Pflichttests – Wer soll das bezahlen?

Ein Arzt nimmt im Corona-Testzentrum im Flughafen Düsseldorf einen Abstrich bei einem Reiserückkehrer.

Pflichttests – Wer soll das bezahlen?

Wer aus einem Risikogebiet zurück nach Deutschland kommt, soll getestet werden. Verpflichtend. Soweit sind sich alle ziemlich einig. Aber wer soll das bezahlen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Angst, dass Rückkehrer aus den Urlaubsgebieten eine zweite Infektionswelle auslösen könnten, ist groß. Schon vor der Ferienzeit wurden wir aufgefordert, möglichst nicht ins Ausland zu reisen und schon gar nicht in Risikogebiete.

Am Montagabend (27.07.2020) erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass er eine Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer anordnen wird, die voraussichtlich bereits nächste Woche in Kraft treten soll. Die Tests sollen dabei für die Einreisenden kostenfrei sein.

Betroffen sind Reisende aus den knapp 140 Ländern, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen hat. Zu ihnen gehören beispielsweise auch die Türkei, Bosnien und Herzegowina und der Kosovo. Getestet werden soll vor allem an Flughäfen. Bundesländer wie Bayern wollen aber auch an Bahnhöfen und Autobahngrenzübergängen Testzentren einrichten.

Kritiker bemängeln, dass diese Regelungen zu kurz greifen, da Coronainfektionen nicht nur bei Rückkehrern aus den Risikogebieten auftreten. Eine generelle Testpflicht für alle unabhängig vom Reiseland sei aber nicht möglich, erklärte der Gesundheitsminister und verwies auf die Verhältnismäßigkeit.

Gestritten wird vor allem aber über die Kosten. Während Jens Spahn den Rückkehrern diese Kosten nicht aufbürden will, spricht sich NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dafür aus die Reiserückkehrer aus Risikogebieten zur Kasse zu bitten. "Wer in ein Risikogebiet reist, muss wissen, was er da tut, und sich über die Konsequenzen bewusst sein", erklärte er. Auch FDP-Chef Christian Lindner will die Testkosten nicht der Allgemeinheit aufbürden. "Das ist eine Frage der Eigenverantwortung", erklärte er am Sonntag (26.07.2020) im ZDF-Sommerinterview.

Was halten Sie von einer Testpflicht? Und wer soll zur Kasse gebeten werden? Sehen Sie auch die Eigenverantwortung der Urlauber und Urlauberinnen? Finden Sie es ungerecht, wenn die Allgemeinheit bezahlen soll? Sind Sie vielleicht selber betroffen und überlegen, jetzt eine Reise nicht mehr anzutreten? Oder halten Sie eine Testpflicht für überzogen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Rudolf Henke, CDU Bundestagsabgeorneter, Präsident der Ärtzekammer Nordrhein

Redaktion: Dirk Müller und Moritz Folk

Pflichttests – Wer soll das bezahlen?

WDR 5 Tagesgespräch 28.07.2020 45:23 Min. Verfügbar bis 28.07.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

138 Kommentare

  • 138 Zeit fürs BGE für Alle 28.07.2020, 13:59 Uhr

    Daß sogar unter der Corona-Gefahr viele Menschen aus dem Land, in dem sie ihr Einkommen erzielen, heraus drängen in andere Länder auf der Suche nach mehr bzw. überhaupt nach Wohn- und Lebensqualität, zeigt doch, wie krank dieses ganze Arbeits-und Wachstumswahnsystem ist und bei all dem das Allgemeinwohl auf der Strecke bleibt. Sonst wäre es doch ein Leichtes, wenigstens während der Corona-Pandemie mal Urlaub auf Balkonien zu machen und somit den ganzen Testerei-Aufwand sich und der Allgemeinheit zu ersparen. Aber noch immer funktioniert das nicht nur wegen Corona kranke System so, daß es besser ist, für 80 Euro Schnäppchenpreis mit dem Discountflieger auf die Seychellen zu fliegen, anstatt sich darunter auf dem Balkon all dem Fluglärm und Flugzeugabgasen Tag und Nacht 7 Tage die Woche aussetzen zu müssen.

  • 137 MarcoM 28.07.2020, 13:59 Uhr

    Wer es bestellt und muss auch dafür aufkommen. Wer meint solche Tests seien sinnvoll und nötig, der soll dafür auch das nötige Kleingeld aufbringen - so einfach ist das. Und wer Menschen zu solchen Tests zwingen (und sie dafür noch bezahlen lassen) will, der muss erst einmal wirklich die Notwendigkeit zu einem solchen Handeln nachweisen, anstatt sich einfach auf die auf Panik abzielende Propaganda der Medien zu verlassen.

  • 136 P und S 28.07.2020, 13:50 Uhr

    Das Corona Jahr ,macht mir diesmal Angst . Unsere Politiker tun so als wenn unser Geld ( Steuereinahmen ) nur so vom Himmel fallen .Weitere Arbeitslosigkeit ,wird unser Steuersäckel schwinden lassen ,EU Rettung ,weitere tausende Migranten ! Der vom Staat bezahlte Corona Test ,ist da gegen Peanats .

