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Immobilienkonzerne – notfalls enteignen?

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Immobilienkonzerne – notfalls enteignen?

Wohnungsnot, horrende Mietpreise – am Wochenende erklärte Grünen-Chef Robert Habeck, sich notfalls Enteignungen vorstellen zu können. Natürlich gegen Entschädigung. Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

In zahlreichen deutschen Städten sind am Samstag (06.04.) Zehntausende auf die Straßen gegangen, um gegen hohe Mieten und Wohnungsmangel zu protestieren. Veranstalter war das "Bundesweite Bündnis #Mietenwahnsinn". Mit der Demonstration in Berlin begann auch eine Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren. Die Initiative "Deutsche Wohnen und Co. enteignen" will erreichen, dass der Berliner Senat private Wohnungsgesellschaften mit mehr als 3.000 Wohnungen enteignet und vergesellschaftet.

Notfalls ja, erklärte Grünen-Chef Robert Habeck und erntete harsche Kritik von fast allen Seiten. FDP-Chef Christian Lindner sprach von "uralten und auch schon gescheiterten sozialistischen Experimenten", CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erklärte, Enteignungen würden "neue soziale Ungerechtigkeiten" schaffen. Der Wohnbau-Experte der Unionsfraktion im Bundestag, Kai Wegner, sagte, mit dem Vorschlag von Enteignungen würde den Menschen nur "Sand in die Augen" gestreut und auch SPD-Chefin Andrea Nahles lehnte Enteignungen ab.  Der SPD-Abgeordnete Ralf Stegner schloss hingegen  "Enteignungen als letztes Mittel" nicht aus und die Linke geht noch weiter. Katja Kipping erklärte sie setze "im Zweifel auch auf Beschlagnahmungen".

Was halten Sie davon, Immobilien-Konzerne zu enteignen? Wäre das für Sie eine echte Option oder ist das in Ihren Augen eine unrealitische Debatte? Welche Ideen haben Sie, um Wohnungsnot und "Mietenwahnsinn" zu beenden?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 20.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Jürgen Aring, Vorsitzender des Bundesverbandes Wohnen und Stadtentwicklung

Redaktion: Regina Tanne und Beate Wolff

Immobilienkonzerne – notfalls enteignen?

WDR 5 Tagesgespräch 08.04.2019 45:43 Min. Verfügbar bis 07.04.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

159 Kommentare

  • 159 Sandra 08.04.2019, 19:55 Uhr

    Soweit ich mich erinnern kann, gab es vor längerer Zeit noch reichlich Sozialwohnungen. Diese wurden aber aufgrund der ständig leeren Kassen in den Kommunen verkauft und sollen jetzt enteignet, also gegen sehr viel Geld wieder zurück gekauft werden? Das Märchen vom reichen Deutschland scheint noch von sehr vielen Menschen geglaubt zu werden.Was wird also passieren? Die Wohnungen werden für viel Geld zurück gekauft und da sich Deutschlands Wirtschaftslage bereits abkühlt und in den Dax-Firmen bereits massiv Stellen abgebaut werden, werden vermutlich in den nächsten Jahren die Sozialwohnungen wieder an die Privaten verkauft werden müssen.

  • 158 Beasty 08.04.2019, 19:13 Uhr

    Meiner Meinung nach liegt das Hauptproblem an der ungerechten Verteilung des Vermögens in Deutschland , kombiniert mit der Raffgier von Politikern ,Industrie , Banken und natürlich auch die Kirchen, die mit in Deutschland geschätzten 500 Milliarden € 75000 Gebäude mit 320000 Ha. Land. Es wird Zeit, die einst geraubten und erpressten Verfügungen - Testament gegen Himmelreich - Besitztümer dem Staat zurück zu geben, der sie dann an Genossenschaften und kleine Parzellen an Privatleute unter Auflagen, - z.B. in 2 Jahren muss ein Baubeginn erfolgen - veräußern soll. - Gleiches sollte auch den Banken widerfahren, die sich vor ihrer Pleite durch Steuermittel gerettet haben, die Schäden durch Casino Hochrisiko Banking verursacht haben und als Folge die EU Niedigzins Politik verursachten . Ihr heutiger Gast räumte ,Versäumnisse der Politik vor 10 Jahren ein, aber vergaß zu erwähnen das es nicht die Politik sondern die Politiker*innen waren , die versagt haben und deswegen ersetzt gehören.

