie die negativen Folgen der Atomkraft? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Laut einem Bericht in der Zeitung "Welt" denken die Niederlande über den Bau von bis zu zehn neuen Kernreaktoren nach. Anders seien die Klimaziele von Paris nicht erreichbar, meint die Regierungspartei VVD von Ministerpräsident Mark Rutte. Die Kernenergienutzung in den Niederlanden sei "unverzichtbar" im Kampf gegen den Klimawandel, heißt es auf der Website der konservativen Partei. Das niederländische Wirtschaftsministerium präsentierte bereits eine Studie zu den Vorteilen der Kernenergienutzung.

Auch in Deutschland melden sich Stimmen, die mit Hinweis auf die Klimaziele, die Atomenergie wiederbeleben wollen. "Kernforschung muss weiter betrieben und gefördert werden. Wir müssen technologieoffen bleiben", erklärte etwa Sachsens Ministerpräsident Michael Kremtscher (CDU) im Januar dieses Jahres.

Dabei sind die Fragen der Entsorgung des alten Atommülls noch immer nicht geklärt. Heute wird der erste Zwischenbericht zu einem möglichen Endlager in Deutschland vorgelegt. Er zeigt auf, in welchen Gebieten die Einrichtung eines Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll nach festgesetzten Kriterien grundsätzlich möglich wäre. Wann da eine Entscheidung fällt, steht noch in den Sternen. Und auch die Gefahren der Atomkraft sind längst noch nicht gebannt. Fukushima und Tschernobyl sind mahnende und nach wie vor "strahlende" Beispiele.

Kritiker werfen den Atomkraftbefürwortern vor, die Kosten für die Atomkraft, die angeblich nicht teurer als Energie aus Wind und Sonne sei, schönzurechnen, da weder die Endlagerung noch mögliche Unfälle in diesen enthalten seien. Befürworter weisen dagegen auf den geringen Flächenbedarf im Gegensatz zu Windrädern und großflächigen Solaranlagen hin.

Was meinen Sie? Sollte Atomkraft auch für Deutschland wieder eine Option sein, oder halten Sie das für viel zu gefährlich? Glauben Sie, dass AKW zum Schutz des Klimas notwendig sind, oder halten Sie das für eine Ausrede? Ist Atomkraft wirklich billig? Kann man über sie diskutieren, ohne die Frage der Endlagerung von Atommüll geklärt zu haben?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Dr. Anna Veronika Wendland

Redaktion: Ulrich Horstmann, Willi Schlichting und Gundi Große

Klimaschutz – die Stunde der AKW?

WDR 5 Tagesgespräch 28.09.2020 45:47 Min. Verfügbar bis 28.09.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

211 Kommentare

  • 211 BGE-Laotse 28.09.2020, 13:59 Uhr

    Der Folgeschaden der AGENDA 2010 ist noch mehr Verkehr und Strombedarf. Und nur ein Narr baut daraufhin noch mehr Straßen und Kraftwerke, die dann nur umso mehr den Verkehr und Strombedarf weiter ansteigen lassen. Stattdessen sollte man sich besser mal Gedanken darüber machen, wie genau dieses "noch mehr" vermieden werden kann. Und schon kratzen wir an der fatalen, weil zudem auch umwelt- und klimaschädlichen Wachstumsideologie von CDU & SPD.

  • 210 Greta Green 28.09.2020, 13:59 Uhr

    Das ist das falsche Grün Frau Wendland! Sie als Osteuropaexpertin warnen vor „Nebenagenten“ in der Politik In der Tat! Sie warnen wiederholt vor Putins Gas? , was ist das? Ich weiß von meinem Opa, der im zweiten Qeltkrieg gegen die Russen zu Kämpfen hatte zwei Dinge: Keine Feindschaft mit Russland! Das sollte Für Deutsche Anathema sein! Sier monierte sogar den Petersberger Dialog, der zum Frieden mit den ehemaligen Feinden Russland unverzichtbar ist, wie man an der Agitation verstehen sollte. Last but not least, haben die Russen, in allen System immmer zuverlässlich ihre Verträge eingehalten. Ganz im Gegensatz zu den USA. Vor und nach Putin. Die Alternative olivgrüner RusslandhasserINNEN wäre umweltschädliches US fracking Gas Wollen wir Deutsche solchen EinflüsterINNEN folgen?