  • 135 ein zuhausePflegender 28.07.2020, 13:47 Uhr

    Alle zurückkommende sollten 9 Tage in Carantäne gehen, sollten je aus einer gefährdeten Region kommen, also z.B. zur Zeit vom Wolfgangsee, ODER bei der Einreise bzw. höchstens 48h zuvor UND 6 Tage nach der Einreise einen negativen "Abstrich" nachweisen um einer Carantäne zu umgeben. … Die Testungskosten sollten nur von der Allgemeinheit und zwar dem Steuerzahler übernommen werden, wenn bei der Abreise das Risikogebiet noch vollkommen unverdächtig war. ---- Hingegen bei bei den Rückreisegebieten aus bereits zuvor als - noch/wieder bekannte - gefährdete Gebiete müssten leider die Reisenden die Testungskosten zum reduzierten Betrag von i.d.R. 50€ selbst übernehmen. --- So etwas ist nur gerecht, denn wir mußten für unsere Oma für 14Tage Kurzzeitpflege (2 Tage Karantäne+ 143 € für CoVid-Test beim Hausarzt privat zu zahlen ( Abstrich u.a. werktags Kurier). -- Andere zahlen rund 55€ plus Postversandkosten.

  • 134 Ignaz-Denket um ! 28.07.2020, 13:41 Uhr

    Wie ich noch im Besitz eines schlechten Charakters war, habe ich gewissenlos die Solidargemeinschaft ausgenützt, ich hatte damit keine Probleme. Jetzt , "Gottseidank" im Besitz eines guten Charakters, vermeide ich guten Gewissens, die Kosten für die Solidargemeinschaften auf allen Ebenen, auch für die Pflichttests, ich bleibe lieber dahoam, da ist es auch sehr schön, mit tollen Erlebnissen aller Art. Mein Selbst ist ein wunderbarer Vermeider für die Kosten der Solidargemeinschaft.

    Antworten (1)
    • Mynona 28.07.2020, 13:46 Uhr

      Wo haben Sie Ihren schlechten Charakter entsorgt? Sperrmüll? Graue Tonne? Caritas? Parteispende an die AFD? ;O)

  • 133 DirkN 28.07.2020, 13:41 Uhr

    Die Sache ist doch recht einfach. Man muss konkret unterscheiden zwischen dringend notwendigen Reisen und übrigen. Bei ersten Reise ist eine Übernahme durch die Allgemeinheit eventuell möglicherweise ggf. übernommen würde, in allen Fällen gilt logischer Weise ganz klares und deutliches NEIN. Wer in den Urlaub fährt hat gefälligst ALLE Kosten selbst zu tragen!

    Antworten (1)
    • Mynona 28.07.2020, 13:44 Uhr

      Klares Statement. Klare Sachlage. Klare Aussage. Mich wundert die Diskussion heute auch.

  • 132 Hans-Norbert Bähr 28.07.2020, 13:40 Uhr

    Wie vorausschauend, wie weise waren die Lockerungen der Reisebeschränkungen? Muß der Steuerzahler jetzt durch Beteiligung an den Test-Kosten für diese verfrühte Lockerung büßen?

  • 131 P und S 28.07.2020, 13:39 Uhr

    Zur Reisefreiheit ( Urlaub ) ,schrieb ich vor Wochen im TG ! Was man mit den Händen aufgebaut hat ,schmeisst man mit dem Hintern wieder um .Dazu kam das Wort von mir Virenautobahn .

    Antworten (1)
    • Berthold 28.07.2020, 13:54 Uhr

      P und S Nur weil Sie es schon vor Wochen im TG geschrieben haben, wird es nicht richtiger ... Punkt!

  • 130 Martin R. 28.07.2020, 13:33 Uhr

    Testpflicht mit Kostenübernahme. Risikogebiet-Reisende, die sich der Pflicht entziehen und dadurch jemanden anstecken = Haftungspflichtig + Bußgeld.

  • 129 P und S 28.07.2020, 13:32 Uhr

    Jeglich Kontrolle ob Corona, illegale Einreise , Kontrollen von Terroristen ,Hasspredigern ,oder Sonstigen ,sind das A und O ,für eine ,sichere Gesellschaft und Land .

    Antworten (2)
    • Das Herz schlägt links 28.07.2020, 13:39 Uhr

      Oh...als Leninist hätte ich Sie nun gar nicht eingeschätzt...denn schon Lenin sagte: "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser!" Da grüße ich Sie doch mal mit erhobener linker Faust...

    • P und S 28.07.2020, 13:59 Uhr

      An mein Herz schlägt links 13:39 .Mein Herz schlägt konservativ ,mit links kann ich nur etwas anfangen ,wenn Arbeiter zu Lohnsklaven werden !

  • 128 THINK BIG & FFF & BGE ! 28.07.2020, 13:30 Uhr

    Dieses ganze Gezeder um die Testkostenübernahme durch die Steuerzahler zugunsten der finanziell fernreisefähigen oberen Einkommensklassen zeigt doch wieder mal, daß die CDU nicht im Traum daran denkt, für mehr Umwelt- und Klimaschutz Fernflugreisen zu verteuern. Denn die dem Grundgesetz nach eigentlich privat zu tragenden Testkosten wären zur Fernreisenverteuerung ja schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung.

    Antworten (2)
    • Luftikus 28.07.2020, 13:41 Uhr

      Was ist denn Gezeder? Umgangssprachlich für Zedern-Plantage? Aber dann erschließt sich mir Ihr Kommentar nicht...

    • Beasty 28.07.2020, 13:45 Uhr

      Ganz meine Meinung , Wer fliegt soll auch zahlen. Besonders, wenn die Reise zu den Corona Hotspots geht mal davon abgesehen, das sich die Hotspot Länder gebeutelt geben um mehr Fördergelder zu bekommen. Ich freue mich, dass der Luftverkehr abgenommen hat, die Wolken nicht mehr stört. und siehe da, das Klima wird besser.