Kohlekompromiss: Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Sieben Mitglieder der Kohlekommission beraten sich am 26.01.2019 zur Bundespressekonferenz an einem Tisch

Kohlekompromiss: Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Kohleausstieg bis spätestens 2038: 40 Milliarden Euro kostet es, wenn die Politik den Vorschlägen der Kohlekommission folgt. Was sagen Sie zu dem Konsens? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Es war eine Einigung nach 20 Stunden Ringen: Die Mitglieder der Kohlekommission haben am frühen Samstagmorgen (26.01.2019) ihren abschließenden Bericht vorgelegt. Vertreter von Industrie, Umweltverbänden, Gewerkschaften und Wissenschaft schlagen darin Lösungen vor, wie der Ausstieg aus der Kohle und der Umstieg auf erneuerbare Energien gelingen kann.

Die Eckdaten des Fahrplans: In spätestens 19 Jahren, eher früher, soll Schluss sein mit der Kohleverstromung. Nach dem Willen der Kommission müssten Kraftwerke zügig vom Netz genommen werden, außerdem schlagen die Experten einen Ausgleich für steigende Strompreise vor. Die Autoren empfehlen in ihrem Bericht, dass der Hambacher Forst bleibt. In Nordrhein-Westfalen sollen unter anderem bis 2030 zwei Drittel aller Braunkohlekraftwerke außer Betrieb gehen.

Die Experten veranschlagen rund 1,5 Milliarden Euro jährliche Kosten für den Kohleausstieg. Das Geld stehe im Bundeshaushalt zur Verfügung, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Die Industrie bangt nach dem Kompromiss um Arbeitsplätze: RWE-Chef Martin Schmitz rechnet mit einem merklichen Stellenabbau in den kommenden Jahren.

Die Vorschläge der Kommission sind nicht bindend. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat aber davor gewarnt, den Kompromiss der Kohlekommission etwa im parlamentarischen Prozess nochmals aufzuschnüren. "Die Erwartung, die wir jetzt aber alle haben können, ist, dass jetzt auch alle sich daran halten."

Wie bewerten Sie den Kohlekompromiss? Und wie blicken Sie grundsätzlich auf den Kohleausstieg? Was sagen Sie zu den Kritikern, die jetzt schon Nachbesserungen empfehlen? Was erwarten Sie von der Politik?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Jürgen Döschner, WDR-Wirtschaftsredaktion

Redaktion: Beate Wolff und Regina Tanne

Kohlekompromiss: Wie bewerten Sie das Ergebnis?

WDR 5 Tagesgespräch 28.01.2019 45:27 Min. Verfügbar bis 28.01.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

129 Kommentare

  • 129 Ende gut , alles gut ? 28.01.2019, 13:59 Uhr

    Mal sehen , welche Eier ausgebrütet werden und dann wir und unsere Kinder essen werden .... ganz harte oder zu weiche .

  • 128 Jürgen Kruse 28.01.2019, 13:58 Uhr

    Wir sollten deutlich machen, dass wir es nicht hinnehmen wollen, wenn uns profitgesteuerte Investoren, Banken und Konzerne sowie ihre Helfershelfer in Politik, Verwaltung und Medien die Lebensgrundlagen endgültig zerstören wollen! -- Wir müssen die Energiewende JETZT verteidigen, wie Claudia Kemfert sagt (bitte lesen: "Das fossile Imperium schlägt zurück")!! Daher müssen wir auch die Schüler-Streik-Bewegung für den Klimaschutz unterstützen!

  • 127 G. Heim 28.01.2019, 13:58 Uhr

    Beim Duell: Gesunder Menschenverstand und nachhaltige Zukunftsvorsorge gegen kurzfristig gedachte Profitgier gewinnt in der Regel die kurzfristige Gier. Herr, wirf Hirn vom Himmel! Aber viel! Und bitte schnell!

  • 126 MarcoM 28.01.2019, 13:58 Uhr

    Kohlekompromiss hin, Kohlekompromiss her - das Weltretten ist au jeden Fall ein anstrengender Vollzeitjob - eben nur was für wahre Superhelden und Weltretter...