  • 209 Simone I 28.09.2020, 13:58 Uhr

    Die deutschen AKWs seien sicher, meint die Gästin. Als Klima-Retter? Ach Ja? - Und wenn das Kühlwasser dann nicht mehr zur Verfügung steht, infolge Klimaveränderung? - Ohne Nachschub aus der Natur funktioniert nämlich unsere Technik nicht. - Die Defizite der Natur lassen sich dann nicht einfach in eine andere Bilanz verschieben. - "Ohne Gott und Sonnenschein/ fahren wir die Ernte ein!"?

  • 208 Moonraker 28.09.2020, 13:58 Uhr

    Das sieht dummen Menschen ähnlich: ein Problem durch Schaffung eines neuen Problems zu lösen. Und dann die ganze Sauerei in einem Salzstock verdrängen, wie das mit gigantischen Problemen im Schacht Konrad für mittelschwer verstrahlte Abfälle bei Salzgitter geschah und inzwischen hochkocht. Denn es ist ein Irrglaube, dass es nicht schon ein Atommülllager in Deutschland gäbe. Laut Wiki: "Rund 90 Prozent des Volumens der in Deutschland anfallenden radioaktiven Abfälle gehören in diese Kategorie," ... schwach bis mittelschwer. Wenn man also das schon gigantisch vergeigt hat, woher die Zuversicht, dass bei Gefährlicherem besser zu machen. Kontolliert oberirdisch bewachen und auf Raumfahrtfortschritte hoffen, was jeder Science Fictionfilm als Zukunft suggeriert: ab auf den Mond.

  • 207 Karl Theodor 28.09.2020, 13:57 Uhr

    Der Glaube an den Klimawandel ist nur eine Variante des Kulturmarxismus, ein Baustein der mit Antirassismus, Gender, Migration angetreten ist um die westliche Welt zu zerstören.

  • 206 Lutz Konhäuser 28.09.2020, 13:56 Uhr

    Nicht nachvollziehbar Dr. Anna Veronika Wendland war AtomkraftgegnerIn. Im heutigen Tagesgespräch hat Sie alle früher geäußterten Fakten gegen die Nutzung von Atom zivil- und! militärisch als letztlich irrelevant vom Tisch gefegt. Der Kosten- Nutzeneffekt der zivilen Atomnutzung ohne die militärische Nutzung ist nicht gegeben. Allein die Kosten zum Schutz der Atomkraft vor Unfällen, Terroranschlägen und Naturgewalten bei der Lagerung, Transport und Entsorgung lassen eine ausschliessliche zivile kostendeckende Nutzung der Atomindustrie aktuell schon nicht zu. Die Kosten nach dem Ende der zivilen Nutzung, wenn keine Einnahmen aus dem Verkauf der atomindustriellen Produkte mehr zu erwarten sind - für die nächsten 100.000 Jahre sind da noch nicht eingerechnet.

