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Surreal - Die Geburt der Erinnerung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Surreal - Die Geburt der Erinnerung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Von Claudia Friedrich

Sie sind Superstars und Wegbereiter: Salvador Dalí und Hans Arp. Exzentriker der eine, vornehm zurückhaltend der andere. Sie experimentierten, spielten, schufen große Kunst. Im Arp Museum Bahnhof Rolandseck widmet sich eine Ausstellung den beiden Künstlern.

Der Richard Meier-Bau über dem Bahnhof Rolandseck

50 Meter über dem Rhein erhebt sich der Museumsbau des amerikanischen Architekten Richard Meier, in dem ein Teil der Sonderausstellung über Hans Arp und Salvador Dali zu sehen ist: Gemälde, Objekte, Augmented und Virtual Reality.

50 Meter über dem Rhein erhebt sich der Museumsbau des amerikanischen Architekten Richard Meier, in dem ein Teil der Sonderausstellung über Hans Arp und Salvador Dali zu sehen ist: Gemälde, Objekte, Augmented und Virtual Reality.

Hans Arps Bronzeplastik "Bewegtes Tanzgeschmeide" weist den Weg in den klassizistischen Bau, mitten ins Herz der Ausstellung Salvador Dalí und Hans Arp. Geburt der Erinnerung.

Die Portraits von Arp und seinem 17 Jahre jüngeren Kollegen Dalí stehen am Anfang des gemeinsamen Auftritts im Richard-Meier-Bau. Und sie hängen am Ende einer unterirdischen Passage, bewacht von Kaa, der Leuchtschlange.

Der von Salvador Dalí inspirierte Animationsfilm Destino aus dem Hause Disney zeigt eine Facette des Multimediakünstlers aus dem katalonischen Figueres. Kuratorin Sarah-Lena Schuster freut sich, Dalís Visionen im Rheintal präsentieren zu können.

Heinz Joachim Kummer betrachtet einen Teil der Leihgaben aus seiner eigenen Sammlung: Dalí-Portraits des Fotografen Philippe Halsman. "Fotos ebnen den Weg zur Vita eines Menschen und zu damit seinen Kunstwerken", sagt Kummer.

Mit Gemälden wie "Schnurrbartmann mit Nabel" stellt Hans Arp Alltägliches auf den Kopf und Abstraktes auf die Beine. Er ist ein Wortjongleur und Formenschöpfer. Er ist, so sagte es Dalí, der Erfinder der Schnurrbärte ohne Ende.

Das Gemälde "The Dream of Venus" war Teil des Pavillons, den Salvador Dalí baute, für die Weltausstellung in New York 1939. Ein begehbares Kunstwerk. Zu anstößig, hieß es. Wutentbrannt reiste Dalí ab. Der Pavillon wurde verschrottet, das Gemälde hat überlebt.

Der Balkon am Richard-Meier-Bau wird auch für den Museumsdirektor Oliver Kornhoff zur Aussichtsplattform. Mittels Fernrohr schaut das Publikum über Rhein und Siebengebirge - eine Landschaft, die Dalis Figuren bevölkern: Elefanten, Tigern, Dalís Muse Gala. Dank Augmented Reality.

So präzise, realistisch, oppulent Dalís Werke wirken, so abstrakt und reduziert erscheinen die Plastiken von Hans Arp. Beide loten Grenzen aus, spielen mit Wahrnehmung, Träumen, dem Unterbewussten.

Dalí gestaltete die Traumsequenz in Alfred Hitchocks Film Spellbound. Ein wesentliches Requisit ist das Metronom, das die Museumsmitarbeiterin zusammenbaut, die Leihgabe aus einer Privatsammlung.

Als Astrid von Asten ein Dalí-Gemälde mit einem Gedicht von Hans Arp verglich, kam ihr die Idee für das Ausstellungskonzept: "Arps Texte wirken wie das lyrische Drehbuch zu Dalís Inszenierungen in Öl."

Kunst oder Kitsch. Egal, das Lippensofa ist ein Klassiker, ein Produkt der Marke Dalí. Als Vorbild für die Ikone dienten die Lippen des Hollywoodstars May West.

Stand: 14.02.2020, 09:21 Uhr