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ARD Infonacht
23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht
Krankenschwester in Schutzkleidung auf Intentivstation.

Triage: Eine Frage des Gesetzes?

Wenn es zu viele Kranke auf einmal gibt, müssen Ärzte eine Entscheidung treffen. Wer hat dann die beste Chance zu überleben? Gesetzliche Grundlagen gibt es nicht. Braucht es die? Wie das Unmögliche ausloten? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Niemand will es entscheiden – und doch muss es im Ernstfall sein. Werden Personal, Geräte und OP-Räume knapp, stellen sich Mediziner:innen einer Verantwortung, die in einem moralischen Dilemma gipfelt. Denn gibt es zu viele Kranke und zu wenig Mittel, muss abgewogen werden: zwei Patientinnen, eine Beatmungsmaschine. Wer die besten Erfolgsaussichten auf Heilung hat, bekommt die lebenswichtige Hilfe. Im schlimmsten Fall zum Nachteil eines anderen Menschen. Gesetzliche Regeln gibt es für mögliche Triage-Entscheidungen während der Coronapandemie derzeit nicht.

Doch eine Verfassungsbeschwerde wirft die Frage auf, ob der Staat eine Grundlage schaffen muss – auch mit Blick auf Menschen mit Beeinträchtigungen und Vorerkrankungen. Das Bundesverfassungsgericht teilte jetzt mit, dass der Bundestag umgehend handeln muss. Unverzüglich soll der Gesetzgeber Vorkehrungen zum Schutz von Menschen mit Behinderungen im Fall einer Triage treffen. Wie diese genau aussehen, dafür gäbe es Gestaltungsspielräume. Sollte auch der Impfstatus eine Rolle spielen? Im äußersten Fall ja, sagt die Freiburger Rechtswissenschaftlerin Tatjana Hörnle. Unser Gesundheits- und Rechtssystem stellt allerdings klar: Jeder und jedem wird geholfen – ganz egal, warum er oder sie krank ist.

Braucht es Vorschriften, nach denen Ärzte im Fall der Fälle handeln können und müssen? Oder sind Sie dafür, dass Medizinerinnen frei entscheiden? Welche Kriterien sind für Sie ausschlaggebend? Sollte der Impfstatus eine Rolle spielen? Werden in Ihren Augen die moralischen und ethischen Aspekte ausreichend betrachtet?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Prof. Dr. Stefan Huster, Direktor des Instituts für Sozial- und Gesundheitsrecht an der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften

Redaktion: Ulrich Horstmann und Julia Lührs

Triage: Eine Frage des Gesetzes?

WDR 5 Tagesgespräch 28.12.2021 44:59 Min. Verfügbar bis 28.12.2022 WDR 5


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