  • 205 Tom Schmidt 28.09.2020, 13:56 Uhr

    5 der 6 jetzt noch am Netz befindlichen KKW in D sind Druckwasserreaktoren. Durch ihre reaktorphysikalischen Eigenschaften geht die Leistung bei Kühlmittelverlust eigenständig runter, durch reine Physik auch ohne Eingriff der verschiedensten weiteren Sicherheits und Abschaltsysteme. In der jährlich veröffentlichten Top Ten der meisten eingespeisten CO2-feien Strommenge aus KKW, waren, als noch alle liefen bis zu 8 von 10 KKW aus Deutschland. Sie haben Verfügbarkeiten bis zu knapp 94%, d. h. sie müssen außer zur planmäßigen Revision so gut nie wie nie runterfahren. Die Töpfe laufen zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Auch sind besonders die 3 Konvoi-Anlagen Emsland Isar 2 und Neckarwestheim 2 faktisch die "radiologisch saubersten" mit der geringsten Dosis für das Personal weltweit. Neben einem Konvoi-Dampferzeuger maß ich in der Revision keine 10µSv/h. Weniger als ¼ Promille wie bei einem Torax-CT. CO2-freier Strom aus den sichersten KKW der Welt, der bald fehlt. Phobisch und dumm

  • 204 Anonym 28.09.2020, 13:56 Uhr

    Ich finde die Diskussion manchmal scheinheilig und oft noch ohne Fachwissen, mit emotionalen gefühlsbetonten Gründen. Auf der einen Seite wollen wir aus der Braunkohle aussteigen und die Atomkraftwerke abschalten, auf der anderen Seite müssen wir Strom aus Kohle und Atomstrom aus Nachbarländern importieren. Es grenzt an Naivität, dass wir glauben, die AKW's in Frankreich, Belgien und Niederlande seien sicherer als unsere. Wir sollten unsere AKWs noch nicht abschalten, der Rückbau kann ja später stattfinden. Wir schaffen im Industrieland DE keine kontinuierliche Stromversorgung aus den erneuerbaren Energien. Ich habe diesen Sommer zu oft gesehen, dass von 10 Windrädern nur 1 bis 5 Stück liefen. Und noch mehr Biogasanlagen schaffen noch mehr Monokulturen.

  • 203 KlartextJetzt 28.09.2020, 13:54 Uhr

    Der durch Frau Merkel - entgegen einer Koalitionsvereinbarung von 2009 - in einem Akt beispielloser Anmaßung erklärte frühere Atomausstieg im Kontext mit "Fukushima" stellt (nach dem "Herbst 2015") sicher die größte Fehlleistung der Bundeskanzlerin in ihrer Zeit dar. Wenn dies nicht geschehen wäre, müßten jetzt nicht noch Menschen im Erkelenzer Land gegen RWE um den Erhalt ihrer Heimat kämpfen. Wenn man den raschen Ausstieg aus der Braunkohle befürwortet (wie ich auch), darf man nicht gleichzeitig die wenigen kurzfristig verfügbaren Alternativen (wie etwa AKW's oder Gas) bekämpfen. Durch die seitens der Politik hervorgerufene Verzögerung beim Ausbau der "Erneuerbaren" (z. B. "Solardeckel", 10h-Regel, M. Söder) kann aktuell nicht auf eine "Brückentechnologie" verzichtet werden. FfF und #EndeGelaende sollten sich daher entscheiden: Atom oder Gas (CO2 bei Braunkohle: 0,36 Kg CO2/ kWh; Erdgas: 0,20 kg CO2/ kWh). Und da sind in Zukunft ja noch die geforderte E-Mobilität und Wärmepumpen...

  • 202 Martin R. 28.09.2020, 13:54 Uhr

    Warum ist die Option, Atommüll in den Weltraum zu schießen, eigentlich so schnell vom Tisch. Die Trägerraketen, mit denen sich die Atommächte im Ernstfall den Lebensraum zerstören, sind doch so zuverlässige Technik, die interkontinental den Weltraum als Flugbahn nutzt. Atommüll mit Stickstoff einfrieren, mit Mühlen zu Staub mahlen und ab damit Richtung Sonne. Wenn dann doch mal eine Rakete in der Athmosphäre explodiert, verdünnt sich der Strahlungsherd in der Luft, weil er ja Staub ist.

  • 201 BGE geht anders 28.09.2020, 13:52 Uhr

    Auch die AKW-Frage zeigt neben Wachstumspleite-Landwirten und Automobilkonzernedauerkrise: Längst hat die Wachstumsideologie Deutschland in die Sackgasse geführt.