Windkraftanlagen stehen nebeinander auf einem Feld

Weniger Artenschutz – mehr Windkraft?

Bis 2030 sollen 80 Prozent der Energie aus Erneuerbaren stammen. Auch Einwände zum Natur- und Artenschutz verzögern heute manches Genehmigungsverfahren. Künftig soll ein "überragendes öffentliches Interesse" die Genehmigungsverfahren beschleunigen. Ist das sinnvoll? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

"Mit dem Wind-an-Land-Gesetz werden wir zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie reservieren, den Windenergieausbau mit dem Artenschutz versöhnen und die Voraussetzungen für zügigere Planungs- und Genehmigungsverfahren schaffen." So steht es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Das dürfte für viele Diskussionen sorgen. Wie sieht eine 'Versöhnung' aus, wenn der Ausbau beschleunigt werden soll?

Von der CSU aus Bayern gab es gleich Kritik und der Deutsche Städte- und Gemeindebund ist skeptisch, was die Umsetzbarkeit angeht. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte: "Der Bund kann das nicht anordnen." Denn für die Flächennutzung zuständig sind die Gemeinden.

Erreichen will der neue Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck das erhöhte Ausbau-Tempo auch dadurch, dass gesetzlich verankert wird, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien "im überragenden öffentlichen Interesse ist und der öffentlichen Sicherheit dient". Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass andere Interessen – wie der Artenschutz oder Einwände von Anwohnern – künftig vielleicht zurückstecken müssten. Auf der anderen Seite will Habeck die Beteiligung von Bürgern an den Erträgen der Windkraftanlagen stärken.

Es bleibt die Frage, wo genau die ganzen zusätzlichen Windkraftanlagen entstehen sollen, wie das unsere Landschaftsbild verändern wird, wie mit Einsprüchen künftig umgegangen werden soll und wie dazu ein gesellschaftlicher Konsens hergestellt werden kann.

Finden Sie es richtig, dass der Ausbau der Windkraft Vorrang haben soll, weil sonst die Klimaziele nicht zu erreichen sind? Wie lassen sich Arten- und Landschaftsschutz mit Windkraft in Einklang bringen? Wie lässt sich mit dem Phänomen umgehen, dass viele alternative Energien prima finden, aber selbst keine Windräder in ihrer Umgebung haben wollen? Stärkt der neue Kurs die Glaubwürdigkeit der Grünen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Oliver Krischer (Grüne), Mitglied des Bundestages und Parlamentarischer Geschäftsführer im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Redaktion: Willi Schlichting und Jessica Eisermann

Weniger Artenschutz – mehr Windkraft?

WDR 5 Tagesgespräch 13.01.2022 46:27 Min. Verfügbar bis 13.01.2023 WDR 5


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