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Jetzt läuft: Preaching to the Choir von The Mighty Mocambos

Missbrauch: handelt die Kirche angemessen?

Die Kirchturmspitze des Osnabrücker Doms mit Kreuz

Missbrauch: handelt die Kirche angemessen?

Vor zehn Jahren wurde bekannt, dass am Canisius-Kolleg jahrzehntelang Schüler missbraucht wurden. Die Kirche versprach Aufklärung – noch immer wird gestritten. Hat die Kirche genug getan? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Matthias Katsch machte sein Abitur 1981 am Canisius Kolleg. Zu seiner Schulzeit gehörte auch der Missbrauch durch Jesuitenpriester. Später gründete er die Opfervertretung "Eckiger Tisch". Den Betrag von 5.000 Euro als "Anerkennung des Leids", den die Deutsche Bischofskonferenz bereit ist Betroffenen zu zahlen, hält er für zu niedrig.

Wie viele Minderjährige deutschlandweit durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige missbraucht wurden, blieb lange unklar. Licht ins Dunkle brachte erst die "MHG-Studie" aus dem Jahr 2018: Demnach gab es 3.577 Betroffene und mehr als 1.670 Beschuldigte im Zeitraum von 1946 bis 2014.

Vertrauen schaffen soll der "Synodale Weg". Kommendes Wochenende treffen sich in Frankfurt Priester, Bischöfe und Laien. Dabei soll es auch um problematische Machtstrukturen und die Rolle der Frau gehen.

Wie kann die katholische Kirche ihrer Meinung nach wieder Vertrauen herstellen? Und wie entschädigt man angemessen Opfer sexuellen Missbrauch?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr!

Gast: Prof. Dr. Thomas Schüller, Institut für Kanonisches Recht an der Universität Münster

Redaktion: Dirk Müller und Moritz Folk

Missbrauch: handelt die Kirche angemessen?

WDR 5 Tagesgespräch 28.01.2020 44:43 Min. Verfügbar bis 27.01.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

120 Kommentare

  • 120 Anonym 28.01.2020, 13:59 Uhr

    Den Kampf gegen den Missbrauch kann die katholische Kirche allein nicht führen, denn Missbrauch ist gerade dort sehr verlockend, wo einst das staatlich organisierte Herrenmenschentum jubelnde Feste auf ihren eingeäscherten Opfern feierte und wo heute die Versorgung mit neuen Opfern eine besonders hohe Rendite verspricht. Und diese Rendite beinhaltet aufgrund der traditionell sehr zuverlässigen Strafvereitelung auch noch ein besonders geringes Risiko. Die Trophäe der großen Freude zum kleinstmöglichen Preis und geringsten Risiko ist schließlich sowohl der Weg als auch das Ziel aller Schnäppchenjäger. Da ist der alte katholische Anspruch zur alleinigen Auslegungshoheit des im biblischen Kanon schriftlich fixierten oder auch gefälschten Willen Gottes eher eine Behinderung als eine Hilfe gegen den Missbrauch, der bereits von der Gesamtbevölkerung mit so viel Lippenbekenntnissen beklagt und gleichzeitig so nachhaltig nur hinsichtlich seiner Aufklärung und Strafverfolgung behindert wird.

  • 119 Stechapfel-Marie 28.01.2020, 13:59 Uhr

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  • 118 Simone I. 28.01.2020, 13:58 Uhr

    Komisch: Ein Sextaner hat schon im Kommunionunterricht gelernt, dass man Autoritäten nicht gehorchen darf, wenn sie etwas Böses von einem verlangen. Kinder haben ein Gewissen und fliehen vor Verführern. Zahllose kindliche Märtyrer der Reinheit beweisen das.

  • 117 Karl Theodor 28.01.2020, 13:57 Uhr

    Ich möchte doch einmal den Eintrag von Harald Möller lobend erwähnen, der steht unter dem Kommentar Nr. 75 von Martin Weidner, da ist was dran und zwar eine ganze Menge.

  • 116 Kräuterhexe 28.01.2020, 13:57 Uhr

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  • 115 Bilsenkraut-Einlauf 28.01.2020, 13:55 Uhr

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  • 114 28.01.2020, 13:52 Uhr

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  • 113 Rudolf Kauer 28.01.2020, 13:51 Uhr

    Der Skandal um sexuelle Straftaten : Handelt es sich nicht um ein Gesamtgesellschaftliches Problem ? Konkret: Sind Medien allgemein und Rundfunkanstalten im besonderen vor solchen Medienmitarbeitern mit einer solchen ,,dunklen Seite" gefeit ? Wer erinnert sich noch an den BBC-Star Jimmy Saville ?Der Skandal war erst durch eine Dokumentation des britischen Senders ITV bekanntgeworden.Die BBC selbst hatte einen kritischen Beitrag über Savile zuvor zurückgehalten.

    Antworten (1)
    • Karl Theodor 28.01.2020, 13:59 Uhr

      War da nicht auch mal was im WDR so vor etwa 2 Jahren? Wer von Euch ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein.....

  • 112 Udo FLintenberg 28.01.2020, 13:50 Uhr

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  • 111 Udo FLintenberg 28.01.2020, 13:48 Uhr

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  • 110 Simone I. 28.01.2020, 13:47 Uhr

    Jesus sagte: "Wer den Kleinen Ärgernis gibt, soll mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer versenkt werden"; aber auch: "Tut alles, was sie (die Schriftgelehrten) euch sagen, aber nach ihren Werken richtet euch nicht!" - Wer eine moralischere Kirche haben möchte, darf ihre Moral nicht abschaffen: Kindesunschuld, Jungfräulichkeit, Ehe, Fruchtbarkeit, Achtung der Ungeborenen. - Paulus nennt Knabenschänder und Lüstlinge (Homosexuelle) in einem Atemzug. - Gibt man den Moralkodex auf, bleibt nur noch absolute sexuelle Beliebigkeit. Um Pädophilie noch auszuschließen, benötigt man dann aber einen gesellschaftlichen Konsens, der nur mit Staatsgewalt und Totalüberwachung durchzusetzen ist. - Das Ergebnis ist bereits sichtbar: Generalverdacht gegen konkurrierende Ordnungssysteme (Kirchen), Spaltung der Gesellschaft durch Misstrauen gegen Andersdenkende, Verwahrlosung der Jugend; Kinder, die sich gegenseitig vergewaltigen, durch das "sexuelle Selbstbestimmungsrecht" ermächtigt..