Verlernen unsere Kinder das Draußenspielen?

Eine leere Schaukel baumelt über einer sommerlichen Wiese

Verlernen unsere Kinder das Draußenspielen?

Nur knapp die Hälfte aller Kinder spielen bei schönem Wetter häufig draußen. Wie wichtig ist es, draußen zu spielen? Diskutieren Sie im WDR 5 Tagesgespräch!

Ein Baumhaus bauen, Verstecken spielen oder bis zur Dämmerung auf dem Bolzplatz kicken. Viele erinnern sich, dass sie als Kind stundenlang draußen gespielt haben. Eine aktuelle Studie, die im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes durchgeführt wurde, zeigt jetzt aber: Selbst bei schönstem Wetter spielen nur knapp 53 Prozent der Kinder drei oder mehr Tage in der Woche draußen.

Auch Kinderärzte klagen darüber, dass Kinder immer weniger draußen spielen und sie dadurch an Bewegungsmangel und Übergewicht leiden. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Zu viel Fernsehen, Computerspiele oder die Sorge der Eltern, ihre Kinder draußen spielen zu lassen, weil ihnen etwas passieren könnte.

Manche Pädagogen meinen allerdings, dass Kinder heutzutage einfach zu wenig Zeit haben, um draußen zu spielen. Ob Ganztagsschule, Hausaufgaben, der Vereinssport oder Musikunterricht: Was gesellschaftlich hinsichtlich einer lückenlosen Kinderbetreuung gewünscht sei, müsse pädagogisch noch lange nicht richtig sein, so Kritiker. Die Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerkes zeigt aber auch andere Gründe: Die Kinder gaben an, dass parkende Autos und Straßen beim Spielen stören. Außerdem gäbe es keine oder zu wenig Grünflächen in der Stadt.

Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach, dass Kinder draußen spielen? Sollte es in der Stadt mehr oder vielleicht andere Möglichkeiten zum Spielen geben? Was könnte Kinder daran hindern, draußen zu spielen? Welche Verantwortung tragen Eltern dafür, dass ihre Kinder Stubenhocker oder Naturkinder sind? Wie können Kinder motiviert werden, mehr draußen zu spielen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Christopher Roch, Bildungsreferent beim ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Redaktion: Jessica Eisermann und Gerald Beyrodt

Verlernen die Kinder das Draußenspielen ?

WDR 5 Tagesgespräch | 28.05.2018 | 45:11 Min.

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Kommentare zum Thema

70 Kommentare

  • lisbet, 54 28.05.2018, 13:56 Uhr

    An die Paniker und Schwarzseher hier im Forum, an alle, die glauben, dass sie auf der Stelle tot umfallen, wenn sie rausgehen. An die, die ernsthaft glauben, dass sie von Tausenden von Zecken befallen werden, sobald sie die Nasenspitze zur Tür raushalten ..... Schön, dass sie alle drin bleiben und uns draußen mit ihrer Paranoia nicht auf den Wecker gehen. Kaufen sie sich Ganzkörperkondome und halten sie ein Dauerabo bei Lieferdiensten und Ama... Denn eines lässt sich nicht vermeiden, um mal Erich Kästner zu zitieren: "Sein wir mal ehrlich, Leben ist immer lebensgefährlich." In dem Sinne einen schönen Tag.

  • Uwe Günselmann 28.05.2018, 13:48 Uhr

    Auch die von Jahr zu Jahr immer stärker werdende Sonnenstrahlung vergällt einem mittlerweile gründlich den Aufenthalt im Freien und in der Natur. Gestern in Gladbach Temperatur im Schatten: 34 Grad, und das Thermometer in der prallen Sonne jagde auf 58 Grad hoch. So ein Klima hat weder mehr etwas mit Mai und Frühling zu tun geschweige denn mit einstigen Sommern. Dieses Klima ist nur noch eine Vorschau auf die höllische Apokalypse, auf die die Menschheit mit ihrem grenzenlosen Wachstum drauf zu rollt.

  • E. Sonnen, 75 J 28.05.2018, 13:43 Uhr

    Mein Reich war mein Wald mit einem kleinen Teich, dort hatte ich alle Freiheiten der Welt. Das möchte ich heute allen Müttern bzw. Eltern raten: Es wäre gut, die Kleinen möglichst in einer KITA oder einem KIGA mit oder in einem Wald anzumelden, vielleicht sogar eine sog. Waldschule. Der Wald und die Natur sind unsere wirkliche Zukunft, die allerdings heute mit großen Füßen getreten wird, Insekten werden vergiftet, Pflanzen genmanipuliert und Nebenkräuter ausgerottet, Regenwürmer unter Unkrautfolien vertrocknet und Holz-Ware den Trachten bevorzugt. Aber wie gesagt, Kinder sind die besten Meisterkopierer ihrer Zunft. Sie tun nur das, was ihre Eltern ihnen vorleben. Vom ersten Schluck aus der Pulla an.

  • Sandra Fichtner 28.05.2018, 13:38 Uhr

    Weil die Menschheit kein Maß halten kann und stattdessen mit ihrem Wachstumswahn Umwelt, Natur und Klima kaputt rödelt, hält nicht nur das Klima, sondern auch die Natur die passenden Antworten darauf bereit. So sind mittlerweile viele Pollen, allen voran der Ambrosia, hochaggressiv und führen sogar auch bei Nichtallergikern zu heftigen Krankheitssymptomen. Hierneben tragen heute auch weitaus mehr Füchse und andere Waldbewohner den Tollwuterreger in sich als noch vor 20 Jahren. Und jede 2. Zecke ist mittlerweile von Borreliose befallen. Wo also soll da Natur noch gesund sein ? Natur wird stattdessen immer mehr zur Gefahr für den Menschen.

