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Wie solidarisch sollte Europa sein?

Symbolbild: Ein aus Geldscheinen gerschützes Paket mit EU-Logo in der Mitte

Wie solidarisch sollte Europa sein?

750 Milliarden Euro will die EU-Kommission für die wirtschaftliche Erholung Europas bereitstellen. Doch die Art der Hilfen ist umstritten. Wie sollten wir Europa nach der Krise wieder aufbauen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

"Das ist Europas Moment", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Vorstellung ihres Wiederaufbau-Plans vor dem Europaparlament. Dabei müssten die Krisenhilfen so investiert werden, dass die nächste Generation profitiert. Das Programm trägt deshalb auch den Titel "Next Generation EU". Für die besonders hart von Corona betroffenen Länder Italien und Spanien ist mit 300 Milliarden Euro ein großer Teil der Hilfen vorgesehen.

Das Hilfspaket soll aus 500 Milliarden Euro nicht rückzahlbaren Zuschüssen und 250 Milliarden Euro Krediten bestehen. Doch der Plan könnte auf Widerstand stoßen. Denn die Schulden sollen im Namen der EU finanziert werden und das ist seit Langem ein Streitthema. Zuletzt hatten sich Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande gegen eine Vergemeinschaftung der Schulden in EU ausgesprochen. Die Gruppe der selbst ernannten "sparsamen Vier" wollte stattdessen Kredite vergeben.

Weil der Plan einstimmig gebilligt werden muss, werden wochenlange Debatten erwartetet. Auch Deutschland hatte sich lange gegen gemeinsame Schulden ausgesprochen. Doch in der vergangenen Woche hatten Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron ein Hilfspaket vorgeschlagen, das ebenfalls auf Zuschüsse setzte.

Was ist Ihrer Meinung nach wichtig, um die Krise europäisch zu lösen? Setzt von der Leyens Plan das richtige Zeichen für Solidarität? Sind gemeinsame Schulden der richtige Weg? Stärkt oder schwächt die Corona-Krise den Zusammenhalt zwischen den Ländern in der EU?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Holger Beckmann, WDR Brüssel

Redaktion: Dirk Müller und Jessica Eisermann

Wie solidarisch sollte Europa sein?

WDR 5 Tagesgespräch 28.05.2020 46:01 Min. Verfügbar bis 28.05.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

169 Kommentare

  • 169 Anonym 28.05.2020, 13:59 Uhr

    Kreditaufnahme heißt ohne gleichzeitige Auflagen für das Bankwesen eine Erhöhung der Geldmenge bei abnehmender Produktivität. Durch eine Geldentwertung werden natürlich die unteren und noch mehr die mittleren sozialen Schichten wieder einmal überdurchschnittlich hoch zur Krisenbewältigung belastet.

  • 168 Kröteninvestments 28.05.2020, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 167 Dirk 28.05.2020, 13:56 Uhr

    Solidarität ja, aber nicht mit einer Vergemeinschaftung von Schulden, einer gesamtschuldnerischen Haftung! Wie in meinem Kommentar Nr.84 erwähnt, sagte Prof. Sinn im WDR5-Mittagsecho vom 8.4.2020 (Bitte im Podcast nachhören) u. a.: „Ein föderales System kann nicht mit einer Gemeinschaftshaftung existieren. …Gesamtschuldnerisch gehen wir in die Haftung. Das bringt uns um, das geht überhaupt nicht!“ Fälschlicherweise wird „die EU“ leider oft mit „Europa“ gleichgesetzt. Wenn eine ,„bodenlose“ Schuldenvergemeinschaftung die Voraussetzung zum weiteren Zusammenhalt der EU sein sollte, wie manche sagen, dann sollte man dieses intransparente, wenig demokratische politische Konstrukt lieber früher als später beenden! Sogenannte „Vereinigte Staaten von Europa“, also ein politisch einheitliches Europa, wird es sowieso niemals geben!