    Antworten (2)
    • Ulrike 08.04.2019, 19:31 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

    • Beasty 08.04.2019, 19:53 Uhr

      Liebe Ulrike.Ich kann auf Ihren Kommentar leider nicht reagieren . Habe ich Sie etwa verärgert ? -Das ist nicht mein Ziel sondern nur ein Aufwecken. Versuchen Sie es später noch einmal vielleicht etwas netter . Oder screiben Sie selbst einen Kommentar auf dem ich dann lieb aber biestig reagiere.

  • 157 Karl Theodor 08.04.2019, 18:55 Uhr

    Hadmut Danisch schreibt auf seinen Blog vom 7.04.2019 unter der Überschrift Mietenwahnsinn einige bemerkenswerte Gedanken zu der aktuellen Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt.

  • 156 GEZeigtes Misstrauen 08.04.2019, 18:33 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 155 Hansen 08.04.2019, 18:22 Uhr

    Wohnen ist kein Grundrecht! Aktiengewinne schon?

  • 154 Jauh! 08.04.2019, 17:42 Uhr

    Was für ein Land: Für Straßen und Autobahnen darf enteignet werden ... Und für die Daseinsvorsorge Wohnen ... ? Was für Politiker haben wir heute ... ?

    Antworten (1)
    • Ulrike 08.04.2019, 18:06 Uhr

      Die Gesetzeslage nicht verstanden. Bitte einfach mal informieren, was Allgemeingut ist und was nicht.

  • 153 Martin Weidner 08.04.2019, 17:37 Uhr

    Ich bin ein Flüchtlingskind. Meine Eltern wurden zwangseinquartiert. Das war also mal möglich. Da herrschte übrigens Wohnungsnot. Das ist heute anders, da steigt die qm-Wohnfläche pro Person, fast 50 qm, auf der Fläche lebte nach dem Krieg eine große Familie. Enteignungen sind also eher eine Drohkulisse im Hintergrund. Aber für sozialen Wohnungsbau sollte Geld da sein, und am besten energieneutrale Wohnungen, dann können Mieter auch in Zukunft ihre Rechnungen bezahlen.

    Antworten (2)
    • Karl Theodor 08.04.2019, 18:47 Uhr

      Sie sind ein Flüchtlingskind, was wollen Sie uns damit sagen? Es waren damals andere Zeiten. Ihre Eltern sind wahrscheinlich aus den deutschen Ostgebieten gekommen und haben nicht 7 oder 8 Ländergrenzen überschritten.

    • Ignaz-Denket um! 08.04.2019, 19:51 Uhr

      Lieber Herr Weidner, Sie können die damalige Zeit nicht mit der heutigen Zeit vergleichen. Ich lebte als Nachkriegskind mit 4 Geschwistern und Eltern 6 Jahre auf 30 qm in einer Notwohnung. Und 1969 kam ich als Gastarbeiter nach Deutschland, es war alles ganz anders als die heutige Zeit. Meiner Meinung war sie viel, viel menschlicher und ehrlicher als Heute. Heute findet auf allen Ebenen viel mehr Betrug statt. Auch in der Einwanderung und auch mit der Wohnungsnot findet kein korrektes Verhalten statt.

  • 152 Jauh! 08.04.2019, 17:32 Uhr

    Vonovia first! Und nix Mieter sein und dann in Immo-Fonds investieren! Hoffentlich gibt es bald kein Zocker-Geld mehr aus Frankfurt! Herr Dragi glaubt doch selbst nicht mehr an seine Leier-Sätze. Aber so sieht leistungslose Wertsteigerung mit römischer Dekadenz aus! Gepaart mit German-Angst und Beton-Köpfen! Wohnen ist ein Grundrecht und nix zum Zocken! Guten Tag!

