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Frauentag = Feiertag – gute Idee?

Frauenzeichen mit geballter Faust in der Mitte, rosafarben auf rotem Untergrund.

Frauentag = Feiertag – gute Idee?

Der Internationale Frauentag ist dieses Jahr in Berlin erstmals ein gesetzlicher Feiertag. Als erstes Bundesland hat die Hauptstadt diesen neuen arbeitsfreien Tag eingeführt. Eine gute Idee? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Den ersten Internationalen Frauentag gab es bereits 1911, als Kampftag für die Gleichberechtigung und für das damals in den allermeisten Teilen der Welt noch nicht vorhandene Frauenwahlrecht. Seit 1921 findet er jedes Jahr am 8. März statt, aber ein Feiertag ist er nur in wenigen Ländern – vorwiegend in afrikanischen und kommunistischen Ländern wie Laos oder Kambodscha.

Und jetzt auch in Berlin. Berlin gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten Feiertagen im Jahr. Nach monatelangen Debatten entschied die rot-rot-grüne Koalition, den Internationalen Frauentag zu einem Feiertag zu machen.

"Als Kampftag", heißt es von den Seiten der Grünen, denn "solange Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht erreicht sind, werden wir Grünen am 8. März kämpfen und nicht nur feiern." Und auch Regierungschef Michael Müller (SPD) erklärte, dass noch viele dringende Aufgaben blieben. Parität im Bundestag zum Beispiel, aber auch Gleichheit beim Lohn, bei der Verteilung von Macht und Ämtern oder der ungeliebten Hausarbeit.

Doch es gibt auch, mit Blick auf die zu DDR-Zeiten zelebrierten Frauentagsfeiern, grundsätzliche Kritik: "Die Mehrheit der Bürger kann damit nichts anfangen", meint CDU-Generalsekretär Stefan Evers. Und die Industrie- und Handelskammer rechnet vor, dass der zusätzliche arbeitsfreie Tag 160 Millionen Euro koste – 0,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Brauchen wir einen gesetzlichen Frauenfeiertag? Ist er gerechtfertigt oder überflüssig? Was kann so ein Feiertag verändern? Ist er nur eine symbolische Geste? Oder bietet er eine Chance, das Bewusstsein zu verändern und Ungerechtigkeiten zu beseitigen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Silke Gebel, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus

Redaktion: Heiko Hillebrand und Julia Lührs

Vorbild Berlin: Frauentag = Feiertag?

WDR 5 Tagesgespräch 08.03.2019 45:34 Min. Verfügbar bis 07.03.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

107 Kommentare

  • 107 Kommerzielle Zwecke 08.03.2019, 13:59 Uhr

    Kommerzielle Zwecke ohne Rückfragen Jahrzehnte als Frau, physisch gesehen, verwehre ich mich, angesichts Ebenbürtigkeit, gegen gesetzl. Urlaubsanspruch zum Frauentag. Das PermanentJammern über das leidvolle FrauenDasein ist stereotyp. Reflektieren, was wirklich wichtig ist für alle Mitmenschen. Frauen/Vater/Muttertage sind Historie, wenn wir gemeinsam für die sterbende Erde aktiv sind/werden. Weil Ostern nahe ist, ein Zitat, das die FrauentagIdee untermauert: “Seid einig in der Liebe füreinnder. Verzeiht eurem Nächsten & euch selbst“.

  • 106 Kati 08.03.2019, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 105 1 Geisterfahrer? Etliche 08.03.2019, 13:59 Uhr

    Schurz beiseite: Für mich ist dieses Luxus-Problem ein Ausdruck der ungebrochenen dt. Dekadenz. Wenn es hier ernsthaft einer relevanten Menge Leute schlecht ginge, wäre für sowas überhaupt keine Zeit und Kapazität.

  • 104 mm 08.03.2019, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 103 Komisch 08.03.2019, 13:56 Uhr

    ,warum stürmen die heutigen jungen Frauen Casting-Formate wie GNTM, DSDS oder Der Bachelor, wenn sie vermeintlich so emanzipiert sein wollen? Das passt für mich nicht zusammen. Ich Tarzan - du Jane, stimmt wohl eher, oder?z

  • 102 Es 08.03.2019, 13:51 Uhr

    ist ja viel bequemer sich selbst immer als Opfer der bösen Männer zu sehen, anstatt einmal kritisch über sich selbst nachzudenken. Was im eigenen Leben nicht klappt oder schief geht, liegt meist an den eigenen, falschen Lebensentscheidungen: Keine gute Ausbildung, zu früh geheiratet und Kinder bekommen (oder zu spät), den "falschen" Partner gewählt, Geld verprasst, die Familienplanung verpasst oder was auch immer. Die Männer sind nicht i m m e r schuld. Sondern meist der eigene Charakter, Zufall oder Schicksal.

  • 101 1 Geisterfahrer? Etliche 08.03.2019, 13:51 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • 100 monika kneiseler 08.03.2019, 13:47 Uhr

    die lange, patriarchale, emanzipierungsverhinderungsgeschichte ist eine maschine, die bis heute läuft und läuft und läuft ....analysiert die körpersprachliche Sozialisation der Geschlechter, wobei differenzierte Machtprivilegien zum Einsatz kommen: die Macht, anderen ein bestimmtes Verhaltensrepertoire vorzuschreiben (Definitionsmacht) die Macht, Verhaltensweisen anderer den eigenen Maßstäben entsprechend nach Belieben zu werten (Interpretationsmacht) die Macht, die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen (Kontrollmacht) die Macht, falsches, unangemessenes Verhalten zu bestrafen (Sanktionsmacht)Das bedeutet, daß die Geschlechterhierarchie nicht nur auf die Verhaltensebene beschränkt bleibt, sondern sich auf der symbolischen Ebene der Bedeutungen und Bedeutungszuweisung fortsetzt. Indem identisches Verhalten geschlechtsspezifisch unterschiedlich interpretiert wird, erfolgt eine Kontrolle über die Aufrechterhaltung der Geschlecherordnung.

  • 99 Frauen 08.03.2019, 13:43 Uhr

    in der Dritten Welt oder in muslimischen Ländern werden oft diskriminiert und sehr schlecht behandelt. Das ist schrecklich und empörend. Aber Frauen in der Westlichen Welt können sich eigentlich nicht mehr beklagen, auch wenn Vieles noch nicht ideal ist. Das hat schon vor 40 Jahren die Autorin Esther Vilar mit ihrem Buch "Der dressierte Mann" gesagt: Die westliche Frau nutzt ihre (beruflichen) Talente oft nicht und versteckt sich in der Komfortzone des behaglichen Eigenheims. Ähnlich dargelegt in dem Buch "Die Feigheit der Frauen" von Bascha Mika. Seither sehe ich mein eigenes Geschlecht viel kritischer, ehrlicher und mit offeneren Augen.

  • 98 Frauen sind das Thema 08.03.2019, 13:38 Uhr

    Frauen sitzen in der Redaktion! Frauen beurteilen Einträge ins Gästebuch! Frauen zensieren Einträge weg, die sich nicht auf das Thema beziehen! Frauen trauen den Frauen unter den Lesern nicht zu, dies selbst zu beurteilen?

  • 97 Frauenversteher 08.03.2019, 13:32 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)