  • 166 Kröten-Palermo 28.05.2020, 13:51 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 165 EU-Rosinenpicker 28.05.2020, 13:49 Uhr

    Da zur Stabilisierung der EU-Wirtschaft keine Rosinenbomber aus Übersee zu erwarten sind, geht die EU-Leistungselite nun zur Rosinenpickerei über. Das ist menschlich verständlich, wenn man Humanismus und persönliche Nutzenmaximierung gleichsetzt. Aber für die EU könnte es auch der Anfang vom Ende sein oder das Lied vom sozial verträglichen Frühableben. Die Populisten der EU, die hier bereits durch die EU-Flüchtlingspolitik so überraschend auf den Erfolgskurs kamen wie die Jungfrau zum Kind, schauen auf ihrer Suche nach göttlicher Eingebung ohnehin längst voller untertäniger Demut nach Russland, nach China oder nach Übersee, wo es noch viele Sitze für Einsame und Zweisame gibt, um die der Geruch stiller Meere weht, die noch nicht durch diese lästige Gleichmacherei vor dem Gesetz kontaminiert sind, sondern wo eine willkürliche Einstufung der Bürgerrechte durch die Führungselite in gleich, gleicher und unfehlbar für eine rentable Einstufung des Humankapitals nach seiner Bonität sorgt.

  • 164 G. Ermann 28.05.2020, 13:49 Uhr

    Wir leben in der besten aller Demokratien und deshalb plädiere ich für Freiwilligkeit. Der Deutsche, der es richtig findet, die deutlich reicheren Bürger unserer Bruderländer zu sponsern, darf das gerne. Ich will das nicht. Also, bei allen Vorgängen, wo Steuern und Abgaben anfallen, die Frage, ob man EU- Sponsor sein möchte. Der möge gern den Mehrbetrag zahlen. Erfreulicherweise riefen heute auch einige kritische Bürger neben den EU-Fans an. H. Beckmann sprach davon, daß jeder Bundesbürger jährlich 1000.- € von der EU habe. Auf meinem Konto kam noch nie eine Überweisung aus Brüssel an. Der Experte möge bitte verraten, wie man das anstellt. Herzlichen Dank im Voraus.

    Antworten (1)
    • George 28.05.2020, 13:56 Uhr

      Schauen Sie sich doch bitte mal Beitrag 127 und die sich daran anschließenden Kommentare an. Besser kann man Ihre Frage nicht beantworten.

  • 163 Kröten-Aus 28.05.2020, 13:47 Uhr

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  • 162 kleinesRädchen 28.05.2020, 13:46 Uhr

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  • 161 Krötensuppe 28.05.2020, 13:40 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 160 Dirk 28.05.2020, 13:39 Uhr

    Mit d. Schlagwort „Solidarität“ will d. EU mit Merkel, Macron & Co. uns allen eine Schuldenvergemeinschaftung aufzwingen, die Prof. Sinn im WDR5-Mittagsecho v. 8.4.2020 wie im Kommentar v. 12:35 Uhr angegeben u.a. als „Fass ohne Boden“ bezeichnet, so wie d. EU unter d. Deckmantel europ. „Solidarität“ souveräne Staaten zur Ansiedlung fremder Völker/Kulturen zwingen will! Joschka Fischer: „Deutschland ist ein Problem, weil d. Deutschen fleißiger, disziplinierter u. begabter als d. Rest Europas (u. der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht.“ Statt „Deutsche“ würde ich hier „Nord- u. Mitteleuropäer“ einsetzen, die u.a. ein anderes Wirtschaftssystem als d. südeurop. Länder haben, was e. Gemeinschaftswährung für d. gesamte EU eigtl. ausschließt!

    Antworten (2)
    • Oh man 28.05.2020, 13:52 Uhr

      @Dirk Was kritische Wissenschaftler sagen, interessiert Frau Merkel schon lange nicht mehr.

    • Dirk 28.05.2020, 13:58 Uhr

      @Oh man: Aber die Bürger(innen) sollte es interessieren und als Wähler(innen) entsprechend auf Frau Merkel & Co. reagieren!

  • 159 Jetzt 28.05.2020, 13:37 Uhr

    kriechen wieder alle auf Mutti's Schoß herum, wollen unter ihren großen Schutzschirm und gefälligst gepampert werden - aber sonst immer nur große Töne spucken und mehr ausgeben als man hat - Doofland bezahlt ja dafür! In Doofland müssen auch alle wesentlich mehr und länger arbeiten als in anderen EU-Ländern und in Doofland spart man alles kaputt, nur damit Hinz und Kunz herkommen kann, sich ins gemachte Nest setzt und ein bequemes Sozialleben führen kann. Ständig macht man sich mit unseren Steuergeldern anderswo die Taschen voll. Wären wir die Empfänger solcher Gelder, würden wir auch nichts geschenkt bekommen! Wenn es um Geld geht, wird immer genau der Gemeinschaftsgedanke hochgehalten, der ansonsten im Nirvana verschwindet. Wie blöd und ungerecht den eigenen Staatsbürgern gegenüber kann man eigentlich noch sein?