  • Baujahr" 1940 28.05.2018, 13:33 Uhr

    Korrektur zu Kommentar von "Baujahr" 1940" , heute, 13:04 Uhr: anstatt "da die Lyme-Berreliose in die Übertragung der Erreger" muß es lauten "da die Lyme-Borreliose und die Übertragung der Erreger"

  • @ "Der Franzose" , heute, 13:07 Uhr: 28.05.2018, 13:24 Uhr

    mir machen ruhige Kinder keinerlei Sorgen. Schlecht erzogene Kinder aber sehr wohl, die kennen später auch keine Grenzen, das sind die welche irgendwann zuschlagen oder sich ohne Skrupel einfach nehmen was sie wollen. Denn Hemmungen oder Grenzen kennen "Rumbrüller im Supermarkt" später meist nicht. Ich meine nicht die ganz Kleinen die den Verkaufstechnisch geschickt präsentierten Lutscher nicht bekommen. Sondern die anderen, die frechen die keine Grenzen kennenden die immer nur haben wollen. Ruhige besonnene Nachdenker lässt dumpfer Populismus kalt, Schreihälse nicht die schreien mit. Besser ist es aber in Deutschland keine Kinder zu haben, leider Fakt.

  • Rainer Hofner 28.05.2018, 13:22 Uhr

    Die Kinder tun instinktiv das Richtige, wenn sie nicht mehr raus in die "Natur" gehen. In meiner Kindheit rieten mir auch die Ärzte, mehr in die Natur raus spielen zu gehen. Und was hatte ich davon ?: Ein lebenslangen Schaden aus Heufieber, Asthma, Urticaria und Neurodermits. Heute fühle ich mich gesundheitlich besser, je öfter ich in der Wohnung bleiben kann. So konnte ich meinen bisherigen Medikamentenbedarf deutlich reduzieren. Um mir nicht noch mehr Krankheiten durch die heute noch ärger belastete Natur einzuhandeln, gehe ich deshalb nur noch ganz selten raus in die Natur, wenn der Regen die Luft einigermaßen sauber gewaschen hat.

  • Also die Wald Kitas 28.05.2018, 13:16 Uhr

    sind schon toll und die Würmchen lernen schon eine Menge dort. ABER wenn die in die grottenschlechten Schulen (nicht die Lehrer, die SCHULEN) mit Multikultidurcheinander in denen der Schwächste das Mass der Dinge ist kommen ist alles vorbei. Dort werden die geradezu verseucht und infiziert vom Schlechten unserer Gesellschaft. Draussen und Natur ist bestenfalls bei Ausflügen wichtig. Es zählt schon in Jüngsten Jahren Haste nix biste Nix. Markenklammoten und Handys sind wichtiger als z.B. die Pfadfinder oder die freiwillige Feuerwehr. Alles was unseren Großeltern noch wichtig war ist uns mit er Nazikeule ausgetrieben worden. Kinder kernen leise, still und angepasst zu sein obwohl die Lauten und unverschämten immer Gehör bekommen. Wäre Deutschland noch Deutschland dann wäre Natur viel wichtiger, aber Deutschland ist eben nicht mehr Deutschland sondern nur eine Bank oder das Sozialamt. Frage hat man einen Vorteil wenn man Kinder unbeaufsufsichtigt draussen spielen lässt oder ehr nicht?!..-

  • Schädlicher Einfluss der Medien 28.05.2018, 13:07 Uhr

    Ein Anrufer thematisierte, dass Eltern mangels Großfamilie, anderen Kindern, es nicht gelernt haben mit Kindern umzugehen. Dazu sagte er Mütter als Synonym für Eltern. Wie üblich, verstand der Moderator als Reflex nur Frauenkritik und damit Frauendiskriminierung usw.. Er hatte nicht verstanden, dass der Anrufer sagte, dass Eltern ( gesagt Mütter) nicht gelernt haben Eltern zu sein. Und aus dieser Unkenntnis Unsicherheit und Übervorsichtigkeit erfolgt. Also, nie mit kritisch Frauen oder Müttern argumentieren, dann wird nur reflexhaft Frauendiskriminierung verstanden. Dass ist das Ergebnis der permanenten Prägung durch die Medien.

  • Der Franzose 28.05.2018, 13:07 Uhr

    @ Kommentar von "Wer die Zeichen der Zeit erkannt hat", heute, 13:01 Uhr:... Deutschland leidet seit Jahrzehnten an einer Ungerechtspolitik und der Herrschaft von Minderheiten.... ### Und an Menschen, die sich über Kinder beschweren, z.B. sie seien zu laut und brüllten nur rum...stille und in sich gekehrte Kinder machen mir mehr Sorgen...

  • "Baujahr" 1940 28.05.2018, 13:04 Uhr

    @ Kommentar von "Bernd Liefers" , heute, 12:31 Uhr: Auf Ihren Beitrag entgegne ich folgendes: Falls ich in meiner Jugend von einem "Holzbock", wie man Zecken damals nannte, gestochen sein sollte und ich die Gefahr nicht erkannt haben sollte, so ist mir das nicht als Naivität anzulasten, da die Lyme-Berreliose in die Übertragung der Erreger von FSME (Frühsommermeningitis mit 3 i) erst in den 80er Jahren in den USA entdeckt wurden. Der Zecken-Gefahr bin ich mir durchaus bewußt und habe mich damit intensiv befaßt. Darum mache ich meine Gartenarbeit nur bei sehr trockenem Wetter mit geringer Luftfeuchtigkeit, da dann die Tiere zum Schutz gegen Austrocknen sich im Boden oder unter Laub verkriechen.