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Das ist Kultur – Ist das bald weg?

Einzelne Sitzplätze in einem Kinosaal vom Kino Astor Grand Cinema sind mit Zetteln mit aufgedrucktem angedeuteten Virus-Symbol abgesperrt, damit Kino-Besucher einen Abstand von 1,5 Meter zueinander einhalten können

Das ist Kultur – Ist das bald weg?

Kultur ist nicht nur schön, Kultur ist auch Arbeit. Mehr als eine Million Menschen arbeiten in der Veranstaltungsbranche, der das Wasser bis zum Hals steht. Wie lässt sich der Kulturbetrieb retten? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

#AlarmstufeRot – Heute (28.10.2020) ruft die Veranstaltungswirtschaft zu einer großen Demonstration in Berlin auf und wird prominent unterstützt. Künstler von Campino bis Roland Kaiser, von Dieter Hallervorden bis René Kollo haben sich angekündigt, um ihre Stimme für das Überleben der Branche zu erheben, die immerhin der sechstgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland ist.

Während die Kultur protestiert, werden die Kanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten über weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens entscheiden. Es sind nicht nur die Frontfrauen und Männer, die den Kunst- und Kulturbetrieb am Laufen halten, dahinter stehen Kulturveranstalter, die Messe-, Kongress- und Tagungswirtschaft, Betreiber von Spielstätten sowie zigtausende Dienstleistungsunternehmen des Veranstaltungsbereichs. Cateringfirmen, Soloselbständige wie Roadies und Tontechniker und Maskenbildner. Ihnen, so heißt es im Aufruf zu der Demonstration, fehlt derzeit jede Perspektive für die Zukunft.

Eine Zukunft, die noch düsterer werden kann, wenn, wie allgemein erwartet, die Einschränkungen wieder verschärft werden. Letzte Woche hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der Branche mehr staatliche Unterstützung in der Corona-Krise zugesichert, ließ allerdings offen, wie diese aussehen könnte. "Wir arbeiten daran", erklärte er. Aber viel Zeit bleibt nicht mehr. Über 90 Prozent des Wirtschaftszweigs sind seit mehr als sieben Monaten ohne jegliche Einnahmen. Für die branchenprägenden soloselbstständigen Einzelunternehmer ist die Situation katastrophal, kleine und mittelständische Firmen stehen mit einem Bein in der Insolvenz und selbst den wenigen großen Unternehmen geht die Luft aus.

Wie lässt sich der Kulturbetrieb retten? Sollten Bund und Länder mehr Geld in die Hand nehmen? Unterstützen Sie den Kunst- und Kulturbetrieb? Welche Ideen haben Sie dazu? Unter welchen Umständen würden Sie wieder Konzerte, Messen und Jahrmärkte besuchen? Oder halten Sie Kunst und Kultur in diesen Zeiten für entbehrlich?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Gerhart Baum, Vorsitzender Kulturrat NRW, früherer Bundesinnenminister

Redaktion: Willi Schlichting und Gundi Große

Das ist Kultur – Ist das bald weg?

WDR 5 Tagesgespräch 28.10.2020 45:24 Min. Verfügbar bis 28.10.2021 WDR 5


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Kommentare zum Thema

159 Kommentare

  • 159 Schicht im Kulturschacht 28.10.2020, 13:59 Uhr

    Der Teil der Kulturbranche, der die Bevölkerung so nachhaltig mit der beliebten La-Ola-Welle des Massenspektakels im Schunkelmodus versorgte und davon abhängig machte, hat offenbar der ganzen Branche einen Bärendienst erwiesen. Denn jetzt schunkelt das abhängige Kulturvolk unter demonstrativer Verachtung der AHA-Regeln des politischen Establishments und unter Anleitung von Supermoderatoren einer deutschen Reinkultur in einer der größten Corona-Partys aller Zeiten gegen jede Spaßbremse der etablierten Vernunft bis zur Massenimmunisierung im viel zu engen Home-Office weiter - oder bis der Arzt kommt. Daher brauchen wir zur Aufrechterhaltung dieser Kulturleistung, die sich ja auch für die Wirtschaftselite als nützlicher Helfer erwiesen hat, die viel größeren Stadien, wo man diese Leistungselite der Massenkultur im Quarantäne-Schichtbetrieb reinlassen und bis zur Herdenimmunität unter Beobachtung halten kann, um sie dann als geheilt oder erlöst durch die nächste Schicht auszutauschen.

  • 158 Anonym 28.10.2020, 13:46 Uhr

    Kultur ist, wenn man einem geschnitzten Kürbis einen Aluhut aufsetzt, einen Abstrich macht und sich fühlt wie ein Virologe.

    Antworten (2)
    • Anonym 28.10.2020, 13:53 Uhr

      Das war lustig. Ich wundere mich, dass es nicht gesperrt wurde.

    • Christoph 28.10.2020, 13:59 Uhr

      Anonym antwortet Anonym, das ist lustig!

  • 157 Anonym 28.10.2020, 13:43 Uhr

    Es gibt auch andere Kulturen: Zum Beispiel die Kultur des Leaderships. War zeitweise ganz beliebt.

