Live hören
Jetzt läuft: Seven nation army von Ben l'Oncle Soul

Scala-Sommer-Reihe: Kulturentdecker

Scala-Sommer-Reihe: Kulturentdecker

Vom Kirchenfenster bis zum Hausmuseum: WDR 5 Hörer*innen haben uns Orte der Kultur in NRW vorgeschlagen, die nicht im Rampenlicht stehen. Sebastian Wellendorf hat einige besucht und die Eindrücke in Bild und Ton festgehalten. Danke an alle WDR 5 Kulturentdecker!

Außenansicht des Lichtturms in Arnsberg

Herr Gernot Disselhoff bat uns, den Lichtturm in Arnsberg zu porträtieren. Der Turm ist über 700 Jahre alt. Es gibt insgesamt acht alte Wehrtürme in Arnsberg, aber nur einer wurde zum Lichtturm mit einer Camera Obscura umfunktioniert.

Herr Gernot Disselhoff bat uns, den Lichtturm in Arnsberg zu porträtieren. Der Turm ist über 700 Jahre alt. Es gibt insgesamt acht alte Wehrtürme in Arnsberg, aber nur einer wurde zum Lichtturm mit einer Camera Obscura umfunktioniert.

Die Camera Obscura projiziert ein scharfes Bild der Arnsberger Altstadt auf eine Leinwand, natürlich auf dem Kopf und seitenverkehrt.

Elke Wiebe empfiehlt einen Besuch der Norwegerhäuser in Essen – es sind die letzten ihrer Art, die der norwegische Staat der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg schenkte, um die Wohnungsnot zu lindern.

Frau Bärbel Baum lebt seit 1955 in diesem Haus, damals mit ihren Eltern und drei Geschwistern. Heute lebt sie hier allein aber hofft, dass ihre Enkeltochter bald zum Studieren mit einzieht. Sie überlegt aber auch, das Haus zu verkaufen: zu alt, zu viel Arbeit im Garten. Wenn sie es verkaufen würde, würde sie aber niemals wieder zurückkehren. Den Anblick fremder Leute halte sie nicht aus. Dafür hinge sie zu sehr am Haus.

Kirsten Grotemeyer hat die Keilstück-Skulptur in Minden vorgeschlagen – ein Objekt mit durchaus umstrittener Wirkung auf dem Mindener Martiniplatz.

Die begehbare Skulptur steht hier seit 1987 und sollte den Platz schon oft wieder verlassen, weil viele Mindener sie nicht mögen. Aber der Künstler Wilfried Hagebölling klagte erfolgreich dagegen. Marion Tüting, stellvertretende Leiterin des Mindener Museums, ist jedenfalls Fan der Plastik: "Man sollte sich darauf einlassen."

Die Immanuelkirche in Dortmund-Marten: Oliver Fiedler hat sie vorgeschlagen, weil es dort eine der größten Digitalorgeln der Welt gibt, wie er sagt: Orgel 4.0

Wenn Oliver Fiedler in die Tasten greift, dann muss er zusätzlich auch den Touch-Screen bedienen, so lassen sich die historischen Orgeln einprogrammieren. Das Instrument klingt nun wie vor 350 Jahren. Die Orgelpfeifen sind nur Attrappen, hinter ihnen stehen riesige Lautsprecher, die die digitalen Klänge in die Kirche tragen.

Das Hausmuseum von Inge Broska in Jüchen: Sie sammelt dort Gegenstände aus den verlassenen Häusern in Garzweiler, die die Bewohner wegen des Kohletagebaus aufgeben mussten.

Als die Frauen die Häuser in Alt-Otzenrath zum letzten Mal verließen, haben sie die Kehrbleche samt Besen auf den Türschwellen hinterlassen. Frau Broska hat sie eingesammelt.

Wenn Besuch kommt, legt Frau Broska einfach ein großes Tischtuch über die Ausstellungsstücke. Darauf kommen dann die Tassen fürs Kaffeetrinken.

Die Kirchenfenster von Henk Schelling in der Dreifaltigkeitskirche in Essen-Borbeck: Die Fenster ziehen sich einmal ganz durch den Innenraum, biblische Motive wechseln sich mit zeitgenössischen Darstellungen ab, etwa die atomare Bedrohung oder die Industrialisierung.

Für Kirchenführerin Elfriede Bielefeldt sind die Fenster einzigartig, sie entdeckt jeden Tag neue Details an ihnen.

Stand: 20.08.2019, 10:57 Uhr