    Antworten (1)
    • Ulrike 08.04.2019, 17:50 Uhr

      Wohnen ist kein Grundrecht. Es ist auch nicht einklagbar.

  • 151 Micha 08.04.2019, 17:04 Uhr

    Lösung: Ich wohne auf dem Land, ja die Vorteile wie in der Stadt hat man nicht, dafür weiß ich aber genau wie meine Nachbarn ticken, die Kinder können auf der Straße spielen und Autolärm kenne ich auch nicht. Dort gibt es genug Platz, eine Straße weiter stehen mehr als 50% der Häuser leer. Entsprechend sind auch die Preise, wofür ich in der Stadt eine Garage miete, bekomme ich hier ein ganzes Haus.

    Antworten (2)
    • Ulrike 08.04.2019, 17:23 Uhr

      Dann siehe auf dem "Land" mal zu, wie die Nachbarn nach und nach wegziehen, wie die Läden schließen, wie der letzte Arzt geht und werde alt. Dann wirst Du erkennen, dass Dein Haus keinen Pfifferling mehr wert ist und Du als alter Mensch in der Pampa sitzt ohne jede Busverbindung, ohne jede Hilfe. Und eine Tankstelle gibt es dann auch nicht mehr, von wegen mobil.

    • Jauh! 08.04.2019, 17:35 Uhr

      Zynisch angemerkt: Aber bitte nicht vergessen, das Licht auszumachen ...

  • 150 Anonym 08.04.2019, 16:54 Uhr

    Enteignung? Wie soll das funktionieren, insbesondere wo werden da die Grenzen gezogen? Der eine wird noch enteignet, der andere nicht mehr. Da werden die Gerichte richtig viel zu tun kriegen. Und wo haben die Städte überhaupt das Geld um den entsprechenden Ausgleich zu bezahlen, die sind doch selber alle pleite und können noch nicht mal die Gebäude aufkaufen die sich in der Zwangsversteigerung befinden. Außerdem würde dann kein Konzern mehr Wohnungen in D'land bauen, sondern da wo es sich lohnt, England oder Frankreich. Seht euch da mal die Mieten in Großstädten an, ich weiß gar nicht was ihr wollt.

    Antworten (2)
    • Ulrike 08.04.2019, 17:10 Uhr

      Großvermieter werden in Deutschland nicht enteignet. Es wäre das Signal dafür, hier nie wieder Mietshäuser zu bauen. Wenn überhaupt, dann nur noch für Eigentümer. Gehen private Vermieter und Großvermieter vom Markt, lebt die Mehrzahl des Mietvolkes bald im Zelt. Es ist an der Zeit, den Platz dafür zu schaffen, also Grünanlagen entsprechend zu erschließen, damit wenigstens für Strom, Wasser und Abwasser gesorgt ist.

    • Andrea 08.04.2019, 19:17 Uhr

      Antwort an Ulrike , geschrieben am 08.04.2019, 17:10 Uhr Genau wir können doch nicht alles versiegeln, Anleger sollen Steuern zahlen dann hat der Staat genug zum selber bauen !

  • 149 G. Heim 08.04.2019, 16:50 Uhr

    Ob miese Machenschaften der riesigen Wohnbaukonzerne, verbrecherische Bankengeschäfte, getrickste Abzocke der großen Energiekonzerne, Steuervergehen in Millionenhöhe, völlig vergeigte Monsterbauprojekte, etc., es scheint fast so, als ob der Satz gilt: Je größer die Sauerei, desto besser ist sie per Gesetz geschützt. Kann ja wohl so nicht weitergehen.

    Antworten (3)
    • Ulrike 08.04.2019, 16:55 Uhr

      Bei den nächsten Wahlen mal besser hinschauen, vor allem das Wahlprogramm lesen.

    • Anonym 08.04.2019, 17:31 Uhr

      @Ulrike: Wahlprogramm lesen reicht nicht, die machen nach der Wahl sowieso was sie wollen. Oder warum glauben sie, ist die SPD-Zustimmung im Keller?

    • Ulrike 08.04.2019, 17:45 Uhr

      SPD wähle ich nicht, und das ist auch gut so.