    Antworten (1)
    • Anonym 28.10.2020, 13:55 Uhr

      Das war themenweiterführend. Ich wundere mich, dass es nicht gesperrt wurde.

  • 156 Karl-Theodor 28.10.2020, 13:39 Uhr

    Kultur braucht den Diskurs, den öffentlichen meinte Herr Baum als Gast, den unzensierten möchte ich hinzufügen. Auch wenn mir Ihre Meinung nicht passt aber ich gebe mein Leben dafür, dass Sie sie äußern können. Wer sagte das noch einmal? Daran sollten wir im Zeitalter der political correctness auch einmal denken.

  • 155 Alex 28.10.2020, 13:38 Uhr

    Wahrscheinlich werden wir nach dem “Gastro-Lockdown” Tische künftig viele Wochen vorher vorbestellen müssen, so wie dies in der DDR bei besseren Restaurants der Fall war. Denn wenn tatsächlich nun ein Drittel der Gaststätten im Ruin endet, wird die Spontansuche nach einem Mahl am Abend demnächst ziemlich frustran verlaufen.

    Antworten (1)
    • Anonym 28.10.2020, 13:58 Uhr

      Gastronomie war doch gar nicht Thema der Diskussion. Ich wundere mich, dass das nicht gesperrt wurde.

  • 154 Alex 28.10.2020, 13:34 Uhr

    So oder so : solange der Strom aus der Steckdose tatsächlich kommt, werde ich den Herbst und Winter mit Keith Jarrett verbringen und seinem ” Budapest Concert “. Er hat mich über Jahre begleitet. - ”

  • 153 Iris Born-Katzer 28.10.2020, 13:31 Uhr

    Ich bitte alle Verantwortlichen, über die Einrichtung eines Kultursenders sofort nachzudenken. Der Kultursender sollte sich rund um die Uhr mit allen Angeboten von Musikern, Tänzern, Schauspielern, Malern, Bildhauern, Performern – allen Menschen aus dem gegenwärtigen Kulturbetrieb- beschäftigen, um diesen Menschen überhaupt wieder eine Plattform zu geben, weil sie ihre Kunst nicht in Theatern, Opernhäusern, Konzertsälen, Ausstellungsräumen usw. zeigen können. Das alles ist systemrelevant und wir dürfen es nicht untergehen lassen, denn wenn wir jetzt darauf verzichten, lassen wir einen großen Teil dessen, was zu unserer Identität gehört untergehen. Ein Kultursender sollte daher ohne die fernsehtypischen Mechanismen, ohne Quotendruck, ohne Effekte, ohne Zugeständnisse an den angenommenen Publikumsgeschmack Produktionen aus der gegenwärtigen, aktuellen Kunstszene zeigen. Erklärende Kommentare könnten in vielen Fällen von den Künstlern selbst zusätzlich gesendet werden.

    Antworten (3)
    • Hörer 28.10.2020, 13:40 Uhr

      Diesen von Ihnen geforderten "Sender" git es bereits und heisst youtube. Sogar mit Kommentarfunktion! Sogar ohne Zwangsgebühren!

    • Karl-Theodor 28.10.2020, 13:50 Uhr

      Ich könnte mich auch einbringen als Dozent für Börsenkultur, Geldkultur, Bilanzkultur

    • Kulturbeutel 28.10.2020, 13:59 Uhr

      Und ich bringe meinen Kulturbeutel mit!

  • 152 E. Sonnen, 78 J 28.10.2020, 13:29 Uhr

    E. Sonnen, 78 J schreibt am heute, 13:15 Uhr = ist ein nicht von mir geschriebener Beitrag!!

  • 151 Anna Elisa 28.10.2020, 13:28 Uhr

    Der Anrufer aus Steinfurt hat von coronagerechten Veranstaltungen in der Konzertgalerie des Bagno gesprochen. Ich bin davon überzeugt, dass von einer solchen Veranstaltung keine Hotspots ausgehen. Besonders weil die Besucher meist zuverlässig, sorgfältig und gewissenhaft sind, das behaupten ich Mal so, weil es sicher ein informiertes aufgeklärtes Publikum ist. Die meisten Hotspots sind von Hochzeiten, Beerdigungen, religiösen Veranstaltungen, Zusammenkünfte im privaten Bereich usw. ausgegangen. Ich verstehe nicht, dass man das nicht längst verboten hat. Auch unvorsichtige Urlauber haben das Virus mitgebracht. Coronagerechte kulturelle Veranstaltungen sollte man nach Kontrolle und Rücksprache mit dem Gesundheitsamt doch zulassen. Auch Gaststätten, die coronagerechte Konzepte vorlegen, sollten weiterarbeiten dürfen. Es werden ja viel weniger Gästen bedient und Alkohol sollte beschränkt bleiben. Jetzt müssen alle unter den unvorsichtigen, leichtsinnigen, fahrlässigen Menschen leiden.

  • 150 E. Baumeister 28.10.2020, 13:25 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 149 Anonym 28.10.2020, 13:25 Uhr

    Kultur war ja schon immer ein führender Baustein in der Gesellschaft. Wenn der jetzt weg fällt, der Baustein, wer oder was gibt uns Halt, Leitung, Führung.