  • 125 Ärztin 28.01.2019, 13:56 Uhr

    Schrecklich einer der letzten Hörer, der sich darüber aufregte, dass wir als relativ kleines Land uns überhaupt um den Kohleausstieg kümmern- schließlich seien wir nur für 2 % des Klimawandels verantwortlich! Hintetr diesem Argument verstecken sich RWE und Bundesregierung allzu gern, um der Industrie maximale Profite zu sichern. Für die Folge-Katostrophen kommt dann ja der Steuerzahler auf- siehe Dammbruch in Brasilien !

  • 124 1 Geisterfahrer? Etliche ... 28.01.2019, 13:56 Uhr

    Der einzige Politiker der in den letzten Tagen etwas Wesentliches richtig gesagt hat, war Christian Lindner. Die CO2-Reduzierung ist durch den Zerztifikathandel der EU längst abgesteckt (die Zertis sind übrigens von 2018 nach 2019 4 mal teurer geworden). Wenn wir weniger Zertifikate in D verbrauchen werden diese in anderen Ländern verbraucht. Und zwar fallen die dann immer an die Kraftwerke mit den nächstniedrigeren Wirkungsgraden, nach denen, die bereits am Netz und ausgelastet sind. Und die produzieren je Zertifikat und CO2-Menge dann sogar weniger Strom. Herzlichen Glückwunsch!

  • 123 Breslein 28.01.2019, 13:53 Uhr

    Demokratie ist Kompromiss. Deswegen ist dieser gütliche Vergleich ein Beleg für das funktionieren unserer Demokratie. Wenn nach der Verhandlung Jeder meint, er habe das größte Stück vom Kuchen erhalten, dann ist es ein guter Kompromiss.Nur die Fliege und die Spinne können keinen Kompromiss schließen.

  • 122 1 Geisterfahrer? Etliche ... 28.01.2019, 13:50 Uhr

    In den 4 Jahren werden nicht mal 10 GW Wind und PV-Strom neu installiert. Und grundlastfähig sind beide sowieso nicht. Um auch nachts bei Windstille unsere 40 bis 50 GW Grundlast zu bedienen, müssten also rund 25 GW Gaskraftwerke in der Zeit ans Netz gehen (die ganz Cleveren wollen ja auch noch die Stromnachfrage durch mehr E-Autos erhöhen). Auch an Gaskraftwerken werden in knapp 4 Jahren nicht mal 10 GW neu ans Netz gehen. Und selbst wenn: wir sparen ja dann nicht das CO2 aus den 12,6 GW abgeschalteter Kohlestrom, denn der spezifische CO2-Ausstoß der Gaskraftwerke ist nicht Null, sondern nur etwa 40% geringer als von Kohlekraftwerken, aber dramatisch höher als von Kernkraftwerken, die nunmal kein CO2 ausstoßen. Herzlichen Glückwunsch! Wir sprechen und in 5 Jahren wieder, wenn wir die CO2-Emissionen 2023 mit 2018 vergleichen! Der Tag an dem die ganzen Dilettanten und Öko-Populisten entlarvt werden kommt 100%

  • 121 Karina 28.01.2019, 13:48 Uhr

    Vielen Dank für die gute Debatte und den hervorragenden Jürgen DÖSCHNER ! Ich kann mich seinen Argumenten nur anschließen : Es kommt jetzt darauf an, dass die Bundesregierung den gefundenen Kompromiss ohne weitere Verwässerung und Verzögerung umsetzt .Die Haltung von RWE allerdings macht mir Angst

  • 120 André 28.01.2019, 13:47 Uhr

    Wie gut, dass wir drüber gesprochen haben ! - Mal ehrlich: Mehr als eine Quatschrunde war das ja nicht, alles unverbindlich, entscheiden tut das das Kapital. Der blöde Bürger bezahl dann, wie immer. - Ich hoffe nur, dass sich das die Jugend nicht mehr gefallen läßt und Druck macht, mächtig Druck. - Was ich mache? Na z.B. beziehe ich meinen Strom schon seit vielen Jahren von den Stromrebellen, den Elektrizitätswerken Schönau. Und ich bin natürlich auch mit meinen Kindern auf der Straße dabei.

  • 119 karl theodor 28.01.2019, 13:47 Uhr

    4 von 1000 Teilen in der Luft sind bestehen aus Co2. Von den 4 Teilen kommen fast 90% aus natürlichen Quellen. Aber Co2 ist Schuld am Klimawandel. Eine irre Religion.