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Profit - Das Wirtschaftsmagazin mit Michael Westerhoff
Staats- und Regierungsschefs unterzeichnen beim Nato-Gipfel in Madrid eine Vereinbarung zum Beitritt von Schweden und Finnland

Aggression mit Stärke beantworten – der richtige Weg?

Russland ist eine direkte Bedrohung, kein strategischer Partner mehr. So sieht es die NATO und handelt entsprechend: Erweiterung, mehr schnelle Eingreifkräfte und Aufrüstung. Der richtige Weg, um der russischen Aggression zu begegnen? Diskutieren Sie mit im Tagesgespräch!

Vor zwei Jahren hatte der französische Präsident Emanuel Macron die NATO noch "hirntot" genannt, jetzt zeigt sie, wie lebendig sie ist. Sie wird größer, stärker und richtet sich auch strategisch neu aus. In dem Grundlagendokument für politische und militärische Planungen wird Russland als "größte und unmittelbarste Bedrohung für die Sicherheit der Verbündeten und für Frieden und Stabilität im euro-atlantischen Raum" bezeichnet, China als Herausforderung.

Schon im Vorfeld wurde der NATO-Gipfel in Madrid, der gestern begann, von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg 'historisch' genannt. Die Allianz befinde sich in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte er mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. Aber die Antwort der NATO falle "stark und geeint" aus.

Und Stärke zeigt auch US-Präsident Joe Biden. Er erklärte zum Auftakt des zweitägigen Treffens, angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine werde die Militärallianz "in jedem Bereich verstärkt – zu Land, in der Luft und auf See". Auch in Deutschland sollen neue Luftwaffenkräfte stationiert werden. Ein Bollwerk gegen Russland soll die neue NATO sein.

Russland sieht den NATO-Gipfel hingegen als Bestätigung für die "aggressive Haltung des westlichen Militärbündnisses". "Wir betrachten die Erweiterung des nordatlantischen Bündnisses als einen rein destabilisierenden Faktor in den internationalen Angelegenheiten", erklärte der Vize-Außenminister Sergej Rjabkow in Moskau. Ein solcher Schritt bringe weder dem westlichen Militärbündnis noch den Beitrittskandidaten mehr Sicherheit. Das gelte auch für Länder, "die das Bündnis als Bedrohung empfinden", meinte Rjabkow. Dazu zählt sich auch Russland.

Die NATO als Bedrohung oder als Schutz unserer Freiheit? Was halten Sie von der Aufrüstung und Ausweitung der NATO? Bringen mehr Waffen mehr Sicherheit? Fürchten Sie, dass dadurch die Gefahr für einen dritten Weltkrieg wächst? Muss der russischen Aggression mit Stärke begegnet werden oder wäre Zurückhaltung angesagt? Was wäre für Sie die richtige Strategie?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Ekkehard Brose, Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

Redaktion: Willi Schlichting und Beate Wolff

Aggression mit Stärke beantworten – der richtige Weg?

WDR 5 Tagesgespräch 30.06.2022 45:48 Min. Verfügbar bis 30.06.2023 WDR 5


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